Music Porträt | verfasst 31.03.2015
Twit One
67 'Til Infinity
Twit One gehört seit Jahren zu den wichtigsten Produzenten instrumentaler Musik aus Köln. Wir haben ihn zwischen seinen Platten, Räucherstäbchen und Selbstgedrehten besucht. Ein Porträt.
Text Philipp Kunze , Fotos Hans Arnold
Unnamed

Twit One verlässt das Gebäude des Kölner Hauptbahnhofes in Richtung Domplatte. Er trägt seine schwarze Wollmütze mit dem Bommel auf dem Kopf; beim Gehen lässt er leicht die Schultern hängen, seinen Kopf nach vorne gerichtet. Gerade kommt er von einem DJ-Gig zurück. Er nimmt seinen Plattenkoffer, wuchtet ihn auf eine Rikscha, setzt sich daneben und zündet sich eine Zigarette an. Danach unterhält er sich mit dem Rikscha-Fahrer. Beim letzten Mal: über einen Typen, der sich einen Winter lang irgendwo auf der Welt durchgeschlagen hat, indem er nur für Essen und Unterkunft auf einer Biofarm gearbeitet hat. Die Rikscha wird ihn direkt ins Belgische Viertel fahren; direkt vor den Plattenladen, in dem Twit One arbeitet und den er bald mit einem Freund übernehmen wird.

Die Hand auf dem Plattenkoffer, die Füße oben, den Kopf im Freien und in einem Tempo unterwegs, das es erlaubt, den Weg wertzuschätzen: vielleicht fasst kein Bild den Musiker Twit One besser zusammen.

Seit 16 Jahren wohnt er in Köln. Er hat etliche EPs veröffentlicht, Partys organisiert, DJ-Mixes aufgenommen, die HiHat Club-Reihe mitbegründet, 20, 30 Tapes mit Material aus seinen Anfangstagen zu Hause herumliegen und zwei Soloalben veröffentlicht. »Der Untergrund hat’s immer schwerer. Aber die Tragik gibt ihm auch ein gutes Profil.« (Twit One) Er ist einer der prägenden Figuren für einen Kölner Sound, der seinen Kern in Soul- und Rap-Musik hat, sich aber in Stilrichtungen aus aller Welt erst voll entfaltet. Mit HulkHodn, MemyselfandI und zahlreichen nationalen und internationalen Gästen betreibt Twit One Radio Love Love. Einer von vielen Versuchen, das Publikum in Köln für andere Klänge zu öffnen.

Twit One klingt selten unzufrieden, wenn er spricht. Bei diesem Thema aber hört man ihm eine gewisse Enttäuschung an: Dass die Partys laufen, auf denen »immer noch Reimemonster gespielt wird«, während seine Veranstaltungen nur 50 Leute besuchen, sei für ihn schon manchmal ein bisschen deprimierend. Aber, so tröstet er sich: »Der Untergrund hat’s immer schwerer. Aber die Tragik gibt ihm auch ein gutes Profil.«

Bohémian Lifestyle
Oliver von Felbert aka Olski, Gründer, A&R und Labelchef von Melting Pot Music, bezeichnete Twit One einmal sinngemäß als den vielleicht einzigen »in unserem Umfeld, der dieses Künstlerdasein so richtig lebt«. Was er damit meinen könnte? Twit One entgegnet, er wisse es nicht und fügt sein unvermeidliches »mann« am Satzende an. Er grinst, ihm ist doch etwas dazu eingefallen: »Ich hab halt vielleicht immer eine Vision davon, wie eine Platte aussehen und klingen soll. Und Optik ist mir wichtig. Und ja, vielleicht meint er meinen ›bohémian lifestyle‹.«

Gerade erst hat Twit seine Schicht im Plattenladen beendet. Er hängt auf einem Sessel mit rotem Polster und dunkelbraunem Holzgestell in seiner neuen Wohnung; die Beine von sich gestreckt und am Fußende überschlagen, die Zigarette in der einen Hand, liegt der Aschenbecher in der Handfläche seiner anderen. Das sagenumwobene Treehouse, Entstehungsort von Unmengen an Musik, ist inzwischen Geschichte. Mr. Wun’s Dojo heißt das neue Heimstudio. Twit One setzt sich auf, drückt die Zigarette aus, stößt Rauch aus, hört nochmal aufmerksam der laufenden Schallplatte zu und nickt zufrieden: »Dorothy Ashby an der Harfe.«


Licht strahlt überall in die Wohnung hinein, zu jeder Seite gibt es ein Fenster. Die Wohnung hat jemand eingerichtet, für den Ästhetik einen Wert hat: Unaufgeregte Farben herrschen vor, es gibt ausreichend leeren Raum, das Möbel sind größtenteils skandinavisches Design der 1950er und 1960er Jahre. Von der Eingangstür aus gesehen ist die hinterste Wand vielleicht die wichtigste in Twits Wohnung. Hier stehen die Schallplatten.

