Music Interview | verfasst 07.04.2015
David Borden
»Meine Art zu hören, ist anders«
Der Komponist David Borden, Gründer des ersten reinen Synthesizer-Ensembles der Welt, war bisher nur Spezialisten bekannt. Seit er von jüngeren Bewunderern wie Daniel Lopatin wiederentdeckt wurde, hat sich das geändert: Ein Interview.
Text Tim Caspar Boehme
David-borden-@-paula-cooper-gallery-nyc-1973-hhv-mag

Seine Klänge kann man auch in William Friedkins Horrorfilmk-Kassiker »The Exorcist« hören. Trotzdem gehört David Borden zu den weniger bekannten Namen der elektronischen Musik und des Minimalismus. Dabei gründete der 1938 geborene Komponist im Jahr 1969 mit Hilfe von Bob Moog das erste reine Synthesizerensemble der Musikgeschichte mit dem denkwürdigen Namen Mother Mallard’s Portable Masterpiece Company. Und mit seinem zwölfteiligen Zyklus »The Continuing Story of Counterpoint« schuf er einen ganz eigenen Beitrag zur polyphonen Musik des 20. Jahrhunderts. Obwohl er kaum für akustische Instrumente geschrieben hat, betrachtete er seine Musik nie ausdrücklich als elektronisch. Als Gründer und Direktor des Digital Music Program an der Cornell University konzentrierte er sich gleichwohl stets auf die Live-Performance in der elektronischen Musik. Dass Improvisation in seinen Kompositionen eine wichtige Rolle spielt, dürfte mit seiner frühen Liebe für Jazz zu tun haben: In jungen Jahren wollte David Borden eigentlich Jazzpianist werden.

Herr Borden, Sie haben Ende der 1960er Jahre das erste Synthesizerensemble überhaupt gegründet. Wie kam es dazu?
David Borden: Ich habe Bob Moog im Jahr 1967 kennengelernt. Es dauerte aber erst einmal ein paar Jahre, bis ich verstand, wie diese verdammten Dinger funktionieren – die Synthesizer. Danach beschloss ich, dass man sie als Live-Instrument benutzen kann. Im Jahr 1969 habe ich dann begonnen, eine Gruppe zusammenzustellen, mit der wir überwiegend neue Musik von anderen Komponisten gespielt haben und hin und wieder den Synthesizer einsetzten. »Es dauerte aber erst einmal ein paar Jahre, bis ich verstand, wie diese verdammten Synthesizer funktionieren.« ( David Borden) Am Ende des Jahres war ich so weit, dass ich ein komplettes Ensemble wollte. Ich sprach mit Bob Moog, um herauszufinden, ob ihm die Idee gefiel. Das tat sie. Er hat uns alles geliehen, was wir brauchten, um Konzerte zu geben. Wir führten Terry Rileys »In C« mit Synthesizern auf und Steve Reichs »Piano Phase«, das wir nach seinem Vorschlag »Synthesizer Phase« nannten. Währenddessen erklärte ich den anderen Musikern in der Gruppe das Patching der Synthesizer, und wir fingen an, eigene Musik zu komponieren. Von den Siebzigern an spielten wir nur noch unsere eigene Musik.

Woher stammt der Name Mother Mallard’s Portable Masterpiece Company?
David Borden: Das ist einfach mein Humor. Die meisten Gruppen für Neue Musik hatten so hochtrabende Namen wie »Society for New Music«. Ich wollte etwas, das nicht akademisch klang. Als ich eines Tages im Supermarkt einkaufte und bei der Tiefkühlkost vorbeikam, sah ich tiefgefrorene Pies. Sie hießen »Mrs. Smith’s Pies«, und auf der Packung war das Bild einer netten älteren Dame, die mich an meine Großmutter erinnerte – ihr Name war Mallard. So entstand der Name, und um klarzustellen, dass es auch eine ernste Sache war, fügte ich »Masterpiece« in den Namen ein.

