Music Liste | verfasst 14.07.2016
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Keine Compilations, sonst eigentlich alles. 24 Reissues, die aus dem redaktionsinternen, wutdemokratischen Verhandlungen als absolut unabdingbar herauskamen. Dann in Texte gegossen und alphabetisch sortiert.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze,
24-reissues-pic-2

Es ist kein Geheimnis: die Re-Saturnisierung von Vinyl habt ihr primär euren Vätern zu verdanken, die sich dort zwischen lebensgroßem Andreas Bourani-Pappmaché und Ich+Ich-»Best-Ofs« immerhin noch einigermaßen geschmackssicher zum achten Mal »Beggar’s Banquet« kaufen und gleichzeitig dafür sorgen, dass euer auf 22 Stück limitiertes Calypsodronewavebliphouse-Whitelabel erst 2022 einen Termin im Presswerk bekommen hat.

ABER: Bei all dem First World-Gejammer über Record Store Day-Ungerechtigkeiten und der Fetischisierung von Vinyl als Deko-Gegenstand: so viele gute und jahrelang gewunschlistete Reissues wie in den letzten Monaten gab es noch nie, vor allem nicht aus der sogenannten Peripherie. Alleine aus Afrika und Asien hätten wir locker 24 essentielle Platten nennen können, die in der ersten Jahreshälfte 2016 wiederveröffentlicht wurden.

So fielen am Ende auf Grund dieser Obergrenze von African Head Charge bis ZYX dutzende Platten unter den Tisch, die ihr eurem Vater mitbestellen solltet. Die verbliebenen wurden aber im patentierten wutdemokratischen Verfahren redaktionsintern als absolut unverzichtbar deklariert und in alphabetische Reihenfolge gebracht. □ Florian Aigner

Ahmed Malek - Musique Originale De Films Find it at hhv.de: LP Wir verdanken diese Reissue Jannis »Jakarta« Stütz’ größtem Hobby. Der Labelchef ist seit jeher Kulturvermittler. Irgendwann um 2012 entdeckte er den arabischen Raum und seine Musik für sich. Besonders der algerische Musiker Ahmed Malek tat es Stütz an. Er machte eine Originalkopie seines Albums »Musique Original de Films« aus, traf sich mit Maleks Tochter, die ihn daraufhin unterstütze und veröffentlichte daraufhin dieses Werk des »algerischen Morricones« neu. Stimmungsgewaltig und doch leichtfüßig, klassisch und verspielt. Super Veröffentlichung. □ Philipp Kunze
 

Anna Homler & Steve Moshier - Breadwoman & Other Tales Find it at hhv.de: LP Das Album »Breadwoman & Other Tales« erhält gleich zwei Preise: Den für die merkwürdigste Ästhetik und den für die unglaubwürdigste Geschichte. Angeblich Mitte der 1980er Jahre auf Kassette erschienen, versammelt das über RVNG Intl. neu aufgelegte Album elektronische Krachmacher-Kompositionen von Anna Homler und Steve Moshier, über die Homler in einer ausgedachten Sprache singsangt. Ein bisschen bescheuert und noch viel mehr großartig. Industrial in poetisch, brutal und doch zärtlich. Wenn das fiktiv ist, bleibt die Realität eben ein bisschen langweiliger. □ Kristoffer Cornils
 

Beach Boys - Pet Sounds Find it at hhv.de: LP Es gibt Pop-Alben, die für die Musikgeschichte ungemein wichtig waren und es gibt »Pet Sounds«. Ein megalomanisches Großprojekt Brian Wilsons, der damit einerseits dem Rivalen Phil Spector und andererseits den Beatles ein Schnippchen schlagen wollte. Herausgekommen ist ein Album, das ungefähr so viele verschiedene inhaltliche Ebenen wie großartige Vokal-Harmonien hat: Unter jeder schmeichelhaften Akkordfolge tun sich menschliche Abgründe auf, die vormals nie und im Nachhinein nur selten in eine dermaßen stringente Form gebracht wurden. Unter dem Pflaster liegt der Strand, unter den Beach Boys ein allumarmender, reinigender Schmerz. Zwischendurch läuten die Fahrradklingeln. □ Kristoffer Cornils
 

