Music Kolumne | verfasst 04.06.2015
Vinyl-Sprechstunde
A$AP Rockys »At.Long.Last.A$AP«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute nähern sich unsere Kolumnisten über Pflegeprodukte, Zungenküsse und schwule Kleinkinder A$AP Rockys neuem Album an.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
Vinyl_sprechstunde_1024x685px_asap-rocky

Aigner: iTunes sagt: ALLA 28 Plays, »How To Pimp A Butterfly« 18 Plays. Erklär’ mir mal zu Beginn warum das so ist.
Kunze: Kendrick macht man nicht mal so eben an; das ist Gewichte stemmen. Während Rocky halt echt der federleichte Shampoo-Geruch ist. Nach Rocky kann ich aufs Duschen und Zähne putzen verzichten und trotzdem für einen Raffaello-Werbespot gecastet werden.

Aigner: Aber: So ein Coen Brothers Western-Sample und diese Pathos-Hook, das ist halt ein schwieriger Einstieg.
Kunze: Aber wenn man das in der Gesamtheit sieht, machen solche Sounds halt krass Sinn.
Aigner: Ja, aber »Holy Ghost« ist trotzdem einer der Sachen, die ich entweder anders platziert oder komplett rausgelassen hätte. Überhaupt, Pointe vorweg: auf 12 Tracks gekürzt ist dieses Album ein Monstrum.

Kunze: Wir sollten erstmal über Gitarren reden. Für dich ja eigentlich ein so eindeutiges Thema wie die Frage, in welche Liga der HSV gehört.
Aigner: Gitarren ey. Hm, also ich verkrafte die ja schon und ich finde es in diesem trippy Kontext ok, aber wenn das auf »Holy Ghost« so Glaubensplattitüden sind, dann wirkt das krampfig. Aber es wird ja besser im Verlauf, ich bin nur das erste Mal mit einem Rocky-Opener unzufrieden. Vielleicht auch weil die letzten beiden Gamechanger waren.

Kunze: Aber wenn man das eben auf’s ganze Album bezogen sieht: Ist doch einfach ein toller Schritt von Purple Swag zu LSD-Mandalas in allen Farben.
Aigner: Ja, aber irgendwie komme ich bei den Mandalas erst bei »Fine Whine« an, »Holy Ghost« ist einfach so Broken Bells-Hippietum.
Kunze: Der Refrain ja, aber Dude rappt sich da bis zum diesen echt einen ab. Rockys Skills am Mic missachtet man eh zu oft, weil man halt nach seiner freshness fiended. Sein Style ist eh erhaben, aber der rattert da auch Reimketten runter mit den Besten von ihnen.

Aigner: Gutes Stichwort für »Canal St«. Der Track ist dann für mich die Erlösung weil alles beim Alten ist, für ein paar Minuten: Markennamen und Ignoranz und danach geht der Hades auf. Toll, toll, toll.
Kunze: »Canal St.« ist von der Stimmung so krass dieser Kurzfilm von Last Night in Paris: Markennamen und Ignanz, aber mit diesem dickflüssigen Blut. Volle Kleiderschränke und leere Augen-Shit.
Aigner: Ja, so wunderbar.

Kunze: Ich finde es übrigens auch krass, wie er M.I.A einsetzt. So habe ich die noch nie gehört.
Aigner: Ich hab es erst beim dritten Mal gecheckt, dass die das ist.
Kunze: So verlaufenes Makeup statt knallbunte Jumpsuits.
Aigner: »Fine Whine« ist auch ein besseres Beispiel für dieses neue Songwriter (LOL) Selbstverständnis, das er sich von Ye abgeschaut hat, als »Holy Ghost«.
Kunze Ich finde das drückt voll aus, wie stark Rockys musikalische Idee inzwischen ist.
Aigner: Ja!

Aigner: Und dann kommt ja direkt der vermeintlich radikalste Schritt: »LSD«. Was sagst du dazu?
Kunze: Da gehts gar nicht darum, ob einem das gefällt. Es reicht einfach schon, dass der ein Rap-Album mit eigenen Ideen macht. Nicht wie z.B. der Bawse zehn Mal dasselbe Album. Nach Rocky kann ich aufs Duschen und Zähne putzen verzichten und trotzdem für einen Raffaello-Werbespot gecastet werden.
Aigner: Bei »Excuse Me« muss ich allerdings schon zugeben, dass ich da beim Refrain nur noch darauf warte, dass Richards Ashcrofts Bulimiearsch gleich The Drugs Dont Work trällert. Aber wie frisch er da in den Strophen wieder klingt, Mancrush forever.

