Music Liste | verfasst 14.07.2016
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Keine Compilations, sonst eigentlich alles. 24 Reissues, die aus dem redaktionsinternen, wutdemokratischen Verhandlungen als absolut unabdingbar herauskamen. Dann in Texte gegossen und alphabetisch sortiert.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze,
24-reissues-pic-2

Es ist kein Geheimnis: die Re-Saturnisierung von Vinyl habt ihr primär euren Vätern zu verdanken, die sich dort zwischen lebensgroßem Andreas Bourani-Pappmaché und Ich+Ich-»Best-Ofs« immerhin noch einigermaßen geschmackssicher zum achten Mal »Beggar’s Banquet« kaufen und gleichzeitig dafür sorgen, dass euer auf 22 Stück limitiertes Calypsodronewavebliphouse-Whitelabel erst 2022 einen Termin im Presswerk bekommen hat.

ABER: Bei all dem First World-Gejammer über Record Store Day-Ungerechtigkeiten und der Fetischisierung von Vinyl als Deko-Gegenstand: so viele gute und jahrelang gewunschlistete Reissues wie in den letzten Monaten gab es noch nie, vor allem nicht aus der sogenannten Peripherie. Alleine aus Afrika und Asien hätten wir locker 24 essentielle Platten nennen können, die in der ersten Jahreshälfte 2016 wiederveröffentlicht wurden.

So fielen am Ende auf Grund dieser Obergrenze von African Head Charge bis ZYX dutzende Platten unter den Tisch, die ihr eurem Vater mitbestellen solltet. Die verbliebenen wurden aber im patentierten wutdemokratischen Verfahren redaktionsintern als absolut unverzichtbar deklariert und in alphabetische Reihenfolge gebracht. □ Florian Aigner

Ahmed Malek - Musique Originale De Films Find it at hhv.de: LP Wir verdanken diese Reissue Jannis »Jakarta« Stütz’ größtem Hobby. Der Labelchef ist seit jeher Kulturvermittler. Irgendwann um 2012 entdeckte er den arabischen Raum und seine Musik für sich. Besonders der algerische Musiker Ahmed Malek tat es Stütz an. Er machte eine Originalkopie seines Albums »Musique Original de Films« aus, traf sich mit Maleks Tochter, die ihn daraufhin unterstütze und veröffentlichte daraufhin dieses Werk des »algerischen Morricones« neu. Stimmungsgewaltig und doch leichtfüßig, klassisch und verspielt. Super Veröffentlichung. □ Philipp Kunze
 

Anna Homler & Steve Moshier - Breadwoman & Other Tales Find it at hhv.de: LP Das Album »Breadwoman & Other Tales« erhält gleich zwei Preise: Den für die merkwürdigste Ästhetik und den für die unglaubwürdigste Geschichte. Angeblich Mitte der 1980er Jahre auf Kassette erschienen, versammelt das über RVNG Intl. neu aufgelegte Album elektronische Krachmacher-Kompositionen von Anna Homler und Steve Moshier, über die Homler in einer ausgedachten Sprache singsangt. Ein bisschen bescheuert und noch viel mehr großartig. Industrial in poetisch, brutal und doch zärtlich. Wenn das fiktiv ist, bleibt die Realität eben ein bisschen langweiliger. □ Kristoffer Cornils
 

Beach Boys - Pet Sounds Find it at hhv.de: LP Es gibt Pop-Alben, die für die Musikgeschichte ungemein wichtig waren und es gibt »Pet Sounds«. Ein megalomanisches Großprojekt Brian Wilsons, der damit einerseits dem Rivalen Phil Spector und andererseits den Beatles ein Schnippchen schlagen wollte. Herausgekommen ist ein Album, das ungefähr so viele verschiedene inhaltliche Ebenen wie großartige Vokal-Harmonien hat: Unter jeder schmeichelhaften Akkordfolge tun sich menschliche Abgründe auf, die vormals nie und im Nachhinein nur selten in eine dermaßen stringente Form gebracht wurden. Unter dem Pflaster liegt der Strand, unter den Beach Boys ein allumarmender, reinigender Schmerz. Zwischendurch läuten die Fahrradklingeln. □ Kristoffer Cornils
 