Black Disco - Night Express Find it at hhv.de: LP Zwischen cremigem Philly-Sound, diasporischem Jazz-Funk und psychedelischem Easy Listening mag es Berührungspunkte geben, seltener aber wurden sie dermaßen eng und logisch verknüpft wie auf dem ursprünglich 1976 erschienenem »Night Express« von Black Disco. Musik zum Whiskynippen, Abshaken oder für die schwülstige Angespanntheit am Vorabend der Revolution. Ein großartiges künstlerisches Statement, das nicht ohne politische Implikationen daherkommt. They say it loud – ohne ein einziges Wort darüber zu verlieren. Was genau, werdet ihr nach den ersten Tönen des Titeltracks kapieren. □ Kristoffer Cornils
 

Bruno Spoerri - Langstraße zwischen 12 und 12 Find it at hhv.de: LP Skizzenhaft ist Bruno Spoerris Soundtrack zum filmhistorisch völlig untergegangenen Milieustudienstreifen »Langstraße zwischen 12 und 12« allemal, dabei aber stilistisch unglaublich reich. Wie der Film ein buntes soziales Kolorit zusammenbringt, so verblendet auch der Schweizer Komponist eine Vielzahl von Stilen über Bar-Jazz bis hin zu Rumpelrock, die ihrerseits von Brüchen und Twists geprägt sind. Kauzig, schön, psychedelisch – und meistens alles zugleich. Siehe »Strip Bar«, einem Highlights unter vielen. Kristoffer Cornils
 

Caroline K - Now Wait For Last Year Find it at hhv.de: LP Die 2008 verstorbene Caroline »K« Walters war eine übersehene Randfigur der britischen Industrial-Szene. Ihr 1987 veröffentlichtes Soloalbum »Now Wait For Last Year« aber entwickelte sich über die Jahre zu einer Art heiligem Gral unter Elektro-Krach-Nerds. Zwei CD-Reissues auf dem Label Klanggalerie folgend legt nun Blackest Ever Black die Platte neu auf Vinyl auf und rückt Caroline K damit in einen Kontext, in welchem ihre Musik wahnsinnig zeitgeistig klingt – insbesondere der elegische Überhit »Tracking With Close-Ups«. Wir hoffen bereits auf einen Ancient Methods-Remix. □ Kristoffer Cornils
 

Count Ossie - Tales Of Mosambique Find it at hhv.de: 2LP Über zwei Dinge muss man hinweg sehen, um die Neuauflage dieses Albums genießen zu können: Count Ossies fundamentalistische Tendenzen und das potthässliche Artwork, da fehlt wirklich nur noch, dass sich im abgebildeten Gesicht eine Afrika-Karte abzeichnet. Der Rest auf »Tales from Moazmbique« stimmt friedlich, allerdings nicht in Relation sondern wirklich: FRIEDLICH. Gesang, Niyabinghi-Trommeln, dort ein Bläser, hier ein Örgelchen, mit seinen jazzigen Anleihen absolut revolutionär für den damaligen Reggae. Cover vernichten, Platte auflegen, Unkraut jähten, und hier und da eine Pause machen, um den »most high« anzubeten. □ Philipp Kunze
 

Daniela Casa - Sociéte Malade Find it at hhv.de: LP Das Traurige zuerst: Daniela Casa hätte bekannter sein müssen und älter werden sollen. Die italienische Komponistin war eine Pionierin was abstrakte, elektronische und experimentelle Pop-Musik anbelangt, mixte Jazz mit Drone, ach, machte einfach alles. Mit nur 42 Jahren verstarb sie. Nun zum Erfreulichen: Dieser Zusammenstellung an Songs. Dagored Records widmet sich mit »Societa Malata« (1975) Casas bedachter Seite, 11 Tracks, Xylophon, Bongos, Gitarren-Soli, Synths. Selten, dass so viele Ideen auf einem Haufen so unkompliziert klingen. □ Philipp Kunze
 

DJ Screw - 3 N Da Mornin Find it at hhv.de: LP Ein Traum von mir: ich hänge mit Z-RO und irgendwelchen anderen Schnupfen-Boys auf DJ Screws Couch (no Danish design) ab und zocke Playstation. Screw geht wie immer mit Schlüssel schlafen und wacht zwei Tage nicht auf (Codein), weshalb die Schnupfen-Posse und ich eingesperrt bleiben und unseren Magen zwei Tage mit Chips zumüllen und unsere Seele mit heißen Playstation-Spielen. »3 in Da Morning« (1996) zu hören, kommt der Realisation dieses Traums noch am nächsten. Gab’s als Kassette, gab’s als CD, gibt’s jetzt endlich auch auf LP. □ Philipp Kunze
 

