Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Text Fionn Birr
Sylabil-spill_stallion_01

»Das Fressen kommt vor der Moral«. Wäre der gebürtige Bonner Sylabil Spill nicht einer der verlässlichsten Punchline- und Battlerapper im Deutschrap-Geschehen, er schriebe vermutlich Bücher wie dieses. Ein Jahr nach dem Uppercut-Opus »Steine und Zwiebeln« erscheinen gleich zwei EPs: »Fress.Orgie« und »Okular EP« mit Ghanaian Stallion, seinerseits Haus-und Hof-Producer für Megaloh. Wir trafen das frisch-gefundene Duo im Stephankiez in Berlin-Moabit.

Eure Kollaboration hätte man so nicht erwartet. Wie habt ihr euch getroffen?
Ghanaian Stallion: Ich glaube der erste Kontakt entstand, als ich auf die »Respekt vor Gewalt«-Kampagne aufmerksam wurde. Unser Kollege Yassin hatte auf dem splash! Festival so einen Pulli an und ich wollte auch einen haben. Daraufhin habe ich Sylabil Spill eine E-Mail geschrieben und einen bestellt. Im gleichem Atemzug, fragte ich ihn dann auch, ob ich mal Beats schicken kann. So hat die Zusammenarbeit angefangen. Das erste Mal persönlich haben wir uns bei einem Tribes Of Jizu-Konzert getroffen, wo auch Megaloh dabei war.
Sylabil Spill: Sherin Kürten [Gründerin von Heart Working Class] hatte mir vorher auch schon eine CD von ihm gegeben, die ich dope fand.
Ghanaian: Das ist schon ein paar Jahre her. Vermutlich würde ich diese Beats heute nicht mehr rausschicken (grinst). Ich finde es auch nicht geil, Beat-CDs zu versenden. Heutzutage, wo es so viele Beatmaker gibt, muss man das zwar mitnehmen, aber ein ganzes Projekt ist schon etwas anderes.

Was ist denn das besondere an dem klassischen »MC/Producer-Konzept«?
Ghanaian Stallion: Ich kann die Beats direkt auf Sylabil Spill zuschneiden. Er bekam immer jene, wo ich gleich dachte, dass das in seinen Kosmos passt. »Okular« ist durch diese Abstimmung auch sehr stringent geworden, obwohl wir nur übers Internet kommuniziert haben. Es war aber auch nicht so, dass ich ihm Doubletime-Beats geschickt habe oder Sachen, die nicht zu ihm passen. Ich respektiere ihn als Künstler dafür zu sehr. Ich fände das zwar spannend, aber es ging gar nicht darum ihn zu fordern – bei den kommenden Projekten wird das vielleicht experimenteller.
Sylabil Spill: Ich bin ein Freund von abgeschlossenen Sachen – mein Gesamtwerk ist eine Galaxie mit verschiedenen Planeten. Wenn ich mit Hubert Davis etwas mache, hat das eine ganz andere Atmosphäre als bei Twit One. Es ist auch spannend zu sehen, was der einzelnen Produzent mitbringt und wie facettenreich er wirklich ist. Das ist eine gewisse Form der Respektbekundung gegenüber dem Künstler.

Liegt es auch an diesem »Respekt«, dass du die zwei EPs nicht zu einem Album gemacht hast?
Sylabil Spill: Jein, »Okular« hat ein konkretes Konzept. »Fress.Orgie« funktionierte nach dem Prinzip: Feierabend, Blatt raus, Punchlines loswerden. Ich hätte zu viele Kompromisse eingehen müssen, wenn das jetzt als Album zusammengefasst worden wäre.

