Music Kolumne | verfasst 14.10.2015
Vinyl-Sprechstunde
Wandas »Bussi«
Was ist das mit Wanda? Warum zieht die Band so viele Menschen in ihren Bann? Unsere beiden Kolumnisten haben sich Wandas zweites Album angehört und versucht, eine Antwort darauf zu finden.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
Wandasprecht

Aigner: Ok, vielleicht zu Beginn: ich fühle mich hierfür so qualifiziert wie Rushdie für Drake Lyrics. Mein letztes entzipptes Album in iTunes war »The Documentary 2«. Was erwartet mich hier?
Kunze: Finde ich gut, dass wir direkt mal die Claims abstecken. Also du bist der, der Gitarren nur kann, wenns Future Islands sind. Und ich bin der, der aller Gegenwehr zum trotz, sich von Wandas Debüt voll einnehmen hat lassen. Und habe mich aufs zweite Album gefreut.
Aigner: Genau. Oder Springsteen. Oder halt irgendwas, was ich anders assoziiere, also aus einem Skatevideo oder so.

Kunze: Vielleicht sollten wir also erstmal klären, warum mir das erste Album so gefallen hat. Weil normalerweise ist bei mir ja das letzte entzippte Album auch Young Thugs neustes Mixtape. Aber Wanda hat mich angesteckt. Ich habe dich ja damals ins Boot holen wollen, zum Schnaps trinken und Schunkeln. Was denkst, warum war die Nachfrage für so etwas wie Wanda so hoch?

Aigner: Das Schunkeln ist glaube ich genau der richtige Ansatz. Weil Wanda das nochmal so anders codieren für alle, die sonst zu cool sind für Schunkelbedürfnisse. Aber da kommt da dieses Schmä-Ding dazu und schon ist man nicht mehr ganz so hyper geschmäcklerisch. Alle Menschen wollen doch irgendwie ein bißchen Karneval, aber das zugeben ist schwierig. Nur mit Wanda, da ist das leicht.

Kunze: Mhm, die Erfüllung eines Bedürfnisses, für das sich die meisten abgeklärten Musikhörer sonst zu stolz sind. Und ich habe das da halt auch direkt voll ausgelebt. »Es werden zu wenig Dinge gemacht, zu dem man naiv sein darf. Es werden nur Dinge gemacht, zu den man dumm sein darf. Oder Dinge gemacht, zu den man schlau sein muss.« Vielleicht ist es eine Sehnsucht nach Rock n Roll. Nach echten Gefühlen, echtem Schweiß und echten Rotweinzähnen. So als Antithese zur hyperkomplexen, virtuellen Welt. Und zur allgemeinen Abgeklärtheit. Wanda kam da plötzlich mit so einer sturm und drängerischen Überschwänglichkeit.

Aigner: Aber das finde ich ok, weil die ja geilerweise wirklich aufrichtig pathetisch sind und nicht ganz so hyperintellektuell verbaut wie die deutschen Songwriter. Und solche simplen Sachen, die klingen wie Gloooooria auf österreichisch, ich glaube das kann ich auch einigermaßen fühlen.

Kunze: Gut, und da kommen wir zu den Texten. Ich fand auf dem Debüt diese aufs mindeste reduzierten Texte stellenweise richtig geil. Da hat man gemerkt, dass der Sänger in Wien Sprachkunst studiert hat. Die waren brutal einfach und dadurch poetisch. Zu skandieren, »Ich will zum Himmel fahren so schnell und bequem wie es geht« und danach unvermittelt einen Hund einzuführen, der Rico heißt, den man bitte einschläfern soll: großartig!

Aigner: Kommt halt auch hinzu, dass der Sänger so wunderbar narzisstisch wahnsinnig ist, dass das auch diese Schwanz-Raus-Pose hat, die damals halt auch funktioniert hat. Und dann kamen diese ganzen Thees Uhlmanns, die viel zu clever für wirkliche Gefühle waren. Da gibts kein Schwitzen, nur Frösteln. Und das finde ich so kacke an dieser ganzen Hamburger Schule, da werden keine Schwänze rausgeholt.

Kunze: Kommst du mit dem Schwanz rausgehole auch wegen dem Süddeutsche-Artikel?
Aigner: Kann sein, der war toll. Wobei: Die Thesen waren scheiße, aber die Pointen zum Habitus der Band waren nett.
Kunze: Weil die Diskussion ob das jetzt Brüderle-Rock ist, ist eigentlich der beste Weg Wanda kaputt zu machen. Wie es eigentlich eh unverträglich ist Analyse auf Wanda anzuwenden. Aber einem Musiker 2015 Machotum vorzuwerfen, ist halt ne harte Keule.

