Music Porträt | verfasst 31.03.2015
Twit One
67 'Til Infinity
Twit One gehört seit Jahren zu den wichtigsten Produzenten instrumentaler Musik aus Köln. Wir haben ihn zwischen seinen Platten, Räucherstäbchen und Selbstgedrehten besucht. Ein Porträt.
Text Philipp Kunze , Fotos Hans Arnold
Unnamed

Twit One verlässt das Gebäude des Kölner Hauptbahnhofes in Richtung Domplatte. Er trägt seine schwarze Wollmütze mit dem Bommel auf dem Kopf; beim Gehen lässt er leicht die Schultern hängen, seinen Kopf nach vorne gerichtet. Gerade kommt er von einem DJ-Gig zurück. Er nimmt seinen Plattenkoffer, wuchtet ihn auf eine Rikscha, setzt sich daneben und zündet sich eine Zigarette an. Danach unterhält er sich mit dem Rikscha-Fahrer. Beim letzten Mal: über einen Typen, der sich einen Winter lang irgendwo auf der Welt durchgeschlagen hat, indem er nur für Essen und Unterkunft auf einer Biofarm gearbeitet hat. Die Rikscha wird ihn direkt ins Belgische Viertel fahren; direkt vor den Plattenladen, in dem Twit One arbeitet und den er bald mit einem Freund übernehmen wird.

Die Hand auf dem Plattenkoffer, die Füße oben, den Kopf im Freien und in einem Tempo unterwegs, das es erlaubt, den Weg wertzuschätzen: vielleicht fasst kein Bild den Musiker Twit One besser zusammen.

Seit 16 Jahren wohnt er in Köln. Er hat etliche EPs veröffentlicht, Partys organisiert, DJ-Mixes aufgenommen, die HiHat Club-Reihe mitbegründet, 20, 30 Tapes mit Material aus seinen Anfangstagen zu Hause herumliegen und zwei Soloalben veröffentlicht. »Der Untergrund hat’s immer schwerer. Aber die Tragik gibt ihm auch ein gutes Profil.« (Twit One) Er ist einer der prägenden Figuren für einen Kölner Sound, der seinen Kern in Soul- und Rap-Musik hat, sich aber in Stilrichtungen aus aller Welt erst voll entfaltet. Mit HulkHodn, MemyselfandI und zahlreichen nationalen und internationalen Gästen betreibt Twit One Radio Love Love. Einer von vielen Versuchen, das Publikum in Köln für andere Klänge zu öffnen.

Twit One klingt selten unzufrieden, wenn er spricht. Bei diesem Thema aber hört man ihm eine gewisse Enttäuschung an: Dass die Partys laufen, auf denen »immer noch Reimemonster gespielt wird«, während seine Veranstaltungen nur 50 Leute besuchen, sei für ihn schon manchmal ein bisschen deprimierend. Aber, so tröstet er sich: »Der Untergrund hat’s immer schwerer. Aber die Tragik gibt ihm auch ein gutes Profil.«

Bohémian Lifestyle
Oliver von Felbert aka Olski, Gründer, A&R und Labelchef von Melting Pot Music, bezeichnete Twit One einmal sinngemäß als den vielleicht einzigen »in unserem Umfeld, der dieses Künstlerdasein so richtig lebt«. Was er damit meinen könnte? Twit One entgegnet, er wisse es nicht und fügt sein unvermeidliches »mann« am Satzende an. Er grinst, ihm ist doch etwas dazu eingefallen: »Ich hab halt vielleicht immer eine Vision davon, wie eine Platte aussehen und klingen soll. Und Optik ist mir wichtig. Und ja, vielleicht meint er meinen ›bohémian lifestyle‹.«

Gerade erst hat Twit seine Schicht im Plattenladen beendet. Er hängt auf einem Sessel mit rotem Polster und dunkelbraunem Holzgestell in seiner neuen Wohnung; die Beine von sich gestreckt und am Fußende überschlagen, die Zigarette in der einen Hand, liegt der Aschenbecher in der Handfläche seiner anderen. Das sagenumwobene Treehouse, Entstehungsort von Unmengen an Musik, ist inzwischen Geschichte. Mr. Wun’s Dojo heißt das neue Heimstudio. Twit One setzt sich auf, drückt die Zigarette aus, stößt Rauch aus, hört nochmal aufmerksam der laufenden Schallplatte zu und nickt zufrieden: »Dorothy Ashby an der Harfe.«


Licht strahlt überall in die Wohnung hinein, zu jeder Seite gibt es ein Fenster. Die Wohnung hat jemand eingerichtet, für den Ästhetik einen Wert hat: Unaufgeregte Farben herrschen vor, es gibt ausreichend leeren Raum, das Möbel sind größtenteils skandinavisches Design der 1950er und 1960er Jahre. Von der Eingangstür aus gesehen ist die hinterste Wand vielleicht die wichtigste in Twits Wohnung. Hier stehen die Schallplatten.