Black Disco - Night Express Find it at hhv.de: LP Zwischen cremigem Philly-Sound, diasporischem Jazz-Funk und psychedelischem Easy Listening mag es Berührungspunkte geben, seltener aber wurden sie dermaßen eng und logisch verknüpft wie auf dem ursprünglich 1976 erschienenem »Night Express« von Black Disco. Musik zum Whiskynippen, Abshaken oder für die schwülstige Angespanntheit am Vorabend der Revolution. Ein großartiges künstlerisches Statement, das nicht ohne politische Implikationen daherkommt. They say it loud – ohne ein einziges Wort darüber zu verlieren. Was genau, werdet ihr nach den ersten Tönen des Titeltracks kapieren. □ Kristoffer Cornils
 

Bruno Spoerri - Langstraße zwischen 12 und 12 Find it at hhv.de: LP Skizzenhaft ist Bruno Spoerris Soundtrack zum filmhistorisch völlig untergegangenen Milieustudienstreifen »Langstraße zwischen 12 und 12« allemal, dabei aber stilistisch unglaublich reich. Wie der Film ein buntes soziales Kolorit zusammenbringt, so verblendet auch der Schweizer Komponist eine Vielzahl von Stilen über Bar-Jazz bis hin zu Rumpelrock, die ihrerseits von Brüchen und Twists geprägt sind. Kauzig, schön, psychedelisch – und meistens alles zugleich. Siehe »Strip Bar«, einem Highlights unter vielen. Kristoffer Cornils
 

Caroline K - Now Wait For Last Year Find it at hhv.de: LP Die 2008 verstorbene Caroline »K« Walters war eine übersehene Randfigur der britischen Industrial-Szene. Ihr 1987 veröffentlichtes Soloalbum »Now Wait For Last Year« aber entwickelte sich über die Jahre zu einer Art heiligem Gral unter Elektro-Krach-Nerds. Zwei CD-Reissues auf dem Label Klanggalerie folgend legt nun Blackest Ever Black die Platte neu auf Vinyl auf und rückt Caroline K damit in einen Kontext, in welchem ihre Musik wahnsinnig zeitgeistig klingt – insbesondere der elegische Überhit »Tracking With Close-Ups«. Wir hoffen bereits auf einen Ancient Methods-Remix. □ Kristoffer Cornils
 

Count Ossie - Tales Of Mosambique Find it at hhv.de: 2LP Über zwei Dinge muss man hinweg sehen, um die Neuauflage dieses Albums genießen zu können: Count Ossies fundamentalistische Tendenzen und das potthässliche Artwork, da fehlt wirklich nur noch, dass sich im abgebildeten Gesicht eine Afrika-Karte abzeichnet. Der Rest auf »Tales from Moazmbique« stimmt friedlich, allerdings nicht in Relation sondern wirklich: FRIEDLICH. Gesang, Niyabinghi-Trommeln, dort ein Bläser, hier ein Örgelchen, mit seinen jazzigen Anleihen absolut revolutionär für den damaligen Reggae. Cover vernichten, Platte auflegen, Unkraut jähten, und hier und da eine Pause machen, um den »most high« anzubeten. □ Philipp Kunze
 

Daniela Casa - Sociéte Malade Find it at hhv.de: LP Das Traurige zuerst: Daniela Casa hätte bekannter sein müssen und älter werden sollen. Die italienische Komponistin war eine Pionierin was abstrakte, elektronische und experimentelle Pop-Musik anbelangt, mixte Jazz mit Drone, ach, machte einfach alles. Mit nur 42 Jahren verstarb sie. Nun zum Erfreulichen: Dieser Zusammenstellung an Songs. Dagored Records widmet sich mit »Societa Malata« (1975) Casas bedachter Seite, 11 Tracks, Xylophon, Bongos, Gitarren-Soli, Synths. Selten, dass so viele Ideen auf einem Haufen so unkompliziert klingen. □ Philipp Kunze
 

DJ Screw - 3 N Da Mornin Find it at hhv.de: LP Ein Traum von mir: ich hänge mit Z-RO und irgendwelchen anderen Schnupfen-Boys auf DJ Screws Couch (no Danish design) ab und zocke Playstation. Screw geht wie immer mit Schlüssel schlafen und wacht zwei Tage nicht auf (Codein), weshalb die Schnupfen-Posse und ich eingesperrt bleiben und unseren Magen zwei Tage mit Chips zumüllen und unsere Seele mit heißen Playstation-Spielen. »3 in Da Morning« (1996) zu hören, kommt der Realisation dieses Traums noch am nächsten. Gab’s als Kassette, gab’s als CD, gibt’s jetzt endlich auch auf LP. □ Philipp Kunze
 