Kunze: Wäre doch fresh?!Ich finde ein paar Doors-Orgeln und Country Boy on LSD-Riffs mehr hätten nicht mal geschadet.
Aigner: Jein, ich hatte ja noch eine andere Sache, die mich wirklich abgeturnt hat, diese Gorillaz-Hook auf »Pharsyde«.
Kunze: Ne, der ist geil.
Aigner: Ja, bis auf die Schlusshook halt.
Kunze: Das ist ja auch nicht Gorillaz, das ist halt straight up The Shins.
Aigner: Noch schlimmer, hahahaha.

Kunze: Und ich finde die Hook als Anschluss einen solchen Subbass völlig fair.
Aigner: Du findest ja alles geil, irgendwie. Das freut mich.
Kunze: Ne ne, was ich nicht gut finde ist z.B. »LPFJ2«. Allgemein diese Unkonzentriertheit; diese random ass Banger in dem, was ein Album sein will. Ich finde halt das geht musikalisch voll in die richtige Richtung, aber es ist halt noch unterwegs.

Aigner: Ich glaube das ist ein reines Sequenzierungsproblem. Diese trippy Selbstfindungsdinger werden immer wieder von der alten Identität eingeholt. Finde ich eigentlich als Konzept schlüssig, wenn er Zerrissenheit damit ausdrücken will.
Kunze: Ich finde das könnte hein Übergangsalbum in Rockys Katalog werden: Die alte Vision, die sichere Nummer, die gibts hier noch oft, aber es gesellt sich dieses Psych-Rap-Ding dazu. Beim nächsten Album wird man das erkennen: Dass ALLA halt voll zwischen »Long Live…« und, hm, wie könnte es heißen »I Looked In The Mirror On Drugs So Much I Am A Mirror Now« liegt.

Aigner: Hahaha! Aber es ist eh schon so krass wieviel da jetzt künstlerisch gegangen ist. Ich dachte halt vor vier Jahren: der kriegt doch nix gebacken, auch so in Sachen ins Business reinwachsen. Also jetzt nicht so Lil-Durk-fatal, aber dass der halt in diese Riege der drei, vier Typen gehört, die tatsächlich etwas versuchen, rap-wise.
Kunze Ja, das er in dieser Riege gehört ist halt schon so nuff said.

Aigner: »Jukebox Joints« macht dem alten Mann Aigner übrigens krass Gänsehaut. Ich glaube einer meiner drei Lieblinge hier. Und Ye Guevara / Saint Laurent / Zara ist halt auch wieder einer für die Ewigkeit. »WITH FRIENDS LIKE YOU WHO NEED FRIENDS«
Kunze: Und dieses kehlig röhrende Adlib von Ye. Da werden wir uns doch auf der Couch zu schütteln, egal was wir tun. Da kommt man nicht drum rum, das nach zu mimen.
Aigner: »ONE CHILD ONE CHILD«.

Kunze: Jahaha! Danach kommen halt zweimal Shins. Aber auf diesen Gorillaz in Bagdad-Beats – hey, aaaaalles cool.
Aigner: Ich steh auch auf »Max B«; nicht nur als Referenz, auch wie fluffig er da wieder klingt. Die Hook mag ich auch komischerweise.

Kunze: Glaubst Du eigentlich Danger Mouse hat diesen Joe Fox mitgebracht? Im Tweetjackenshop kennengelernt und ihn direkt mal zu den Aufnahmen mitgenommen?! Und Rocky, dieser offene Gutelaunevogel, hat die Tweetjacke aus unerfindlichen Fashion-Gründen abgefeiert und den Typ auf die Songs gelassen?!
Aigner: Hahahahaha!

Kunze: Außerdem bemerkenswert: Opa Saftig hat »Wavybone« produziert?!
Aigner: Ja ey, Großvater Saftig, hihihihi.

Kunze: Für Rocky muss die Pimp C Strophe doch auch sein wie für mich ein Zungenkuss von Jude Law: Erfüllung. Oh Gott….
Aigner: Zungenkuss, Petting, Scheide all in one.
Kunze: Hat Jude Law ne Scheide? Hahaha, achso, von der Ekelhaftigkeit der Wörter her. Schmußen!
Aigner: Haha, ja!