In der typischen Pose, ein Knie auf dem Boden, das andere Bein angewinkelt, hockt Twit davor. »Weißte, du nimmst, sagen wir die Flöte von Bobbi Humphrey, dazu ein bisschen Piano von Bill Evans, oder gehst in ein ganz anderes Genre und nimmst ein Vocal-Sample von Chico Buarque und irgendwelche Drums von einer Platte aus Afrika. Und du weißt, dass niemand vor dir auf dieser Welt diese Kombination gemacht hat.« Twit One collagiert Klangzitate; sie seien eine Hommage an die jeweiligen Künstler.

»Musician« hat Twit One neulich geantwortet, als ihn ein Zöllner bei seiner Einreise nach Chicago nach seiner profession gefragt hat. Das zu antworten, sei ein großer Schritt für ihn gewesen. Inzwischen reicht das Geld, um von der Abrechnung der Plattenverkäufe in den Urlaub zu gehen. Deshalb die Antwort. Als Berufsmusiker sieht sich Twit One trotzdem nicht. Und will er auch gar nicht. »Ich bin zufrieden damit, wie’s läuft: Ich habe gute Connections, kann eine Platte rausbringen, wenn ich Bock hab’. Das reicht mir.« Mit dem Druck, etwas veröffentlichen zu müssen, will er sich die Musik nicht madig machen lassen.

Er steht auf, drückt die Zigarette aus, nimmt die Nadel von der Platte und baut sich noch einen für den Weg. In einer Stunde erwartet man ihn beim Label, es gibt noch einige Dinge für die Release-Party von »The Sit-In« zu besprechen. Zu diesem Zeitpunkt dauert es noch zwei Wochen bis sein drittes Soloalbum erscheint.


Twit One steigt auf sein rostiges Damenrad. Er hält vor einem Falafelladen auf der Venloer Straße. Dann verschwindet er kurz, um Geld zu holen und kommt mit einer Flasche Weißwein zurück. Nachdem er die Falafel verzehrt hat, nimmt er im Gehen ein paar Schlücke aus der Flasche.

In Rauchschwaden in der Komfortzone
»Naja, die Räucherstäbchen sind auf jeden Fall schon bestellt.« Für die Releaseparty scheint es klare Prioritäten zu geben. Twit steht an einem der Fenster des Büros von Melting Pot Music, raucht eine weitere Zigarette und unterhält sich mit Olski. Dessen Label Melting Pot Music ist seit jeher der wichtigste Kanal für Twits Musik. Und Twit One ist nicht unerheblich für die Geschichte des Labels.

Olski entdeckte 2008 in einer Kölner Kellerbar zufällig eine vierköpfige Band, wie sie einen Slum Village-Song zum Besten gab. Twit One spielte Bass. Der Moment, in dem die Sängerinnen Fleur Earth und C-Note das Singen begannen, war für Olski ein »Gänsehautmoment«. Einige Zeit später etablierte sich MPM mit der Musik von Fleur Earth Experiment in Köln.

Twit One steht inzwischen vor den Plattentellern im provisorischen Foyer des Labelsitzes und spielt auszugsweise aus seinem neuen Album vor. »Yogamusik« nannte Olski nach dem ersten Hören den Sound des Albums. Weil der Boom-Chak stellenweise Passagen weicht, die ganz ohne Beat auskommen. Weil keine MCs ihre Takte zu einigen Strophen beisteuern, sondern die Sängerin May und die Spoken Word-Künstler PB Louison und Imam Ally Salam schwerelose Stimmen auf den Takten lassen.