Aigner: Ja, ich finde es auch völlig daneben über Inzucht zu diskutieren wegen »Bologna«. Hallo? Darum gehts doch null.
Kunze: Ne, da ging’s ja auch eher eben um den Habitus. Dieses dann doch versteckt intellektuelle Schamanenprediger-Ding, so nach dem Motto: »Komm, Baby, ich bin dein Führer, ich nehme dich mit auf eine Reise.«
Aigner: Ich glaube das finde ich fantastisch, dass überhaupt jemand mal in den Verdacht gerät, ein ekelhafter Chauvi zu sein.
Kunze: Toll, dass du das toll findest. Darf man ja eigentlich nicht. Nicht in unserem Metier, wir müssten es ja besser wissen.

Aigner: Ich glaube diesen literarischen Frontmannschuft, den gibt es zu wenig mittlerweile oder er wird direkt vom Spex-Diskurs kaputt analysiert.
Kunze: Womit das Thema abgehakt wäre. »Das geht dann doch in Richtung DJ Ötzi.«
Aigner: Ich finde im Rockkontext diese Messias-Pose einigermaßen erfrischend, da hat sich ja seit Grunge kaum mehr jemand richtig rangetraut.

Kunze: Und scheinbar lechzen die Leute nach dieser Pose. Warum, das ist ein anderes Thema. Zurück zu den Texten. Wie gesagt, auf »Amore« haben die mich abgeholt. Dieses Mal, nach dem ersten Hördurchgang, erstmal abgestoßen. Weil ich fand, das 1»,2,3,4 ich find’s so schön bei dir« und »Uwijuhiwuji Amore« einfach eine Karikatur ihrer Selbst ist. Das geht dann doch in Richtung DJ Ötzi.

Aigner: Aber das fand ich jetzt schon fast wieder Punk. So »Hey-Ho Let’s Go«. Auf dem Rummelplatz statt im Moshpit.
Kunze: Auch das finde ich DJ Ötzi. Aber war hier bei Wanda ja auch nur ein erster Eindruck
Jetzt finde die Texte inzwischen wieder toll.
Aigner: Ich habe gerade »Ein Stern« über die Melodie von »Gib Mir Alles« gesungen. Ging.
Also ich muss ja sagen: ich kann mir das glaube ich trotzdem nicht anhören, ohne mich nach zehn Minuten waschen zu wollen. Bei aller theoretischen Wertschätzung.

Kunze: Das finde ich jetzt mega verwirrend. Theoretisch: ja, gefühlt: nein?
Ich finde Wanda fühlt man entweder, oder man lässt es gleich.
Aigner: Ne, ich glaube das Gefühl, das die mir geben reicht mir einfach für drei Minuten. Aber die drei Minuten sind gut.
Kunze: Und was passiert dann? Return of Abgeklärtheit?
Aigner: Dann merke ich halt einfach, dass ich da falsch bin.
Kunze: Ist es dieses, uuwääh, da tanzen jetzt Neon-LeserInnen super qwuazy in ihrem WG-Zimmer dazu rum, und knutschen endlich für einen Abend mit Thomas rum, aber es ist nicht schlimm, es passiert nichts weiter, keiner verliebt sich, aber man ist einfach mega inbrünstig im Moment und so?

Aigner: Ne, das geht eigentlich sogar, ich denke da echt gar nicht so sehr dran, wer das sonst noch gut findet. Ich komme da halt einfach nicht für eine dreiviertel Stunde rein. Vielleicht auch weil ich mich auch null nach WG-Parties zurücksehne.

Kunze: Das ist doch interessant: Für alle, die da nicht mehr drin stecken, und derer gibts ja einige, hält Wanda halt so einen krassen Nostalgie-Faktor bereit. Ich glaube, da gehts echt um eine Sehnsucht nach »Einfachheit«.

Aigner: Vielleicht ist Wanda dieses erste Bier das man auf der WG-Party nahm, noch voller Hoffnung, dass es toll wird da und bei Song 3 denkt man: naaaa.
Kunze: Für die Mehrheit ist Wanda jedes Bier, das man auf der WG-Party trinkt und dann morgens Arm in Arm über Brücke nach Hause taumelt und sich Rausch im Gesicht-mäßig via letzter Zigarette den goldenen Schuss setzt und dann in dreckigen Klamotten ins Bett fällt.

