Music Essay | verfasst 01.10.2015
Wreck Yoself!
Die neue Lust an der Selbstzerstörung
Die Utopien sind aufgebraucht, der Medizinschrank bis zum Zerbersten voll. Rapper sind vom Glauben abgekommen und auf Drogen hängengeblieben. Wir gucken ihn gerne dabei zu – die Kaputtesten sind die Erfolgreichsten. Was ist los?
Text Pippo Kuhzart
533742367_1280x720

Kendrick Lamar proklamiert zwar »We gon’ be alright!«, seine Kollegen sind aber anderer Meinung. Seine Kollegen, das sind hier jene, deren Musik in den Staaten chartet, die auch über dem großen Teich bekannt sind. Künstler aus dem Bereich Rap/R&B, die Crossover-Erfolge feiern.

In den Top 10 der US-amerikanischen Billboard 200 befanden sich noch vor zwei Wochen drei Rap/R&B-Alben, anhand derer sich eine Tendenz ablesen lässt. The Weeknd, Travi$ Scott und Future geht es allesamt auf ihren Werken nicht sonderlich gut. Doch sie alle beschäftigen sich gar nicht mehr damit, dass oder wie irgendetwas wieder »alright« werden könnte. Stattdessen finden sie Halt im eigenen Ego und betäuben sich.

»Check yourself before you wreck yourself!«, der von Ice Cube geprägte Slogan war immer ein wichtiger im Rap. Er bedeutet so viel wie: Überdenke nochmal, was du vorhast, bevor etwas gewaltig in die Hose gehen könnte. Mainstream-Rap und R&B waren stets darum bemüht zu zeigen: Mir geht es blendend, ich bin der richtige Mann für dich. Vor allem bei The Weeknd (Platz 1 in der Charts) und Future (Platz 10) lautet die Devise nun viel mehr: Mir geht es beschissen, und ich bin ausschließlich der richtige Mann für mich. Beide inszenieren sich als selbstbewusste Egomanen, die auf ihr eigenes Grab zusteuern.

Die Genres haben eine bisher nicht dagewesene Lust an der Selbstzerstörung entwickelt. Jene Musiker, die die Dunkelheit, das Absinken in den Drogensumpf am stilvollsten darstellen, sind gerade die erfolgreichsten. »Drugs started to feel like decaf« singt The Weeknd, »I’ve been up for a long time, broad day/I’ve been popping pills, pouring syrup, everyday« rappt Travi$ Scott, der schon auf seinem Vorgänger-Mixtape sagte, dass ihm eine Überdosis durchaus egal wäre. Etwas überspitzt ist also von Ice Cubes Aufforderung nur noch das »wreck yourself!« geblieben.

Den Ursprung dieser Tendenz findet man vielleicht bei Lil Wayne. Als dieser 2007 und 2008 auf dem Höhepunkt seines Schaffens war, befand er sich gleichzeitig geradewegs auf einer Reise zum Mars und in den Tod. Sein Schaffen und sein Drogenkonsum hatten den Höhepunkt erreicht. Lil Wayne machte den Codein- und Promethazin-haltigen Sizzurp populär. Zuvor war dieses Getränk nur jenen Rap-Fans bekannt, die DJ Screw und UGK kannten. Nun nach und nach auch solchen, die in europäischen Großraumdiskotheken »Lollipop« neben einem David Guetta-Track abfeierten.

Ein Schlüsselsong für die aktuellen Tendenzen im Rap ist Lil Waynes »I Feel Like Dying«. »Only when the drugs are gone, I feel like dying« heißt es da im Refrain. Der Song stellte die unendlichen Höhen des drogeninduzierten Flugs direkt neben den darauf folgenden Absturz. Und akzeptierte diesen. 2013 befand sich Lil Wayne nach einem Schlaganfall für fast eine Woche in einem kritischen Zustand. »Reizvoll ist der Griff nach den Sternen und das gleichzeitige Ausblenden sozialer Verpflichtungen, Empathie und Liebe.« Zwar sieht Wayne den Ursprung für die Anfälle in seinem angeblichen Epilepsie-Leiden, der Drogenkonsum wird es aber zumindest nicht besser gemacht haben.