Exploit - Crisi Find it at hhv.de: 2LP Sind wir ehrlich: auf einem Flohmarkt würde man die Scheibe des billigen Cover-Artworks wegen einfach überblättern. Was ein großer Fehler wäre. Die Original-Platte von 1972 der dreiköpfigen Prog-Rock/Jazz-Band Exploit aus Rom ist so gut wie nicht existent und auch die Repress aus dem Jahre 1989 taucht in etwa so selten irgendwie auf wie Mewtu bei #PokémonGo. Selbst die Neuauflage von »Crisi« ist auf 500 Stück limitiert. Wer Vinyl als Spekulationsobjekt sieht, sollte zuschlagen. Musikalisch geht natürlich auch etwas. Liebhaber werden die A-Seite bevorzugen, auf der sich die Band von ihrer proggigen Seite zeigt. Es gesellen sich kommerziellere Songs auf der B-Seite hinzu, Hang zum stereotypen Eisdielen-Rock/Pop nicht von der Hand zu weisen. □ Philipp Kunze
 

  Hailu Mergia & Dahlak Band - Wede Harer Guzo Find it at hhv.de: 2LP Selbst in den schlimmsten Zeiten tanzt irgendwo jemand. Äthiopien befand sich 1978 im Krieg mit Somalia, es herrscht der »Rote Terror«, über der Adis Abeba wurde eine Ausgangssperre verhängt. Destruktivität allerorts und doch entsteht im Ghion Hotel etwas Neues. Hailu Mergia musiziert mit der Dahlak Band, die seinen hypnotisierenden Orgel-Sound um Soul und Funk anreichert. Wunderschöne Musik die da entstand – und beinahe verloren ging. Die Sessions wurden auf Tape aufgenommen, Hailu Mergias eigene Kopie (mutmaßlich) die letzte diente also Grundlage für die Vinyl-Version von »Wede Harer Guzo«. Was damals in Zeiten von großem Terror entsteht, hilft heute Wunder, wenn es darum geht dem winzigen Terror des Alltags für eine Runde Zwiebeln schneiden zu entkommen. □ Philipp Kunze
 

J Dilla - Donuts Find it at hhv.de: 2LP J Dilla starb viel zu früh und sein Abschiedswerk ist viel zu kurz. Das war es auch schon mit der Kritik an diesem in allen Farben und Formen kursierenden Album, dessen zigste Wiederveröffentlichung ebenfalls wenig Anlass zum Meckern gib. Es gibt schließlich vermutlich kaum ein Exemplar dieser Platte, die nicht völlig abgegrabbelt ist. Denn so kurz die kongenialen Samplingmeisterstücke von »Donuts« (2005) auch sind: Gerade das weckt das Verlangen, sie immer wieder auf dem Regal zu ziehen und die Grooves Umdrehung für Umdrehung abzuschleifen. Zum zehnten Jubiläum nun auch als Gatefold-Version. □ Kristoffer Cornils
 

Lil Wayne - Tha Carter II Find it at hhv.de: 2LP and RSD-2LP »The Carter II«, das ist Lil Wayne in der Zwischenphase. Eine Zeit, in der er den Titel best rapper alive nicht unberechtigt für sich einforderte. Hier war er noch zu einem großen Teil der grimmige N’Awlins-Hot Boy, aber auch nur noch zwei Jahre davon entfernt, sämtliche Tassen aus seinen Schränken zu entfernen und schwerelos zum Mars aufzusteigen. Auf »The Carter II« kaute Weezy noch reihenweise die Messerklingen ab, Lollipop war später. Konzentrierter hat er in seiner Karriere nur noch selten gerappt. Das Album aus dem Jahre 2005 enthält außerdem neben einem der wenigen richtig fetten Runners-Beats (die, die »Hustlin’« produziert haben) auch den letzten und vielleicht einzig brauchbaren Auftritt von Robin Thicke. □ Philipp Kunze
 

