Music Kolumne | verfasst 03.02.2016
Vinyl-Sprechstunde
Heute: »0,9« von SSIO
SSIO ist ein Barbar in seinen Texten. Und trotzdem haben ihn alle gerne; und zwar Menschen aus den verschiedensten sozialen Schichten. Unsere Autoren sind dem Phänomen im Gespräch über »0,9« auf den Grund gegangen.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
Vinyl_sprechstunde_1024x685px-ssio

Aigner: Also die brauchbarste These, die ich dafür habe, weshalb alle SSIO lieben: Er ist Peak Will Ferrell und »0,9« ist Step Brothers. Das ist dieser Cockslap-Humor, der aber auch dem Intellektuellen reingeht, weil er halt so geil vorgetragen ist.

Kunze: Ich habe auch eine These, sie unterscheidet sich von deiner: Ich glaube SSIO kommt bei so vielen unterschiedlichen Menschen so gut an, weil er bei all dem Rumgedödle einer der reifsten Rapper Deutschlands ist. Weil Kindsköpfigkeit Reife nicht ausschließt. Weil SSIO weiß, was er ist – und was nicht. Und das perfekt ausschöpft. Das gibt es in diesem Kosmos von Möchtegerns und Ich-mach-jetzt-mein-Erwachsenen-Album nicht oft.

Aigner: Das ist ja nicht arg weit weg von Will Ferrell.
Kunze: Du meinst wegen Selbstakzeptanz? Wegen dieser Uneitelkeit?

Aigner: Akzeptanz und uneitel, ja. Und Rap hat ja ein größeres Eitelkeitsproblem als die Bundesliga.

Kunze: Dir ist dazu passend doch auch nach dem letzten Video aufgefallen, dass die so der Shady-Hochphase ähneln. Die lebte ja auch von Klaumauk und absoluter Uneitelkeit.
Aigner: Genau. Ich glaube, das habe ich von den Shitlers geklaut, diese Cartoonhaftigkeit der Videos, das ist großartig.
Kunze: Auch sein Verhältnis zu Xatar. Wie er sich da am Anfang des Videos zu »0,9« über ihn lustig macht, indem er den bekifften Lobby Boy für Xatar hält. Das war ja auch immer das Nette zwischen Eminem und Dr.Dre: Dass der harmlose Pausenclown dem harten Straßenhund so kindisch auf die Eier geht.
Aigner: Ja, die Videos waren ja von Anfang an unglaublich (KOALABÄREN!!!!), aber jetzt hat das wirklich diesen MTV-Golden-Era Anspruch, das finde ich krass.

Kunze: Shit ja, Koalabären. Seitdem will ich sein Freund sein. Ich schäme mich aber vor SSIO, weil ich so ein dünnschultriger Hänfling mit ungepflegtem Haupthaar bin. Das findet der nicht geil. Und bei SSIO finde ich geil, was er geil findet, weil er ein Sympath ist (soweit ich das beurteilen kann).
Aigner: Ja, glaube ich auch. Aber das ist ja das Tolle hier: Auch dieser Straßenaspekt ist hier so relatable, dass man sich eben mit 18er Bizeps nicht ausgegrenzt fühlt.

Kunze: Weil er (der Straßenaspekt) nicht überzeichnet ist. Wenn dann ist er ins Ordinäre und nicht ins Glamouröse überzeichnet. Macht ja keiner mehr. Zu sagen, »ich fahr im SL herum, das Ganze quasi als Penisverlängerung« ist ja die Antithese zum Rap-Talk-101. Das Bemerkenswerte bei SSIO ist doch, dass er so abgrundtief prekär in seinen Texten rüberkommen will: Mit Big-Mac-Rest zwischen den Zähnen dicke Frauen bumsen. Aber keiner findet das bei ihm eklig, sondern charmant.

Aigner: Weil »Paradontose von Rockstar-Cola« halt einfach so ein gutes Bild ist, wie soll man das denn nicht geil finden?
Kunze: Haha, ja natürlich. Aber es ist halt auch diesen Spitzbübische. Ich habe da bei aller dargestellten Maskulinität immer das Gefühl, dass er sich auch mit Frauen in einen Kitzelkampf verwickeln lässt. Und er sie gerne hat und sie ihn.

