Music Liste | verfasst 05.06.2015
Stephan Bodzin
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der Produzent Stephan Bodzin der Aufgabe an.
Text , Fotos ©Tailored Communication
Bodzin

Stephan Bodzin hat vergangene Woche sein neues Album »Powers Of Ten« auf dem eigenen Label Herzblut veröffentlicht. Vorab erschien auf Life And Death-Imprint eine Vorab-Single mit dem Track »Singularity«, die neben dem Originalstück zwei Edits durch Monoloc versammelt. Der Begriff ›Singularität‹ bezeichnet in der Systemtheorie einen Punkt, in dem auf eine kleine Ursache eine große Wirkung in der weiteren Entwicklung eines Systems folgt. Da ist es nur sinnig, Stephan Bodzin auf seine zehn musikalischen Singularitäten abzuklopfen, also auf Alben und Tracks, die seine musikalische Laufbahn geformt haben.

Bei der von Vangelis über Jazz und Heavy Metal bis hin zu Minimal Techno reichenden Auswahl Stephan Bodzins wird schnell klar, dass dessen Laufbahn nicht ganz so geradlinig verlief wie die Kickdrum seiner Tracks das vorgibt. Da war der Musikervater, dem Stephan Bodzin nicht nur ein paar wertvolle Tipps, sondern auch Gründe zur Revolte zu verdanken hat. Da war Marc Romboy, der ihm einen Schlüsseltrack vorspielte. Da war sein ehemaliger Mentor, der ihm die Musik zeigte, die Bodzin gerne auf seiner Beerdigung hören würde. Vor der Entdeckung der geraden Kick ging also einiges.

Plain White Record Sleeve 1 – »Harmonium« by John Adams, ECM New Series 1984
Ich halte »Harmonium« für das beste Stück zeitgenössischer Musik. Ihm vorgestellt wurde ich von meinem ehemaligen Mentor, dem Film- und Theater-Komponisten Uli Harmssen, der mein Verständnis von Harmonie entschieden beeinflusst hat. Im Grunde ist »Harmonium« ein zehnminütiges Crescendo, das vom Philadelphia Orchestra mitsamt dessen gigantischem Chor aufgeführt wurde. Das Arrangement folgt einer simplen, starken und komplexen Struktur. Wunderschön. In Hinsicht auf die Dynamik der Dramaturgie ist »Harmonium« ein absolutes Meisterwerk. Für gewöhnlich höre ich es mir nur einmal pro Jahr an, sodass meine Erfahrung so ist, als würde ich es zum allerersten Mal hören. Ich bin mir ziemlich dass, wenn ich sterbe, »Harmonium« auf meiner Beerdigung gespielt wird.

Plain White Record Sleeve 2 – »Die Roboter« by Kraftwerk
taken from the 7” »Die Roboter«, Kling Klang 1978
Als ich ein junges Kind von ungefähr neun Jahren war, begann ich damit, mir die Platten meines Vaters durchzuhören. Er war ein großer Jazzmusiker und leitete ein Studio, das zu großen Teilen mit demselben Equipment bestückt war, welches Kraftwerk benutzten. Während meiner Jugend versuchte mir mein Vater seine Leidenschaft für energetische und innovative Musik näherzubringen. Natürlich waren Kraftwerk mit von der Partie und ich erinnere mich, wie ich damals dieses Stück in seinem Studio über sein massives (und immer noch sehr seltenes) Moog-Soundsystem rauf und runter gehört habe. Noch heute erinnere ich mich an jedes Detail von »Die Roboter«. Der warme Analogklang kombiniert mit ihrem kühlen Sound wurde zu einem wichtigen Bestandteil meines musikalischen Lebens. Kraftwerks ultrasimples und effektives Songwriting geht mir hier und dort noch durch den Kopf, wenn ich an eigenem Material arbeite. Helden!

Air - Moon Safari LP 3 – »Moon Safari« by Air, Source 1998
Mein Sohn Luka war gerade zwei Jahre alt geworden, als Nicolas Godin und Jean-Benoît Dunckel eines der einflussreichsten Dub-Projekte starteten… Ich zumindest nenne das Dub. Was warme, elektronische Produktion in Kombination mit atemberaubendem, simplem Songwriting anbelangt, so ist dieses Album das wohl kohärenteste, das ich kenne. Es befindet sich immer auf meinem iPad und ich höre es mir gelegentlich an, wenn ich auf Reisen bin. Bis heute ist diese Platte wohl diejenige, die ich in meinem Leben am häufigsten gehört habe.

