Music Interview | verfasst 26.10.2015
Roots Manuva
Der Geisteszustand von Jesus
Anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Albums »Bleeds« hat sich der 43-jährige Künstler mit uns zusammengesetzt, um über die Herausforderungen und musikalischen Wandlungen zu sprechen.
Rootsmanuva

In der Ankündigung zu »Bleeds« beschreibst du, dass Roots Manuva für dich Wachstum bedeutet. Wie sieht dein Wachstum aus und wo liegen deine Wurzeln mittlerweile?
Roots Manuva: Es ist einige Zeit vergangen und ich begann darüber nachzudenken, ob die Blüte nicht noch immer ein Teil der Wurzel ist. Ich fühle mich so, als ob ich gerade erst damit beginne, unser Dasein als nichtlinear wahrzunehmen. In der Vergangenheit haben mich einige sehr egozentrischen Herangehensweisen aufgehalten, mit denen ich im Leben klarkommen wollte. Als ich damit begann Musik zu machen, hatte ich sehr viele Existenzängste und das ständige Verlangen, die Dinge zu zerstören um sie zu richten. Jetzt will ich die Dinge nicht mehr kaputt machen, ich will sie nur ein kleines bisschen bluten lassen. Es ist fast so, als wäre ich neu geboren worden.

Das ist auch mein Eindruck von »Bleeds«. Das Album klingt für mich ruhiger, erwachsener und weniger mit einem Augenzwinkern geschrieben als deine bisherigen Platten. Wie nimmst du diese Entwicklung wahr?
Roots Manuva: Humor ist das Einzige, was mich hier hält. Es gibt darauf also immer noch Humor. Es ist aber nicht mehr so ein kindlicher Humor, sondern etwas erwachsener geworden. Es ist sozusagen die Suche nach einer selbstlosen Lebensfreude. Ich scherze natürlich wenn ich sage, dass ich versuche in den Geisteszustand von Jesus Christus oder Krishna zu klettern. Sie waren dazu bereit gefährliche Dinge zu tun, um ihre Lehren zu verbreiten. »Spiritualität ist wie Samplen: Alles, was hier ist, war schon immer hier. Das einzig neue ist die Art, wie wir damit umgehen.« ( Roots Manuva) Ich meine dies aber nicht wortwörtlich, bitte bringt mich nicht für meine Kunst um! (beginnt zu lachen) Ich versuche meinen Texten eine metaphorische Bedeutung zu verleihen. Bei allem Respekt für Casting Shows wie The X Factor oder The Voice, in Zeiten von massentauglicher Unterhaltung und geistlosen Stars sind alle am reden. Jeder verkündet etwas über Twitter und Facebook. Aber worüber reden sie denn alle? Brauchen sie nicht mehr im Leben als Gucci und teure Autos?

Spiegelt der Eröffnungstack »Hard Bastards« diesen erwachsenen Humor wider?
Roots Manuva: Genau, das ist einer meiner persönlichen Witze, die mich zum lachen bringen. Ich habe anfangs nicht erwartet, diesen Text in kommerzieller Form veröffentlichen zu können. Es ist ein fünfminütiger Wortschwall, in dem ich eine Welt anprangere und beschimpfe, in der wir alle ein Haufen Drecksäue sind. Zudem hat es diesen fast schon kitschigen Refrain. Wie bei der Steve Miller Band (beginnt eine Melodie zu summen): »time keeps on slipping into the future…« Es war niemals als kommerzielle Veröffentlichung gedacht. Das ist es auch, was mich zum Lachen bringt: Damit davon zu kommen, dass die Leute es als bedeutungsvolle Kunst ansehen.

Du hast mit einigen bedeutenden Produzenten wie Four Tet, Machine Drum oder Adrian Sherwood zusammen gearbeitet. Wie haben deren markante Stile dich beeinflusst?
Roots Manuva: Am Anfang war es relative schwierig die richtige Musik zu finden. Sehr häufig gefiel mir der Text an sich ohne Musik besser. Es hat ewig gedauert, bis wir eine akustische Grundlage gefunden haben, die genau so dramatisch wie der Text ist. Ich musste meine Leidenschaft für Bässe ein wenig in den Hintergrund rücken und mehr mit mittleren Frequenzen arbeiten.

Wie sieht dein kreativer Arbeitsprozess aus?
Roots Manuva: Ich schreibe ständig Texte, Gedichte und Essays. Ich schreibe sie nicht, weil es mein Beruf ist, sondern weil ich es machen muss. Ich schreibe, weil ich nicht anders kann. Es lenkt mich auf gewisse Weise ein wenig von der Verantwortung ab, die man als Erwachsener hat. Es mag sich seltsam anhören, aber es geht mir darum, ein Musikstück anzuhören, in die Gesangskabine zu gehen und eine Dreiviertelstunde lang irgendeinen Kauderwelsch hinein zu sprechen. Dann bin ich im Studio und jemand wie Four Tet oder Adrian Sherwood zerschnippelt es und verwandelt es in etwas, das mich anspricht. Das treibt mich an, Musik und Worte zu hören, oder auch Formen und Farben zu hören.