Aigner: Da kann er zwischendurch noch so oft die Steifheit seines Glieds betonen, wenn dann so auf Metrosexualität geschissen wird wie hier, dann ist das doch eine Riesenbefreiung. Da wird nicht rasiert, da packt man einfach Gel ins Schamhaar. Das findet vielleicht auch die Generation McFit einfach auch erleichternd, wenn da einer ist, der einem sagt: Es ist okay morgens nicht erstmal 20 Minuten Augenbrauen zu zupfen.

Kunze: Wenn das jetzt aber jeder andere rappen würde, käme das nicht so rüber. Weil keiner so einen humorvollen Abstand zu der eigenen Person hat wie SSIO. Ich finde nämlich schon, dass dieses ganze Höhlenmenschgehabe nicht funktionieren würde, wenn da nicht so was Verschmitztes dahinter stecken würde. Und Humor bedeutet Intelligenz. Und die spürt man halt in dem ganzen Affenzirkus zwischen Bonn 17 und Burger King und das macht’s für mich so reizvoll.

Aigner: Ja eben, aber das Verschmitzte ist doch auch so explizit in den Texten, dass der die danebensten Sachen sagen dürfte, weil er mit allem dieser frische Koalabär bleibt. Es ist halt auch so wichtig, dass die Delivery so ist wie sie ist. Dieses Angeasselte, das kommt so geil über diesen Streber-Bap. »Mit SSIOs Musik verhält es sich genau wie mit dem Bumsen.« Vergleiche mal Haftbefehls »Skit« von »Kanackis« mit SSIOs »Go Pro«, das veranschaulicht SSIOs Stärke sehr gut. Das Spielerische bei SSIO und bei Hafti dieses verbitterte deutsche Ressentimentloch. Dass SSIO da gut gelaunt drübersteht ist auch irgendwie bittersüß, weil er ja auch vom Aussehen her immer in die Gangsta-Ecke gepackt wird. Und am Ende gewinnt aber SSIO weil die Trulla vom Arbeitsamt seinem Charme erliegen wird, Haft hingegen wird aus dem Laden geschmissen und kriegt Hausverbot, nur weil er herkommt wo er herkommt.

Kunze: Genau, jep! SSIO will ich immer über den Kopf rubbeln für seine Spitzbubigkeit. Ich in der Rolle der Mama: »Du kleiner Schlawiner, so was sagt man aber nicht!« Dann kann ich mir aber ein Lachen nicht verkneifen und muss mich gleichzeitig ärgern, was für eine schlechte Mama ich bin und mich erfreuen wie lieb ich diesen Tunichtgut habe.

Aigner: Und allein ein Titel wie »Bitte keine Anzeige machen«, das ist doch einfach so dermaßen angekommen in der Selbstverständlichkeit eines Riesenbabies, toll. Dazu kommt, dass Puff und Fast Food halt auch Leitmotive sind, die leicht zugänglich sind.
Kunze: Hmm, klar für Dummbatzen. Aber SSIO ist ja nicht Dummbatzen-exklusiv.

Aigner: Ne, eben nicht, weil alles selbstironisch ist. Für Sex bezahlen hält ein Givenchy-Shindy ja für ein Armutszeugnis. Und Fast Food ruiniert die Bauchmuskeln. Dass er mit so einer Tom Gerhardt-Thematik tatsächlich eine Nische besetzt im undergecutteten Deutschrap, das ist brilliant.

Kunze: Glaubst du, dass SPEX-Leser den deshalb geil finden, weil unhip sein jetzt wieder hip ist?
Aigner: Das ist dieses Will Ferrell-Ding, ich sag’s dir.

Kunze: Da ist SSIO für die Popkultur-Kids halt die verspätetet Vertonung des Normcore-Hypes.

Aigner: Glaube ich wohl, ja. Aber unhip ist halt auch nur in diesem Kontext hip. Also für deine schmale Brust gibt es immer noch keine Rap-Karriere. Weil dann ist das wieder zu Tumblr.
Kunze: Ja, ich glaube, er ist so anziehend für Popkultur-Kids, weil er eben nicht Popkultur ist, nicht Tumblr, nicht politisch, nicht post-modern. Es ist doch einfach unglaublich schwer, 2016 Urlaub fürs Gehirn zu kriegen, ohne, dass dieser Urlaub gleich komplett dumm ist (»Dschungelcamp« schauen). Bei SSIO klappt’s: Hirn aus, stumpfsinnig trotzdem nicht.

