Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
Mag_banner_vinylsprechstunde_1024x685px_de

Aigner: Haja, ok. D’Angelo first, richtig?
Kunze: Jep. »Black Messiah« im Januar war schwierig. Schon deshalb, weil ich im Januar noch so Gemütlichkeits-Afterglow habe. Also eigentlich im Geiste noch zwischen den Jahren hänge und mich einfach nur in der Horizontalen volllaufen lassen will. Meine Aufnahmefähigkeit für neue Musik ist da also eher so: meh.

Aigner: Gemütlich wars natürlich in der Tat nicht. Ich merke aber auch, dass ich für diese sendungsbewussten, politischen Alben dieses Jahr nur theoretische Liebe hatte, so fast platonisch. Was ja auch für Kendrick Lamar gilt.
Kunze: Ja, auf jeden Fall. Die haben mir schon vor Augen geführt, was ich bei allem Herumkritisieren doch vor allem beim Musikhören haben möchte: F-U-N.
Aigner: D’Angelo habe ich zum Beispiel auch nicht gekauft und laut iTunes seit März nie wieder geöffnet.

Kunze: Tja, well. Was habe ich damals gesagt? Ich fühle mich vom Sound aufgerufen ein Schaumbad zu nehmen, ahne aber dass da in den Lyrics etwas ist, dass zum Riot aufruft. Finde ich passend und vielleicht fand ich einfach die Diskrepanz zu groß, um mir das Album so zwischendurchig zu geben.
Aigner: Aber das ist doch alles unsere Schuld, richtig?
Kunze: Jep.

Aigner: Anders dann bei Lance Butters.
Kunze: »BLAOW» habe ich tatsächlich nie wieder gehört. Wenn ich daran denke, empfinde ich es als blutleer und ohne rechte Ausstrahlung.

Aigner: Irgendwie war auch erschreckend wie gleichgültig die Texte wirkten, obwohl da ja so viel demonstrative Wut drin war. »Rap muss mit fettigen Fingern Chicken Wings fressen und nicht häkeln.« (#)Ich hab mich da aber gefühlt wie ein Vater, der sich von seinem nervigen Me Against The World-Teenie anpissen lassen muss, obwohl er ihm gerade ein neues Gamepad und den Urlaub nach Kroatien gezahlt hat. Also auch wieder die Antithese zu D’Angelo. Lance Butters betont ja immer, dass er gar nichts sagen will. Und das hat er mit diesem Album dann auch nicht, auf keiner Ebene.

Kunze: Inhaltslosigkeit ist aber doch für uns sonst kein Problem. Du hast selbst dieses Jahr öfter mal gesagt: Rap muss mit fettigen Fingern Chicken Wings fressen und nicht häkeln.

Aigner: Ja, aber Lance ist halt so nölig dabei. Das will ignorant sein, ist aber dann doch wieder krampfig in seiner Wutbürgerlichkeit. Weil er ja nichts vorzubringen hat, außer eigene Unzulänglichkeit. Und die wird nicht reflektiert, sondern in so einen kruden Welthass umgedreht. Aber das macht er halt einfach nicht so überzeugend wie Earl Sweatshirt, sondern eher wie ein Stuttgart 21-Demonstrant.

Kunze: Aber im Endeffekt scheitert es doch einfach an der Musik?!
Aigner: Nö, bei mir nicht. Bei mir scheitert es an seiner Persona. Die Beats sind eigentlich kohärent und Vince Staples hat ja mit einigermaßen einförmigen Beats bei dir im Nachhinein auch noch funktioniert. Erklär mal warum.

Kunze: Weil das das erste Album seit langem war, das ich beim Zugfahren gehört habe, einfach weil ich Bock auf die erzählte Welt des Albums hatte. Dieses Storytelling, dieser Sommer 2006, immer weiter eintauchen, dann abdriften und schlafen. So bin ich zum Album gekommen, nachdem mich ja anfangs die rumpligen Beats so dermaßen abgeschreckt haben. Aber klar. das ist ja der komplette Kontrast zu Lance Butters. Kann man eigentlich nicht miteinander vergleichen: Vince Staples hat eine Geschichte erzählen wollen. Das hat er geschafft. Lance wollte ein Style-Manifest machen – und hat es nicht geschafft. Und da frage ich mich immer noch: warum?

