Music Porträt | verfasst 03.09.2015
Aepic
Einzelkämpfer notgedrungen
Während in seiner Heimatstadt Aachen die Clubs schließen, macht Aepic aus der Not eine Tugend und nutzt die gewonnene Zeit zum Beats bauen und rappen. Seine zweite EP »Deep Sky Low Fy« ist soeben bei HHV auf Vinyl erschienen.
Text Falko Luniak
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Mit Hip Hop angefangen hat es beim Aachener Rapper Aepic wie bei schon so manch anderem: Der große Bruder war schuld. Dieser fixte ihn mit Mixtapes an, auf denen von Promoe bis Dilated Peoples alles gefeaturet wurde, was zu einer Trueschool-Sozialisation dazu gehört. Irgendwann griff er dann auch selbst zu Mic und MPC und betrat die aktive MC-Laufbahn. _»Ich mag den Boom-Bap der Neunziger mit seinem Sample-lastigen, analogen Sound und versuche Samples zu picken, die einen ähnlichen Charme besitzen.« Vor allem die Beats nehmen bei Aepic eine wichtige Stellung ein. Organisch und harmonisch muss es klingen. Da wird ein Instrumental auch schon mal ein paar Wochen gepumpt, bevor es durch die Qualitätskontrolle gekommen ist. Das Material dafür findet sich im elterlichen Plattenschrank, die Songthemen im alltäglichen Chaos. _»Was nicht geht, sind Tracks über die Ex-Freundin oder anderer Kram, den man besser dem Therapeuten erzählen sollte. Afrob rappte mal: ›Meine Tracks haben Konzept, aber selten nur ein Thema‹. Ich schätze, so geht es mir auch.« So ist es mehr ein Gefühl, das vermittelt wird in den Tracks, keine überzogenen Geschichten, keine Effekthascherei. Aepic grenzt sich ab von dem Rap, »der da im Fernsehen gespielt wird«.

»Ich mag den Boom-Bap der Neunziger mit seinem Sample-lastigen, analogen Sound und versuche Samples zu picken, die einen ähnlichen Charme besitzen.« (Aepic) Die ersten musikalischen Gehversuche wurden auf seine Debüt-EP »To The Stars By Hard Ways« gebannt, quasi eine Werkschau aus drei Jahren Produktionsphase, inklusive Eloquent-Feature, welcher einen großen Einfluss auf Aepic’s Schaffen besitzt. Mit »Deep Sky Low Fy« erschien just sein zweites Release, dieses mal auch auf schwarzem Gold. Der Kontakt hierfür kam über den Kollegen Dude26 von dude&phaeb zustande. »Dude hat sich organisatorisch extrem ins Zeug gelegt, um die zweite EP herauszubringen, wofür ich ihm sehr dankbar bin.« So war ein Feature Ehrensache. Musikalisch passt das gut zusammen: Tiefen-entspannt rollen die Worte der Protagonisten über den basslastigen Bumm-Tschak-Klangteppich wie in maßgefertigter Teamarbeit. Darüber hinaus sieht sich Aepic jedoch eher als Einzelkämpfer, was wohl auch mit der eher unvernetzten Aachener Untergrundszene zusammenhängt. »Seit PUT DA NEEDLE weg ist, so scheint es aber, geht hier nicht mehr viel.« So ist das empfundene Clubsterben in der rheinländischen Kurstadt auch einer der Gründe, warum er lieber vor der MPC sitzt, anstatt sich auf Partys herum zu treiben. Gut für die Zuhörer, denn von dem jungen Mann wird man bestimmt noch so einiges hören.

Das Album »Deep Sky Low Fry« von Aepic findest du exklusiv bei hhv.de: LP
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