Sie haben schon früh eine Vorliebe für eine begrenzte Auswahl an Klangfarben entwickelt. Warum?
David Borden: In den Konzerten von Mother Mallard hat das Patching der Sounds zwischen den Stücken immer unglaublich lange gedauert. Es gab damals ja noch keine Schaltknöpfe dafür. Wir mussten Dutzende von Patchkabeln umstecken. Anfangs baten wir Freunde vom Cornell Cinema um Cartoons. Wir hatten dann diese klassischen Disney-Cartoons aus den Dreißigern, die allen gut gefielen, und die zeigten wir zwischen den Stücken, während wir alles einstellten. Das dauerte ziemlich lange, weshalb wir beschlossen, das Ein- und Ausstecken der Patchkabel zu proben. Danach schafften wir es in fünf Minuten. Irgendwann entschied ich, meine Stücke einfacher aufzubauen, damit wir schneller vorankamen.

David Borden - 2015 (04) Mitte der Siebziger begannen Sie mit Ihrem Zyklus »The Continuing Story of Counterpoint«, an dem sie elf Jahre gearbeitet haben. Was war der Anreiz für Ihre Beschäftigung mit Kontrapunkt?
David Borden: Meine Art zu hören, ist anders als bei den meisten Menschen. Ich habe ein absolutes Gehör, aber ich höre keine Funktionsharmonien. Der Akkord, den Sie hören, ist bei mir einfach ein bestimmter Moment, gefolgt von einem anderen Moment. Für mich sind sie nicht miteinander verknüpft und obwohl ich theoretisch weiß, dass sie es sind, höre ich es nicht. Beim Kontrapunkt ist es anders. An der Musikhochschule musste man Bachchoräle anhören und als Diktat aufschreiben. Ich habe nicht die Harmonien der Choräle gehört, sondern konzentrierte mich auf die Bassstimme, die mittlere Stimme, die Sopranstimme und die Stimme darunter. Ich habe sie alle einzeln aufgeschrieben, weil ich nicht die Harmonien gehört habe, aber dafür die Tonhöhen. Ich höre alles so. Bei meinem Ansatz für den Kontrapunkt im 20. Jahrhundert bin ich dann folgendermaßen vorgegangen: Ich habe die Stimmen für den ersten Spieler von Anfang bis Ende geschrieben, wobei ich sie praktisch improvisiert habe. Wenn ich dann die Stimmen für den nächsten Spieler schrieb, habe ich mir den ersten Teil oft gar nicht angehört. Die Stimmen haben sich überkreuzt, dann habe ich sie mir angehört, um sicherzugehen, dass sie richtig klangen und vielleicht noch ein paar Änderungen vorgenommen.

In jungen Jahren wollten Sie Jazzmusiker werden. Zugleich interessierten Sie sich für den Kontrapunkt in der Renaissance. Obwohl sie recht unterschiedlich erscheinen, gibt es eine Verbindung: die modalen Harmonien.
David Borden: Die Harmonien im Jazz waren bis zu den Sechzigern nicht modal. Als ich damit anfing, spielten sie immer noch Akkordfolgen wie im Bebop von Charlie Parker und Bud Powell. Zu den modalen Sachen bin ich erst später gekommen. Damals habe ich auch gemerkt, dass mir der Jazz nicht so liegt. »Der Akkord, den Sie hören, ist bei mir einfach ein bestimmter Moment, gefolgt von einem anderen Moment.« ( David Borden) Einige Freunde von mir waren wirklich gut. Ron Carter zum Beispiel war an der Eastman School of Music oder Chuck Mangione. Sie konnten Dinge tun, von denen mir klar war, dass ich das nicht hinbekommen würde. Was mir aber am Kontrapunkt des 14. Jahrhunderts gefiel, vor allem an Guillaume de Machaut, war, dass er Kontrapunkt verwendete, bevor die Funktionsharmonien eingeführt wurden. Für viele Leute klingt das seltsam, weil er Sachen macht, die man in gewöhnlicher tonaler Musik nicht findet. Mir gefällt das, und in meiner Musik gibt es das manchmal auch.