Madlib - Shades Of Blue Find it at hhv.de: 2LP Es bleibt zu Madlibs »Shades Of Blue« von 2003 ungefähr genauso viel zu sagen wie zu J Dillas »Donuts« oder »Paul’s Boutique« von den Beastie Boys: herzlich wenig. Allein schon, weil mit der Sample-Orgie straight outta Blue Note back catalogue schon alles gesagt war. Was sich als lauschiger Lounge-Sound bei Bonobo weiterüberlebte, markierte indes immerhin nicht das Ende von Otis Jackson Jr.s Konductor-Fähigkeiten. Unübertroffen bleibt es dennoch – und damit ist eben auch schon alles gesagt. □ Kristoffer Cornils
 

Manuel Göttsching - E2-E4 Find it at hhv.de: LP Krautrock blieb nicht lange das Geisteskind von kommunardisch organisierten Vollbärtlern, die lieber 16 Minuten statt der genormten dreieinhalb die Gitarren jaulen ließen. Klaus Schulze versteckte sich in riesigen Synthesizer-Türmen, sein Ash Ra-Kollege Manuel Göttsching folgte bald und nahm im Jahr 1981 in nur einem Tag ein Album auf, welches für die folgenden 35 stilprägend war. Ohne »E2-E4« hätte es Detroit Techno in dieser Form nicht gegeben und die Welt würde ein bisschen anders klingen. Nicht die schlechteste Tagesleistung, raunt die atypisch beschäftigte Belegschaft heute, wenn sie mit der Suite das Montagmorgenclosing abschließen. □ Kristoffer Cornils
 

Marijata - Pat Thomas presents.. Find it at hhv.de: LP Wer den Blog Voodoo-Funk verfolgt, der hat seit fünf Jahren Anlass, die Reissue von »Pat Thomas introduces Marijata« aus dem Jahre 1976 zu erwarten. Jetzt ist sie endlich da, die Neuauflage eines Albums, das nur so von Power strotzt. Grimmiger Funk, karibische Upfliftment-Vibes und durchaus auch Pop-Allüren. Peace-Zeichen treffen auf geballte Fäuste, Treibenlassen auf vorpreschende musikalische Wucht. □ Philipp Kunze
 

Ryo Kawasaki - Selected Works from 1979 to 1983 Find it at hhv.de: 12inch Der Katalog des japanischen Jazz-Gitarristen Ryo Kawasaki ist länger als die Speisekarte in einem billigen China-Restaurant. Während viele schon verzagen, sich dort für ein Gericht zu entscheiden, haben es die Menschen von NuNorthern Soul geschafft, fünf Tracks aus Kawasakis Schaffen rauszupicken, die seinem Schaffen gerecht werden. Musik, die gleichzeitig hell und dunkel ist, manchmal italo-schund-movie-ost-leichtfüßig dann mit dem Schwermut von Jazz. Will man immer und immer wieder hören. Muss man auch, um dahinter zu steigen. Philipp Kunze
 

Source Direct - The Crane Find it at hhv.de: 12inch Das Amen Break als vielleicht allerorts stilprägendstes Sample – von Gangsta Rap bis Jungle – unterliegt einem Schweinezyklus: Zuletzt war vor zwei, drei Jahren wieder viel Breakbeat im Techno zu hören, das hat sich jedoch gelegt. Source Direct aber feiern ihr eigenes Comeback und die Neuauflage ihres massiven Bangers »The Crane« von 1996 unterstreicht nur, wie zeitlos diese schnappatmende Panik-Musik von Jim Baker und Phil Aslett, der damals noch Teil des Projekts war, geblieben ist. Knicklichter raus, Apokalypse nach Sonnenuntergang! □ Kristoffer Cornils
 

Suso Saiz - Odisea Find it at hhv.de: 2LP Bei Music From Memory kann man sich darauf verlassen, dass sie sehr geschmackssicher die beste Musiker des jeweiligen Künstlers für ihre Retrospektiven wählen. »Odisea« präsentiert das Werk des spanischen Musik-Vordenkers und Multiinstrumentalisten Suso Saiz. Selten, dass man so wenig denken muss, um die Klänge eines Musik-Denkers genießen zu können. Hier klappt das – weil beim Hören nichts mehr klappen muss. Music For Air ohne Ports. □ Philipp Kunze
 