»The Sit-In« fällt aus der Zeit. Es hat wenig mit dem zu tun, was man heute sonst so zu hören bekommt. Es klingt viel mehr nach den Geister derer, die Twit One auf dessen Rikschafahrten begleiten; jene, die er hört, wenn er zu Hause ausspannt; die er auflegt, wenn er im Plattenladen Artikelnummern in’s System eingibt. »Ach, wir sind ja Traditionalisten. Ich sage jetzt wir: Lazy Jones, Hulk Hodn, Retrogott. Was manche dann als rückgewärtsgewandt verstehen. Aber wir halten einfach die Fahne von dem relaxten Instrumental-Shit hoch.«


Das Album vertont Twit Ones Kosmos. Es ist seine Komfortzone, in die er sich eingegrooved hat. Twit One entzieht sich bewusst dem Zeitgeschehen. Über aktuelle Trends kann man mit dem Mann, der seit einem Jahr bei Facebook ist und in seinem Leben erst einen Hashtag benutzt hat (#bärenstark) nicht reden. Er verschließe sich aber nicht absichtlich, sondern vermeide einfach manche Dinge. »Wenn ich mit dem Fahrrad durch die Gegend und so Leute mit lauten Autos an mir vorbeifahren sehe, denk ich mir so: Okay mann, klar weiß ich, dass es Autos gibt und auch Leute, für die das super besonders ist. Aber nicht für mich.«

The Sit-In
Elf Tage später. Ein verregneter Sonntagmittag in Köln Ehrenfeld. Twit One feiert das Erscheinen von »The Sit-In«. Mit einem Brunch. Vor der Tür fragt eine die andere, ob sie auch Herz-Rhythmus-Meditation mache. Beim Betreten des Veranstaltungsortes weht einem der süßliche Geruch von Räucherstäbchen in die Nase. Ein langgezogener Raum, weiß angestrichener Backstein, Holzdielen, ein Ofen, Pflanzen, Sessel und Sofas.

Es gibt vegetarische Snacks. Unter den Besuchern sind auch einige Hunde und Kinder. In der einen Ecke unterhalten sich die Menschen, dort spielen sie Uno. Am anderen Ende des Raumes steht Twit One hinter den Turntables; die Arme baumeln neben seinem Körper, er nickt leicht mit dem Kopf, sein Blick verliert sich auf dem Boden. »Okay mann, klar weiß ich, dass es Autos gibt und auch Leute, für die das super besonders ist. Aber nicht für mich.« (Twit One) Immer wieder guckt er auf, begrüßt Gäste, lässt seinen Kopf dabei meistens gesenkt, guckt verhuscht nach oben und grinst sein Grinsen. Ein breites Grinsen; ein bisschen müde wirkt es und es liegt eine Mischung aus Freude und Abwesenheit in ihm. Man meint, wenn man es sieht, bereits zu wissen, wie Twit One spricht. Auf dem Tisch fällt neben dem Glas Weißwein ein großes Stück Asche eines Räucherstäbchens in die hölzerne Ablage.

Twit One hatte bei dem Titel für sein Album das Bild einer Kommune im Kopf. Die Releaseparty macht diesem Bild alle Ehre. Zehn Stunden später wurden bereits einige Kippenstummel in Pesto-Überresten ausgedrückt. Einigen Lippen sieht man den Rotwein an. In einem Hinterraum spielt der Retrogott Tischtennis. Egal, ob es Musik aus Afrika, aus Südamerika, oder von der US-amerikanischen East Coast ist: Jede Platte, die Twit One auflegt, schwingt, trommelt und singt lebendig, schwungvoll und vollmundig in den Raum. Twit One bewegt sich nach zehn Stunden Brunch noch fahriger als sonst. Aber er macht nicht den Eindruck, aufhören zu wollen. Er ist jetzt einfach endgültig, was davor bereits vage zu spüren war: verschwunden zwischen den Klängen und Rauchschwaden.

