Music Interview | verfasst 28.06.2016
Masta Ace
Kein Herbst in Sicht
Als einer der dienstältesten MCs im Geschäft schafft es Masta Ace trotz seiner fast 30 Jahre Erfahrung relevant zu bleiben. Wie er das macht, wo seine Karriere begann und warum er nicht mehr malt, erfahrt ihr in unserem Interview.
Text Niklas Fucks , Fotos Tobias Hoffmann/Phyreworks
Ace

Der Beruf des Rapper bringt normalerweise eine gewisse Halbwertszeit mit sich. Zahllose Karrieren einstiger Hip-Hop-Pioniere verlaufen sich über die Jahre in Stagnation, man versucht die goldenen Zeiten zurück zu holen oder läuft verzweifelt Trends hinterher. Doch Masta Ace ist die Ausnahme zu der Regel, dass 80er-Legenden heute entweder irrelevant oder tot sind. An dem Urgestein prallen auch nach 28 Jahren im Game die Wellen ab und er macht erfolgreich sein Ding. Vor allem in Europa wird der in Brownsville geborene Duval Clea konsequent gefeiert. In der Lobby eines kleinen aber schicken Düsseldorfer Hotels wirkt er etwas müde. Verständlich: erstens ist es recht früh und zweitens hat er gestern im ausverkauften Stahlwerk seine Europa-Tour eingeläutet. Neben den Klassikern aus seiner facettenreichen Diskografie stellt er sein neues Solo-Album »The Falling Season« vor, das am 13. Mai über hhv.de erschienen ist.

Wie ist der Kontakt mit hhv.de zu Stande gekommen?
Mast Ace: Es fing an, als sie mich fragten, ob sie meine Alben »Long Hot Summer« und »Disposable Arts« neu auflegen könnten. Diese Platten waren nirgends mehr zu finden, also hielt ich das für eine gute Idee, da beide Alben zu den wichtigsten meines Katalogs zählen. Ich wollte schon länger einen Vertrag mit einer europäischen Firma unterzeichnen und die jahrelange Zusammenarbeit an den Reissues zeigte mir, dass sie ein guter Partner sind.

Wolltest du bei einem europäischen Label unterzeichnen, weil du hier so beliebt bist?
Masta Ace: Ja, wir touren tatsächlich am meisten in Europa. Deswegen macht es Sinn, wenn eine Firma von hier die Platten vertreibt.

Was glaubst du, woher kommt es, dass du deine treusten Fans in Europa hast?
Masta Ace: Ich glaube die Fans in den USA sind stark von dem beeinflusst, was im Radio oder im Fernsehen läuft. Sie kennen nichts anderes. Es ist ein sehr kommerzieller Markt. Der Untergrund existiert, allerdings deutlich kleiner. Die andere Sache mit Europa und vor allem Deutschland ist, dass meine Musik hier eine jüngere Generation an Fans erreicht hat. Beim Konzert gestern zum Beispiel (gemeint ist das Konzert am 4.5.16 in Düsseldorf, Anm. d. Red.) waren ein paar Kids, die den Text zu jedem Song kannten. Die waren 18 Jahre alt. In den USA gibt es keine 18-jährigen, die irgendetwas darüber wissen, was ich tue. Die kennen Trap, das ist deren Popmusik. Wenn du da als 18-jähriger Masta Ace hörst, halten sie dich für einen Weirdo. Warum hört er nicht Drake?

Masta Ace versteht es auf Skit-reichen Konzeptalben eine cinematische Atmosphäre zu vermitteln. Man sitzt mit ihm am Küchentisch, streift mit ihm durch die Gänge seiner High School und hört heimlich unter der Decke die Radioshow des World Famous Supreme Team. Sein Durchbruch war der Gewinn des Rap-Contests einer Rollschuhbahn in Brooklyn.

Stimmt es, dass du deine Hip-Hop-Karriere der Schwester eines Schulfreundes und den United Skates of America verdankst?
Masta Ace: Ja, das ist alles richtig! Auch vor allem meiner Mutter, denn die ganze Geschichte fing damit an, dass mein Kumpel mich anrief und mir von einem Rap-Wettbewerb erzählte. Ich sagte ihm: »Nein, ich kann nicht gehen, ich bin hier mit meiner Familie und es ist Weihnachten.« Aber meine Mutter hatte das Gespräch gehört und sagte »Warum gehst du nicht einfach? In den USA gibt es keine 18-jährigen, die irgendetwas darüber wissen, was ich tue. Die kennen Trap, das ist deren Pop-Musik. (Masta Ace) Wir haben schon gegessen und machen nichts mehr wirklich, geh‘ einfach mit deinem Freund.« Ich rief dann meinen Freund zurück, aber er war schon weg, ich wusste nicht wohin. Also bat ich seine Schwester, mit der ich telefonierte, ihn einzuholen. Sie sagte »warte kurz«, rannte nach draußen und ich hörte sie durchs Telefon auf der Straße nach ihrem Bruder rufen. Also kam er zurück, sagte mir den Treffpunkt, ich nahm den Zug und wir machten beim Rap-Wettbewerb der United Skates of America in Queens mit. Ich gewann. Der erste Preis waren sechs Stunden im Studio mit Marley Marl und der Rest ist Geschichte.

