Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Text Tim Caspar Boehme
Ben-zimmermann-collag-3

Die Klage, dass es keine wirklich neue Musik mehr gebe, alles schon mal da gewesen sei oder sich nur noch in Variationen bekannter Themen und Genres erschöpfen würde, ist zum Glück ein Vorurteil. Große Revolutionen mögen schon ein bisschen her sein, doch kommt immer wieder Neues nach, das weit mehr ist als eine bloße Fußnote zur Musikgeschichte. Man muss nur danach suchen. Und manchmal entdeckt jemand womöglich Musiker, die einen individuellen Zugang zur Musik gefunden haben, für den sie eher unübliche Mittel gewählt haben.

Der Zwecke heiligt die MIttel
Ben Zimmerman aus Brooklyn, New York City hat sich Zeit gelassen, um mit seiner Musik an die Öffentlichkeit zu treten. Von dem 2002 entstandenen Sounddesign für die Filminstallation »Trigger« des Künstlers Jordan Crandall abgesehen, trat er als Musiker bisher nicht groß in Erscheinung. Dabei hat Zimmerman schon als College-Student angefangen, mit einem primitiven Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack und dessen Betriebssystem DeskMate Musik zu machen. Die Aufnahmen aus der Zeit von 1992 bis 2002 fanden schließlich ihren Weg zu Daniel Lopatin, auf dessen Label Software jetzt eine Auswahl unter dem Titel »The Baltika Years« erschienen ist. Und das, obwohl die DeskMate-Stücke, die Ben Zimmerman in seiner Freizeit aufnahm, gar nicht zur Veröffentlichung gedacht waren, sondern erste Schritte in die Computermusik.

»DeskMate hatte ein Musikprogramm und ein Soundprogramm«, sagt Ben Zimmerman. »Mit dem Soundprogramm konnte man Samples aufnehmen und dann im Musikprogramm als Noten aufschreiben. Man benutzte also richtige Noten. Du hast damit die Tonhöhe der Samples verändert. Wenn man eine Oktave tiefer gingst, wurde auch das Sample eine Oktave tiefer gespielt. Du hast zwar mit Samples gearbeitet, aber in konventioneller Notation gearbeitet. Das ist ziemlich schräg. Heute macht so etwas niemand mehr.« Ben Zimmerman benutzt inzwischen längst Ableton. Von seinen alten Gewohnheiten hat er sich allerdings nicht getrennt: »Ich übertrage die DeskMate-Methoden sozusagen im Geiste, wenn ich mit Ableton arbeite.«

Die Entdeckung der Samplefunktion
Anfangs verwendete Ben Zimmerman lediglich die vier schlichten Preset-Klänge des Musikprogramms wie Klarinette, Klavier und Cello. In der Suite »Phyllis« auf der ersten Schallplattenseite von »The Baltika Years« kann man einige der überwiegend kruden Ergebnisse hören. Nach einem Jahr erst entdeckte er die Sampling-Funktion. Zur selben Zeit begann er, Platten zu sammeln. »In den DeskMate-Stücken erfährst du einiges über meine Plattensammlung damals.«

»Ich habe damals Musik gemacht, um damit entweder das zu imitieren, was ich selbst gehört habe oder um dem etwas anderes entgegenzusetzen.« (Ben Zimmerman) Gesammelt hat er sowohl Komponisten des 20. Jahrhunderts wie John Cage, Arvo Pärt, Karlheinz Stockhausen oder Philip Glass als auch House Music, insbesondere des Labels Strictly Rhythm. Der frühe IDM auf Mille Plateaux oder A-Musik habe ihn ebenfalls beeinflusst. Von seiner House-Sammlung ist auf »The Baltika Years« wenig zu hören, auch seine frühe musikalische Prägung durch Pop und Rock kann man allenfalls erahnen. Zimmermans Musik klingt stattdessen auf fremdartig spröde Weise expressiv. Mitunter hat man den Eindruck, der Computer habe selbst versucht, menschliche Ausdrucksformen im Medium Musik zu generieren. »John Peel hat, glaube ich, gesagt, dass er immer Sachen hören wollte, die er noch nie zuvor gehört hatte. Und ich habe damals Musik gemacht, um damit entweder das zu imitieren, was ich selbst gehört habe oder um dem etwas anderes entgegenzusetzen.«

The Baltika Years: Ein akustisches Tagebuch
Dass Zimmerman sich auch für Drum’n’Bass begeisterte, lässt sich auf der vierten Plattenseite von »The Baltika Years« nachvollziehen . »Pausebreak«, in sechs Teile gegliedert, nähert sich dem britischen Club-Hardcore auf eigensinnig abgehackte Weise, ist aber im Unterschied zum stärker an Klängen und Melodien orientierten Rest des Albums deutlich Rhythmus-basiert, wenngleich vielleicht nicht vollständig zum Tanzen geeignet.

