Music Interview | verfasst 10.09.2015
Romano
Jenseits von Jedem
Splash! 2015: Kopfschütteln, fragende Blicke und sogar Buhrufe, dafür Feiern und Gejohle direkt vor der Bühne. Romano verbindet Rap, Electro, Schlager und Metal – und spaltet die Gemüter. Ein Gespräch über die Kunst, man selbst zu sein.
Text Georg Rackow
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Inwieweit unterschied sich das Publikum und deren Reaktionen auf dich zwischen Splash! Festival und Melt! Festival?
Romano: Beides hat Spaß gemacht und war eine tolle Erfahrung. Beim Splash! war es ein bisschen schade, dass K.I.Z. zeitgleich einen Überraschungsgig auf der Hauptbühne hatten. Aber es waren ein paar Leute da. Ich glaube, dass der Romano für den Hip Hop nicht so richtig zu greifen ist. Das Melt! wiederum, absolut. Die Leute sind mit ihrer Herkunft aus dem elektronischen Bereich vielleicht ein bisschen offener. Beim Splash! gab es genügend, die gefeiert haben, aber ich kann mir vorstellen, dass viele sich nicht abgeholt fühlen, wenn es nicht so ist, wie sie es gewohnt sind. Deswegen hat der Gig beim Splash! mehr Fragen aufgeworfen, während die Leute auf dem Melt! einfach nur feiern wollten.

Was sind die häufigsten Reaktion der Menschen auf dich, wenn sie dich auf der Straße sehen?
Romano: Interessant ist, dass die Straße voller Liebe ist. Es ist unfassbar. Die Leute kommen an, umarmen einen. Die Mädels freuen sich. Die Energie ist toll. Es passiert vielleicht ab und zu mal, das die Leute denken: »Üh, versteh ich nicht.« Aber man muss ja auch nicht alles verstehen. Ich verstehe mich manchmal auch nicht.

Die Mode, der du huldigst und der Look, den du um dich herum erschaffen hast, von der Jacke bis zur Frisur, zeugt von einem großen Interesse für Äußerlichkeiten. Was ist der Reiz daran, mit der Fassade zu spielen?
Romano: Ich trage einfach das zur Schau, was ich liebe: Starter-Jacken, Jogginghosen und Hi-Tops. Irgendwann war es so, das ich festgestellt habe, egal ob beim Einkaufen oder sonst wo, ich fühle mich in dem Look einfach am wohlsten. Es hat sich dann einfach so ergeben. Das ist der Oldschool-Look, den ich als Jugendlicher schon geil fand und da bin ich dran kleben geblieben. Und was die Zöpfe angeht, da spielt auch rein, dass ich Fan der Westküste und des G-Funks bin. Wenn man sich Dokumentationen von damals anschaut, hast du bei den Jungs immer gesehen, der Eine hatte Corn Rows, der Nächste hatte geflochtene Zöpfe oder einer hatte Jerry Curls. Das hat mir gefallen. Vielleicht aber auch diese Gangkultur-, dieses Ich-bau-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt-Pippi-Langstrumpf-mäßige. Außerdem fand man das in den Neunzigern zum Beispiel beim Bassisten von Suicidal Tendencies, der dann später zu Metallica gegangen ist oder bei Korn. Ich finde, wenn man lange Haare hat, kann man auch was damit machen, mal Schnecken oder Zöpfe, warum nicht? Das mit den Zöpfen ist einfach ein Look, der mir gefällt, den ich auch privat öfter trage und als Romano trage ich den eben auch.

»Ich finde Hip-Hop rückständig, absolut rückständig.« (Romano) Zu deinem Look gehört auch das Spiel mit Metrosexualität. Du verwässerst die Mann-Frau-Grenze. Gerade in der Hip Hop-Szene erntet man damit auch aktiv Schelte und Inakzeptanz – das ist aber nichts worauf du Rücksicht nimmst, oder?
Romano: Das ist mir total egal, total schnuppe. Das ist ja Szene-verhaftet, das ist da irgendwie drin. Das ist ja auch beim Ragga so, siehe Bounty Killer. Das ist total traurig und erschreckend. Wir wollen ein fortschrittlicher Staat sein, aber in den Köpfe liegen wir noch Jahre zurück, in einer Zeit der Intoleranz. Wir geben uns zwar tolerant, aber unterschwellig schwirrt immer noch etwas extrem Verkapptes und Verkrampftes herum. Und ich möchte den Leuten einfach zeigen, lebt so, wie ihr lebt, lebt es aus und fühlt euch wohl. Wenn ihr euch stark als Mann, als Frau, als Mann-Frau, als Lady-Boy fühlt, lebt es aus. Wie viele Leute haben Angst ihrer Familie zu sagen, dass sie anders sind? Wir sind alles nur Menschen, wir haben alle das Recht auf Leben und Selbstverwirklichung. Deswegen finde ich Hip Hop rückständig, absolut rückständig.