Exploit - Crisi Find it at hhv.de: 2LP Sind wir ehrlich: auf einem Flohmarkt würde man die Scheibe des billigen Cover-Artworks wegen einfach überblättern. Was ein großer Fehler wäre. Die Original-Platte von 1972 der dreiköpfigen Prog-Rock/Jazz-Band Exploit aus Rom ist so gut wie nicht existent und auch die Repress aus dem Jahre 1989 taucht in etwa so selten irgendwie auf wie Mewtu bei #PokémonGo. Selbst die Neuauflage von »Crisi« ist auf 500 Stück limitiert. Wer Vinyl als Spekulationsobjekt sieht, sollte zuschlagen. Musikalisch geht natürlich auch etwas. Liebhaber werden die A-Seite bevorzugen, auf der sich die Band von ihrer proggigen Seite zeigt. Es gesellen sich kommerziellere Songs auf der B-Seite hinzu, Hang zum stereotypen Eisdielen-Rock/Pop nicht von der Hand zu weisen. □ Philipp Kunze
 

  Hailu Mergia & Dahlak Band - Wede Harer Guzo Find it at hhv.de: 2LP Selbst in den schlimmsten Zeiten tanzt irgendwo jemand. Äthiopien befand sich 1978 im Krieg mit Somalia, es herrscht der »Rote Terror«, über der Adis Abeba wurde eine Ausgangssperre verhängt. Destruktivität allerorts und doch entsteht im Ghion Hotel etwas Neues. Hailu Mergia musiziert mit der Dahlak Band, die seinen hypnotisierenden Orgel-Sound um Soul und Funk anreichert. Wunderschöne Musik die da entstand – und beinahe verloren ging. Die Sessions wurden auf Tape aufgenommen, Hailu Mergias eigene Kopie (mutmaßlich) die letzte diente also Grundlage für die Vinyl-Version von »Wede Harer Guzo«. Was damals in Zeiten von großem Terror entsteht, hilft heute Wunder, wenn es darum geht dem winzigen Terror des Alltags für eine Runde Zwiebeln schneiden zu entkommen. □ Philipp Kunze
 

J Dilla - Donuts Find it at hhv.de: 2LP J Dilla starb viel zu früh und sein Abschiedswerk ist viel zu kurz. Das war es auch schon mit der Kritik an diesem in allen Farben und Formen kursierenden Album, dessen zigste Wiederveröffentlichung ebenfalls wenig Anlass zum Meckern gib. Es gibt schließlich vermutlich kaum ein Exemplar dieser Platte, die nicht völlig abgegrabbelt ist. Denn so kurz die kongenialen Samplingmeisterstücke von »Donuts« (2005) auch sind: Gerade das weckt das Verlangen, sie immer wieder auf dem Regal zu ziehen und die Grooves Umdrehung für Umdrehung abzuschleifen. Zum zehnten Jubiläum nun auch als Gatefold-Version. □ Kristoffer Cornils
 

Lil Wayne - Tha Carter II Find it at hhv.de: 2LP and RSD-2LP »The Carter II«, das ist Lil Wayne in der Zwischenphase. Eine Zeit, in der er den Titel best rapper alive nicht unberechtigt für sich einforderte. Hier war er noch zu einem großen Teil der grimmige N’Awlins-Hot Boy, aber auch nur noch zwei Jahre davon entfernt, sämtliche Tassen aus seinen Schränken zu entfernen und schwerelos zum Mars aufzusteigen. Auf »The Carter II« kaute Weezy noch reihenweise die Messerklingen ab, Lollipop war später. Konzentrierter hat er in seiner Karriere nur noch selten gerappt. Das Album aus dem Jahre 2005 enthält außerdem neben einem der wenigen richtig fetten Runners-Beats (die, die »Hustlin’« produziert haben) auch den letzten und vielleicht einzig brauchbaren Auftritt von Robin Thicke. □ Philipp Kunze
 