Sie haben lange mit Mother Mallard gearbeitet. Wie wichtig ist Zusammenarbeit in Ihrer Musik?
David Borden: Sehr wichtig. Steve Drews von Mother Mallard und ich haben viele Sachen mit Synthesizern getan, die niemand vorher gemacht hatte. Auch die Zusammenarbeit mit Bob Moog und seinen Ingenieuren hat mein Leben stark verändert. Es hat mein Denken über Musik geändert – bis hin zu meinem heutigen Ansatz. Ich habe nicht viel Musik für akustische Instrumente geschrieben, obwohl ich zugeben muss, auch wenn das seltsam klingen mag, dass ich meine Musik nie als elektronische Musik betrachtet habe. Für mich war es einfach Musik mit anderen Instrumenten.

Die Musik von Mother Mallard wurde oft mit Krautrock verglichen. Wie ist Ihr Verhältnis zu Pop?
Dabid Borden: Ich mag eine Menge Popmusik. Wir selbst haben uns aber nie so gesehen, wir betrachteten uns eher als Konzertmusiker, auch wenn einige Popmusiker uns beeinflusst haben. Ich habe etwa das Stück „Music“ geschrieben, in dem ich Pop aus den Fünfzigern verwendet habe. Und wir wussten von einigen Popbands, die von uns beeinflusst waren. Als wir unser Studio in einem Bauernhaus hatten, von 1971 bis 1978, rief uns manchmal Edgar Froese an. Wir haben uns über Synthesizer und Filmmusik unterhalten. Ich habe ja mal ein kleines Stück für »The Exorcist« geschrieben. Eigentlich sollte ich den ganzen Soundtrack schreiben, doch William Friedkin, der Regisseur hat es sich anders überlegt. Er meinte, es habe nicht an meiner Musik gelegen, vielmehr sei der Film melodramatischer geworden, als er geplant hatte. Darum suchte er sich verschiedene Stücke von überall her.

David Borden - 2015 (03) Vor ein paar Jahren haben Sie ein Album mit jüngeren Künstlern wie Laurel Halo und Daniel Lopatin aufgenommen. Wie kam es zu der Begegnung?
David Borden: Daniel Lopatin hat sich bei mir gemeldet. Ihm gefiel unser erstes Album und das, von dem jetzt der Reissue erscheint. Ihm gefielen Sachen, die ich seit 40 Jahren nicht mehr gemacht hatte. Es war eine Art Zeitschleife. Er hatte angenommen, dass ich bestimmte Dinge tun würde, was aber gar nicht der Fall war. Doch ich konnte improvisieren, und als wir uns zum Improvisieren trafen, haben wir es schließlich geschafft, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Und ich hatte Spaß mit diesen Leuten. Wie sich herausstellte, waren sie Mother Mallard-Fans, ohne dass ich davon wusste. Ein Jahr später haben wir noch ein Live-Konzert zusammen gespielt. Und dem Publikum hat es richtig gut gefallen.

