Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
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Aigner: Haja, ok. D’Angelo first, richtig?
Kunze: Jep. »Black Messiah« im Januar war schwierig. Schon deshalb, weil ich im Januar noch so Gemütlichkeits-Afterglow habe. Also eigentlich im Geiste noch zwischen den Jahren hänge und mich einfach nur in der Horizontalen volllaufen lassen will. Meine Aufnahmefähigkeit für neue Musik ist da also eher so: meh.

Aigner: Gemütlich wars natürlich in der Tat nicht. Ich merke aber auch, dass ich für diese sendungsbewussten, politischen Alben dieses Jahr nur theoretische Liebe hatte, so fast platonisch. Was ja auch für Kendrick Lamar gilt.
Kunze: Ja, auf jeden Fall. Die haben mir schon vor Augen geführt, was ich bei allem Herumkritisieren doch vor allem beim Musikhören haben möchte: F-U-N.
Aigner: D’Angelo habe ich zum Beispiel auch nicht gekauft und laut iTunes seit März nie wieder geöffnet.

Kunze: Tja, well. Was habe ich damals gesagt? Ich fühle mich vom Sound aufgerufen ein Schaumbad zu nehmen, ahne aber dass da in den Lyrics etwas ist, dass zum Riot aufruft. Finde ich passend und vielleicht fand ich einfach die Diskrepanz zu groß, um mir das Album so zwischendurchig zu geben.
Aigner: Aber das ist doch alles unsere Schuld, richtig?
Kunze: Jep.

Aigner: Anders dann bei Lance Butters.
Kunze: »BLAOW» habe ich tatsächlich nie wieder gehört. Wenn ich daran denke, empfinde ich es als blutleer und ohne rechte Ausstrahlung.

Aigner: Irgendwie war auch erschreckend wie gleichgültig die Texte wirkten, obwohl da ja so viel demonstrative Wut drin war. »Rap muss mit fettigen Fingern Chicken Wings fressen und nicht häkeln.« (#)Ich hab mich da aber gefühlt wie ein Vater, der sich von seinem nervigen Me Against The World-Teenie anpissen lassen muss, obwohl er ihm gerade ein neues Gamepad und den Urlaub nach Kroatien gezahlt hat. Also auch wieder die Antithese zu D’Angelo. Lance Butters betont ja immer, dass er gar nichts sagen will. Und das hat er mit diesem Album dann auch nicht, auf keiner Ebene.

Kunze: Inhaltslosigkeit ist aber doch für uns sonst kein Problem. Du hast selbst dieses Jahr öfter mal gesagt: Rap muss mit fettigen Fingern Chicken Wings fressen und nicht häkeln.

Aigner: Ja, aber Lance ist halt so nölig dabei. Das will ignorant sein, ist aber dann doch wieder krampfig in seiner Wutbürgerlichkeit. Weil er ja nichts vorzubringen hat, außer eigene Unzulänglichkeit. Und die wird nicht reflektiert, sondern in so einen kruden Welthass umgedreht. Aber das macht er halt einfach nicht so überzeugend wie Earl Sweatshirt, sondern eher wie ein Stuttgart 21-Demonstrant.

Kunze: Aber im Endeffekt scheitert es doch einfach an der Musik?!
Aigner: Nö, bei mir nicht. Bei mir scheitert es an seiner Persona. Die Beats sind eigentlich kohärent und Vince Staples hat ja mit einigermaßen einförmigen Beats bei dir im Nachhinein auch noch funktioniert. Erklär mal warum.

Kunze: Weil das das erste Album seit langem war, das ich beim Zugfahren gehört habe, einfach weil ich Bock auf die erzählte Welt des Albums hatte. Dieses Storytelling, dieser Sommer 2006, immer weiter eintauchen, dann abdriften und schlafen. So bin ich zum Album gekommen, nachdem mich ja anfangs die rumpligen Beats so dermaßen abgeschreckt haben. Aber klar. das ist ja der komplette Kontrast zu Lance Butters. Kann man eigentlich nicht miteinander vergleichen: Vince Staples hat eine Geschichte erzählen wollen. Das hat er geschafft. Lance wollte ein Style-Manifest machen – und hat es nicht geschafft. Und da frage ich mich immer noch: warum?

Aigner: Weil er dafür stilistisch zu eindimensional ist. Diese A$AP-Flyness basiert ja nicht in erster Linie auf Battlerap. Battlerap ist eigentlich sogar ein Garant, nicht besonders äääh stylisch zu sein. Und Lance battlet entweder sich oder die anderen. Für Flyness muss man auch bei sich angekommen sein, irgendwie.

Kunze: A$AP Rocky war für dich aber ja auch nicht bei sich selbst angekommen. Als ich mich beschwert habe, wie beliebig eingestreut ich die Banger auf dem Album finde, hast du entgegnet: Diese trippy Selbstfindungsdinger werden immer wieder von der alten Identität eingeholt.

Aigner. Trotzdem: An einem Tag an dem ich verdorbene Scampis gegessen habe und meine Schwester mich informiert, dass der Familienkater jetzt von oben grüßt, ist die Erkenntnis, dass wir dieses Album quasi vergessen haben, dennoch noch eine der schlimmsten Erkenntnisse.

Kunze: Ich erinnnere mich an Kegeln zu »Canal St.« und allgemeines Kopf zurück werfen zu »Jukebox Joints«. Aber das Album erscheint mir doch als Ganzes ziemlich beliebig im Nachhinein. Hat das Album bei dir so richtig nachgehallt?