Madlib - Shades Of Blue Find it at hhv.de: 2LP Es bleibt zu Madlibs »Shades Of Blue« von 2003 ungefähr genauso viel zu sagen wie zu J Dillas »Donuts« oder »Paul’s Boutique« von den Beastie Boys: herzlich wenig. Allein schon, weil mit der Sample-Orgie straight outta Blue Note back catalogue schon alles gesagt war. Was sich als lauschiger Lounge-Sound bei Bonobo weiterüberlebte, markierte indes immerhin nicht das Ende von Otis Jackson Jr.s Konductor-Fähigkeiten. Unübertroffen bleibt es dennoch – und damit ist eben auch schon alles gesagt. □ Kristoffer Cornils
 

Manuel Göttsching - E2-E4 Find it at hhv.de: LP Krautrock blieb nicht lange das Geisteskind von kommunardisch organisierten Vollbärtlern, die lieber 16 Minuten statt der genormten dreieinhalb die Gitarren jaulen ließen. Klaus Schulze versteckte sich in riesigen Synthesizer-Türmen, sein Ash Ra-Kollege Manuel Göttsching folgte bald und nahm im Jahr 1981 in nur einem Tag ein Album auf, welches für die folgenden 35 stilprägend war. Ohne »E2-E4« hätte es Detroit Techno in dieser Form nicht gegeben und die Welt würde ein bisschen anders klingen. Nicht die schlechteste Tagesleistung, raunt die atypisch beschäftigte Belegschaft heute, wenn sie mit der Suite das Montagmorgenclosing abschließen. □ Kristoffer Cornils
 

Marijata - Pat Thomas presents.. Find it at hhv.de: LP Wer den Blog Voodoo-Funk verfolgt, der hat seit fünf Jahren Anlass, die Reissue von »Pat Thomas introduces Marijata« aus dem Jahre 1976 zu erwarten. Jetzt ist sie endlich da, die Neuauflage eines Albums, das nur so von Power strotzt. Grimmiger Funk, karibische Upfliftment-Vibes und durchaus auch Pop-Allüren. Peace-Zeichen treffen auf geballte Fäuste, Treibenlassen auf vorpreschende musikalische Wucht. □ Philipp Kunze
 

Ryo Kawasaki - Selected Works from 1979 to 1983 Find it at hhv.de: 12inch Der Katalog des japanischen Jazz-Gitarristen Ryo Kawasaki ist länger als die Speisekarte in einem billigen China-Restaurant. Während viele schon verzagen, sich dort für ein Gericht zu entscheiden, haben es die Menschen von NuNorthern Soul geschafft, fünf Tracks aus Kawasakis Schaffen rauszupicken, die seinem Schaffen gerecht werden. Musik, die gleichzeitig hell und dunkel ist, manchmal italo-schund-movie-ost-leichtfüßig dann mit dem Schwermut von Jazz. Will man immer und immer wieder hören. Muss man auch, um dahinter zu steigen. Philipp Kunze
 

Source Direct - The Crane Find it at hhv.de: 12inch Das Amen Break als vielleicht allerorts stilprägendstes Sample – von Gangsta Rap bis Jungle – unterliegt einem Schweinezyklus: Zuletzt war vor zwei, drei Jahren wieder viel Breakbeat im Techno zu hören, das hat sich jedoch gelegt. Source Direct aber feiern ihr eigenes Comeback und die Neuauflage ihres massiven Bangers »The Crane« von 1996 unterstreicht nur, wie zeitlos diese schnappatmende Panik-Musik von Jim Baker und Phil Aslett, der damals noch Teil des Projekts war, geblieben ist. Knicklichter raus, Apokalypse nach Sonnenuntergang! □ Kristoffer Cornils
 

Suso Saiz - Odisea Find it at hhv.de: 2LP Bei Music From Memory kann man sich darauf verlassen, dass sie sehr geschmackssicher die beste Musiker des jeweiligen Künstlers für ihre Retrospektiven wählen. »Odisea« präsentiert das Werk des spanischen Musik-Vordenkers und Multiinstrumentalisten Suso Saiz. Selten, dass man so wenig denken muss, um die Klänge eines Musik-Denkers genießen zu können. Hier klappt das – weil beim Hören nichts mehr klappen muss. Music For Air ohne Ports. □ Philipp Kunze
 