TCP - TCP Find it at hhv.de: LP LOLige Funfrage zum Einstieg: Was ist die Schnittmenge zwischen TCP und Tabaluga? Die Antwort: ein Album von Peter Maffay. Der veröffentlichte 1986 ein Album namens »Tabaluga und das leuchtende Schweigen«. Mit an Bord war der amerikanische Musiker Tony Carey. Der hat Poprock produziert und als Planet P Prog-Rock und als TCP… Ja, was eigentlich? Tanzmusik mit östlichen Einflüssen mit Stadionrock-Gitarren vielleicht. Jedenfalls ist das selbstbetitelte Album von 1984 eines, für das man nur schwer einen Vergleich finden kann. Ein außergewöhnliches Werk, außergewöhnlich rar, jetzt wieder zu haben und ganz sicher Teil des nächsten Sets deines Neighbourhood-DJ mit der eklektischen Plattensammlung an einem Donnerstagabend in einer Szenebar near you. Wer’s genauer wissen will: die Liner Notes sind so informativ wie sie unterhaltsam sind! □ Philipp Kunze
 

The Underground Sound Of Romes – Secret Doctrine Find it at hhv.de: 12inch Sonnenaufgangsmusik à la Orbital, Klimper-Ambient für den Chill-Out-Room, und vor allem Deep House, Deep House, Deep House. Der Sound von The True Underground Sound Of Rome zieht viele Genre-Register und wirkt auch 25 Jahre später so aktuell wie selten: Solche feinen, wattigen, Streicher-verdickten Sounds gibt es aktuell nur von ewigen Größen zu hören. Eine tolle, multifunktionale und auch auf der häuslichen Couch gut platzierte Wiederentdeckung, die vielleicht sogar DJ Sprinkles ein Lächeln entlocken könnte. Aber wer weiß das schon genau. □ Kristoffer Cornils
 

Video-Aventures - Camera (In Focus) Find it at hhv.de: LP Camizole hatte eh schon ziemlich wahnsinnige Musik gemacht, Krautrock halt, den Kopf in den Wolken, die Finger am Synth. 1978 trennte sich die Band. Zwei der Mitglieder, Dominique Grimaud und Monique Alba, blieben zusammen und gründeten Vidéo-Aventures. Noch wahnsinnigere Musik. Die Instrumentals sind völlig meschugge. Entweder trötet es, flimmert, knistert, oder zirpt, Tauben, Züge, auffällig atmende Franzosen, Kunst halt. □ Philipp Kunze
 

Vivien Goldman - Resolutionary (Songs 1979-1982) Find it at hhv.de: LP Vivien Goldman: Journalistin, Akademikerin, bestangezogene Frau der Welt und zwischen 1979 und 1982 zugleich eine der tollsten Post-Punk-Künstlerinnen in dieser vor Großartigkeit schier platzenden Szene. Ob solo (etwa mit »Launderette«) oder gemeinsam mit Eve Blouin als Duo Chantage trieb sie die Vermählung von bleichem Mittelschichtspunk und jamaikanischen Reggae- und Dub-Sounds voran. Dreist, vulgär und ein bisschen visionär. Das Label Staubgold hat ihr mit »Resolutionary« gebührende Ehre erwiesen. □ Kristoffer Cornils
 

Yasuaki Shimizu - Kakashi »Kakashi« ist ein großes Meisterwerk im Konjunktiv. Das Mariah-Mitglied Yasuaki Shimizu schaffte damit 1982 einen ganz eigenen Sound, der zwischen Anime-Jingle, Minimal Music, Jazz und den kuriosen Pop-Interpretationen des landsmännischen Yellow Magic Orchestras changierte. Hätten das doch damals mehr Menschen gehört, würden es doch heute mehr Menschen zum Vorbild nehmen. Dann wäre zumindest eine größere Neuauflage erschienen. Alles Konjunktiv, der Indikativ aber lautet: »Kakashi« ist eine der tollsten Platten der Welt. □ Kristoffer Cornils
 