In der typischen Pose, ein Knie auf dem Boden, das andere Bein angewinkelt, hockt Twit davor. »Weißte, du nimmst, sagen wir die Flöte von Bobbi Humphrey, dazu ein bisschen Piano von Bill Evans, oder gehst in ein ganz anderes Genre und nimmst ein Vocal-Sample von Chico Buarque und irgendwelche Drums von einer Platte aus Afrika. Und du weißt, dass niemand vor dir auf dieser Welt diese Kombination gemacht hat.« Twit One collagiert Klangzitate; sie seien eine Hommage an die jeweiligen Künstler.

»Musician« hat Twit One neulich geantwortet, als ihn ein Zöllner bei seiner Einreise nach Chicago nach seiner profession gefragt hat. Das zu antworten, sei ein großer Schritt für ihn gewesen. Inzwischen reicht das Geld, um von der Abrechnung der Plattenverkäufe in den Urlaub zu gehen. Deshalb die Antwort. Als Berufsmusiker sieht sich Twit One trotzdem nicht. Und will er auch gar nicht. »Ich bin zufrieden damit, wie’s läuft: Ich habe gute Connections, kann eine Platte rausbringen, wenn ich Bock hab’. Das reicht mir.« Mit dem Druck, etwas veröffentlichen zu müssen, will er sich die Musik nicht madig machen lassen.

Er steht auf, drückt die Zigarette aus, nimmt die Nadel von der Platte und baut sich noch einen für den Weg. In einer Stunde erwartet man ihn beim Label, es gibt noch einige Dinge für die Release-Party von »The Sit-In« zu besprechen. Zu diesem Zeitpunkt dauert es noch zwei Wochen bis sein drittes Soloalbum erscheint.


Twit One steigt auf sein rostiges Damenrad. Er hält vor einem Falafelladen auf der Venloer Straße. Dann verschwindet er kurz, um Geld zu holen und kommt mit einer Flasche Weißwein zurück. Nachdem er die Falafel verzehrt hat, nimmt er im Gehen ein paar Schlücke aus der Flasche.

In Rauchschwaden in der Komfortzone
»Naja, die Räucherstäbchen sind auf jeden Fall schon bestellt.« Für die Releaseparty scheint es klare Prioritäten zu geben. Twit steht an einem der Fenster des Büros von Melting Pot Music, raucht eine weitere Zigarette und unterhält sich mit Olski. Dessen Label Melting Pot Music ist seit jeher der wichtigste Kanal für Twits Musik. Und Twit One ist nicht unerheblich für die Geschichte des Labels.

Olski entdeckte 2008 in einer Kölner Kellerbar zufällig eine vierköpfige Band, wie sie einen Slum Village-Song zum Besten gab. Twit One spielte Bass. Der Moment, in dem die Sängerinnen Fleur Earth und C-Note das Singen begannen, war für Olski ein »Gänsehautmoment«. Einige Zeit später etablierte sich MPM mit der Musik von Fleur Earth Experiment in Köln.

Twit One steht inzwischen vor den Plattentellern im provisorischen Foyer des Labelsitzes und spielt auszugsweise aus seinem neuen Album vor. »Yogamusik« nannte Olski nach dem ersten Hören den Sound des Albums. Weil der Boom-Chak stellenweise Passagen weicht, die ganz ohne Beat auskommen. Weil keine MCs ihre Takte zu einigen Strophen beisteuern, sondern die Sängerin May und die Spoken Word-Künstler PB Louison und Imam Ally Salam schwerelose Stimmen auf den Takten lassen.

»The Sit-In« fällt aus der Zeit. Es hat wenig mit dem zu tun, was man heute sonst so zu hören bekommt. Es klingt viel mehr nach den Geister derer, die Twit One auf dessen Rikschafahrten begleiten; jene, die er hört, wenn er zu Hause ausspannt; die er auflegt, wenn er im Plattenladen Artikelnummern in’s System eingibt. »Ach, wir sind ja Traditionalisten. Ich sage jetzt wir: Lazy Jones, Hulk Hodn, Retrogott. Was manche dann als rückgewärtsgewandt verstehen. Aber wir halten einfach die Fahne von dem relaxten Instrumental-Shit hoch.«