TCP - TCP Find it at hhv.de: LP LOLige Funfrage zum Einstieg: Was ist die Schnittmenge zwischen TCP und Tabaluga? Die Antwort: ein Album von Peter Maffay. Der veröffentlichte 1986 ein Album namens »Tabaluga und das leuchtende Schweigen«. Mit an Bord war der amerikanische Musiker Tony Carey. Der hat Poprock produziert und als Planet P Prog-Rock und als TCP… Ja, was eigentlich? Tanzmusik mit östlichen Einflüssen mit Stadionrock-Gitarren vielleicht. Jedenfalls ist das selbstbetitelte Album von 1984 eines, für das man nur schwer einen Vergleich finden kann. Ein außergewöhnliches Werk, außergewöhnlich rar, jetzt wieder zu haben und ganz sicher Teil des nächsten Sets deines Neighbourhood-DJ mit der eklektischen Plattensammlung an einem Donnerstagabend in einer Szenebar near you. Wer’s genauer wissen will: die Liner Notes sind so informativ wie sie unterhaltsam sind! □ Philipp Kunze
 

The Underground Sound Of Romes – Secret Doctrine Find it at hhv.de: 12inch Sonnenaufgangsmusik à la Orbital, Klimper-Ambient für den Chill-Out-Room, und vor allem Deep House, Deep House, Deep House. Der Sound von The True Underground Sound Of Rome zieht viele Genre-Register und wirkt auch 25 Jahre später so aktuell wie selten: Solche feinen, wattigen, Streicher-verdickten Sounds gibt es aktuell nur von ewigen Größen zu hören. Eine tolle, multifunktionale und auch auf der häuslichen Couch gut platzierte Wiederentdeckung, die vielleicht sogar DJ Sprinkles ein Lächeln entlocken könnte. Aber wer weiß das schon genau. □ Kristoffer Cornils
 

Video-Aventures - Camera (In Focus) Find it at hhv.de: LP Camizole hatte eh schon ziemlich wahnsinnige Musik gemacht, Krautrock halt, den Kopf in den Wolken, die Finger am Synth. 1978 trennte sich die Band. Zwei der Mitglieder, Dominique Grimaud und Monique Alba, blieben zusammen und gründeten Vidéo-Aventures. Noch wahnsinnigere Musik. Die Instrumentals sind völlig meschugge. Entweder trötet es, flimmert, knistert, oder zirpt, Tauben, Züge, auffällig atmende Franzosen, Kunst halt. □ Philipp Kunze
 

Vivien Goldman - Resolutionary (Songs 1979-1982) Find it at hhv.de: LP Vivien Goldman: Journalistin, Akademikerin, bestangezogene Frau der Welt und zwischen 1979 und 1982 zugleich eine der tollsten Post-Punk-Künstlerinnen in dieser vor Großartigkeit schier platzenden Szene. Ob solo (etwa mit »Launderette«) oder gemeinsam mit Eve Blouin als Duo Chantage trieb sie die Vermählung von bleichem Mittelschichtspunk und jamaikanischen Reggae- und Dub-Sounds voran. Dreist, vulgär und ein bisschen visionär. Das Label Staubgold hat ihr mit »Resolutionary« gebührende Ehre erwiesen. □ Kristoffer Cornils
 

Yasuaki Shimizu - Kakashi »Kakashi« ist ein großes Meisterwerk im Konjunktiv. Das Mariah-Mitglied Yasuaki Shimizu schaffte damit 1982 einen ganz eigenen Sound, der zwischen Anime-Jingle, Minimal Music, Jazz und den kuriosen Pop-Interpretationen des landsmännischen Yellow Magic Orchestras changierte. Hätten das doch damals mehr Menschen gehört, würden es doch heute mehr Menschen zum Vorbild nehmen. Dann wäre zumindest eine größere Neuauflage erschienen. Alles Konjunktiv, der Indikativ aber lautet: »Kakashi« ist eine der tollsten Platten der Welt. □ Kristoffer Cornils
 