Du hast die zweite EP »Fress.Orgie« alleine produziert. Was unterscheidet die Arbeitsweise mit eigenen von fremden Beats…?
Sylabil Spill: …dass der fremde Beat nicht von mir ist? (Gelächter) Aber im Ernst: Ein Beatkonducta hat mehr Kniffe als ich, weil er sich viel mehr mit der Materie auseinandersetzt. Der macht ja nicht immer einen Beat, wo er sich direkt einen Rap vorstellen kann. Ghanaian Stallion hat ein viel größeres Spektrum als ich beim Produzieren. Meine Beats sind sehr rap-lastig – sie wurden gemacht, um von mir berappt zu werden. Es ist auch viel schwieriger auf seinen eigenen Beats zu rappen, da braucht man Abstand zu. Bei Ghanaians Beats kommt das alles von Extern, sodass ich gleich ein Bild im Kopf habe und anfange zu schreiben. Ich muss nicht die richtige Sternenkonstellationen abwarten. (lacht)

»Ich lege dir keinen Brei hin, den du auslöffeln kannst, sondern einen Brocken, den du erstmal aufbekommen musst – wie der Affe eine Kokosnuss.« (Sylabil Spill) Welche Form von Rap funktioniert besser für dich: Als Luftpumpe, wie man es über »Fress.Orgie« sagen könnte oder als Ventil, wie es eher das gesellschaftskritische »Okular« suggeriert?
Sylabil Spill: Ich finde nicht, dass Rap eine Luftpumpe ist – das ist immer Ventil. Wenn ich dir gegenüberstehe, so als Gegner, benutze ich dich ja auch als Ventil. Sowohl »Okular« als auch »Fress Orgie« ist einfach Battlerap. Diesen Gegner, den du in einem Battle hast, den findest du ja auch in der Gesellschaft – manche nennen das »Leviathan« oder so. Auf einer Meta-Ebene ist das alles ein Duell. Das eine ist halt gesellschaftskritisch, das andere auf Competition.

Dir haftet ein Ruf als humorloser Battlerapper an. Wie empfindest du solche Kommentare?
Sylabil Spill: Das finde ich gut. (Gelächter) Aber ich lese keine Kommentare oder sowas. Ich glaube auch, dass die meisten Leute, die Kommentare schreiben, das eine Minute später schon bereuen. Ich finde es aber cool, dass die Leute schreiben, dass ich humorlos bin. Ich will gar nicht witzig sein – sehe ich aus wie ein Clown?! Bin ich ironisch?! Guck mal, das Schicksal des Zuhörers ist die Interpretation. Je breitgefächerter ich rede, desto mehr Möglichkeiten biete ich dir, zu interpretieren. Je größer dein Kosmos ist, desto mehr Möglichkeiten hast du für dich selbst, die Dinge einzuordnen. Als Künstler habe die komfortable Position, das unbewusst oder bewusst machen zu können. Es ist auch oft eine Frage der Aufmerksamkeit, Sachen herauszufiltern. Wir leben in einer Zeit, wo im Rap alles sehr simplifiziert wird, alles ist breiig. Ich lege dir aber keinen Brei hin, den du auslöffeln kannst, sondern einen Brocken, den du erstmal aufbekommen musst – wie der Affe eine Kokosnuss.

Warum trennst du, Sylabill Spill so stark von deiner Privatperson – man weiß fast nichts über dein bürgerliches Leben?

Sylabil Spill: Das ist eine Frage des Respekts gegenüber der Ausdrucksform Rap. Dieses Voyeuristische, will ich nicht unterstützen. Mucke ist heutzutage oft nur ein Geschäft mit musikalischem Hintergrund ist. Es gibt superviele wacke Rapper, die interessante Geschichten haben, aber wacke Musik machen. Die bedienen dann ausschließlich diese voyeuristische Wahrnehmung. Da habe ich keine Lust zu. 