Plain White Record Sleeve 4 – »Lifelike« by Klaus Doldinger + Passport, Atlantic 1980
Mein Vater brachte mir Klaus Doldinger näher. Für mich ist er einer der großartigsten Komponisten aller Zeiten. Obwohl er wohl den meisten als Komponist des Soundtracks zu »Das Boot« bekannt ist, scheint mir das superchaotische und geniale Jazz/Rock-Album »Lifelike« viel beeindruckender. Es entspricht zwar nicht jedermanns Geschmack, aber ich wuchs damit auf, jeden einzelnen Ton und jedes Detail in mich aufzusaugen. Seitdem ich elf Jahre alt bin, hat es sich tief in mein Bewusstsein eingegraben und wird dort für immer bleiben. Dieter Petereits Soli haben mich dazu inspiriert, mit dem Bassspielen anzufangen, was ich neun Jahr lang tat. Klaus Doldingers Talent war es, auf den sehr straighten jazzigen Harmonien Melodien zu schreiben und das hat mich dazu inspiriert, an meinem eigenen Material zu arbeiten. Wenn sie in meiner Gegend waren, habe ich selten eine Show der Beiden verpasst.

Plain White Record Sleeve 5 – »Birdland« by Weather Report
taken from the album »Heavy Weather«, Columbia 1977
In Hinblick auf meine Geschichte mit meinem Vater verhält es sich mit Weather Report ähnlich wie mit Passport, obwohl erstere international bekannter sind. Damals vereinten beide Bands die besten Musiker ihrer Zeit. Weather Report war vor allem als Band von Miles Davis bekannt, der wiederum dafür bekannt war, seine Bands nach strengen Qualitätskriterien fluktuieren zu lassen. Der Bassist Jaco Pastorius war eine weitere große Inspiration für mich zu Jugendzeiten. Leider starb er viel zu jung. Ich halte ihn immer noch für den besten Bassisten aller Zeiten. An ihm faszinierte mich vor allem sein einzigartiger Stil und wie er den Bass richtiggehend zum Singen brachte. »Birdland« habe ich so oft gespielt, um zu verstehen und zu lernen, wie er es genau anstellte, gelungen ist mir das aber natürlich nie.

Plain White Record Sleeve 6 – »Ghost In The Machine« by The Police, A&M 1981
Meine erste Schallplatte und natürlich habe ich sie nicht mal selbst gekauft. Sie war ein Weihnachtsgeschenk, das nie aufgehört hat zu schenken. Ich halte Police für eine der innovativsten und stärksten Pop-Bands überhaupt. Die Energie ihrer frühen Werke war gewaltig! Ihre Live-Performances haben mich umgehauen. Intelligente Pop-Musik, die unvergesslich bleibt.

Iron Maiden - The Number Of The Beast 7 – »Number Of The Beast« by Iron Maiden, EMI 1982
find it at hhv.de on LP
Ich habe, bevor ich 16 Jahre alt wurde, mindestens zehn Iron Maiden-Konzerte besucht. »The Number Of The Beast« ist ihr stärkstes und meiner Meinung nach bestes Album. Ich war sehr jung und mein Vater hasste mich dafür, dass ich mir diese Scheiße anhörte, aber heute weiß ich, wie wichtig diese private Revolution für mich war. So fing ich an, mir meine ganz eigene musikalische Basis zu erschaffen. Große Musiker. Große Künstler. Selbst heute noch sind sie echte Helden für mich. Gute Besserung, Bruce Dickinson!

Vangelis - Blade Runner O.S.T 8 – »Blade Runner O.S.T.« by Vangelis, EastWest 1993
find it at hhv.de on LP
Falls du den Film noch nicht gesehen hast, hol das unbedingt nach. Dann schalt den Bildschirm aus und hör dir nur den Soundtrack an. Dann wirst du begreifen, dass die Atmosphäre des Films zu 95% aus den genialen Soundscapes von Vangelis besteht. Diese rein synthetischen, endlosen Blechblassounds sind symptomatisch dafür und erledigen ihren Job echt gut. Diese Gänsehautfanfaren schmeißen mich jedes Mal aus dem Sessel, wenn ich den Film schaue – was ich hin und wieder tue. Den Director’s Cut, bei voller Lautstärke! Für die Nerds unter euch: Der Klangerzeuger ist ein Yamaha CS80.