Aigner: Jein. Aber zugegebenermaßen schon vor allem die Einzeltracks. Und weil er ja unbedingt ein Album-Album machen wollte, ist das nicht unser Fehler, sondern seiner.

Kunze: Jap. Mir fällt gerade auf: Ich fand wirklich einfach 80%-Prozent der Alben unnötig.
Aigner: Hahaha, Rap oder allgemein?

Kunze: Rap! Wenig Ideen, wenig Neues, viel Rotze, Rotze, Rotze. Da wird produziert und gerappt und die Schaufenster stehen voll mit Dingen. Das ist wie mit den Büchern. Überall wird produziert und verkauft und mehr produziert. Alles quillt über. Wenn ich ganz ehrlich bin, fand ich dieses Jahr einfach nur Vince Staples und Earl Sweatshirt als Alben gut, Kendrick natürlich, aber anstrengend zu hören. Und der Rest: …

Aigner: Ja Moment, »When You‘re Reading This It‘s Too Late« ja wohl auch. Dann lass doch direkt mal über Drakes und Futures »WATBA« reden.

Kunze: Ach, das gab‘s ja auch noch, stimmt. Okay, ja, WYRTITL war super! Aber ansonsten fühle ich mich von den diversen Veröffentlichungen so, als hätte die ganze Welt zu Hause entrümpelt und ihren ganzen Plunder bei mir im Zimmer abgestellt. Und WATBA gehört da absolut dazu. Plunder. So eine laute, dumme, völlig stupide Zeitvergeudung ohne Vitamine. Ich guck doch auch nicht die WM der Monstertrucks.

Aigner: Irgendwie war das auch bei mir fast das erste Jahr, an dem diese »Scheiß auf Geburtstag, ich hab doch schon alles«-Mentalität auf Musik zugetroffen hat.

Kunze: Ich finde es einfach eine Frechheit mit welcher Selbstständigkeit da Musik VERÖFFENTLICHT wird. Jeder kann ja gerne Musik machen. Aber von Berufs wegen viel Musik zu hören, fühlt sich gerade an, als wäre man ein Müllmann im Pazifik. Ich nehme auf jeden Fall hier alles zurück, was ich an »WATBA« Gutes finden wollte damals.

Aigner: »WATBA« ist eigentlich tatsächlich Geburtstag. »Wanda kommen besoffen in die Küche und wichsen auf die Kaffeemaschine.« Kurz vorher freut man sich drauf; wenn er da ist, ist man erstmal enttäuscht, dann lässt man sich drauf ein und denkt: doch ganz nett. Danach ist man nochmal drei Tage enttäuscht und einen Monat später checkt man nicht mehr, warum man sich überhaupt so viele Gedanken dazu gemacht hat. Und was das Allgemeine anbelangt: Mach’s nicht schlimmer als es ist, du hast gerade einfach nur akut keinen Bock auf Musik, Jahresende. Und damit auf zum Endgegner:

Kunze: Wanda. Oder wie du sie nennst: Andeee.

Aigner: Wanda ist für mich wie früher Skispringen. Fand ich eigentlich immer beschissen, aber zwischen den Jahren war das immer etwas, was mir ein emotionales Urvertrauen gegeben hat. So war »Bussi« für 1 bis 2 Wochen im November dieses Jahr. Und am 10. Januar konnte ich dann immer nicht fassen, dass ich mir tatsächlich dieses zweiwöchige RTL-Tortur geben habe, inklusive »Adler Sollen Fliegen« und Milka Schokolade. Wanda sind mir öffentlich auch immer noch peinlich.

Kunze: Ja, Wanda zu hören, ist als würde man heimlich eine Romanze mit dem dümmsten Menschen des Dorfs haben.
Aigner: Ja. Ich glaube mit Wanda hole ich gerade nach, dass ich nie mit dabei war in solchen Pfadfinder-Zeltlagern.
Kunze: Von all den von uns besprochenen Alben jedenfalls, das mit den meisten Hits.
Aigner: Ey, 60% Hits, ohne Scheiß.

Kunze: Weil du heute so gerne Analogien bildest; Wie verhält sich Wanda zu Kendrick Lamar?
Aigner: Pahahaahah, das wird die Hölle. Okay warte, da muss ich nachdenken.
Kunze: Ich versuch‘s zu erst.
Aigner: Gerne.

Kunze: Nehmen wir an, irgendetwas ist kaputt. Ein Auto, oder eine Kaffeemaschine. Kendrick kommt mit Werkzeugen, Junge; Werkzeuge, die ich so noch nicht miteinander kombiniert gesehen habe. Und sau aufwendig repariert er die eigentlich schon verlorene Kaffeemaschine mit Rhythmus und Lebensfreude. – Wanda kommen besoffen in die Küche und wichsen auf die Kaffeemaschine.
Aigner: Ich wollte ohne Witz gerade sagen, dass Wanda der Uni-Hausmeister ist, der immer versucht hat auf dem Raucherhof, die Erstsemesterinnen zu bumsen, während Professor Kendrick im Audimax drüber eine Viertelstunde überzieht, aber alle genug Anstand haben, noch nicht aufzustehen.

Kunze: Mehr muss nicht mehr gesagt werden.
Aigner: Außer das Obligatorische: What A Time To Be Alive.

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