Aigner: Und es ist auch so ein demokratischer Ansatz: Hier ist Rap nicht exklusiv, sondern eine riesige geile Polonaise für alle, mit Ja-Chips-Flatrate.
Kunze: Dann wäre das tatsächlich die einzige Polonaise, an die ich mich anhängen würde. Eigentlich das größtmögliche Kompliment.

Aigner: Es macht einfach Spaß. Heulsusenpisse auf Eunuchensitten zu reimen, ist das Beste überhaupt. Ich fand die LOL-Line-Dichte auf »BB.U.M.SS.N« zwar höher, aber das ist ja auch gar nicht so unglaublich wichtig wenn man die besten Beats in Deutschland hat, DJ Heroin und Wandl mal ausgenommen. Musikalisch ist das ja wirklich unfassbar durchgeplant und auf Corporate Identity poliert. »0,9« ist ein ziemlich optimales Album geworden. Aber sehr »BB.U.M.SS.N. 2«, nochmal kann er das nicht machen.

Kunze: Ja, es macht Spaß. Es ist laut, ultra clean produziert, aus einem Guss und dazwischen findet man bei jedem Durchgang neue Spaßmacher (»Mischung aus nachdenklich und Schlägerei«; »…deiner hört sich Sergej (sehr gay) an wie ein Fan aus Russland«).

Aigner: SSIO hat jetzt schon zweimal ein Album gemacht, das sich so universell und soziale-Schichten-unabhängig gut anfühlt wie »FIFA« daddeln with ze Homies.
Kunze: Ja, und das zu ebendieser Beschäftigung noch den perfekten Soundtrack liefert.
Aigner: Auch das noch.

Kunze: Ist echt auch ein Album, das man am Besten teilt. Das macht doch zusammen noch mehr Spaß als alleine. Boahr, jetzt haben wir ihn entschlüsselt: MIT SEINER MUSIK VERHÄLT ES SICH GENAU WIE MIT DEM BUMSEN! Wahnsinn, ›mind blown‹.