Aigner: Das ist fair und immerhin schöner als Brüderle. Hast du denn ein neues »Bologna« gefunden?
Kunze: Ne, absolut nicht. Die Hymnen hatte das Debüt, aber »Bussi« kann man viel besser am Stück hören, finde ich das bessere Album. »Nimm’ Sie Wenn Du Brauchst« ist ne Ausnahme. Ziemlicher Hit.

Aigner: Ich glaube für mich der ultimative Austro-Klischee-Turn-Up: »Andi Und Die Spanischen Frauen«. AAAAAAAANDEEEEEEE!

Kunze: Jaha, verstehe ich. Da Andeeeee, dor Andeee!
Aigner: DA ANDEEEEEEEEEEEEE! Toll, das wird mein Tune, hahahaha. Und Erasmus-Girls in Wien werden zu »Das Wär Schön« drei Liter Tränen weinen. Toll.

Kunze: Ja, so eine sich windende Mischung aus Freuden- und Trauertränen. Voll toll.
Aigner: Ich glaube das Album funktioniert für mich assoziativ eher als Tag nach der Schunkel-Party. Wie sich da alle dann emotional in ein Wanda Album reinkriechen. Und das ist gut, ich glaube Musik, zu der man naiv sein darf, wird zu wenig gemacht.

Kunze: Es wird allgemein zu wenig gemacht, zu dem man naiv sein darf. Es werden nur Dinge gemacht, zu denen man dumm sein darf. Oder Dinge gemacht, zu den man schlau sein muss.
Aigner: Genau. Das ist dann der Grund warum man hier »Atemlos« unterstellen will, aber man erkennt, dass »Bussi« halt nicht die schreckliche Funz ist, mit der du nix zu tun haben willst, sondern deine liebste Mitbewohnerin, der es am Sonntag ganz schlecht geht für vier Stunden.

Kunze: Auf jeden Fall hat’s selbst für dich was mit relativ starken Emotionen zu tun. Und das finde ich schön und rar, vor allem unpeinlich vermittelt. Deshalb finde ich Wanda gut und wichtig. Hoffe jetzt nur, dass die keine Arschis sind.

Aigner: Ok, Moment zum Schluss noch: Ich glaube ich kann das doch länger als 15min. Gerade beim »Alarm!« Mitsingen erwischt

Kunze: Ey, hier sind Gitarren und trotzdem schreibt hier der emphatischste Aigner eva. Nuff said über Wanda.

––––––––––––––
Anm. d. Red.: Nur wenige Stunden nach dieser Sprechstunde hat Kollege Aigner mindestens drei Songs vom Album, die er schwungvoll zitiert und bereits mehr als fünfmal gehört hat und Kunze hat auch seine Hymnen gefunden.