Nach erfolgreichen Jahren mit Marley Marl und Juice Crew orientiert sich Masta Ace um. Aus seinem Studio in Brooklyn heraus experimentiert er mit seiner Gruppe »Masta Ace Incorporated« mit Gangsta Rap und G-Funk. Damals gerät er dadurch zwischen die Fronten des Eastcoast-Westcoast-Konflikts, die Leute glaubten er sei nach L.A. gezogen, man warf ihm vor er würde sich dem Feind anbiedern. Heute benutzt er den Begriff »Kompromiss-Album«, redet lieber über seine späteren Werke.

Die Releases von Masta Ace Incorporated haben sich vom Sound her stark von deinen Vorherigen unterschieden. Ich war bei der Recherche überrascht davon, wie viel du in dieser Zeit produziert hast. Vor allem die großen Hits wie »Sittin‘ on Chrome« und »Born to Roll«. Auf deinen späteren Alben war maximal ein Beat von dir, wie kam das?
Masta Ace: Ich brauchte einfach neue Musik, um mich inspirieren zu lassen. Als ich diese Alben machte war es eine Formel. Ich wusste genau, was für Beats ich machen musste, damit sie dem Publikum gefallen und habe darauf Texte geschrieben. Bei »Disposable Arts«… meine Beats waren damals gut, aber ich hatte das Gefühl, dass ich die Beats anderer Leute brauchte, um Texte zu schreiben, die von Herzen kamen. Deswegen habe ich für dieses Album und »Long Hot Summer« nur jeweils einen Beat von mir genommen. Die hatte ich aber auch schon Jahre vorher produziert.

Meinst du, du setzt dich nochmal an die MPC?
Mast Ace: Weißt du, meine MPC ist noch in wirklich gutem Zustand. Marco Polo will, dass ich sie ihm gebe (lacht). Ich denke ich werde irgendwann wieder produzieren, weiß aber nicht wann. Wahrscheinlich sobald ich umziehe, weil ich zu Hause kein richtiges Studio habe. Früher hatten wir eine 2-Zimmer-Wohnung und eines der Zimmer war das Studio, wo ich mein ganzes Equipment und Platz hatte. Doch dann wurde meine Frau schwanger, das Studio wurde zum Kinderzimmer und die ganze Ausrüstung wurde in Kisten verpackt. Es ist immer noch das Zimmer meiner Tochter und ich hatte bis heute keinen Raum. Es muss Platz sein für Lautsprecher, mein aufgebautes Equipment, Platten… ohne das richtige Umfeld mache ich es nicht.

Du hast unter dem Pseudonym ASE1 produziert, was auch dein Graffiti-Name war. Ist es länger her, dass du einen Beat gemacht hast, oder dass du sprühen warst?
Masta Ace: Ich war 2001 in Köln malen, nach 2001 habe ich noch Beats gemacht, also ist es länger her, dass ich bomben war.

Steht das Piece noch?
Masta Ace: Mein Kumpel DJ Schneider aus Köln hat mir vor kurzem ein Bild geschickt, auf dem es noch steht (durchsucht sein Handy nach dem Foto und zeigt es dann stolz). Es ist bei einer Autobahnunterführung. In dieser Nacht wurden wir auch fast erwischt, deswegen dachte ich mir: »Ich kann nicht auf Tour bomben gehen, in Deutschland verhaftet zu werden wäre nicht so gut.« Danach habe ich mit dem Malen aufgehört.

Seit deiner Beteiligung an Masta Ace Inc. hast du regelmäßig Rapperinnen auf deinen Alben gefeaturet.
Masta Ace: Das stimmt, ich war wahrscheinlich einer der ersten Rapper, der auf drei verschiedenen Songs eines Albums Features mit drei verschiedenen Frauen gemacht hat. »Wenn eine Rapperin einfach nur authentische Musik machen will, scheint die Wirtschaft zu denken, es sei nicht zu vermarkten. ( Masta Ace)Frauen haben eine wichtige Stimme im Hip-Hop und es gibt Songs, die einfach die weibliche Perspektive brauchen. Alles dreht sich immer um die männliche Perspektive, meine Perspektive. Und dann holt man eine Frau, die eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat. Wenn ich talentierte Rapperinnen treffe, freue ich mich immer mit ihnen aufzunehmen. Deswegen habe ich mit Leuten wie Rah Digga, Jane Doe oder auf dem neuen Album Queen Herawin gearbeitet.