Ghanaian Stallion: Ich würde aber dennoch sagen, dass man trotz der wenigen persönlichen Hinweise, darauf schließen kann, womit er sich beschäftigt. Man merkt, dass er nicht bloß zu Hause sitzt und das Leben nicht kennt. Gerade auf der »Okular«-EP finde ich ihn gar nicht mal so »unpersönlich«. 
Sylabil Spill: Viele wünschen sich ja auch einen offensichtlichen Erzählstil: »Wer bist du? Was machst du? Erzähl’ doch mal was Persönliches«. (Gelächter) Das reduziert aber die Kreativität der Sache. Das ist keine Herausforderung für mich.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 18.04.2017
Sylabill Spil
Der letzte weiße König
»Der letzte weiße König«, das neue Album des brachialen Deutschrappers Sylabil Spill ist mitreißend. Unsere Autorin fragt sich: warum?
Music Kolumne | verfasst 03.05.2013
High 5
Dilemma & Spill's HipHop meets Comic
Morlockk Dilemma und Sylabil Spill machen aus ihrer Liebe für Comics keinen Hehl. Man schaue sich dazu nur die Cover ihrer bisherigen Releases an. Wir befragten beide Battlerapper nun nach ihren persönlichen Lieblingsalben im Comic-Stil.
Music Review | verfasst 06.06.2007
Warheit
Betonklassik
Lange musste man auf ein Album von Azads Crew Warheit warten, nun liegt es mit endlich vor.
Music Review | verfasst 30.12.2010
Tua & Vasee
Evigila
Tua & Vasee haben sich hingesetzt, ein Konzept erarbeitet und ein Album aufgenommen, dass den Namen »Kunstwerk« verdient.
Music Review | verfasst 01.03.2007
V.Mann & Morlockk Dilemma
Hang zur Dramatik
Ein Lichtblick in diesem mauen Deutschrapjahr: V.Mann und Morlockk Dilemma leben ihren Hang zur Dramatik aus. Da haben sich zwei gefunden.
Music Review | verfasst 30.01.2011
Forsch und Facette
Forsch und Facette
Die Kölner Sängerin Fleur Earth tut sich diesmal mit dem Produzenten Quo Vadis zusammen: Das passt!
Music Review | verfasst 04.03.2011
The Love Bülow
Menschen sind wie Lieder
The Love Bülow klingen auf ihrem Debüt wie eine Mischung aus Jan Delay, Fettes Brot und Clueso.
Music Review | verfasst 02.03.2011
Bo Flower
Flo Bauer
Bo Flower macht seit Jahren sein eigenes Ding und auch auf Flo Bauer verlässt er diesen Pfad nicht.
Music Review | verfasst 20.07.2007
Team Avantgarde
Absolut
Die Bereitschaft zum Reflektieren ist quasi Grundvoraussetzung auf Team Avantgarde’s Absolut .
Music Review | verfasst 18.06.2007
Seperate
Ein Guter Tag Zum Sterben
Ein guter Tag zum Sterben ist keine schlechte Platte, aber es fehlt an Überraschungsmomenten.
Music Review | verfasst 26.03.2011
Morlockk Dilemma
Circus Maximus
Morlockk Dilemmas festigt seinen Ruf als versierten Rapper, der eine göttliche Segnung in Sachen Kreativität erfahren hat.
Music Review | verfasst 07.08.2007
Die Firma
Goldene Zeiten
Mit dem fünften Album der Firma werden passenderweise Goldene Zeiten ausgerufen und sich teilweise an Die Eine 2005 erinnert.
Music Review | verfasst 03.06.2011
K.I.Z.
Urlaub fürs Gehirn
Nach zwei Jahren melden sich die vier Berliner gewohnt schlagfertig und mit ordentlich schwarzen Humor zurück.
Music Review | verfasst 25.06.2011
Brenna
Drama
Drei Jahre nach seinem Debüt erscheint das zweite Album Drama vom Schlagzeuger, Sänger, Rapper und Produzenten Brenna.
Music Review | verfasst 05.07.2011
Casper
XOXO
Mit XOXO hat Casper etwas Neues und Großes geschaffen, das den momentanen Hype um ihn rechtfertigt.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelgenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.