»Bussi« von Wanda findest Du bei hhv.de LP und Doppel-LP+ 7inch
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 16.01.2014
Vinyl-Sprechstunde
Actress' »Ghettoville«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal unsere beiden Autoren Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Actress’ möglicherweise letztes Album.
Music Kolumne | verfasst 19.02.2014
Vinyl-Sprechstunde
Bushidos »Sonny Black«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze erklären, warum wir »Sonny Black« in Deutschland gut gebrauchen können.
Music Kolumne | verfasst 23.04.2014
Vinyl-Sprechstunde
Pharrell Williams' »Girl«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erklären Florian Aigner und Philipp Kunze, warum eine Partie Scrabble sich nach »Girl« wir ein revolutionäres Ereignis anfühlt.
Music Kolumne | verfasst 14.05.2014
Vinyl-Sprechstunde
Kollegah's »King«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erörtern Florian Aigner und Philipp Kunze was Tiki-Taka mit Kollegahs neuem Album »King« gemeinsam hat.
Music Kolumne | verfasst 26.06.2014
Vinyl-Sprechstunde
Lana Del Reys »Ultraviolence«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute erfahrt ihr, wieso Lana Del Rey niemals Miley Cyrus oder Britney Spears sein wird, und warum das auch noch schlecht für ihr Album ist.
Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Music Kolumne | verfasst 21.08.2014
Vinyl-Sprechstunde
FKA Twigs' »LP1«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Eine Unterhaltung darüber, warum Kanye Kathedralen bauen darf und FKA Twigs nicht mal artsy Instagram-Fotos zugestanden werden.
Music Kolumne | verfasst 26.09.2014
Vinyl-Sprechstunde
Aphex Twin's »Syro«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine aktuelle Schallplatte. Florian Aigner hofft, dass Philipp Kunze mal was schlechtes über Aphex Twin sagt, weil sich der (Kunze) bislang kaum mit dem (Aphex Twin) beschäftigt hat.
Music Kolumne | verfasst 03.12.2014
Vinyl-Sprechstunde
Haftbefehls »Russisch Roulette«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze haben sich Haftbefehls viel besprochenes Album »Russisch Roulette« gemeinsam angehört.
Music Kolumne | verfasst 28.01.2015
Vinyl-Sprechstunde
D'Angelo's »Black Messiah«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute ziehen unsere Kolumnisten vor D’Angelos erstem Album seit 15 Jahren den Hut – und zucken mit den Schultern.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Kolumne | verfasst 20.05.2015
Vinyl-Sprechstunde
Lance Butters' »BLAOW«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute »BLAOW« und die Frage, wie nahe dieses Album an’s Croissant kommt. Oder: Warum das eigentlich ein depressives Album ist.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2015
Vinyl-Sprechstunde
A$AP Rockys »At.Long.Last.A$AP«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute nähern sich unsere Kolumnisten über Pflegeprodukte, Zungenküsse und schwule Kleinkinder A$AP Rockys neuem Album an.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2015
Vinyl-Sprechstunde
Vince Staples' »Summertime '06«
Wir begrüßen einen Gastdozenten zur Vinyl-Sprechstunde: Julian Brimmers. Er soll zwischen Aigner und Kunze vermitteln, die sich angesichts der Komplexität von »Summertime ’06« dieses Mal nicht einig sind.
Music Kolumne | verfasst 21.09.2015
Vinyl-Sprechstunde
Future & Drakes »What A Time To Be Alive«
Zwei der derzeit populärsten Rap-Schwergewichte haben ein gemeinsames Album veröffentlicht. Grund für eine Notfall-Sprechstunde, in der wir das »Vinyl« einfach mal außen vor gelassen haben.
Music Kolumne | verfasst 03.02.2016
Vinyl-Sprechstunde
Heute: »0,9« von SSIO
SSIO ist ein Barbar in seinen Texten. Und trotzdem haben ihn alle gerne; und zwar Menschen aus den verschiedensten sozialen Schichten. Unsere Autoren sind dem Phänomen im Gespräch über »0,9« auf den Grund gegangen.
Music Kolumne | verfasst 15.06.2016
Vinyl-Sprechstunde
Radiohead: »A Moon Shaped Pool«
Radiohead bringen in zwei Tagen ein neues Album raus. Die Welt hält den Atem an. Unsere Autoren haben das Album schon gehört – und auch ihnen schlägt das ›Event‹ auf die Atemwege.
Music Kolumne | verfasst 23.08.2016
Vinyl-Sprechstunde
Frank Ocean – Blond
Vier Jahre lang hat Frank Ocean sein neues Album angeteast, zurückgezogen, und das Spiel so lange wiederholt, bis beim Release von »Blond« alle eh erstmal sofort befriedigt waren. Aber ist »Blond« so groß wie das Drumherum?
Music Kolumne | verfasst 12.10.2016
Vinyl-Sprechstunde
Nicolas Jaar – Sirens
Nicolas Jaar veröffentlicht nach fünf Jahren sein zweites Studioalbum. Unsere Autoren haben sie sich gemeinsam angehört und sich dabei nicht nur gefragt: ist das jetzt eher Tarkovsky oder Milky Chance?
Music Kolumne | verfasst 20.01.2017
Vinyl-Sprechstunde
The xx – I See You
The xx sind zurück und zwar jeder Einzelne von ihnen. Das hört man stark. Ein Problem, finden unsere Kolumnisten. Sie finden aber auch: The xx sind bereit für das ganz Große. Aber das Kleine war halt früher so toll an denen…
Music Kolumne | verfasst 31.01.2018
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Kolumne | verfasst 28.02.2018
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2018
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne | verfasst 27.06.2018
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Kolumne | verfasst 30.08.2018
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Review | verfasst 03.10.2011
S.C.U.M.
Again Into Eyes
Lebt die Rockmusik noch? Die Briten S.C.U.M. versuchen neue Akzente zu setzen und ringen um eine Wiederbelebung.
Music Review | verfasst 27.01.2012
Tribes
Baby
Wird Rock´n`Roll, wie prognostiziert, das große Ding 2012? Warum eigentlich nicht, wie Tribes schon mal beweisen.
Music Review | verfasst 04.04.2012
The Chap
We Are Nobody
Posen als Positionen überzeugen zwar nicht, machen aber auch bei dunklen Themen Spaß und können so ganz nebenher doch zum Nachdenken anregen
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.