Hättest du damals gedacht, dass Rapperinnen heute im Hip-Hop präsenter wären?
Masta Ace: Ich glaube der kommerzielle Markt schreibt vor, wie sichtbar weibliche MCs sind. Der kommerzielle Markt hat entschieden, dass Rapperinnen sich sexy, fast nasty anziehen müssen, damit die Fans es kaufen. Und wenn jemand wie Rapsody, die sich respektabel kleidet und rappt, mit purer Lyrik und guten Tracks kommt, scheint es so, als würde die Wirtschaft denken, es sei nicht zu vermarkten. Obwohl wir wissen, dass es sich verkaufen kann. Man muss einfach mehr Künstlerinnen wie Rapsody dazu bringen Musik zu veröffentlichen. Es erscheinen nicht genügend Alben von Rapperinnen, die nicht den Weg einer Nikki Minaj gehen, sondern einfach nur authentische gute Musik machen wollen.

Was sind deine Top-5 weiblicher MCs?
Masta Ace:(überlegt lange) In unbestimmter Reihenfolge: Rah Digga, Queen Latifah, Invincible, Lauryn Hill als sie rappen konnte und Lady Leshurr.

Mit der Zeit verfliegt auch die Müdigkeit aus Masta Ace Gesicht. Der Mann ist so lange im Geschäft, dass man ihn tagelang interviewen möchte. In einem Atemzug gibt es von dem sowohl professionell als auch privat talentierten Geschichtenerzähler Anekdoten über seine Familie, Big Daddy Kane und MF DOOM. Er muss noch seine Sachen packen, dann geht weiter nach Aalst in Belgien. In den nächsten 23 Tagen wird er 16 Konzerte zwischen Nantes und Talinn spielen. Er will sich neben der Musik auch anderen Sachen widmen, sagt er, vielleicht sogar irgendwann pausieren, aber alles zu seiner Zeit. Denn das hat sich Masta Ace wie kaum ein anderer Rappe bewiesen: dass er Zeit hat.

Masta Ace sinniert über 4 spezielle Tracks aus seinem neuen Album »The Falling Season«