A$AP Rocky übernahm in der Folge Waynes Rolle als Botschafter des Sizzurp. Als sein bester Freund A$AP Yams, bekennender Fan von Xanax und anderen Betäubungsmitteln, im Januar dieses Jahres an einer Überdosis verschiedener Drogen starb, waren alle bestürzt. Eine weitere Diskussion aber löste das Thema nicht aus. Und das obwohl YAMS Kumpel A$AP Rocky ein Weltstar ist; inklusive Mode-Kampagnen und Teenie-Fans.

Stattdessen wächst die Zahl der Nachahmer. Reizvoll ist der Griff nach den Sternen und das gleichzeitige Ausblenden sozialer Verpflichtungen, Empathie und Liebe. Eine Art neuer Ignoranz hielt Einzug im Rap. Gerade erlebt sie mit Money Boy und seinen Medikamenten- und Hustensaft-Schergen seine Hochzeit in Deutschland. Der mit Sizzurp aufgefüllt Styropor-Becher ist längt auch hierzulande nicht mehr aus Rap-Videos wegzudenken, ob nun als Gimmick oder nicht spielt keine Rolle. Noch nie übten Rapper eine so große Faszination dadurch aus, dass man ihnen dabei zuschauen darf, wie sie sich betäuben und Stück für Stück herunterwirtschaften.


When I’m fucked up, that’s the real me


Vor allem für R&B ist die Abwehrhaltung gegenüber der Liebe atypisch. Zwar lag auch im R&B die Betonung immer schon oft auf dem ass statt der togetherness, aber genauso oft wurde die Liebe gesucht. Niemals komplett negiert.

R&B war auch in der jüngeren Vergangenheit schon desillusioniert (The-Dream zum Beispiel), blieb dabei auf der Suche nach Liebe. The Weeknds vielbeachtetes Debüt »House Of Balloons« aus dem Jahre 20011 verwehrte sich zum ersten Mal radikal dieser Suche. Mit seinem zweiten offiziellen Album »Beauty Behind The Madness« dreht sich nun alles um die Liebe – aber fast ausschließlich darum, wie sinnlos sie doch sei. »Stupid is next to I love you« singt er auf dem Albumopener, um später auszuführen: »I only love it when you touch me, not feel me/ When I’m fucked up, that’s the real me.« Mit diesen Zeilen bringt er alles auf den Punkt. Einerseits ist jegliches Gefühl aus der zwischenmenschlichen Beziehung gewichen, die nun ausschließlich körperlicher Natur sein soll, gleichzeitig ist er sich der Vergänglichkeit dieses Körpers nicht nur bewusst, sondern beschleunigt sie auch noch.

Was übrig bleibt? Nichts. Selbst auf dem Single-Hit »I Can’t Feel My Face«, ist das You nicht etwa eine Dame – sondern Koks: »I know you be the death of me at least we both be numb«. Das aktuell erfolgreichste R&B-Album bezirzt nicht mehr eine Angebetete, sondern spricht vom Glauben abgekommen jeder Emotion ihre Heiligkeit ab.

Vom Glauben an die Liebe abgekommen ist auch Future. Nachdem dessen Beziehung zu Sängerin Ciara in die Brüche ging, konnte man anhand seiner gefühlt monatlich neu erscheinenden Mixtapes sein Umgang mit dem nachvollziehen, was am Anfang nichts anderes war als Liebeskummer. »R&B war nie die Speerspitze des Feminismus. Die totale Degradierung der Frau auf Blockbuster-Niveau ist in diesem Ausmaß aber neu.« Direkt auf die Trennung folgte der kindlich-trotzige Song mit dem programmatischen Titel »Pussy Overrated«. In der Folge stürzte sich Future in gleich drei Dinge: Arbeit, Drogen und Sex. In seinen Zeilen spült er das Ecstasy mit Champagner herunter und guckt am Morgen darauf zu, welche Verfärbung sein Pipi gerade hat. Wenn er nicht gerade auf eine Frau pinkelt (»Peacoat«).