Aigner: Weil er dafür stilistisch zu eindimensional ist. Diese A$AP-Flyness basiert ja nicht in erster Linie auf Battlerap. Battlerap ist eigentlich sogar ein Garant, nicht besonders äääh stylisch zu sein. Und Lance battlet entweder sich oder die anderen. Für Flyness muss man auch bei sich angekommen sein, irgendwie.

Kunze: A$AP Rocky war für dich aber ja auch nicht bei sich selbst angekommen. Als ich mich beschwert habe, wie beliebig eingestreut ich die Banger auf dem Album finde, hast du entgegnet: Diese trippy Selbstfindungsdinger werden immer wieder von der alten Identität eingeholt.

Aigner. Trotzdem: An einem Tag an dem ich verdorbene Scampis gegessen habe und meine Schwester mich informiert, dass der Familienkater jetzt von oben grüßt, ist die Erkenntnis, dass wir dieses Album quasi vergessen haben, dennoch noch eine der schlimmsten Erkenntnisse.

Kunze: Ich erinnnere mich an Kegeln zu »Canal St.« und allgemeines Kopf zurück werfen zu »Jukebox Joints«. Aber das Album erscheint mir doch als Ganzes ziemlich beliebig im Nachhinein. Hat das Album bei dir so richtig nachgehallt?

Aigner: Jein. Aber zugegebenermaßen schon vor allem die Einzeltracks. Und weil er ja unbedingt ein Album-Album machen wollte, ist das nicht unser Fehler, sondern seiner.

Kunze: Jap. Mir fällt gerade auf: Ich fand wirklich einfach 80%-Prozent der Alben unnötig.
Aigner: Hahaha, Rap oder allgemein?

Kunze: Rap! Wenig Ideen, wenig Neues, viel Rotze, Rotze, Rotze. Da wird produziert und gerappt und die Schaufenster stehen voll mit Dingen. Das ist wie mit den Büchern. Überall wird produziert und verkauft und mehr produziert. Alles quillt über. Wenn ich ganz ehrlich bin, fand ich dieses Jahr einfach nur Vince Staples und Earl Sweatshirt als Alben gut, Kendrick natürlich, aber anstrengend zu hören. Und der Rest: …

Aigner: Ja Moment, »When You‘re Reading This It‘s Too Late« ja wohl auch. Dann lass doch direkt mal über Drakes und Futures »WATBA« reden.

Kunze: Ach, das gab‘s ja auch noch, stimmt. Okay, ja, WYRTITL war super! Aber ansonsten fühle ich mich von den diversen Veröffentlichungen so, als hätte die ganze Welt zu Hause entrümpelt und ihren ganzen Plunder bei mir im Zimmer abgestellt. Und WATBA gehört da absolut dazu. Plunder. So eine laute, dumme, völlig stupide Zeitvergeudung ohne Vitamine. Ich guck doch auch nicht die WM der Monstertrucks.

Aigner: Irgendwie war das auch bei mir fast das erste Jahr, an dem diese »Scheiß auf Geburtstag, ich hab doch schon alles«-Mentalität auf Musik zugetroffen hat.

Kunze: Ich finde es einfach eine Frechheit mit welcher Selbstständigkeit da Musik VERÖFFENTLICHT wird. Jeder kann ja gerne Musik machen. Aber von Berufs wegen viel Musik zu hören, fühlt sich gerade an, als wäre man ein Müllmann im Pazifik. Ich nehme auf jeden Fall hier alles zurück, was ich an »WATBA« Gutes finden wollte damals.