Kunze: Ey, Bun B. Der meint’s doch nur noch gut. Der ist so ein lieber Typ; der läuft inzwischen auf jeden Fall rum und verteilt völlig unpervers Süßigkeiten an die Kids.
Aigner: Hahaha, das ist so ein schönes Bild! ALLA ist vielleicht so als hätte ein wahnsinniger versucht den neuen »Mad Max«mit »Enter The Void« zusammenzubringen.
Kunze Aber danach ist das Album irgendwie zu Ende? Okay, er redet noch über Ms. Aber sonst?
Aigner: Das Mos Def Ding! »Better Things« ist auch nicht verkehrt, das ist wieder schön Purple Mandalas and thang. Ich habe mir ja noch »What’s Beef« und »Multiply« vor »M’s« gepackt, weil das Album mit 24343 Tracks noch nicht lang genug ist. Aber dann ist da diese längere Tuuuuurnt-Sektion gegen Ende. Ich überlege die ganze Zeit wie ich das Ding umstrukturieren würde, damit es maximal wirkt. Vielleicht der Klassiker: Doppelalbum machen, CD1 die ganzen Mandalas und auf CD2 werden M’s gezählt. Zweimal 40 Minuten. Fertig.

Kunze: Aber Doppelalben sind doof.
Aigner: Klar. Deswegen 3-4 Sachen streichen, »Multiply« und »What’s Beef« mit drauf, den ganzen Turnt- Kram in die Mitte, Übergang mit »Canal St.« und »JD« zu »Back Home« und mit Bun B raus ins Purpurne.
Kunze: Gut, so machen wir’s!

Aigner: Vielleicht nochmal zu dieser Kendrick Sache: ALLA ist vielleicht so als hätte ein Wahnsinniger versucht den neuen »Mad Max«mit »Enter The Void« zusammenzubringen, während Kendrick so einen Fellini gemacht hat, auf den man ganz doll stolz ist im Regal. Und da macht es auch irgendwie nix, dass bei Rocky mehr Fehler drin sind, weil ich so verdammt viel Spaß damit habe.
Kunze: «Enter The Void« finde ich viel zu hoch gegriffen. Für diese miserable Trippyness geht’s dem Schönen einfach, zum Glück, zu gut. ALLA ist ja echt so feuchte Träume um Wunderland. Getting head from Alice in a comfortable bed.

Aigner: Nö, weil der ja auch nur wirklich sehr platt ist, wenn man da mal die Ästhetik abzieht. Aber er macht Spaß weil er so geil aussieht. So wie Rockyyschatzi.
Kunze Du bist auch platt!
Aigner: Ich meinte jetzt auch nicht auf seinen Geisteszustand bezogen, einfach, dass man sich Enter The Void ja hundertmal lieber anguckt als einen Godard oder so, weil man faul ist und auch bedient werden will.
Kunze: Wer guckt sich »Enter The Void« gerne an? Mir ging’s danach den ganzen Tag nächsten nicht gut.

Aigner: Streichen, bringt nix als Schluss. Beziehungsweise hätte ich mich da jetzt eher auf Mad Max konzentrieren sollen.
Kunze: Sagen wir also: Eigener Sound-Entwurf, wenn auch noch stellenweise unausgegoren, aber: eigener Sound-Entwurf, und vor allem: Spaß!
Aigner: Sagen wir so: mein Jude Law.
Kunze: Dayum. Jetzt bin ich eifersüchtig. Wie ein stockschwuler Dreijähriger : Ich will beide haben, meins!

»ALLA« von A$AP Rocky findest Du bei hhv.de auf CD und US-CD. Die Vinyl-Version findest Du ebenfalls dort, sobald deren Release bekannt ist.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 11.01.2013
A$AP Rocky
LongLiveA$AP
Wie klingt das Debütalbum eines Rappers, dem man einen 3-Millionen-Dollar-Vorschuss in die Designerjeans geschoben hat?
Music Bericht | verfasst 18.06.2012
A$AP Rocky
Live am 14.6. im Festsaal Kreuzberg in Berlin
Mit A$AP Rocky gab sich am vergangenen Donnerstag einer der gehyptesten Rap-Künstler der vergangenen Monate in Berlin die Ehre, um im Festsaal Kreuzberg ein regelrechtes Feuerwerk abzubrennen.
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2015
Vinyl-Sprechstunde
Vince Staples' »Summertime '06«
Wir begrüßen einen Gastdozenten zur Vinyl-Sprechstunde: Julian Brimmers. Er soll zwischen Aigner und Kunze vermitteln, die sich angesichts der Komplexität von »Summertime ’06« dieses Mal nicht einig sind.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2018
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne | verfasst 12.09.2012
Zwölf Zehner
August 2012
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.02.2013
Zwölf Zehner
Januar 2013
Willkommen im Februar. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Januar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.07.2013
Zwölf Zehner
Juni 2013
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 11.12.2013
2013
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Es war ein richtig gutes Jahr für alle Musikconnaisseure. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2014
Zwölf Zehner
Oktober 2014
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 16.01.2014
Vinyl-Sprechstunde
Actress' »Ghettoville«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal unsere beiden Autoren Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Actress’ möglicherweise letztes Album.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.