Dein Kommentar
2 Kommentare
14.07.2016 13:50
doomschnitzel:
Schön, dass die Source Direct in die Liste gefunden hat. Leider ist das Preview im HHV Shop in der falschen Geschwindigkeit - zumindest jetzt im Moment. Vielleicht kann man das ja nochmal berichtigen..
― antworten
15.07.2016 13:18
Sebastian Hinz:
Hey Doomschnitzel, danke für den Hinweis. Wir checken das mal.
― antworten
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The Heliocentrics und Mulatu Astatke gehören zusammen. Für uns hat Malcom Catto, Mastermind der Londoner Kombo, die für ihn besten Songs des Ethio-Jazz Großmeisters herausgepickt.
Music Porträt
New Record Labels #29
Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept, Yerevan Tapes
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept und Yerevan Tapes.
Music Porträt
KitschKrieg
Wenn sie weint, wird's ein Turn Up
Am Tiefpunkt haben KitschKrieg den Kopf leer gemacht. Und somit letztendlich Platz fürs Gefühl geschaffen. Mit diesem haben sie deutschsprachigen Rap, R&B und verwandte Spielarten in eine neue Stimmung getaucht.
Music Liste
Ausklang | 2017KW22
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste
Ausklang | 2017KW21
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Records Revisited
Amon Tobin – Bricolage, 1997
Der brasilianische Soundtüftler Tobin sprang am Ende des vergangenen Jahrtausends ganz schön brutal mit den Genres um, die ihm am Herzen lagen. Und ebnete ihnen so den Weg in die Zukunft.
Music Liste
Retrogott
12 Jahre in 12 Punchlines
Zwölf Jahre sind inzwischen seit »Unprofessionelle Musik« vergangen, dem Debüt des Retrogott gemeinsam mit Hulk Hodn. Zeit für einen Überblick: eine Werkschau in 12 Punchlines.
Music Liste
Ausklang | 2017KW20
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Der Täubling
Stören, verstören und zerstören!
Die Einladung erfolgt, in dem er einem die Türe vor der Nase zuschlägt. Man sollte sie annehmen: Heute falsch sein, heute mal die Fantasie tatsächlich nicht steuern. Der Täubling öffnet Deutschrap in Richtung des Grotesken.
Music Liste
Ausklang | 2017KW19
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne
Records Revisited
Talking Heads – Remain In Light (1980)
Auf ihrem vierten Studioalbum schufen die Talking Heads und ihr Produzent Brian Eno eine neue Fusion aus Afrobeat, Funk und Rock. »Remain in Light« wurde zum frühen Überklassiker der 1980er Jahre.
Music Porträt
New Record Labels #28
Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Black Pearl, Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2017
»Damn.« ist wie Durant im Rucker Park, Actress gerade nochmal gut gegangen: Unser Kolumnist Aigner hat sich durch die Release im April gehört und weiß jetzt vor allem, welche Art von Musik er mit etwas mehr Talent selbt gemacht hätte.
Music Interview
Tropical Drums of Deutschland
Track by Track mit Jan Schulte
»Die rocken den Afrika-Style auch hart auf der Rückseite des Albums« oder »Rüdiger Oppermann war auf jeden Fall so ein esoterischer New Age-Harfenspieler«. Wir haben mit Jan Schulte seine neue Zusammenstellung besprochen – Track für Track.
Music Porträt
El Michels Affair
Wu-Chronicles
Acht Jahre nach »Enter The 37th Chamber« ist es für Leon Michels und El Michels Affair an der Zeit, die Shaolin-Kammer aus bombastischen Bläser-Sets und cinematoskopischer Mehrdeutigkeit wieder zu betreten. Ein Rückkehr im Zeichen des Wu.
Music Kolumne
Records Revisited #23
Squarepusher – Hard Normal Daddy (1997)
Squarepushers zweites Album war ein Schlag ins Musikverständnis seiner Fans. Zugleich ist es eine Antithese zur damals vorherrschenden Loungigkeit der elektronischen Musik. Denn hier ist Jazz mehr als nur schmückender Hochkulturverweis.
Music Liste
Piero Umiliani
12 Essentials
Er ist der letzte Maestro: Piero Umiliani wird oft in einer Reihe mit Nina Rota, Ennio Morricone oder Riz Ortolani genannt. Wir haben für euch zwölf für uns essentielle Alben zusammengestellt.
Music Porträt
Future Islands
Das gute Gewissen des Schlagers
Bier und Beständigkeit, das brauchen die Menschen. Deshalb gehen sie auf Future-Islands-Konzerte. Die beste Liveband der Welt war gefühlt schon immer da, tatsächlich aber nie mehr als jetzt. Das muss Gründe haben.