Aigner: »WATBA« ist eigentlich tatsächlich Geburtstag. »Wanda kommen besoffen in die Küche und wichsen auf die Kaffeemaschine.« Kurz vorher freut man sich drauf; wenn er da ist, ist man erstmal enttäuscht, dann lässt man sich drauf ein und denkt: doch ganz nett. Danach ist man nochmal drei Tage enttäuscht und einen Monat später checkt man nicht mehr, warum man sich überhaupt so viele Gedanken dazu gemacht hat. Und was das Allgemeine anbelangt: Mach’s nicht schlimmer als es ist, du hast gerade einfach nur akut keinen Bock auf Musik, Jahresende. Und damit auf zum Endgegner:

Kunze: Wanda. Oder wie du sie nennst: Andeee.

Aigner: Wanda ist für mich wie früher Skispringen. Fand ich eigentlich immer beschissen, aber zwischen den Jahren war das immer etwas, was mir ein emotionales Urvertrauen gegeben hat. So war »Bussi« für 1 bis 2 Wochen im November dieses Jahr. Und am 10. Januar konnte ich dann immer nicht fassen, dass ich mir tatsächlich dieses zweiwöchige RTL-Tortur geben habe, inklusive »Adler Sollen Fliegen« und Milka Schokolade. Wanda sind mir öffentlich auch immer noch peinlich.

Kunze: Ja, Wanda zu hören, ist als würde man heimlich eine Romanze mit dem dümmsten Menschen des Dorfs haben.
Aigner: Ja. Ich glaube mit Wanda hole ich gerade nach, dass ich nie mit dabei war in solchen Pfadfinder-Zeltlagern.
Kunze: Von all den von uns besprochenen Alben jedenfalls, das mit den meisten Hits.
Aigner: Ey, 60% Hits, ohne Scheiß.

Kunze: Weil du heute so gerne Analogien bildest; Wie verhält sich Wanda zu Kendrick Lamar?
Aigner: Pahahaahah, das wird die Hölle. Okay warte, da muss ich nachdenken.
Kunze: Ich versuch‘s zu erst.
Aigner: Gerne.

Kunze: Nehmen wir an, irgendetwas ist kaputt. Ein Auto, oder eine Kaffeemaschine. Kendrick kommt mit Werkzeugen, Junge; Werkzeuge, die ich so noch nicht miteinander kombiniert gesehen habe. Und sau aufwendig repariert er die eigentlich schon verlorene Kaffeemaschine mit Rhythmus und Lebensfreude. – Wanda kommen besoffen in die Küche und wichsen auf die Kaffeemaschine.
Aigner: Ich wollte ohne Witz gerade sagen, dass Wanda der Uni-Hausmeister ist, der immer versucht hat auf dem Raucherhof, die Erstsemesterinnen zu bumsen, während Professor Kendrick im Audimax drüber eine Viertelstunde überzieht, aber alle genug Anstand haben, noch nicht aufzustehen.