Dazu kommt, dass du im Song »Sex Train« ein grundsätzliches Interesse an Liebe mit allen Geschlechtern formulierst. Ist das ein Stilmittel oder bist das du?
Romano: Es ist in dem Song definitiv ein Stilmittel, denn es geht nur um den Menschen. Der Mensch ist entscheidend. Und es ist der »Sex Train«, im »Sex Train« ist alles möglich. Damit spreche ich auch alle Menschen dieser Welt an. Und mehr sage ich dazu nicht. (grinst)

Du hältst neben den spaßigen Songs wie »Klaps auf den Po« auch nicht mit Gesellschaftskritik hinterm Berg. In »Brenn die Bank ab« wird das besonders deutlich. Wenn ich dich nach der politischen Message von Romano fragen würde, welche wäre das?
Romano: Ich breche es auf die Basis runter: Hierbei geht es nicht um irgendeine Richtung, sondern es geht um die Menschen. Mir geht es nicht um eine Szene. Wo gehörst du hin? Wer bist du? Wo kommst du her? Das spielt für mich nicht unbedingt die Rolle. Wichtig ist mir das Näherkommen, das Näherrücken, das Zulassen von Nähe. Bei uns ist es doch so, dass wenn uns jemand auf der Straße anlächelt, dann fragt man sich, was mit dem los ist. Dabei wünscht er einem vielleicht nur einen guten Tag und man könnte einfach zurück lächeln. Wir könnten uns den Alltag schöner machen, wenn wir einfach miteinander anders umgehen, Vorurteile, Ängste zurück nehmen. Wir sind alle nicht davor gefeit, aber wir können daran arbeiten. Es geht mir also nicht um eine Richtung, sondern um den Kitt zwischen den Menschen.

Was war der Auslöser für den Song »Brenn die Bank ab«?
Romano: Es ist so: ich sehe in meinem Umfeld Dinge, die mich interessieren, die mich begeistern, die mich aber auch verärgern und über diese Dinge singe ich. Ich habe zum Beispiel nach der Bankenkrise in meinem Umfeld Omas gesehen, die mit ihren Enkeln Pfandflaschen gesammelt haben. Die haben doch bestimmt auch eingezahlt und vielleicht sogar die Trümmer weggeräumt nach dem Krieg. Da habe ich mich gefragt, woher das kommt und was das soll? Und Hip-Hop war für mich auch immer »Fuck the Police«. Es hat mir im Hip-Hop einfach auch ein bisschen gefehlt, so ein »Brenn die Bank ab«. Man sieht es aktuell wieder an N.W.A. Die haben die Goldkette und die Mülltonne zusammengebracht. Mir hat in letzter Zeit die Mülltonne etwas gefehlt.

Du hast dich bisher im Metal, Techno, Drum ’n Bass, Schlager und Rap umgetan. Kannst du mal deine Entwicklung nachzeichnen.
Romano: Wenn man sich meinen Lebenslauf betrachtet, ist es ja nicht so, dass man im Mai 2000 beschlossen hat, eine Sache nicht mehr zu machen und ab sofort Drum ’n Bass produziert und ab Dezember 2003 dann Techno. Das funktioniert ja so nicht. Meistens ist es so, dass man immer schon parallel Sachen gemacht hat. Ich habe mit Siriusmo seit 1996 immer wieder gearbeitet, auch an elektronischer Musik. Parallel hatte ich eine Metal-Band. Am Ende habe ich dann parallel schon mit Drum ’n Bass angefangen, was dann durch neue Bekanntschaften, wie zum Beispiel mit Jan Driver, wiederum dazu führte, dass ich auch Techno machte. Das lief alles parallel. Das war teilweise so krass, dass ich zum Runterkommen von Schlagerauftritten Black- und Death-Metal gehört habe, um mich zu rebooten und beim nächsten Auftritt wieder Schlager machen zu können.

Du könntest den Nonkonformisten als perfekte Leitfigur dienen – würdest du dich wohl fühlen in der Rolle?
Romano: Ich möchte nichts gegen einzelnen Szenen sagen, Szenen bieten Sicherheit, aber ich präsentiere das so, wie ich es gerne mag. Ich wäre auch nicht glaubwürdig, wenn ich nur probiere, in irgendeine Szene reinzupassen. Das bin ich nicht. Das heißt, ich wandere zwischen den Szenen und zeige den Leuten, ihr könnt das machen, ihr könnt euch trauen, aber ihr müsst es auch nicht machen. Ich freue mich total, wenn mir Leute schreiben, dass sie sich wegen meiner Musik anderen Genres öffnen oder wenn ich als Türöffner fungieren kann für Leute, die sehen, dass ich das mache und sich dadurch auch trauen. Aber Leitfigur ist vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen. Weiß ich nicht.