R&B war nie die Speerspitze des Feminismus. Die totale Degradierung der Frau auf Blockbuster-Niveau ist in diesem Ausmaß aber neu. Futures »Dirty Sprite Part 2« ist voll davon. Zum einen von Verweisen auf den Gebrauch von Xanax, MDMA und Codein, zum anderen von lieblosen Abhandlungen über den Geschlechtsakt. Über den weiblichen Part weiß man als Hörer nichts. Sie bleibt das Sexualobjekt; dafür konzentriert sich Future gleich an mehreren Stellen darauf, zu erzählen, welche teuren Designergegenstände er während des Aktes noch am Körper trägt. »I just fucked that bitch in some gucci flip flops«.

Travi$ Scott, zwei Plätze hinter The Weeknd in den Charts, hält schließlich auch keine andere Perspektive bereit: »You get high with me, you come down with me/ That’s all I need in my fantasy/ We designed our love around the drugs.«
Mehr als gemeinsame Drogentrips wünscht sich Scott nicht von seiner Partnerin. Die Droge bestimmt, was hier Liebe genannt wird. Die Fantasie, also die Vorstellungskraft, geht nicht über das hinaus, was die Droge bereithält.


Und das lässt sich nicht nur auf die Liebe beziehen. Denn Kendrick ist aktuell der Einzige populäre Rapper, der versucht, hinter die Umstände zu blicken. Er wehrt sich gegen das Bestehende und erdenkt sich Alternativen. »We gon’ be alright!«, rappt er in einem Jahr, in dem die Polizeigewalt in den USA so viele Todesopfer gefordert hat wie seit 40 Jahren nicht. Und der Rest? Gibt sich entweder unpolitisch oder ist nicht in der Lage sich eine bessere Zukunft auszumalen. Es ist ein wenig ironisch, das Rap-Fans aus aller Welt gerade in die Kinos trudeln, um sich den Film über die Rap-Revoluzzer N.W.A anzugucken, während ihre aktuellen Lieblingsrapper sich dem System untergeordnet haben und darauf bedacht sind, darin die eine möglich erfolgreiche Position einzunehmen.

Travi$ Scott spricht auf seinem Debütalbum einmal davon, etwas aufzubauen. Seine Mama habe ihm gesagt, dass alles, was er pflanze, wachsen müsse. Selber führt er fort: »And anything I detonate, that shit gotta blow.« Seine Mutter redet von Wachstum und Travi$ Scott hat keine Ahnung wohin dieser führen soll. Nur zum Erfolg. Oder zum großen Knall. Das »blow« kann man in beide Richtungen interpretieren. Etwas Anderes/Besseres kann er sich nicht vorstellen.
Damit ist er nicht alleine. »Es fällt leichter, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus« beschreibt der amerikanische Kritiker der Postmoderne Fredric Jameson den Zustand, in dem die Zukunft bereits vom System der Gegenwart verschluckt wirkt.

In dem Verlust der Fähigkeit sich eine Zukunft vorzustellen, die etwas Besseres bereithält als die Gegenwart, bringt Travi$ Scott also (obwohl er nur über sich selbst redet) das Gefühl einer ganzen Generation auf den Punkt.
Und auch The Weeknd und Future fangen den Zeitgeist ein: Man kann immer einfach weitermachen, ohne anzukommen. Unglücklich sind sie alle, aber der Wohlstand ist groß. Tinder hat die Liebe getötet, aber das Ego ist gesünder denn je.