The Prodigy - The Fat Of The Land 9 – »The Fat Of The Land« by The Prodigy, XL Recordings 1997
find it at hhv.de on LP
Ich bin kein großer Fan ihres Früh- oder Spätwerks, aber das verfickte »Fat Of The Fucking Land« bedeutete damals wohl die massivste Energieeruption seiner Zeiten! Superinnovativ und frisch, und obwohl es da auch die Chemical Brothers und Fatboy Slim gab, rockte nur diese Platte meine Welt und inspirierte mich zu den Beats, die ich in den späten neunziger Jahren bastelte. Eine verfickte Bombe, und zeitlos obendrein!

Plain White Record Sleeve 10 – »Decompression« by Mathew Jonson
taken from the 12” »Decompression«, M_nus 2004
Wie du vielleicht gemerkt hast, spricht mich die heutige Musik nicht mehr so an wie das damals der Fall war. Das mag daran liegen, dass ich mein ganzes Leben lang schon Musik mache, seitdem ich als vierjähriger Junge zum Klavierspielen genötigt wurde. Heutzutage genieße ich Stille ebenso sehr wie das Hörerlebnis, das dazu gehört. Der letzte Track, der unbedingt auf dieser Liste zu finden sein muss, ist »Decompression«. Nicht nur, weil es ein großartiger Track von einem ebenso großartigen Künstler ist, sondern weil er mich 2005 wachgerüttelt hat. Nach 15 Jahren voll merkwürdiger Musik in meiner Diskografie hörte ich damit auf, nach dem Sound zu suchen, der mich und wie ich klingen wollte reflektieren könnte. Im Frühjahr 2005 hing ich mit meinem Kumpel Marc Romboy bei ihm zuhause rum und er spielte mir diesen Track vor. Plötzlich ergab alles Sinn. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich ging nach Hause, nahm innerhalb von zwei Stunden einen Track auf und die erste Stephan Bodzin-EP war geboren. In musikalischer Hinsicht richtete sich mein Leben völlig neu aus und selbstverständlich ist »Decompression« einer meiner Lieblingstracks auf ewig geblieben.