»Wenn man zu wenig Schlaf hatte und zu viel Kaffee, hatte ich immer das Gefühl, dass da so eine Energie ist mit so vielen Leuten im Berufsverkehr.« (Romano) Zu dem Projekt Romano gehören ja neben dir als MC auch noch dein Produzent Siriusmo und der Filmer Jakob Grunert? Wie habt ihr euch kennen gelernt?
Romano: Ich weiß gar nicht, ob es dieses Projekt vor zwei oder drei Jahren hätte geben können. Es gibt so Situationen, in denen sich was öffnet. Auf einmal hast du neue Glaubensbrüder, mit denen du zusammen arbeitest. Moritz (Anm.: Siriusmo) ist ein langjähriger Freund und dann kam Jakob Grunert dazu. Er hat das Video zu »Itchy/Cornerboy« gemacht, auf dem ich englisch gerappt habe. Er wollte mit Moritz unbedingt was machen und meinte, lass uns doch was mit MC Ramon bzw. Cornerboy was machen. Und Moritz wollte mit mir auch schon immer was visuell umsetzen. Da haben wir lange überlegt, was für Situation inszenieren könnten, bis die Idee kam, mich in meinem Alltag zu zeigen. Dann haben wir ein paar Leuten Bescheid gesagt, dass sie vorbei kommen sollen und haben die Omis, die bei mir im Haus wohnen, auf einen Kuchen dazu geholt. Bei diesem Dreh haben wir gemerkt, wir können miteinander gut arbeiten.

Kamen die mit einer Vision von Romano zu dir oder umgekehrt?
Romano: Als Dreier-Team haben wir einfach einen guten Draht – die drei Musketiere. Wir haben alle einen Musikgeschmack, der nicht so begrenzt ist, sondern relativ offen. Daraus entstand dann die Idee, mal ein größeres Projekt zusammen zu machen. So ist das meistens bei Freunden. Dahinter steht dann keine große Marketingstrategie. Ich bin dabei so geblieben, wie ich bin und wir haben das einfach in die neue Form gebracht. Die Fahrtrichtung war nicht ganz klar am Anfang, wir haben einfach erst einmal gemacht. Lass uns jeden Dienstag auf ein paar Bier treffen oder auf einen Sekt, wie auch immer, und lass uns einfach Mucke machen. Wir hatten einfach Spaß daran. Dann meinte Jakob irgendwann zu mir, überlege dir Themen, auf die du Lust hast und lass die Leute so nah ran, wie du sie ran lassen willst. Der erste Song war dann »Sex Train«, denn ich bin mit dem Zug immer zur Arbeit gefahren und wenn man zu wenig Schlaf hatte und zu viel Kaffee, hatte ich immer das Gefühl, dass da so eine Energie ist mit so vielen Leuten im Berufsverkehr. Und dann folgten einfach die anderen Songs.

Deine Hooks sind immer recht eingängig und repetitiv. Das ist schön plakativ und bleibt sehr gut hängen. Ist das notwendig um die Einstiegsschwelle zu deinem Genremix abzubauen?
Romano: Nein, würde ich nicht sagen. Ich liebe einfach Hooks, ich bin ein Kinder der Achtziger. Gerade in den 1980er Jahren gab es einen enormen Schub, wo es um Gesangsschleifen ging. Da wurde die Hook dann ja nochmal und nochmal wiederholt und groß angekündigt. Ich stand da drauf, ob das Janet Jackson war oder George Michael mit »I Want Your Sex«, egal was. Mich haben diese Schleifen einfach beeindruckt. Deswegen ist das vielleicht auch bei diesem Projekt so. Du hast ja »Romano und Julia«, was ja Schlager-Elemente hat. Aber auch beim Grime lebt die Musik davon, Sachen zu wiederholen, wie zum Beispiel bei »Auf der Straße«, wo ich rappe »Ich komm von der Straße, häng auf der Straße, park meinen 7er quer auf der Straße, der Tank ist leer, ich steh auf der Straße, brauche keine Garage, Straße«, einfach pow pow, shoutmäßig reingehen. Es wird sogar überstrapaziert, mit immer wieder derselben Endung. Bei Nummern wie »Heiß heiß Baby»« kommt aber wahrscheinlich der 80er Flash.

Das Album »Jenseits von Köpenick« von Romano findest du bei hhv.de: CD und CD-Deluxe Box
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