Ben Zimmerman sieht sein DeskMate-Archiv vor allem als Versuch, sein Interesse an akademischer Musik mit seiner Liebe House und Rave zu vereinbaren. »Die beiden Sachen kann man eigentlich nicht zusammenbringen. Genau das habe ich mit dem ›Baltika Years‹-Projekt versucht.« Wobei die Musik für ihn eine Art akustisches Tagebuch war. »Ich habe die Sachen als Skizzen betrachtet, die ich später ausarbeiten würde. Einige davon habe ich sogar ausgedruckt und in Notenform zu bringen versucht. Ich wollte tatsächlich, dass Musiker das aufführen.«

Oneohtrix Point Never hat aus 500 Stücken ausgewählt
Als Daniel Lopatin von Zimmermans Musik erfuhr, zeigte er sich höchst interessiert an dessen akustischen Notizen. »The Baltika Years«, von dem als Oneohtrix Point Never bekannten Lopatin »kuratiert«, zeigt allerdings nur einen Ausschnitt aus dem DeskMate-Tagebuch Zimmermans. Über 500 Stücke habe er mit diesem Verfahren geschrieben. Drei Tage benötigte Zimmerman allein für die Umwandlung der Dateien von seinen alten Floppy Disks in MIDI-Dateien. Den Großteil davon hatte er selbst seit Jahren nicht mehr gehört.

Auf die Frage, ob er sein DeskMate vermissen würde, antwortet Zimmerman, ohne zu zögern: »Kein bisschen! Das einzige, was ich an DeskMate vermisse, ist, dass es ich jetzt gern hätte, um einige der alten Dateien umzuwandeln, bei denen ich bisher keinen Erfolg hatte.« Zugleich räumt er ein, dass DeskMate sein Interesse an Hardware und am Programmieren insgesamt geweckt habe. »Ich wollte wissen, wie man so etwas selbst schreibt.« Mittlerweile benutzt er Chuck, um für seine Zwecke eigene Effekte zu programmieren. »Das war ein großer Fortschritt. Die Inspiration dazu kam aber ganz klar durch DeskMate.«

Die Anthologie “»The Baltika Years« von Ben Zimmerman” findest Du bei hhv.de auf 2LP.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 08.06.2015
Ben Zimmermann
The Baltika Years
Die musikalischen Möglichkeiten eines alten Betriebssystems wurden bisher nur selten erkundet. Ben Zimmerman hat das zehn Jahre lang getan.
Music Review | verfasst 04.11.2013
Huerco S
Colonial Patterns
Verstörende Loops, dystopische Klangbilder und erdrückende Störcollagen bilden das Fundament eines fantastischen Debütalbums.
Music Review | verfasst 13.11.2014
Tallesen
Stills Lit Through
Tallesen empfiehlt sich auf seinem Debütalbum »Stills Lit Through« als Melancholiker mit reichlich Sinn für molekulare Melodien.
Music Review | verfasst 23.04.2015
GABI
Sympathy
Gabrielle Herbst tritt mit ihrem Debütalbum »Sympathy« den Beweis an, dass Kammerpop nicht blutleer sein muss.
Music Review | verfasst 20.10.2015
Co La
No No
Auf »No No« von Co La geraten Alltagsgeräusch, App-Signale und Polizeisirenen und PC-Music-Bonbons ins Fahrwasser loser Dance-Muster.
Music Review | verfasst 09.03.2016
Thug Entrancer
Arcology
Auf »Arcology« legt Thug Entrancer Schichten von Musikstilen der Stadt Chicago zusammen: Acid House, Juke, Footwork.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Review | verfasst 19.06.2015
Dele Sosimi
You No Fit Touch Am
»You No Fit Touch Am« von Dele Sosimi hat es einfach in sich: animalisch wild, instinktiv verständlich und einfach tierisch gut.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.