Du bist mittlerweile ein fest etablierter Künstler. Macht das die Dinge einfacher oder entstehen daraus ganz neue Herausforderungen?
Roots Manuva: Es macht die Sache auf jeden Fall einfacher. Aber ich habe Angst davor, diese Erleichterung als selbstverständlich hinzunehmen. »Ich dachte ernsthaft die ganze Welt sei nur noch am streamen.« ( Roots Manuva) Es ist mir wichtig, mich nicht in meinem Elfenbeinturm einzuschließen oder meiner Blase zu verlieren. Ich möchte weiterhin mit den gegenwärtigen Stilen in Verbindung bleiben. Ich habe mich immer davor gescheut, einer dieser alten Künstler zu werden, die nichts Neues mehr leiden können. Mit dem Aufkommen des internationalen HipHop und den Errungenschaften der HipHop Kultur wie Mixtapes, kann ich immer wieder neues entdecken. Es ist zum Beispiel erstaunlich nach Berlin zu kommen und zu entdecken, dass die Leute immer noch auf Vinyl stehen. Ich denke mir dann: Oha, wirklich?! Leute kaufen hier Vinyl? Das ist großartig! Ich dachte ernsthaft die ganze Welt sei nur noch am streamen.

Deine Musik wird in den Medien manchmal sogar als Geniestreich bezeichnet. Empfindest du derartige Urteile als einschüchternd oder lächerlich? Oder kannst du solche Einschätzungen ausreichend wertschätzen?
Roots Manuva: Wenn du dir das Leben von Leuten wie Jackson Pollock oder Vincent van Gogh anschaust, die als Genies bezeichnet wurden, wirst du feststellen, dass diese Künstler sehr gestörte Persönlichkeiten hatten. Wenn man mich als Genie bezeichnet, muss ich schlucken und denke mir: Das ist sehr schön und es streichelt mein Ego und fühlt sich gut an. Aber sobald ich es gehört habe, versuche ich es gleich zu vergessen und in Bescheidenheit zu Leben.

Du sprichts von spirituellen Themen und religiösen Symbolen. Würdest du dich als eine religiöse oder spirituelle Person bezeichnen?
Roots Manuva: Heutzutage bin ich vollkommen unreligiös. Ich wurde von meinen Eltern religiös erzogen und sie bestanden darauf, dass ich in die Kirche und in die Sonntagsschule ging. Aber als 43-jähriger bin ich mittlerweile vollkommen losgelöst von Verbindungen zu irgendeiner organisierten Glaubensgemeinschaft. Ich glaube an eine Spiritualität, aber diese ist sehr privat und etwas, worüber ich nicht allzu viel nachdenken möchte. Ich glaube ganz einfach daran, aber ich bin immer noch auf der Suche nach einer Definition, was genau das eigentlich ist. Ich kann es vielleicht ein wenig mit HipHop vergleichen, dem Samplen von diesem oder jenem, um etwas neues zu erschaffen. Alles, was hier ist, war schon immer hier, das einzig neue ist die Art, wie wir damit umgehen.

Welche Bedeutung hat die Sampladelia von HipHop für dich?
Roots Manuva: HipHop ist definitiv mehr als das, was du im Radio hörst. HipHop lebt überall um uns herum. HipHop ist nicht nur ein Sound, HipHop ist nicht nur Rap. Jedesmal wenn du einen Fader siehst, ist das HipHop. Grandmaster Caz hat diesen verdammten Fader erfunden und dafür niemals Geld bekommen. HipHop kann so etwas einfach machen. Wir müssen diese Seele in uns tragen. Schau dir Africa Bambaataa an, er war in den 70er Jahren ein berüchtigter Gangster. Eines Tages ist er aufgewacht und hat verkündet: Vergiss die ganzen sinnlosen Kämpfe, lass uns tanzen! Wir dürfen diese Bedeutung nicht vergessen. Das ist es, was uns füttert. Diese Frequenzen, welche HipHop hervorhebt und erkundet, das ist Nahrung, das ist unsere Kost. Mach keinen Blödsinn damit. Vinyl ist eine ernsthafte Angelegenheit, es ist gut für deine Ernährung.

