Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
Vinyl-spreachstunde-kendrick-lamar-hhv-mag1024x685px

Kunze: Zunächst: Findest du »To Pimp A Butterfly« als nächsten Schritt so mutig? Ich bin mürrisch, weil das alle als »so gewagten Schritt« darstellen; keine Vorab-Tracks für Club/Radio bla bla bla. Aber eigentlich empfinde ich so ein »Black Power«-Album von Kendrick Lamar als überhaupt nicht mutig, sondern beinahe berechnend. Ist doch klar, dass das 2015 ballert: die Straßen sind wieder genauso hot wie die Strip Clubs.
Aigner: Stimmt ja auch eh nicht wirklich. »I «ist ja mit drauf. Und »The Blacker The Berry« ist halt die typische Street- Single dazu. Und bitte, »I« ist der beliebigste Scheiß, den Kendrick Lamar je gemacht hat. Da geht mir auch diese Scheinheiligkeit allerorts auf den Sack. Ich erhoffte mir da wirklich mehr Subversität vom Rest als von Kendrick Lamars »I Need A Dollar«. Aber ey, erster Track bei mir vorbei: fett. OK, »For Free« fickt direkt Leben. Da wird in einem nun wirklich geil dreisten Jazz-Dudel-Kontext ja an Blackness alles aufgefahren was es zu verhandeln gibt. Junge, Junge.

Kunze: Auf jeden Fall eine Kampfansage. Gleichzeitig ist es für mich eine krasse Armutserklärung, wie alle direkt komplett ausrasten müssen. Etwas Spoken Word und Free Jazz auf einem Rap-Album dieser Größenordnung und direkt gibt es keine gegenwärtige Messlatte mehr. Unberechenbar ist das nicht. – Und irgendwo avantgardistisch auch nicht.
Aigner: Avantgarde ist ja auch für mich überhaupt nicht das, was Kendrick Lamar ausmachen würde.
Kunze: Mir ist das einfach von der Grundvoraussetzung zu einfach: wie schnell man im Rapgame revolutionär sein kann. Da will ich relativieren, bevor ich dann auch nur noch sabbere. Man muss schon erwähnen, dass der Kontext verdammt armselig sein muss, wenn wegen eines Covers und ein paar grimmiger Lines vorab ein Album direkt diesen Stellenwert eingeräumt bekommt.

»Kohärenz im Rap-Game ist 2015 halt auch revolutionär.« Aigner: Bin ich voll bei dir, aber das erste Album war auch schon einen Scheiß von revolutionär. Aber kohärent. Und Kohärenz im Rap-Game ist 2015 halt revolutionär. Oder ein The Roots-Album, das man schon 254 mal zuvor gehört hat. »King Kunta« zum Beispiel, das klingt als hätte er bei DJ Quik einen aus dem Archiv bestellt und ungeniert Santana das Gitarrensolo spielen lassen. Das ist nicht Avantgarde – und das ist auch gut. Avantgarde hat im Rapkontext ohnehin seit »The Cold Vein« und »Madvillain« kaum funktioniert. Ich hatte ja die gleiche Reaktion auf Good Kid M.a.a.d City. Habe dem Braten monatelang nicht getraut und heute: so nah am Classic wie es überhaupt noch geht.

Kunze: Ist halt aber auch Wahnsinn, wie ein bisschen Okayplayer-Instrumentierung in Zeiten von 808s überall in dein Gesicht rein gleich alles so brutal aufwerten.
Aigner: Das ist ein guter Punkt: Musikalisch ist das überhaupt null neu, klar.
Kunze: Dem Dada-Rap rund um Migos hätte so mancher Rap-Fan im Sinne der Kunst da einen viiiel höheren Stellenwert geben müssen.
Aigner: Das geht hier halt echt nur schwer, Adenauer State of Mind.
Kunze: Bei Rap scheint für viele immer das das Beste zu sein, was am ehesten nach dem besten Rapalbum der Vergangenheit klingt.

Aigner: Ich überlege die ganze Zeit, welches das passendste Rap-Album wäre, so als Vergleich.
Kunze: »Like Water For Chocolate« mit Eazy-E statt Common?
Aigner: Und vermutlich ist es halt wirklich so etwas wie »Like Water For Chocolate«, aber das will jetzt natürlich keiner mehr wahr haben, weil sich ja selbst Deutschland von Common getrennt hat.
Kunze: Ha, gleichzeitig!

Aigner: Warum macht Kendrick Lamar das besser als alle anderen? Dieses Zeitlose?
Kunze: Weil er als einziger noch erzählen und gleichzeitig flowen kann. Und beides besser als jeder andere (außer Drake höhöhö)? Vielleicht auch, weil er der einzige Rapper ist, der liest, ohne dabei direkt seine Dick-Power zu verlieren?
Aigner:Hahahaahah, Dick-Power!