Die Musik von David Borden findest Du bei hhv.de
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 12.07.2011
Mist
House
Weitere Neuigkeiten aus dem Universum der Emeralds. Nach Mark McGuire zeigt nun auch John Elliott sein Können abseits seiner Band.
Music Review | verfasst 16.03.2015
David Borden
Music for Amplified Keyboard Instruments
Mit David Bordens »Music for Amplified Keyboard Instruments« widmet sich Spectrum Spools einem majestätischen Werk…
Music Review | verfasst 08.11.2011
Driphouse
Spectrum 008
Darren Ho ist ein Elektroniker der alten Schule, baut sich seine Synthesizer selbst und musiziert erst dann.
Music Review | verfasst 30.01.2012
Hive Mind
Elemental Disgrace
Hive Mind eignet sich hervorragend als Aushängeschild einer Szene, die das Experimentieren an Elektrophonen fetischisiert.
Music Review | verfasst 12.06.2012
Motion Sickness Of Time Travel
Motion Sickness Of Time Travel
Rachel Evans steht auf Vintage. Ihre Musik ist dicht gefüllt mit dem Klang analoger Synthesizer.
Music Review | verfasst 09.07.2012
Outer Space
Akashic Record (Events: 1986-1990)
»Akashi Record« taucht stärker ins Klangspektrum von Tangerine Dream, Vangelis und Jean-Michel Jarre als in die Welt von House und Techno.
Music Review | verfasst 30.01.2013
Three Legged Race
Persuasive Barrier
Robert Beatty ist in erster Linie Designer. Als Musiker stellt er sich dieselben Fragen wie als Designer. Kann das gut gehen?
Music Review | verfasst 25.09.2013
Donato Dozzy
Plays Bee Mask
Der Italiener Donato Dozzy wagt sich an Bee Masks »Vaporware«. Seine Variationen bleiben dabei stets eigenständig.
Music Review | verfasst 14.05.2014
Brett Naucke
Seed
Rhythmen spülen vorbei, wie hinter Glas: »Seed«, das zweite Album von Brett Naucke, ist ein Durchhörer.
Music Review | verfasst 11.11.2014
Neel
Phobos
Auf dem Solodebüt »Phobos« des Italieners Giuseppe Tillieci steht das Design ganz klar im Dienste der Geschichte.
Music Review | verfasst 30.08.2012
Gary War
Jared's Lot
»Gary War ist die Zukunft«, sagt John Maus. Prophetisches lässt sich »Jared’s Lot« dennoch nicht abgewinnen.
Music Review | verfasst 22.01.2013
FORMA
OFF/ON
Das Trio FORMA hat einen ausgeprägten Sinn für analoge Synthesizer und den damit reproduzierbaren Klang der 1970er und frühen 1980er Jahre.
Music Review | verfasst 12.08.2013
Palm / | \ Highway Chase
Escape From New York
Musik, die wie Filmscores von Harold Faltermeyer oder Jan Hammer in den 1980er Jahren klingt. Was sagt uns diese Soundästhetik heute?
Music Review | verfasst 22.05.2014
Outer Space
Phantom Center EP
Mit Outer Space geht das Reisen im Weltall sehr leicht. »Phantom Center« ist ein interstellarer Trip.
Music Review | verfasst 02.12.2015
Kurt Stenzel
OST Jodorowsky's Dune
Eigentlich war David Lynch nur zweite Wahl. Die Dokumentation »Jodorowsky’s Dune« von 2013 zeigt die Hintergründe. Das ist der Soundtrack.
Music Review | verfasst 11.02.2016
Stabat Stable
Ultrissima On The Junk's Moon
Nischenmusik: »Ultrissima On The Junk’s Moon« von Stabat Stable bezieht ihren Reiz aus ihrer Historizität.
Music Review | verfasst 24.09.2011
Container
Lp
Container verknüpft Minimal Techno mit rohen Sounds zu einer schwer zu durchdringenden Musik
Music Review | verfasst 20.03.2012
Robert Turman
Flux
Das aufregende Debüt des amerikanischen Komponisten Robert Turman kann jetzt wieder entdeckt werden.
Music Review | verfasst 23.07.2012
Eric Lanham
The Sincere Interruption
Eric Lanham ist einer dieser Jungspunde, die mit ihrer Musik eine Nische gefunden haben, in der sie auf nerdhafte Art poetisch sein dürfen.
Music Review | verfasst 25.06.2012
Plvs Vltra
Plvs Vltra
»Parthenon« collagiert Samples und Sounds, treibende Bässe und Melodien zu einem dichten Patchwork.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.