Kunze: Mehr muss nicht mehr gesagt werden.
Aigner: Außer das Obligatorische: What A Time To Be Alive.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Liste | verfasst 16.07.2015
Halbjahresrückblick 2015
12 Platten gegen die Gesamtscheiße
Ein weiteres halbes Jahr liegt hinter uns, Zeit für einen Rückblick der besonderen Art: Wir haben zwölf Platten ausgewählt, die sich mit den Umständen nicht zufrieden geben. Die einen sprechen das laut und deutlich, die anderen subtil aus.
Music Liste | verfasst 29.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (30-11)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Kolumne | verfasst 28.01.2015
Vinyl-Sprechstunde
D'Angelo's »Black Messiah«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute ziehen unsere Kolumnisten vor D’Angelos erstem Album seit 15 Jahren den Hut – und zucken mit den Schultern.
Music Kolumne | verfasst 20.05.2015
Vinyl-Sprechstunde
Lance Butters' »BLAOW«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute »BLAOW« und die Frage, wie nahe dieses Album an’s Croissant kommt. Oder: Warum das eigentlich ein depressives Album ist.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2015
Vinyl-Sprechstunde
Vince Staples' »Summertime '06«
Wir begrüßen einen Gastdozenten zur Vinyl-Sprechstunde: Julian Brimmers. Er soll zwischen Aigner und Kunze vermitteln, die sich angesichts der Komplexität von »Summertime ’06« dieses Mal nicht einig sind.
Music Kolumne | verfasst 21.09.2015
Vinyl-Sprechstunde
Future & Drakes »What A Time To Be Alive«
Zwei der derzeit populärsten Rap-Schwergewichte haben ein gemeinsames Album veröffentlicht. Grund für eine Notfall-Sprechstunde, in der wir das »Vinyl« einfach mal außen vor gelassen haben.
Music Kolumne | verfasst 14.10.2015
Vinyl-Sprechstunde
Wandas »Bussi«
Was ist das mit Wanda? Warum zieht die Band so viele Menschen in ihren Bann? Unsere beiden Kolumnisten haben sich Wandas zweites Album angehört und versucht, eine Antwort darauf zu finden.
Music Review | verfasst 08.05.2015
Lance Butters
BLAOW
Lance Butters Debütalbum »BLAOW« ist No-Bullshit-Rap, der durch eine Eigenschaft efrischt, die heutzutage oft vergessen wird: Style.
Music Review | verfasst 26.10.2012
Kendrick Lamar
good kid, m.A.A.d city
Lange hat keiner so technisch versiert Geschichten gerappt, wie Kendrick Lamar. Das reicht allerdings nicht für den ganz großen Wurf.
Music Review | verfasst 04.06.2018
Kendrick Lamar
OST Black Panther
Kendrick Lamars Zerrissenheit passt nicht zu den Heldenphantasien von »Black Panther«.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Bericht | verfasst 06.02.2013
Kendrick Lamar
Live am 1.2. in der C-Halle in Berlin
Freitag war endlich Berlin an der Reihe Kendrik Lamar zu empfangen. K.Dot. Mr. 2012. Die Fakten, dass Lamars Album gerade Gold gegangen ist und sein Konzert ausverkauft war, bereiteten einen nicht auf den Wahnsinn vor, der Lamar begleitet.
Music Interview | verfasst 29.04.2013
Kendrick Lamar
Den Ausgleich schaffen
Als Retter des Westküsten-Hip-Hop gefeiert, sagt Kendrick Lamar’s Album »good kid m.A.A.d city’s« etwas über den aktuellen Stand des Hip Hop aus. Wir sprechen mit Lamar über Vergangenheit und Gegenwart des Rap und die Bedeutung von Compton.
Music Kolumne | verfasst 09.09.2013
Zwölf Zehner
August 2013
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 15.04.2015
Zwölf Zehner
März 2015
Willkommen im April . Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Essay | verfasst 05.03.2018
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Review | verfasst 14.08.2015
Vince Staples
Summertime '06
Auf seinem Debütalbum geht Vince Staples zurück in den »Summer ’06«. Musikalisch und erzählerisch ist der Rapper auf der Höhe der Zeit.
Music Kolumne | verfasst 12.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 12-inches
Was ist eine 12inch? Die Defintion ist schwammig, wir haben uns für Maxi-Singles und EPs entschieden. Damit standen wir vor einer unüberschaubaren Menge an Material – und haben uns für die 20 besten entschieden.
Music Review | verfasst 18.11.2011
Drake
Take Care
Stimmungsvoll und eigen und doch ungeheuer eingängig: Drake gelingen hier gleich mehrere Spagate und so das beste Rap(related)-Album 2011.
Music Review | verfasst 30.09.2013
Drake
Nothing Was The Same
Drake macht einen »Classic«? »Nothing Was The Same« muss man jedenfalls in den Kanon der besten Rap-Alben aufnehmen. Ja, Punkt.
Music Review | verfasst 13.05.2015
Drake
If you're reading this it's too late
Kaum jemand trifft mit seiner Idee von Musik im Moment so sehr den Nerv der Zeit wie Drake…
Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.10.2013
Zwölf Zehner
September 2013
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 31.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 2)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.