»Hier besteht so eine schöne Hin- und Hergerissenheit zwischen situativer Inbrunst und reflektierender Schlauheit. Das zwischen diesen Polen Großartigkeit entsteht, ist doch kein Wunder.« Aigner: Mich macht ein bisschen fertig, dass der im echten Leben ja nur 140 Zentimeter groß sein soll. Das ist alles so staatstragend hier und dann muss der sich seine Nikes in Frauengröße holen, das ist doch unfair.
Kunze: Du bist ein doofer Zyniker. Deshalb lass uns schnell ganz ernst wenigstens den Titel »literaturwissenschaften« – wenn die Zeit schon für die Texte nicht reicht. Weißte, für mich ist im Titel, »To Pimp A Butterfly«, schon das enthalten, weshalb ich die Politiknummer hier so unterstützenswert finde: Das ist Kritik am weißen Mann, ohne die Rolle des Schwarzen dabei zu vergessen. Der im TV über »Pimp My Ride« porträtiert wird, sich aber in der Unterhaltungsindustrie zu selten richtig dagegen wehrt, sondern vor allem durch viele Raptexte noch zu dieser Karikatur beiträgt. Und auf der anderen Seite der Verweis zu »Kill A Mockingbird«. Im Buch schafft es ja der Anwalt, Name vergessen, nicht, den farbigen Angeklagten vor dem Schuldspruch zu bewahren. Die rassistische Gesellschaft siegt.
Aigner: Und das ist im Rapkontext dann doch irgendwo revolutionär, weil – seien wir mal realistisch – im literarischen Sinne diese Empowerment-Platten und Bands entweder krass destruktiv und rebellisch oder naiv und utopisch waren. Kendrick Lamar ist da eher so bei Ellison, Baldwin und Lee. Das finde ich auch ungeheuer frisch.
Kunze: Genau das! Dass er eben nicht nur wie N.W.A Fronten aufbaut…
Aigner: …was jetzt nicht »Straight Outta Compton« und »It Takes A Nation« entwerten soll…
Kunze: ..sondern die Menschheit als Ganzes betrachtet. Ich finde es mega spannend, dass er einerseits dazu aufruft, das Weiße Haus zu stürmen, andererseits Liebe als finale Lösung anbietet. Da tanzen die Black Panthers auf LSD und in Tücher gehüllt einen Reigen in der grünen Natur. Dieses Quäntchen Hippietum… <3
Aigner: Das ist der Punkt, an dem du mir hier alles kaputt machen kannst, das weißt du, ja?
Kunze: Hier besteht so eine schöne Hin- und Hergerissenheit zwischen situativer Inbrunst und reflektierender Schlauheit. Das zwischen diesen Polen Großartigkeit entsteht, ist doch kein Wunder.

Aigner:OK, bin ich dabei. Und ich glaube deswegen ist es auch viel vielversprechender sich den Spex- und Pitchfork-Support damit zu erklären, als mit irgendwelchen Sound-Attributen. Kendrick Lamar wird vermutlich als erster Rapper in Echtzeit als Lyriker rezipiert. Das war vielleicht noch so bei Nas, aber »Illmatic« war halt nicht so explizit politisch, eher mit dieser krassen Mikro-Perspektive. Ich finde es fast notwendig, dass wir das in drei Monaten nochmal zur Sprechstunde bestellen.
Kunze: Selten wäre das angemessener als hier. Aber hey: das Konzept lebt ja von der Unmittelbarkeit, breh breh.
Aigner: Wir sind eh wahnsinnig das so on first listen zu besprechen, aber »Internet gonna Internet«.
Kunze: Bei mir verkackt gerade Spotify.
Aigner: Alle werden lachen, dass wir mit so erbärmlichen Spotify-Free-Accounts hier im digitalen Waffle House rumstrugglen.
Kunze: Musikjournalimus Zweifünfzehn gonna Musikjournalismus Zweifünfzehn.
Aigner: To Stream A Masterpiece.

Aigner: Zurück zur Musik: Man muss mal die Basslines hervorheben, finde ich. Westcoasting im ganz klassischen Sinne.
Kunze: Ja, der G-Funk wedelt zwischen der vermeintlichen Sperrigkeit locker-fröhlich die Palmen in Cpt.
Aigner: Das ist auch alles wieder so geil erzählt: Hood Tales mit Eichel-Politur und kurz danach Five-O und Barack Obama. Er kann es einfach.
Kunze: Wie vielseitig seine delivery halt auch ist. Mich nervt dieses Stimme verstellen ja oft genug bei ihm, aber hier macht das die Stimmung immer dichter.
Aigner: Und alter, Snoop Dogg, der seinen Lodi Dodi Flow rausholt. Das Album kann halt einfach wieder alles. Boah Snoop, 300 Hunna Flowliebe.

Aigner: Wer hat eigentlich produziert? Krass auch, dass das bei K.Dot schon fast keine Rolle mehr spielt.
Kunze: Weil es bei ihm nicht mehr das typische Rapper/Producer-Ding ist. Hier kann man nicht sagen, »Raps: meh; Beat: BEAT«, sondern er hat ein Musikstück als Gesamtwerk.