Obwohl keines der drei derzeit erfolgreichsten Rap-Alben zur Reflexion fähig ist, obwohl die Blickwinkel nicht über Ego und Fleischbeschau hinausgehen, obwohl, nein, gerade deshalb lässt sind sie interessante Zeitzeugnisse über einer Generation, aus der die drei Musiker selbst entspringen. Travi$ Scott ist 23, The Weeknd 25, Future immerhin 31.

Sie alle träumen nicht mehr, sie halluzinieren. Sie erschaffen keine Utopien, sie erschlaffen in von der Droge bereitgestellten Fluchtmöglichkeiten. Oder wie es bei The Weeknd heißt:
»I’m a prisoner to my addiction / I’m addicted to a life that’s so empty and so cold.«

Die Musik von The Weeknd, Travi$ Scott und Future findest Du bei hhv.de
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Review | verfasst 20.09.2013
The Weeknd
Kiss Land
Hier wäre mehr drin gewesen und gleichzeitig lebt das Album davon, dass es darum gar nicht geht.
Music Porträt | verfasst 26.03.2011
The Weeknd
Betäubter Rhytmus, tiefer Blues
The Weeknd haben R&B wieder eine Nische geschaffen. Die beiden Kanadier haben moderne musikalische Phänomene von Künstlern wie James Blake abgeguckt und sie auf ein Genre übertragen, dass zum Großraum-Dissen-Sound verkommen war.
Music Review | verfasst 18.11.2011
Drake
Take Care
Stimmungsvoll und eigen und doch ungeheuer eingängig: Drake gelingen hier gleich mehrere Spagate und so das beste Rap(related)-Album 2011.
Music Essay | verfasst 12.02.2016
Beyoncés »Formation«
»Stop shooting us«
Beyoncés »Formation« ist mehr als reine Selbstdarstellung, es ist eine Gegendarstellung. Die fällt differenzierter aus, als es auf den ersten Blick scheint.
Music Essay | verfasst 12.02.2016
Beyoncés »Formation«
»Get what's mine, take what's mine«
Beyoncé fordert in »Formation«, dass niemand mehr erschossen wird. In zweiter Instanz liefert sie allerdings Ideen zur Selbstermächtigung, die zu einer Sache nicht beitragen werden: Dass niemand mehr erschossen wird.
Music Kolumne | verfasst 20.04.2011
Aigners Inventur
März 2011
Auch in diesem Monat klärt Aigners Inventur wieder die wirklich essentiellen Fragen der Menschheit: Fürchtet Pusha T wirklich das Fegefeuer? Vermittelt Frank Ocean zwischen Tyler und Bieber? Ist die Welt tatsächlich aus Plastik?
Music Kolumne | verfasst 18.01.2012
Aigners Inventur
Januar 2012
Da hatte er schon auf einen verlängerten Weihnachsturlaub spekuliert und dann kamen ihm doch wieder massig Platten dazwischen. Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander.
Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 14.08.2013
Zwölf Zehner
Juli 2013
Willkommen im August. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 28.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (50-31)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Review | verfasst 01.06.2007
Zeph & Azeem
Rise Up
Auf Zephs abwechslungsreichen Instrumentals macht Azeems Zunge Yoga: das Debüt des Duos aus San Francisco macht Spaß.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 15.04.2007
Various
OM HipHop Volume 1
Das in San Francisco ansässige Label OM Records setzt mit ihrer neuen Compilation die Ansprüche hoch
Music Review | verfasst 25.05.2007
Sa-Ra Creative Partners
The Hollywood Recordings
Das ist die erste Sa-Ra-Review, die ohne die Attribute »unique«, »innovativ« und »next-level« auskommt.
Music Review | verfasst 08.05.2007
Lifesavas
Gutterfly
Ein weiterer Beitrag zum Thema »Blaxploitation als Samplequelle«: Livesavas veröffentlichen ein richtig gutes Album.
Music Review | verfasst 02.01.2007