Twit Ones »The Sit-In« erscheint am 3. April bei Melting Pot Music. Du findest es bei hhv.de als CD, LP. Tape, CD + Tea-Bundle, LP + Tea-Bundle und Tape + Tea-Bundle
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 14.04.2011
Twit One
Stepping Stones
Twit Ones delikat ausgewählte Samples haben mehr im Sinn als den nächsten Hip-Hop-Beat. Twit One geht es um Soul.
Music Review | verfasst 14.01.2013
Flatpocket
Geldpfundphantasyen
Hinter Flatpocket verbergen sich mit Twit One und Lazy Jones zwei verflucht talentierte Musiker. Nur »Geldpfundphantasyen« ist mehr so okay.
Music Review | verfasst 14.04.2015
Twit One
The Sit-In
Der Kölner Produzent Twit One liefert mit seinem neuen Album »The Sit-In« sein bisher bestes ab.
Music Liste | verfasst 10.08.2011
Twit One
DJ Charts
Die gemeinsame Platte mit Sylabil Spill ist gerade erschienen, die Platte mit Lazy Jones bereits fertig. Von der neuen Platte mit Hulk Hodn ganz zu schweigen. Nebenbei legt er auch auf. Und beackert in seinen DJ Charts ein weites Feld.
Music Kolumne | verfasst 04.09.2012
Keine halben Sätze
Proband: Twit One
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: Twit One. Leistung: Er marschiert der Kölner Beatmaker-Szene voran und überrascht mit immer neuen Kollaboration.
Music Interview | verfasst 07.11.2017
Twit One
Warum liegt hier eigentlich Stroh?
Twit One, Beat-Deuschlands wichtigster Slacker, nicht wegzudenken aus der hiesigen HipHop-Szene. Gerade ist sein jüngste Platte »Hay Luv« erschienen. Natürlich trafen wir ihn zum Interview. Natürlich fand das Interview im Tierpark statt.
Music Review | verfasst 25.07.2011
Various Artists
Beat Power
Twit One präsentiert die Speerspitze der HipHop-Producer Deutschlands auf einer Compilation zusammen.
Music Review | verfasst 23.11.2011
Sylabil Spill & Twit Uno
Entengang EP
Aus dem Dunstkreis der Kölner Entourage kommt diese entspannte EP von Sylabil Spill und dem Produzenten Twit One zu uns.
Music Review | verfasst 23.04.2012
Dramadigs
Das Muss Doch Nu Wirklich Nicht Sein
Wie authentisch Selbstbemitleidung und Pessimus sein können, beweisen die Dramadigs auf ihrem Debüt »Das Muss Doch Nu Wirklich Nicht Sein«.
Music Review | verfasst 07.11.2013
Twit One
Urlaub In Der Bredouille
Twit One bleibt mit »Urlaub in der Bredouille« einer der interessantesten Spieler im allemanischen Instrumentalkosmos.
Music Review | verfasst 10.11.2015
Damiano von Erckert
Also Known As Good
Wohlig warm, lokal und familiär. Auf seinem neuen Album »Also known as good« macht Damiano von Erckert mal wieder Vieles richtig.
Music Review | verfasst 22.08.2016
C.A. Ramirez & Tito Wun
Money $ex 7" 02
Eine wiederentdeckte Minidisc aus prä-Y2K-Panik-Zeiten? Wer’s glaubt… C.A. Ramirez und Tito Wun aber stehen auf Kauzigkeiten.
Music Review | verfasst 08.11.2016
Henry Wu & Tito Wun
27 Karat Years
Auf »27 Karat Years« liefern Henry Wu & Tito Wun eine ehrliche Hommage an den Jazz der Siebziger. Was kann dabei noch schief gehen?
Music Review | verfasst 19.12.2016
Eloquent & Twit One
Folie Á Deux
Twit One und Eloquent machen ein gemeinsames Album. Wie »Dope« es ist, könnt ihr euch sicherlich denken.
Music Review | verfasst 10.07.2017
Tito Wun
Tito's Edits
Auf der ersten Solo-EP seines House-Pseudonyms liefert Twit One/ Tito Wun Sommerhits en masse und rettet nebenbei den »Edit« als Kunstform
Music Bericht | verfasst 25.07.2013
Count Bass D, Dexter, Retrogott u.a.
Live beim Sommerfest von Radio Love Love
Twit One tanzt nicht alle Tage mit Säbel über die Bühne. Weder der Retrogott noch Count Bass D sorgten für den Auftritt des Abends. Ein eher unbekannter DJ samt hüfteschwingender Begleitung sorgte für das Überraschungs-Highlight.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 12.11.2010
Brzzvll
Happy Life Creator
Die Belgier versprühen eine Energie, der man sich wirklich nur schwer entziehen kann.
Music Review | verfasst 30.01.2011
Forsch und Facette
Forsch und Facette
Die Kölner Sängerin Fleur Earth tut sich diesmal mit dem Produzenten Quo Vadis zusammen: Das passt!
Music Review | verfasst 14.03.2011
74 Miles Away
74 Miles Away
Der belgische Jazzpianist Pierre Anckaert und das Producerduo Monkey Robot finden sich als 74 Miles Away zusammen.
Music Review | verfasst 06.07.2011
Miles Bonny
Lumberjack Soul
Anstatt sich für irgendeine Kiste herzugeben, freestylet Bonny ungezwungen zwischen allem, was ihn inspiriert aus Soul, Funk und Jazz.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.