Das Album »Bleeds« von Roots Manuva findest du bei hhv.de auf LP und CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 14.07.2011
Dels
GOB
Es hat sich angekündigt: Nach Aufsehen erregenden Singles überzeugt Kieren Dickins†˜ Debütalbum auf ganzer Linie.
Music Interview | verfasst 01.07.2008
Roots Manuva
Gegen die reine Vernunft
Auch mit seinem neuen Album rebelliert Roots Manuva gegen die ihm zugeschriebene Tiefe. Ein Interview.
Music Porträt | verfasst 20.10.2011
Roots Manuva
Auf der Suche nach dem perfekten Bass
Roots Manuva ist einer der konstantesten und experimentellsten HipHop-Künstler von der britischen Insel. Sein stetiger Antrieb: Er ist auf der Suche nach dem idealen Bass. Nun liegt ein neues Album vor.
Music Review | verfasst 10.09.2010
Roots Manuva meets Wrongtom
Duppy Writer
Abgesehen von einigen produktionstechnischen Gimmicks, sind die nach wie vor kräftigen und einzigartigen Raps die einzige Verbindung in die Jetzt-Zeit.
Music Review | verfasst 04.02.2013
Roots Manuva
Banana Skank EP
Ein Lebenszeichen von Roots Manuva. Der Brite hat seinen Song »Banana Skank« remixen lassen.
Music Review | verfasst 10.02.2012
Speech Debelle
Freedom Of Speech
Speech Debelle hat sich zwei Jahre für den Nachfolger zu Speech Therapy Zeit gelassen und das hat sich gelohnt.
Music Review | verfasst 29.10.2007
Cadence Weapon
Breaking Kayfabe
»Breaking Kayfabe« zeigt die Möglichkeiten für dieses so häufig als Gewohnheitstier gebrandmarkte HipHop-Ding auf.
Music Review | verfasst 29.10.2007
Various Artists
Well Deep - Ten Years Of Big Dada Recordings
»Well Deep – Ten Years Of Big Dada Recordings« punktet mit einer Compilation DVD!
Music Review | verfasst 11.03.2013
Dobie
We Will Not Harm You
Alte Meister rosten nicht. UK-Producer Dobie bringt mit »We Will Not Harm You« seine erste Platte über Big Dada raus.
Music Review | verfasst 10.01.2014
Run the Jewels
Run the Jewels
El-P hat bereits im letzten Jahr Killer Mike für dessen fünftes Album die Beats auf den Leib geschneidert. Mit Run the Jewels geht’s weiter.
Music Review | verfasst 07.03.2008
Cadence Weapon
Afterparty Babies
Cadence Weapon wagt etwas, was sich so viele Rapper und Produzenten nicht mehr trauen: er experimentiert nach Herzenslust.
Music Review | verfasst 31.01.2014
Young Fathers
Dead
Hip Hop aus Schottland, kantig, verschroben und gut. Young Fathers machen auf ihrem Debüt »Dead« alles richtig.
Music Review | verfasst 23.05.2014
Kate Tempest
Everybody Down
Vielleicht sollte man das Album Mike Leigh als Drehbuch vorlegen? Kate Tempest legt auf »Everybody Down« noch eine Schippe drauf.
Music Review | verfasst 29.08.2014
Busdriver
Perfect Hair
Der Langzeit-Wierdo Busdriver hat auf »Perfect Hair« mit Geschrei, Gejammer, Gelächter, Gesang und Geflexe zu sich selbst gefunden.
Music Review | verfasst 28.04.2015
Young Fathers
White Men Are Black Men Too
Die einen sagen »zu sperrig!« die anderen »neuerartig«. Es stimmt beides. Und deswegen haben Young Fathers ein großes Album veröffentlicht.
Music Interview | verfasst 20.10.2006
TY
Lasst Hip Hop erwachsen werden
»Wir können nicht einfach auseinandergehen und so tun, als hätten wir uns niemals getroffen.« Eine Drohung? Eine frohe Botschaft? Nein, der britische Rapper TY erklärt sein Konzept eines erwachsenen, verantwortungsvollen Hip Hop.
Music Porträt | verfasst 27.02.2012
Speech Debelle
Halb Popstar, halb Rowdy
Sie hatte mit ihrem Debüt vor drei Jahren den Mercury Prize gewonnen. Nun ist Speech Debelle mit einer neuen, musikalisch und textlich reiferen Platte zurückgekehrt, die sie als ernsthafte, innerlich bewegte Künstlerin zeigt.
Music Interview | verfasst 24.01.2008
Cadence Weapon
What's next?
Im Interview sprechen wir mit dem Tausendsassa aus dem kanadischen Edmonton über sein im März erscheinendes neues Album »Afterparty Babies«, Schubladen-Denken, Basement Jaxx, Billy Joel, DJ-Fantasien und Turf Talk.
Music Interview | verfasst 10.02.2014
Run the Jewels
No Mission
Wir sprachen mit El-P und Killer Mike über die Möglichkeit von Innovation und warum man über Musik nicht zu viel reden darf. In diesem Sinne …
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne | verfasst 19.10.2011
Aigners Inventur
September/Oktober 2011
Wie üblich macht unser Kolumnist vom Dienst auch in dieser Ausgabe vor großen Namen nicht Halt. So dürfen sich Phonte, Emika, James Blake, Radiohead und Apparat Watschen abholen. Warum es trotzdem ein guter Monat war, lest ihr hier.
Music Review | verfasst 17.09.2010
Various Artists
Ninja Tune XX
Ninja Tune ist ein kleines Wunder geglückt: Durch Herzblut und Innovation in 20 Jahren brandaktuell und gleichermaßen legendär zu sein. Glückwunsch!
Music Review | verfasst 28.06.2011
Wiley
100% Publishing
Nicht so bahnbrechend wie auf Playtime Is Over und doch durchaus hörenswert präsentiert sich der Eskiboy auf seinem neuen Album..
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.