Dein Kommentar
2 Kommentare
14.07.2016 13:50
doomschnitzel:
Schön, dass die Source Direct in die Liste gefunden hat. Leider ist das Preview im HHV Shop in der falschen Geschwindigkeit - zumindest jetzt im Moment. Vielleicht kann man das ja nochmal berichtigen..
― antworten
15.07.2016 13:18
Sebastian Hinz:
Hey Doomschnitzel, danke für den Hinweis. Wir checken das mal.
― antworten
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Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Interview
Keine halben Sätze
Proband: Juju Rogers
Bald erscheint Juju Rogers neues Album. »LIT – Lost In Translation« hat er gemeinsam mit dem Produzenten Bluestaeb aufgenommen. Auch auf dem neuen Album stellt Rogers wieder große Fragen. Deshalb haben wir ihm nur einige kleine gestellt.
Music Bericht
Le Guess Who?
Ja, rate wer!
Wir haben in diesem Jahr das Le Guess Who?-Festival in Utrecht präsentiert. Und weil es schon so heißt wie es heißt, ist hier ein kleines Ratespiel. Welche Künstler haben wir gesehen?
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Tri Repetae, 1995
Das dritte Album von Autechre ist ein Werk in mehreren Dimensionen. Es ist Befreiungsschlag, Meilenstein und Neudefinition eines ganzen Genres. Nicht zuletzt hat es eine ganze Generation nachfolgender elektronischer Musiker geprägt.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2016
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Danny Brown, NxWorries, Kassem Mosse und Uffe.
Music Porträt
Tim Maia
Die Wasserbombe
Er begründete eine Bewegung. Auch, wenn sein Triathlon auf der Couch stattfand: Whiskey, Joints und Kokain. Das ist die Geschichte Tim Maias, einem der einflussreichsten brasilianischen Musiker aller Zeiten.
Music Interview
Goldroger
My Latest Epiphany
Goldrogers Albumdebüt »Avrakadavara« handelt von magischen Transmutationsritualen und durchzechten Ecstasy-Nächten. Uns erzählte der Wahl-Kölner von einem Erweckungserlebnis der etwas anderen Art.
Music Porträt
Katie Gately
Die Errungenschaften der Menscheit
Katie Gately definiert Fortschritt als den Weg zwischen A und B. Ihre Karriere verlief keineswegs geradlinig, ihr Album »Color« ist Pop und Chaos zugleich. Mit wenig Mitteln und viel Aufwand will sie uns eins sagen: Du bist nicht allein.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Nicolas Jaar - Sirens
Nicolas Jaar veröffentlicht nach fünf Jahren sein zweites Studioalbum. Unsere Autoren haben sie sich gemeinsam angehört und sich dabei nicht nur gefragt: ist das jetzt eher Tarkovsky oder Milky Chance?
Music Liste
Acid Arab
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich das Produzententeam Acid Arab der Aufgabe an.
Music Liste
patten
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nehmen sich die Londoner patten der Aufgabe an.
Music Interview
Entweder Oder
Entscheider: Doz9
»Untergrund und grundlos Pleite«, Doz9 und Torky Torks Geist haben sich unseren sinneserweiternden »Entweder Oder«-Fragen gestellt. Also: Crack am Kotti oder Crystal Meth in Brandenburg?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2016
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Nick Cave, Travi$ Scott, Zomby und M.I.A.
Music Porträt
Ka
»Always Been Conflicted«
Ka ist tagsüber Feuerwehrmann. Nachts: Rapper. Dass er in dieser Doppelfunktion Trigger Happy-Polizisten als das benennt, was sie sind, empörte die Klatsch-Presse. Anerkennung wäre die richtige Reaktion gewesen.
Music Interview
Machinedrum
»Musik ist eine Form des Heilens«
Heilung bei weit über 130 bpm? Ist möglich, denkt Travis Stewart. »Human Energy« entstand in L.A., da sind Esoterik, Wurzeln und heiße Steine nicht weit. Wir sprachen mit dem Produzenten über sein neues Leben – und sein neues Album.
Music Liste
Mndsgn
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Mndsgn der Aufgabe an.
Music Liste
Jan Jelinek
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der Produzent Jan Jelinek der Aufgabe an.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2016
Zurück aus der Sommerpause setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month, dieses Mal derer zwei und mit Platten von Vince Staples,Gonjasufi und Der Coup.
Music Porträt
FloFilz
Idylle jenseits der Cloud