Die Musik von Stephan Bodzin findest Du bei hhv.de. Stephan Bodzin’ neustes Album »Powers Of Ten« ist gerade auf Herzblut erschienen. Du findest sie bei bei hhv.de: 3LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 11.04.2012
Hobo
Iron Triangle
Hobo hat sich nach seinem Meilenstein »A To B« Zeit mit dem Nachfolger gelassen. Dieser ist gelungen, ohne zu brillieren.
Music Review | verfasst 17.06.2013
Various Artists
minMAX
Minus Records lassen sich seit 1998 nicht beirren: Minimalismus ist hier Hauspolitik. Dennoch hat sich diesmal etwas geändert.
Music Liste | verfasst 20.02.2015
I.A. Bericochea
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der Produzent I.A Bericochea dieser Aufgabe an.
Music Review | verfasst 12.08.2010
Michael Mayer
Immer 3
Auch Mayers dritte Werkschau des eigenen Geschmacks, »Immer 3«, schert sich nicht um aktuelle Trends
Music Review | verfasst 23.10.2010
Apparat
DJ Kicks
Apparat weiß wie kein anderer atmosphärisch komplexe Stimmungen zwischen Electronica und Techno zu generieren.
Film Review | verfasst 12.01.2011
Paul Kalkbrenner
2010 A Live Documentary
Die DVD gibt Einblicke in das rastlose Tourleben zwischen Soundcheck, Suite und Schlafmangel.
Music Review | verfasst 04.02.2011
Isolée
Well Spent Youth
Isolées Soundentwurf, minimalen House mit maximalen Mitteln zu machen, konnte bislang niemand etwas entgegensetzen.
Music Review | verfasst 20.10.2011
Voigt & Voigt
Speicher 69
Nach vier Jahren mal wieder ein Lebenszeichen der Gebrüder Voigt & Voigt. Die Kompakt-Gründer haben aber nichts verlernt.
Music Review | verfasst 25.10.2011
SCB
Mace/Overlay
Ein weiterer Release von Scuba unter seinem technoiden Alter Ego SCB auf dem Paul Rose zeigt, dass er nicht nur Dubstep kann.
Music Review | verfasst 27.10.2011
Wolfgang Voigt
Kafkatrax
Wolfgang Voigt spielt mit der Stimme Franz Kafka, was seltsam verstört und doch zum Tanzen ermutigt.
Music Review | verfasst 03.11.2011
Billy Dalessandro
Cracktime
Billy Dalessandro widmet sich auf seinem fünften Album wieder verstärkt dem Diktat des Viervierteltakts.
Music Review | verfasst 04.11.2011
Highgrade Disharmonic Orchestra
Multilayer
Mit Größen wie Tom Clark, Philip Bader oder auch Todd Bodine bestückt, ist das Highgrade Disharmonic Orchestra gut aufgestellt.
Music Review | verfasst 17.11.2011
Trentemøller
Reworked/Remixed
Der dänische Technoproduzent Trentemøller zeigt wie er mit fremden Material und wie andere mit seinem Material umzugehen verstehen.
Music Review | verfasst 02.12.2011
Planetary Assault System
The Messenger
Real Techno For Real People Since 1992 müsste unter Luke Slaters Namen stehen. Nun erscheint das fünfte Album als Planetary Assault System.
Music Review | verfasst 09.12.2011
Kowton & Tom Dicicco
Untitled EP
Je ein Track von Kowton und ein Track von Tom Diccico ist hier zu finden, welcher dann auf der B-Seite vom jeweils anderen geremixed wurde
Music Liste
Ausklang | 2017KW20
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Records Revisited
Amon Tobin – Bricolage, 1997
Der brasilianische Soundtüftler Tobin sprang am Ende des vergangenen Jahrtausends ganz schön brutal mit den Genres um, die ihm am Herzen lagen. Und ebnete ihnen so den Weg in die Zukunft.
Music Liste
Retrogott
12 Jahre in 12 Punchlines
Zwölf Jahre sind inzwischen seit »Unprofessionelle Musik« vergangen, dem Debüt des Retrogott gemeinsam mit Hulk Hodn. Zeit für einen Überblick: eine Werkschau in 12 Punchlines.
Music Liste
Ausklang | 2017KW19
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Der Täubling
Stören, verstören und zerstören!
Die Einladung erfolgt, in dem er einem die Türe vor der Nase zuschlägt. Man sollte sie annehmen: Heute falsch sein, heute mal die Fantasie tatsächlich nicht steuern. Der Täubling öffnet Deutschrap in Richtung des Grotesken.
Music Kolumne
Records Revisited
Talking Heads – Remain In Light (1980)
Auf ihrem vierten Studioalbum schufen die Talking Heads und ihr Produzent Brian Eno eine neue Fusion aus Afrobeat, Funk und Rock. »Remain in Light« wurde zum frühen Überklassiker der 1980er Jahre.
Music Porträt
New Record Labels #28
Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Black Pearl, Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2017
»Damn.« ist wie Durant im Rucker Park, Actress gerade nochmal gut gegangen: Unser Kolumnist Aigner hat sich durch die Release im April gehört und weiß jetzt vor allem, welche Art von Musik er mit etwas mehr Talent selbt gemacht hätte.
Music Interview
Tropical Drums of Deutschland
Track by Track mit Jan Schulte
»Die rocken den Afrika-Style auch hart auf der Rückseite des Albums« oder »Rüdiger Oppermann war auf jeden Fall so ein esoterischer New Age-Harfenspieler«. Wir haben mit Jan Schulte seine neue Zusammenstellung besprochen – Track für Track.
Music Porträt
El Michels Affair
Wu-Chronicles
Acht Jahre nach »Enter The 37th Chamber« ist es für Leon Michels und El Michels Affair an der Zeit, die Shaolin-Kammer aus bombastischen Bläser-Sets und cinematoskopischer Mehrdeutigkeit wieder zu betreten. Ein Rückkehr im Zeichen des Wu.
Music Kolumne
Records Revisited #23
Squarepusher – Hard Normal Daddy (1997)
Squarepushers zweites Album war ein Schlag ins Musikverständnis seiner Fans. Zugleich ist es eine Antithese zur damals vorherrschenden Loungigkeit der elektronischen Musik. Denn hier ist Jazz mehr als nur schmückender Hochkulturverweis.
Music Liste
Piero Umiliani
12 Essentials
Er ist der letzte Maestro: Piero Umiliani wird oft in einer Reihe mit Nina Rota, Ennio Morricone oder Riz Ortolani genannt. Wir haben für euch zwölf für uns essentielle Alben zusammengestellt.
Music Porträt
Future Islands
Das gute Gewissen des Schlagers
Bier und Beständigkeit, das brauchen die Menschen. Deshalb gehen sie auf Future-Islands-Konzerte. Die beste Liveband der Welt war gefühlt schon immer da, tatsächlich aber nie mehr als jetzt. Das muss Gründe haben.
Music Porträt
New Record Labels #27
Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2017
Manche schielen Richtung Vernissage, andere nur auf den nächsten Big Mac: es war auch für die Releases im März schwer unseren Kolumnisten vollends zu überzeugen. Einige haben es doch geschafft, einmal ist sogar klar: für immer.
Music Interview
Cologne Tape
»Schwingt das Pendel zurück?«
Im Kölner Stadtteil Deutz rumort es schon seit längerem. Während der Kölner die östliche Rheinseite leicht verächtlich »Schäl Sick«, die falsche Seite, nennt, ist gemeinhin bekannt, dass von eben jener Seite interessante Musik kommt.
Music Interview
Mr Bongo Records
»Gute Musik, die die Menschen haben sollten«
»Stell dir vor, du wachst neben dieser einen Platte auf, die du schon ewig suchst.« Wir haben uns von Graham Luckhurst und Gareth Stephens von Mr Bongo etwas über das wohl dienstälteste Reissue-Label der Welt erzählen lassen.
Music Liste
Mr Bongo Records
10 Essentials
Mr Bongo legt seit über einem Jahrzehnt rare Schätze aus fernen Ländern neu auf. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu bewahren. Deshalb haben wir für euch die zehn wichtigsten Releases des Labels zusammengestellt.
Music Interview
Jonwayne
No Headline
Jonwayne war relativ tief unten angekommen. Er hat viel zu erzählen – doch macht es nur ungern, den Medien sei nicht zu trauen. Wir durften Fragen stellen. Antworten gab es auch. Bis zu einem gewissen Punkt.
Music Kolumne
Records Revisited
The Notorious B.I.G. – Life After Death (1997)
Morgen wird Biggies »Life After Death« zwanzig Jahre alt. Ein bahnbrechendes Album. Vor allem weil es damals auf tragische Weise mit einer dem HipHop inhärenten fixen Idee brach.
Music Porträt
Slowy & 12 Vince
Heimliche Headliner
Ihre Liebe zu Graffiti prägt ihre Musik. Die Herangehensweise an beide Ausdrucksformen ist verschiedenen, doch das Ziel ist dasselbe: Wissen, man ist da gewesen. Jetzt wollen sie auch als Rapper Spuren hinterlassen.
Music Interview
Midori Takada
Innere Landschaften
Die Ausnahmepercussionistin Midori Takada gewährt uns einen Einblick in die Aufnahmen und Umstände Ihres Meisterwerks »Through The Looking Glass«, das jetzt von WRWTFWW Records in Kooperation mit Palto Flats wiederveröffentlicht wird.
Music Porträt
Clutchy Hopkins
Krieger, Mönch, MF Doom?