Das Album vertont Twit Ones Kosmos. Es ist seine Komfortzone, in die er sich eingegrooved hat. Twit One entzieht sich bewusst dem Zeitgeschehen. Über aktuelle Trends kann man mit dem Mann, der seit einem Jahr bei Facebook ist und in seinem Leben erst einen Hashtag benutzt hat (#bärenstark) nicht reden. Er verschließe sich aber nicht absichtlich, sondern vermeide einfach manche Dinge. »Wenn ich mit dem Fahrrad durch die Gegend und so Leute mit lauten Autos an mir vorbeifahren sehe, denk ich mir so: Okay mann, klar weiß ich, dass es Autos gibt und auch Leute, für die das super besonders ist. Aber nicht für mich.«

The Sit-In
Elf Tage später. Ein verregneter Sonntagmittag in Köln Ehrenfeld. Twit One feiert das Erscheinen von »The Sit-In«. Mit einem Brunch. Vor der Tür fragt eine die andere, ob sie auch Herz-Rhythmus-Meditation mache. Beim Betreten des Veranstaltungsortes weht einem der süßliche Geruch von Räucherstäbchen in die Nase. Ein langgezogener Raum, weiß angestrichener Backstein, Holzdielen, ein Ofen, Pflanzen, Sessel und Sofas.

Es gibt vegetarische Snacks. Unter den Besuchern sind auch einige Hunde und Kinder. In der einen Ecke unterhalten sich die Menschen, dort spielen sie Uno. Am anderen Ende des Raumes steht Twit One hinter den Turntables; die Arme baumeln neben seinem Körper, er nickt leicht mit dem Kopf, sein Blick verliert sich auf dem Boden. »Okay mann, klar weiß ich, dass es Autos gibt und auch Leute, für die das super besonders ist. Aber nicht für mich.« (Twit One) Immer wieder guckt er auf, begrüßt Gäste, lässt seinen Kopf dabei meistens gesenkt, guckt verhuscht nach oben und grinst sein Grinsen. Ein breites Grinsen; ein bisschen müde wirkt es und es liegt eine Mischung aus Freude und Abwesenheit in ihm. Man meint, wenn man es sieht, bereits zu wissen, wie Twit One spricht. Auf dem Tisch fällt neben dem Glas Weißwein ein großes Stück Asche eines Räucherstäbchens in die hölzerne Ablage.

Twit One hatte bei dem Titel für sein Album das Bild einer Kommune im Kopf. Die Releaseparty macht diesem Bild alle Ehre. Zehn Stunden später wurden bereits einige Kippenstummel in Pesto-Überresten ausgedrückt. Einigen Lippen sieht man den Rotwein an. In einem Hinterraum spielt der Retrogott Tischtennis. Egal, ob es Musik aus Afrika, aus Südamerika, oder von der US-amerikanischen East Coast ist: Jede Platte, die Twit One auflegt, schwingt, trommelt und singt lebendig, schwungvoll und vollmundig in den Raum. Twit One bewegt sich nach zehn Stunden Brunch noch fahriger als sonst. Aber er macht nicht den Eindruck, aufhören zu wollen. Er ist jetzt einfach endgültig, was davor bereits vage zu spüren war: verschwunden zwischen den Klängen und Rauchschwaden.