Various
The Best Of Lewis Recordings
Die Briten von Lewis Recordings, Heimat von Edan, beehren uns mit einer interessanten Labelschau
Music Review | verfasst 02.12.2010
2Mex
My Fanbase Will Destroy You
Zwei Jahre hat er sich für »My Fanbase Will Destroy You« Zeit genommen. Ungewöhnlich lange für 2Mex.
Music Review | verfasst 05.11.2010
7L & Esoteric
1212
Erstmals seit 2006 gibt’s das Gespann 7L & Esoteric wieder auf Albumlänge. Die Ansage: 12 Tracks, die alle als 12inch taugen sollen.
Music Review | verfasst 08.11.2010
Celph Titled & Buckwild
Nineteen Ninety Now
»Nineteen Ninety Now« transportiert den Vibe der 1990er Jahre perfekt in die Jetztzeit.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Atmosphere
To All My Friends / Blood Make The Blade Holy
Eine Doppel-EP, die die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album überbrücken soll.
Music Review | verfasst 02.11.2010
Breez Evahflowin
As He Goes On...
Breez Evahflowin hört auf. Zum Abschied gibt er seinen Fans ein reflektiertes, ehrliches und erwachsenes Album.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 19.11.2010
Intalek & Ritchcraft
Lives And Vibes
Perfektes Zusammenspiel: Ritchcraft erschafft einen warmen, elektrolastigen Sound, Intaleks frischer und gelassener Flow rundet ab.
Music Review | verfasst 24.09.2010
Professor Green
Alive Till I'm Dead
Ein Album samt selbstironischer Anspielungen auf das Musikbusiness, das irgendwo zwischen den Stühlen von HipHop und Mainstream-Pop Platz.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Shad
TSOL
Im Vergleich mit Drake das spannendere kanadische Exportgut, das die Nische zwischen Common, Blu und Talib Kweli ebenbürtig ausfüllt.
Music Review | verfasst 12.11.2010
U-N-I
A Love Supreme 2.0
Von Hipster-Rap und Gangstarap sind U-N-I genausoweit entfernt. A Love Supreme zählt zu den besseren Hip-Hop-Platten des Jahres.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
The Moon Comes Closer
Jinna Morocha hatte den Wunsch zum Mond zu reisen und fand in Project: Mooncircle den geeigneten Partner.
Music Review | verfasst 10.03.2007
Evidence
The Weatherman LP
Weniger Nostalgie, mehr Risikofreude, ohne die klassizistische Nische zu verlassen: Evidence-Haten ist wieder uncool geworden.
Music Review | verfasst 10.05.2007
Sage Francis
Human The Death Dance
Sage Francis zeigt sich abwechlungsreich bis widerspenstig. Von Stand Up Comedy oder Slam Poetry, über E-Gitarren bis hin zu HipHop-Standards.
Music Review | verfasst 27.10.2010
Slum Village
Villa Manifesto
Zum ersten Mal überhaupt finden sich sämtliche Mitglieder von Slum Village auf einem Album wieder. Ein gelungenes Album also, welches sich allerdings, beachtet man die zahlreichen Querelen im Vorfeld des Releases, wohl in dieser Konstellation nie mehr so wiederholen wird.
Music Review | verfasst 05.12.2010
Zion I
Atomic Clock
Auf ihrem siebenten Album ließen sich Zion I von ihrer Liebe zu Dub und Reggae inspirieren.
Music Review | verfasst 07.12.2010
Skyzoo & Illmind
Live From The Tape Deck
Der Titel der Kollaboration von Skyzoo und Illmind verspricht uns eine Boom-Bap-Reise in die 1990er Jahre.
Music Review | verfasst 03.12.2010
Les Swashbuckling Napoleons
Fuck
Bleubird und Thesis Sahib erklären als Les Swashbuckling Napoleons die HipHop-Welt für verrückt.
Music Review | verfasst 03.12.2010
Damu the Fudgemunk
Supply For Demand
Damu the Fudgemunk lässt hier nun wirklich mal die Katze aus dem Sack und zeigt sein Können.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.