Schlafzimmer-Studio, Soundcloud, HipHop: FloFilz Rahmenbedingungen hätten ihn auch zu einem Cloud-Rap-Produzent machen können. Dass er das nicht wurde, könnte daran liegen, dass ihn wolkenlose Himmel dafür zu sehr inspirieren.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Frank Ocean's »Blond«
Vier Jahre lang hat Frank Ocean sein neues Album angeteast, zurückgezogen, und das Spiel so lange wiederholt, bis beim Release von »Blond« alle eh erstmal sofort befriedigt waren. Aber ist »Blond« so groß wie das Drumherum?
Music Porträt
The Dwarfs Of East Agouza
Space Is Only Noise
Der Nil entspringt in Ruanda, tief aus Afrika kommend mündet er im Mittelmeer. Ein Fluss, um den sich endlose Mythen ranken. Nur an seinem Ufer konnte »Bes« entstehen. Eines der bisher besten Alben des Jahres.
Music Liste
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Keine Compilations, sonst eigentlich alles. 24 Reissues, die aus dem redaktionsinternen, wutdemokratischen Verhandlungen als absolut unabdingbar herauskamen. Dann in Texte gegossen und alphabetisch sortiert.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2016
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The Avalanches, MC Bomber, Blood Orange und Mala.
Music Interview
Abra
Turnt Up Art Kid
Abra hat das Talent, das Charisma, und die Erscheinung, um eine große Figur des Pop zu werden. Gleichzeitig ist sie absonderlich genug, um von Spotify-Verweigeren verehrt zu werden. Lange war sie für viele nur eines: zu absonderlich.
Music Porträt
Jazzland Recordings
Bloß nicht zu amerikanisch klingen
Auf den ersten Blick nicht zu vereinende Welten musikalisch zusammenprallen zu lassen, war seit jeher ein Antrieb von Bugge Wesseltoft. Vor 20 Jahren gründete er Jazzland Recordings und auch da geht es in erster Linie um Unerhörtes.
Music Interview
Masta Ace
Kein Herbst in Sicht
Als einer der dienstältesten MCs im Geschäft schafft es Masta Ace trotz seiner fast 30 Jahre Erfahrung relevant zu bleiben. Wie er das macht, wo seine Karriere begann und warum er nicht mehr malt, erfahrt ihr in unserem Interview.
Music Porträt
Andy Stott
Schmetterlinge aus der Maschine
Der Meister der düsteren Elektronik nennt seine Single »Butterflies«. Andy Stott überraschte einige, als er im Frühjahr nicht nur sanfte, sondern auch poppige Töne einschlug.
Music Liste
Jazzland Recordings
10 Essentials 1996 - 2016
Vor genau 20 Jahren hat der norwegische Jazzpianist Bugge Wesseltoft sein Label Jazzland Recordings gegründet. Wir haben eine Auswahl von 10 Platten zusammengestellt, die wir als besonders prägend für das Plattenlabel betrachten.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane - Giant Steps (1960)
Auf dem Weg vom Bebop zum Free Jazz. Das 1959 aufgenommene »Giant Steps« füllt eine Lücke in der Geschichte des Jazz und ist gleichzeitig ein Riesenschritt in der künstlerischen Entwicklung des Ausnahmemusikers John Coltrane.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Radiohead: »A Moon Shaped Pool«
Radiohead bringen in zwei Tagen ein neues Album raus. Die Welt hält den Atem an. Unsere Autoren haben das Album schon gehört – und auch ihnen schlägt das ›Event‹ auf die Atemwege.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2016
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut…ach ne, ist ja gleich EM. Und deswegen ist dieses Mal alles anders. Platten werden Nationen und Aigner arbeitet sich einmal von A nach F.
Music Interview
Entweder Oder
Entscheider: AzudemSK
Wir wollen AzudemSK als Nachbarn. Der sympathische Münsteraner Rapper legt heute sein neues Album »Bis das Leben applaudiert« vor. Wir haben ihm einige Fragen gestellt. »Jérôme Boateng oder Alexander Gauland« war nicht dabei.
Music Porträt
Max Graef
Smooth Operator
»Ist einfach nicht so meine Welt, arbeiten mit geregelten Zeiten«, erklärt uns Max Graef den Fakt, dass er nicht mehr einmal die Woche im Plattenladen aushilft. Lockerer Typ. Sein Album mit Glenn Astro erscheint morgen – und hat Drive.
Music Bericht
Paternoster
Erst verkannt, dann teuer verkauft
Damals interessierte sich kaum jemand für sie. Heute zahlen Menschen 8.000 Euro für ihre Platte: Paternoster waren ihrer Zeit voraus. Jetzt ist die Reissue ihres einzigen Album erschienen.