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 20.07.2012
Masta Ace
MA DOOM: Son Of Yvonne
Masta Ace verteidigt sein Standing als Meister des Storytelling, und als einer der verkanntesten MC’s aller Zeiten.
Music Review | verfasst 23.05.2013
Masta Ace
A Long Hot Summer
Gute Geschichten kann man immer wieder erzählen. Das Masta Ace einer der fähigsten Storyteller im Hip Hop ist, wissen wir längst.
Music Interview | verfasst 09.07.2012
Masta Ace
»Es war definitiv eine Art Therapie«
Ganze acht Jahre nach »A Long Hot Summer« kommt Masta Ace mit einem neuen Soloalbum daher. Es heißt »MA Doom: Son Of Yvonne«. Ein Titel, der ohne Umschweife auf die wichtigsten Bezugsquellen verweist.
Music Kolumne | verfasst 21.10.2014
Entweder oder
Entscheider: Masta Ace
Masta Ace will von Rente nichts wissen: In diesen Tagen erscheint seine EP »The Turning Point« und er spielt zusammen mit eMC bei den 12 YRS hhv.de Feierlichkeiten in Köln, Hamburg, Berlin und München.
Music Review | verfasst 01.06.2007
Zeph & Azeem
Rise Up
Auf Zephs abwechslungsreichen Instrumentals macht Azeems Zunge Yoga: das Debüt des Duos aus San Francisco macht Spaß.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 15.04.2007
Various
OM HipHop Volume 1
Das in San Francisco ansässige Label OM Records setzt mit ihrer neuen Compilation die Ansprüche hoch
Music Review | verfasst 25.05.2007
Sa-Ra Creative Partners
The Hollywood Recordings
Das ist die erste Sa-Ra-Review, die ohne die Attribute »unique«, »innovativ« und »next-level« auskommt.
Music Review | verfasst 08.05.2007
Lifesavas
Gutterfly
Ein weiterer Beitrag zum Thema »Blaxploitation als Samplequelle«: Livesavas veröffentlichen ein richtig gutes Album.
Music Review | verfasst 02.01.2007
Various
The Best Of Lewis Recordings
Die Briten von Lewis Recordings, Heimat von Edan, beehren uns mit einer interessanten Labelschau
Music Review | verfasst 02.12.2010
2Mex
My Fanbase Will Destroy You
Zwei Jahre hat er sich für »My Fanbase Will Destroy You« Zeit genommen. Ungewöhnlich lange für 2Mex.
Music Review | verfasst 05.11.2010
7L & Esoteric
1212
Erstmals seit 2006 gibt’s das Gespann 7L & Esoteric wieder auf Albumlänge. Die Ansage: 12 Tracks, die alle als 12inch taugen sollen.
Music Review | verfasst 08.11.2010
Celph Titled & Buckwild
Nineteen Ninety Now
»Nineteen Ninety Now« transportiert den Vibe der 1990er Jahre perfekt in die Jetztzeit.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Atmosphere
To All My Friends / Blood Make The Blade Holy
Eine Doppel-EP, die die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album überbrücken soll.
Music Review | verfasst 02.11.2010
Breez Evahflowin
As He Goes On...
Breez Evahflowin hört auf. Zum Abschied gibt er seinen Fans ein reflektiertes, ehrliches und erwachsenes Album.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 19.11.2010
Intalek & Ritchcraft
Lives And Vibes
Perfektes Zusammenspiel: Ritchcraft erschafft einen warmen, elektrolastigen Sound, Intaleks frischer und gelassener Flow rundet ab.
Music Review | verfasst 24.09.2010
Professor Green
Alive Till I'm Dead
Ein Album samt selbstironischer Anspielungen auf das Musikbusiness, das irgendwo zwischen den Stühlen von HipHop und Mainstream-Pop Platz.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Shad
TSOL
Im Vergleich mit Drake das spannendere kanadische Exportgut, das die Nische zwischen Common, Blu und Talib Kweli ebenbürtig ausfüllt.
Music Review | verfasst 12.11.2010
U-N-I
A Love Supreme 2.0
Von Hipster-Rap und Gangstarap sind U-N-I genausoweit entfernt. A Love Supreme zählt zu den besseren Hip-Hop-Platten des Jahres.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
The Moon Comes Closer
Jinna Morocha hatte den Wunsch zum Mond zu reisen und fand in Project: Mooncircle den geeigneten Partner.
Music Review | verfasst 10.03.2007
Evidence
The Weatherman LP
Weniger Nostalgie, mehr Risikofreude, ohne die klassizistische Nische zu verlassen: Evidence-Haten ist wieder uncool geworden.
Music Review | verfasst 10.05.2007
Sage Francis
Human The Death Dance
Sage Francis zeigt sich abwechlungsreich bis widerspenstig. Von Stand Up Comedy oder Slam Poetry, über E-Gitarren bis hin zu HipHop-Standards.
Music Review | verfasst 27.10.2010
Slum Village
Villa Manifesto
Zum ersten Mal überhaupt finden sich sämtliche Mitglieder von Slum Village auf einem Album wieder. Ein gelungenes Album also, welches sich allerdings, beachtet man die zahlreichen Querelen im Vorfeld des Releases, wohl in dieser Konstellation nie mehr so wiederholen wird.
Music Review | verfasst 05.12.2010
Zion I
Atomic Clock
Auf ihrem siebenten Album ließen sich Zion I von ihrer Liebe zu Dub und Reggae inspirieren.
Music Review | verfasst 07.12.2010
Skyzoo & Illmind
Live From The Tape Deck
Der Titel der Kollaboration von Skyzoo und Illmind verspricht uns eine Boom-Bap-Reise in die 1990er Jahre.
Music Review | verfasst 03.12.2010
Les Swashbuckling Napoleons
Fuck
Bleubird und Thesis Sahib erklären als Les Swashbuckling Napoleons die HipHop-Welt für verrückt.
Music Review | verfasst 03.12.2010
Damu the Fudgemunk
Supply For Demand
Damu the Fudgemunk lässt hier nun wirklich mal die Katze aus dem Sack und zeigt sein Können.
Music Review | verfasst 08.10.2010
Chiddy Bang
The Preview
Das Duo aus Philadelphia liefet ein Album ab, dass sich gekonnt am digitalen Zeitgeist orientiert.
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Liste
Ausklang | 2017KW48
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Bericht
Records Revisited
A Certain Ratio – To Each, 1981
Man ruft A Certain Ratio gerne als musicians’ musicians. Warum? Weil sie mit einem typischen Übergangsalbum zeigten: Wo Dinge unabgeschlossen sind, bleibt genug Platz für andere, um sich zu eigenen Lösungen anregen zu lassen.
Music Liste
Ausklang | 2017KW47
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Princess Nokia
Für eine neue Unordnung
Zum Ende diesen Jahres hin erscheint also endlich eines der aufsehenerregensten Alben des letzten Jahres auf Platte, Princess Nokias »1992«. Es ist wie seine Interpretin: auf eine ordnende Weise chaotisch.
Music Liste
Ausklang | 2017KW46
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste
Ausklang | 2017KW45
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.