Könnte das jetzt 70s-Funk sein? Oder 90s-Hip-Hop-Beats? Zur Körperlosigkeit kommt die Zeitlosigkeit – Clutchy Hopkins ist ein gestaltlosen Medium. Aber wer ist er wirklich?
Music Porträt
Ibibio Sound Machine
Die Normalisierung des »Fremden«
Nigeria. Australien. London. HighLife, Afrobeat, und Psych. Ibibio Sound Machine machen Musik, die erstmal ›un-normal‹ erscheint. Eno Williams und Max Grundhard aber finden, dass dieser Sound 2017 längst das Gegenteil sein sollte: normal.
Music Porträt
New Record Labels #26
Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax.
Music Interview
Mädness & Döll
Neben der Spur mit…
Wir begeben uns mit einem Künstler neben die Spur. Abseits von Ton- und Filmspuren bekommt ein Künstler von uns den Raum, über eine Leidenschaft zu sprechen, die (auf den ersten Blick) nichts mit seinem eigenen Schaffen zu tun hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2017
Auch im Februar setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Migos, Roc Marciano, Kingdom und Vermont.
Music Interview
Baba Zula
»Ob wir am Leben bleiben, ist die Frage«
Zum 20. Geburtstag der Istanbuler Psychedelic-Combo Baba Zula erschien deren Doppelalbum »XX«. Nach Feiern ist Bandleader Murat Ertel aber angesichts der Zustände in seinem Heimatland nicht zumute
Music Essay
Records Revisited
The Other People Place – Lifestyles Of The Laptop Café (2001)
Diese Tage erschien die Reissue des vielleicht zugänglichsten Albums aus dem Drexciya-Umfeld. Aber es beschrieb damals auch soziale Prozesse, die unserem Verlangen nach Identität im Wege standen. Und stehen.
Music Kolumne
Keine halben Sätze
Proband: DJ Illegal of Snowgoons
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: DJ Illegal von den Snowgoons. Producer, ein Viertel der Snowgoons-Viertel, Vapiano-Fan, lebt in: München.
Music Porträt
New Record Labels #25
Bliq, Dub Disco, Ectotherm und Jazzaggression
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Bliq, Dub Disco, Ectotherm, Jazzaggression
Music Porträt
Sampha
Glaube an das Gegenteil
Nach Jahren als Erfüllungsgehilfe der großen Popmenschen hat Sampha nun seine Autobiografie fertig. Sie umfasst zehn Songs. Ohne den Tod wäre das Album nicht, was es ist. Vermutlich wäre es nicht einmal da.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar 2017
Auch im neuen Jahr setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Run The Jewels, Tornado Wallace und Fjaak.
Music Interview
Schnipo Schranke
Weil es halt scheiße ist
Authenthisch und gar nicht mal so optimistisch. Warum machen Schnipo Schranke eigentlich die Musik, die sie machen? Weil machens halt offensichtlich scheiße ist. Wir trafen Fritzi Ernst und Daniela Reis in St. Pauli.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
The xx – I See You
The xx sind zurück und zwar jeder Einzelne von ihnen. Das hört man stark. Ein Problem, finden unsere Kolumnisten. Sie finden aber auch: The xx sind bereit für das ganz Große. Aber das das gefühlt Kleine war halt früher so toll an denen…
Music Porträt
Bonobo
Stillness Is The Move
Bonobo macht Musik, zu der sich gut entspannen lässt. Das brachte ihm den Stempel »chill out« ein. Mit seinem sechsten Album zeigt er jetzt endgültig: dass man auch mit druckloser Musik etwas ausdrücken kann.
Music Interview
Bohren & The Club Of Gore
»Wenn die Töne viel Zeit und Raum haben«
Für viele sind sie Meister. Für viele sind sie langweilig. Für manche beides. Eines aber steht fest: niemand sonst klingt wie Bohren & The Club Of Gore. Im Spätherbst ’16 und im Winter ’17 sind nun drei Alben der Band neu erschienen.
Music Liste
16 Schallplatten,
die 15 Jahre Project: Mooncircle erklären
Wir starten das neue Jahr mit Glückwünschen. Project:Mooncircle ist 15 Jahre alt geworden. Seine beiden CEOs, Gordon und Malte, haben uns 16 Platten vorgestellt, anhand derer man die Label-Historie nachvollziehen kann.
Music Porträt
A Tribe Called Quest
Bewegte Legenden
A Tribe Called Quest legen nach 18 Jahren Quasi-Sendepause ein neues Album vor. Worin liegt der Zauber von »We Got It From Here … Thank You 4 Your Service«? Darin, dass die Band zurecht Legendenstatus genießt – und diesen nicht verwaltet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.