SSIOs neues Album »0,9« kannst Du findest Du bei hhv.de auf CD, 2LP+7inch+CD und 2LP+CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 22.11.2013
SSIO
BB.U.M.SS.N.
Wenn MoTrip sich der »Kanake mit Grips« nennt, ist SSIO der »Kanake mit Witz«. Grandibios, Nuttö!!
Music Review | verfasst 17.02.2016
SSIO
0,9
Wetten, dass wir »0,9« von SSIO am Ende des in diversen Jahresbestenlisten wiedersehen werden?
Music Essay | verfasst 19.04.2016
Humor im Deutschrap
Darum finden alle SSIO witzig
Deutschrap ist so komisch wie nie zuvor. Er ist es mal freiwillig, mal unfreiwillig, für jeden Geschmack was dabei. Nur ein Rapper aber besitzt eine Art von Humor, auf die sich scheinbar alle einigen können: SSIO. Warum?
Music Kolumne | verfasst 19.02.2014
Vinyl-Sprechstunde
Bushidos »Sonny Black«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze erklären, warum wir »Sonny Black« in Deutschland gut gebrauchen können.
Music Kolumne | verfasst 03.12.2014
Vinyl-Sprechstunde
Haftbefehls »Russisch Roulette«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze haben sich Haftbefehls viel besprochenes Album »Russisch Roulette« gemeinsam angehört.
Music Kolumne | verfasst 20.05.2015
Vinyl-Sprechstunde
Lance Butters' »BLAOW«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute »BLAOW« und die Frage, wie nahe dieses Album an’s Croissant kommt. Oder: Warum das eigentlich ein depressives Album ist.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 16.01.2014
Vinyl-Sprechstunde
Actress' »Ghettoville«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal unsere beiden Autoren Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Actress’ möglicherweise letztes Album.
Music Kolumne | verfasst 23.04.2014
Vinyl-Sprechstunde
Pharrell Williams' »Girl«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erklären Florian Aigner und Philipp Kunze, warum eine Partie Scrabble sich nach »Girl« wir ein revolutionäres Ereignis anfühlt.
Music Kolumne | verfasst 14.05.2014
Vinyl-Sprechstunde
Kollegah's »King«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erörtern Florian Aigner und Philipp Kunze was Tiki-Taka mit Kollegahs neuem Album »King« gemeinsam hat.
Music Kolumne | verfasst 26.06.2014
Vinyl-Sprechstunde
Lana Del Reys »Ultraviolence«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute erfahrt ihr, wieso Lana Del Rey niemals Miley Cyrus oder Britney Spears sein wird, und warum das auch noch schlecht für ihr Album ist.
Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Music Kolumne | verfasst 21.08.2014
Vinyl-Sprechstunde
FKA Twigs' »LP1«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Eine Unterhaltung darüber, warum Kanye Kathedralen bauen darf und FKA Twigs nicht mal artsy Instagram-Fotos zugestanden werden.
Music Kolumne | verfasst 26.09.2014
Vinyl-Sprechstunde
Aphex Twin's »Syro«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine aktuelle Schallplatte. Florian Aigner hofft, dass Philipp Kunze mal was schlechtes über Aphex Twin sagt, weil sich der (Kunze) bislang kaum mit dem (Aphex Twin) beschäftigt hat.
Music Kolumne | verfasst 28.01.2015
Vinyl-Sprechstunde
D'Angelo's »Black Messiah«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute ziehen unsere Kolumnisten vor D’Angelos erstem Album seit 15 Jahren den Hut – und zucken mit den Schultern.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2015
Vinyl-Sprechstunde
A$AP Rockys »At.Long.Last.A$AP«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute nähern sich unsere Kolumnisten über Pflegeprodukte, Zungenküsse und schwule Kleinkinder A$AP Rockys neuem Album an.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2015
Vinyl-Sprechstunde
Vince Staples' »Summertime '06«
Wir begrüßen einen Gastdozenten zur Vinyl-Sprechstunde: Julian Brimmers. Er soll zwischen Aigner und Kunze vermitteln, die sich angesichts der Komplexität von »Summertime ’06« dieses Mal nicht einig sind.
Music Kolumne | verfasst 21.09.2015
Vinyl-Sprechstunde
Future & Drakes »What A Time To Be Alive«
Zwei der derzeit populärsten Rap-Schwergewichte haben ein gemeinsames Album veröffentlicht. Grund für eine Notfall-Sprechstunde, in der wir das »Vinyl« einfach mal außen vor gelassen haben.
Music Kolumne | verfasst 14.10.2015
Vinyl-Sprechstunde
Wandas »Bussi«
Was ist das mit Wanda? Warum zieht die Band so viele Menschen in ihren Bann? Unsere beiden Kolumnisten haben sich Wandas zweites Album angehört und versucht, eine Antwort darauf zu finden.
Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Music Kolumne | verfasst 15.06.2016
Vinyl-Sprechstunde
Radiohead: »A Moon Shaped Pool«
Radiohead bringen in zwei Tagen ein neues Album raus. Die Welt hält den Atem an. Unsere Autoren haben das Album schon gehört – und auch ihnen schlägt das ›Event‹ auf die Atemwege.
Music Kolumne | verfasst 23.08.2016
Vinyl-Sprechstunde
Frank Ocean – Blond
Vier Jahre lang hat Frank Ocean sein neues Album angeteast, zurückgezogen, und das Spiel so lange wiederholt, bis beim Release von »Blond« alle eh erstmal sofort befriedigt waren. Aber ist »Blond« so groß wie das Drumherum?
Music Kolumne | verfasst 12.10.2016
Vinyl-Sprechstunde
Nicolas Jaar – Sirens
Nicolas Jaar veröffentlicht nach fünf Jahren sein zweites Studioalbum. Unsere Autoren haben sie sich gemeinsam angehört und sich dabei nicht nur gefragt: ist das jetzt eher Tarkovsky oder Milky Chance?
Music Kolumne | verfasst 20.01.2017
Vinyl-Sprechstunde
The xx – I See You
The xx sind zurück und zwar jeder Einzelne von ihnen. Das hört man stark. Ein Problem, finden unsere Kolumnisten. Sie finden aber auch: The xx sind bereit für das ganz Große. Aber das Kleine war halt früher so toll an denen…
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.