Music Porträt
New Record Labels #27
Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2017
Manche schielen Richtung Vernissage, andere nur auf den nächsten Big Mac: es war auch für die Releases im März schwer unseren Kolumnisten vollends zu überzeugen. Einige haben es doch geschafft, einmal ist sogar klar: für immer.
Music Interview
Cologne Tape
»Schwingt das Pendel zurück?«
Im Kölner Stadtteil Deutz rumort es schon seit längerem. Während der Kölner die östliche Rheinseite leicht verächtlich »Schäl Sick«, die falsche Seite, nennt, ist gemeinhin bekannt, dass von eben jener Seite interessante Musik kommt.
Music Interview
Mr Bongo Records
»Gute Musik, die die Menschen haben sollten«
»Stell dir vor, du wachst neben dieser einen Platte auf, die du schon ewig suchst.« Wir haben uns von Graham Luckhurst und Gareth Stephens von Mr Bongo etwas über das wohl dienstälteste Reissue-Label der Welt erzählen lassen.
Music Liste
Mr Bongo Records
10 Essentials
Mr Bongo legt seit über einem Jahrzehnt rare Schätze aus fernen Ländern neu auf. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu bewahren. Deshalb haben wir für euch die zehn wichtigsten Releases des Labels zusammengestellt.
Music Interview
Jonwayne
No Headline
Jonwayne war relativ tief unten angekommen. Er hat viel zu erzählen – doch macht es nur ungern, den Medien sei nicht zu trauen. Wir durften Fragen stellen. Antworten gab es auch. Bis zu einem gewissen Punkt.
Music Kolumne
Records Revisited
The Notorious B.I.G. – Life After Death (1997)
Morgen wird Biggies »Life After Death« zwanzig Jahre alt. Ein bahnbrechendes Album. Vor allem weil es damals auf tragische Weise mit einer dem HipHop inhärenten fixen Idee brach.
Music Porträt
Slowy & 12 Vince
Heimliche Headliner
Ihre Liebe zu Graffiti prägt ihre Musik. Die Herangehensweise an beide Ausdrucksformen ist verschiedenen, doch das Ziel ist dasselbe: Wissen, man ist da gewesen. Jetzt wollen sie auch als Rapper Spuren hinterlassen.
Music Interview
Midori Takada
Innere Landschaften
Die Ausnahmepercussionistin Midori Takada gewährt uns einen Einblick in die Aufnahmen und Umstände Ihres Meisterwerks »Through The Looking Glass«, das jetzt von WRWTFWW Records in Kooperation mit Palto Flats wiederveröffentlicht wird.
Music Porträt
Clutchy Hopkins
Krieger, Mönch, MF Doom?
Könnte das jetzt 70s-Funk sein? Oder 90s-Hip-Hop-Beats? Zur Körperlosigkeit kommt die Zeitlosigkeit – Clutchy Hopkins ist ein gestaltlosen Medium. Aber wer ist er wirklich?
Music Porträt
Ibibio Sound Machine
Die Normalisierung des »Fremden«
Nigeria. Australien. London. HighLife, Afrobeat, und Psych. Ibibio Sound Machine machen Musik, die erstmal ›un-normal‹ erscheint. Eno Williams und Max Grundhard aber finden, dass dieser Sound 2017 längst das Gegenteil sein sollte: normal.
Music Porträt
New Record Labels #26
Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax.
Music Interview
Mädness & Döll
Neben der Spur mit…
Wir begeben uns mit einem Künstler neben die Spur. Abseits von Ton- und Filmspuren bekommt ein Künstler von uns den Raum, über eine Leidenschaft zu sprechen, die (auf den ersten Blick) nichts mit seinem eigenen Schaffen zu tun hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2017
Auch im Februar setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Migos, Roc Marciano, Kingdom und Vermont.
Music Interview
Baba Zula
»Ob wir am Leben bleiben, ist die Frage«
Zum 20. Geburtstag der Istanbuler Psychedelic-Combo Baba Zula erschien deren Doppelalbum »XX«. Nach Feiern ist Bandleader Murat Ertel aber angesichts der Zustände in seinem Heimatland nicht zumute
Music Essay
Records Revisited
The Other People Place – Lifestyles Of The Laptop Café (2001)
Diese Tage erschien die Reissue des vielleicht zugänglichsten Albums aus dem Drexciya-Umfeld. Aber es beschrieb damals auch soziale Prozesse, die unserem Verlangen nach Identität im Wege standen. Und stehen.
Music Kolumne
Keine halben Sätze
Proband: DJ Illegal of Snowgoons
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: DJ Illegal von den Snowgoons. Producer, ein Viertel der Snowgoons-Viertel, Vapiano-Fan, lebt in: München.