Twit Ones »The Sit-In« erscheint am 3. April bei Melting Pot Music. Du findest es bei hhv.de als CD, LP. Tape, CD + Tea-Bundle, LP + Tea-Bundle und Tape + Tea-Bundle
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 14.04.2011
Twit One
Stepping Stones
Twit Ones delikat ausgewählte Samples haben mehr im Sinn als den nächsten Hip-Hop-Beat. Twit One geht es um Soul.
Music Review | verfasst 14.01.2013
Flatpocket
Geldpfundphantasyen
Hinter Flatpocket verbergen sich mit Twit One und Lazy Jones zwei verflucht talentierte Musiker. Nur »Geldpfundphantasyen« ist mehr so okay.
Music Review | verfasst 14.04.2015
Twit One
The Sit-In
Der Kölner Produzent Twit One liefert mit seinem neuen Album »The Sit-In« sein bisher bestes ab.
Music Liste | verfasst 10.08.2011
Twit One
DJ Charts
Die gemeinsame Platte mit Sylabil Spill ist gerade erschienen, die Platte mit Lazy Jones bereits fertig. Von der neuen Platte mit Hulk Hodn ganz zu schweigen. Nebenbei legt er auch auf. Und beackert in seinen DJ Charts ein weites Feld.
Music Kolumne | verfasst 04.09.2012
Keine halben Sätze
Proband: Twit One
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: Twit One. Leistung: Er marschiert der Kölner Beatmaker-Szene voran und überrascht mit immer neuen Kollaboration.
Music Interview | verfasst 07.11.2017
Twit One
Warum liegt hier eigentlich Stroh?
Twit One, Beat-Deuschlands wichtigster Slacker, nicht wegzudenken aus der hiesigen HipHop-Szene. Gerade ist sein jüngste Platte »Hay Luv« erschienen. Natürlich trafen wir ihn zum Interview. Natürlich fand das Interview im Tierpark statt.
Music Review | verfasst 25.07.2011
Various Artists
Beat Power
Twit One präsentiert die Speerspitze der HipHop-Producer Deutschlands auf einer Compilation zusammen.
Music Review | verfasst 23.11.2011
Sylabil Spill & Twit Uno
Entengang EP
Aus dem Dunstkreis der Kölner Entourage kommt diese entspannte EP von Sylabil Spill und dem Produzenten Twit One zu uns.
Music Review | verfasst 23.04.2012
Dramadigs
Das Muss Doch Nu Wirklich Nicht Sein
Wie authentisch Selbstbemitleidung und Pessimus sein können, beweisen die Dramadigs auf ihrem Debüt »Das Muss Doch Nu Wirklich Nicht Sein«.
Music Review | verfasst 07.11.2013
Twit One
Urlaub In Der Bredouille
Twit One bleibt mit »Urlaub in der Bredouille« einer der interessantesten Spieler im allemanischen Instrumentalkosmos.
Music Review | verfasst 10.11.2015
Damiano von Erckert
Also Known As Good
Wohlig warm, lokal und familiär. Auf seinem neuen Album »Also known as good« macht Damiano von Erckert mal wieder Vieles richtig.
Music Review | verfasst 22.08.2016
C.A. Ramirez & Tito Wun
Money $ex 7" 02
Eine wiederentdeckte Minidisc aus prä-Y2K-Panik-Zeiten? Wer’s glaubt… C.A. Ramirez und Tito Wun aber stehen auf Kauzigkeiten.
Music Review | verfasst 08.11.2016
Henry Wu & Tito Wun
27 Karat Years
Auf »27 Karat Years« liefern Henry Wu & Tito Wun eine ehrliche Hommage an den Jazz der Siebziger. Was kann dabei noch schief gehen?
Music Review | verfasst 19.12.2016
Eloquent & Twit One
Folie Á Deux
Twit One und Eloquent machen ein gemeinsames Album. Wie »Dope« es ist, könnt ihr euch sicherlich denken.
Music Review | verfasst 10.07.2017
Tito Wun
Tito's Edits
Auf der ersten Solo-EP seines House-Pseudonyms liefert Twit One/ Tito Wun Sommerhits en masse und rettet nebenbei den »Edit« als Kunstform
Music Bericht | verfasst 25.07.2013
Count Bass D, Dexter, Retrogott u.a.
Live beim Sommerfest von Radio Love Love
Twit One tanzt nicht alle Tage mit Säbel über die Bühne. Weder der Retrogott noch Count Bass D sorgten für den Auftritt des Abends. Ein eher unbekannter DJ samt hüfteschwingender Begleitung sorgte für das Überraschungs-Highlight.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 12.11.2010
Brzzvll
Happy Life Creator
Die Belgier versprühen eine Energie, der man sich wirklich nur schwer entziehen kann.
Music Review | verfasst 30.01.2011
Forsch und Facette
Forsch und Facette
Die Kölner Sängerin Fleur Earth tut sich diesmal mit dem Produzenten Quo Vadis zusammen: Das passt!
Music Review | verfasst 14.03.2011
74 Miles Away
74 Miles Away
Der belgische Jazzpianist Pierre Anckaert und das Producerduo Monkey Robot finden sich als 74 Miles Away zusammen.
Music Review | verfasst 06.07.2011
Miles Bonny
Lumberjack Soul
Anstatt sich für irgendeine Kiste herzugeben, freestylet Bonny ungezwungen zwischen allem, was ihn inspiriert aus Soul, Funk und Jazz.
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Liste
Ausklang | 2017KW48
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Bericht
Records Revisited
A Certain Ratio – To Each, 1981
Man ruft A Certain Ratio gerne als musicians’ musicians. Warum? Weil sie mit einem typischen Übergangsalbum zeigten: Wo Dinge unabgeschlossen sind, bleibt genug Platz für andere, um sich zu eigenen Lösungen anregen zu lassen.
Music Liste
Ausklang | 2017KW47
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Princess Nokia
Für eine neue Unordnung
Zum Ende diesen Jahres hin erscheint also endlich eines der aufsehenerregensten Alben des letzten Jahres auf Platte, Princess Nokias »1992«. Es ist wie seine Interpretin: auf eine ordnende Weise chaotisch.
Music Liste
Ausklang | 2017KW46
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste
Ausklang | 2017KW45
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.