Aigner: 2 Pac-Outro, let’s go. … Ich – äh – hab eine Gänsehaut. Eben als er die Panthers runtergerattert hat und dann bei Michael Jackson ankam. Da will man sich ja als verkappter Soziologe ein Jahre lang mit beschäftigen.
Kunze: Störe mich gerade an 2 Pacs Doppelmoral in seiner Betrachtung von Reichtum. Aber die Heuchelei, selbst die hat Kendrick Lamar ja eindrucksvoll thematisiert auf dem Album.
Aigner: 2 Pacs Weltbild, diese ganze Verschwörungsparanoia, das ist ja glücklicherweise bei Kendrick Lamar viel differenzierter. Aber wie er da vor dem Gewicht von 2 Pacs Worten halt auch einknickt.

Kunze: Aaaah, jetzt die Erklärung der Raupe-Schmetterlings-Allegorie: Gänsehautentzündung. Und den Kreis zum »Good Kid« schließt er auch noch. Ich strample wie eine Schildkröte, die es auf den Rücken gelegt hat. Das Album ist umwerfend und im besten Falle kommt niemand nach dem Hören so schnell wieder in den normalen Trott.

Aigner: Fuck mayne, packt das in euren Kanon, Unis. Jetzt. Finally free, strampelnd, du against the world.
Kunze: Nobelpreisshit.

Das Album »To Pimp A Butterfly« von Kendrick Lamar findest du bei hhv.de auf CD und bald auch auf Vinyl.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Music Review | verfasst 26.10.2012
Kendrick Lamar
good kid, m.A.A.d city
Lange hat keiner so technisch versiert Geschichten gerappt, wie Kendrick Lamar. Das reicht allerdings nicht für den ganz großen Wurf.
Music Review | verfasst 04.06.2018
Kendrick Lamar
OST Black Panther
Kendrick Lamars Zerrissenheit passt nicht zu den Heldenphantasien von »Black Panther«.
Music Bericht | verfasst 06.02.2013
Kendrick Lamar
Live am 1.2. in der C-Halle in Berlin
Freitag war endlich Berlin an der Reihe Kendrik Lamar zu empfangen. K.Dot. Mr. 2012. Die Fakten, dass Lamars Album gerade Gold gegangen ist und sein Konzert ausverkauft war, bereiteten einen nicht auf den Wahnsinn vor, der Lamar begleitet.
Music Interview | verfasst 29.04.2013
Kendrick Lamar
Den Ausgleich schaffen
Als Retter des Westküsten-Hip-Hop gefeiert, sagt Kendrick Lamar’s Album »good kid m.A.A.d city’s« etwas über den aktuellen Stand des Hip Hop aus. Wir sprechen mit Lamar über Vergangenheit und Gegenwart des Rap und die Bedeutung von Compton.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Essay | verfasst 05.03.2018
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2015
Vinyl-Sprechstunde
A$AP Rockys »At.Long.Last.A$AP«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute nähern sich unsere Kolumnisten über Pflegeprodukte, Zungenküsse und schwule Kleinkinder A$AP Rockys neuem Album an.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2015
Vinyl-Sprechstunde
Vince Staples' »Summertime '06«
Wir begrüßen einen Gastdozenten zur Vinyl-Sprechstunde: Julian Brimmers. Er soll zwischen Aigner und Kunze vermitteln, die sich angesichts der Komplexität von »Summertime ’06« dieses Mal nicht einig sind.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2018
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.09.2013
Zwölf Zehner
August 2013
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 15.04.2015
Zwölf Zehner
März 2015
Willkommen im April . Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 16.07.2015
Halbjahresrückblick 2015
12 Platten gegen die Gesamtscheiße
Ein weiteres halbes Jahr liegt hinter uns, Zeit für einen Rückblick der besonderen Art: Wir haben zwölf Platten ausgewählt, die sich mit den Umständen nicht zufrieden geben. Die einen sprechen das laut und deutlich, die anderen subtil aus.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Liste | verfasst 29.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (30-11)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Kolumne | verfasst 16.01.2014
Vinyl-Sprechstunde
Actress' »Ghettoville«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal unsere beiden Autoren Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Actress’ möglicherweise letztes Album.
Music Kolumne | verfasst 19.02.2014
Vinyl-Sprechstunde
Bushidos »Sonny Black«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze erklären, warum wir »Sonny Black« in Deutschland gut gebrauchen können.
Music Kolumne | verfasst 23.04.2014
Vinyl-Sprechstunde
Pharrell Williams' »Girl«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erklären Florian Aigner und Philipp Kunze, warum eine Partie Scrabble sich nach »Girl« wir ein revolutionäres Ereignis anfühlt.
Music Kolumne | verfasst 14.05.2014
Vinyl-Sprechstunde
Kollegah's »King«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erörtern Florian Aigner und Philipp Kunze was Tiki-Taka mit Kollegahs neuem Album »King« gemeinsam hat.
Music Porträt
Time Capsule
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.