Music Interview | verfasst 26.09.2016
Machinedrum
»Musik ist eine Form des Heilens«
Heilung bei weit über 130 bpm? Ist möglich, denkt Travis Stewart. »Human Energy« entstand in L.A., da sind Esoterik, Wurzeln und heiße Steine nicht weit. Wir sprachen mit dem Produzenten über sein neues Leben – und sein neues Album.
Text Felix Hüther , Fotos Tonje Thilesen
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Kurz nachdem Travis Stewart um die Jahrtausendwende als Syndrome auf Merck einen ersten Langspieler veröffentlichte, legte er in 2001 als Machinedrum auf selbigem Label nach, was später einmal den Ausgangspunkt für sein musikalisches Schaffen der nächsten 15 Jahre bilden sollte. In denen hat er mit »Human Energy«, was Alben anbelangt, nun fast das Dutzend vollgemacht und sich inzwischen einen einen Namen als umtriebiger Akteur im Ninja Tune-Universum erspielt. Dabei fällt es schwer die musikalischen Ergüsse Stewarts auf ein oder zwei Genres herunterzubrechen, finden sich doch Einflüsse aus Juke und Glitch ebenso regelmäßig in seine Arbeiten wieder wie UK Garage, Grime, Dubstep, IDM und Hip-Hop. Im Interview spricht Travis über seine Auszeit während der Produktion zum neuen Album, musikalische Langzeiteinflüsse und Energieheilung.

hhv.demag: Hi Travis, konntest du für dich hinsichtlich der Herangehensweise an dein neues Album »Human Energy« Unterschiede zu früheren Arbeiten festmachen?
Machinedrum: Absolut! Mit der Fertigstellung von »Vapor City« spukten mir bereits Gedanken zu einem neuen Album im Kopf herum. Durch das viele Touren und die unzähligen Wechsel meines Lebensmittelpunktes von Berlin über New York nach Los Angeles war jedoch wenig Zeit, sich wirklich darauf konzentrieren zu können. Vieles von dem was ich zu jener Zeit produziert habe, klang mir auch zu sehr nach »Vapor City 2.0« und das wollte ich nicht. Frischer Wind musste her. Ich wollte also die Gelegenheit nutzen, eine Pause machen, keine Shows spielen und mich gänzlich auf die Musik fokussieren.
Ich sah mich bisher nie wirklich dem Luxus ausgesetzt, mir die Zeit für so etwas nehmen zu können. Touren ist für die meisten Künstler nun einmal die zentrale Geldeinnahmequelle. Diese von Januar bis April versiegen zu lassen, stellte eine gewisse Aufopferung dar.

Wie sah denn dein täglich Brot zu dieser Zeit aus?
Machinedrum: Ich bin im Januar vorerst das letzte Mal umgezogen und in Kalifornien sesshaft geworden, habe meine Verlobte geheiratet, einen brandneuen Computer gekauft und in mein neues Studio gestellt. Die kommenden drei Monate habe ich dann damit verbracht, zu sehen, wohin mich das führt. Ein wesentlicher Unterschied zu früheren Arbeiten war die Einrichtung eines Templates in Ableton, das mir die Kontrolle über eine ganze Reihe festgelegter Synths und Drum-Sounds gab. Jedes mal, wenn ich ein neues Projekt gestartet habe, war der rote Faden bereits vorgegeben und ich habe nicht auf einem Blankopapier begonnen.

Was würde dir denn hinsichtlich etwaiger Unterschiede zwischen deinen älteren Arbeiten und »Human Energy« spontan einfallen?
Machinedrum: Viele meiner älteren Arbeiten haben ein Gespür für Melancholie und dunklere Beigeschmäcker, während das neue Album eher freundlich, positiv und voller Energie ist. Sicher gibt es einige Dinge, die sich nicht so schnell ändern, das Tempo, dieses oder jenes Percussion-Arrangement und mancher Rhythmus etwa.

Wenn du schon von Tempo sprichst: wo kommt denn eigentlich dein Faible für Jungle her, der in deinen Arbeiten, immer wieder mal zum Tragen kommt?
Machinedrum: Jungle fasziniert mich schon seit meiner Jugend, jedoch immer eher experimentellere Formen davon. Squarepusher, Aphex Twin oder Plug zum Beispiel.

Du hast zumindest die Geschwindigkeit von Jungle beibehalten.
Machinedrum: Ab einem gewissen Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass sich die Drum ’n Bass und Jungle-Szene nicht weiterentwickeln würden. Die Produktionsqualität mag zwar zugenommen haben, vom Gefühl her passte jedoch alles in vorgefertigte Blaupausen. So schwand mein Interesse zusehends. Erst gegen Ende der Nullerjahre schenkte ich Projekten wie Exit Records wieder mehr Aufmerksamkeit. Ich fing also an, vieles erneut auszugraben.

Gib doch mal ein Beipiel für einen dieser Funde.
Machinedrum: In der Zeit um »Room(s)« war Blogtotheoldskool der heiße Scheiß. Pete Devnull postet dort White Labels, rare B-Seiten und Zeug, das man nicht unbedingt im Plattenladen um die Ecke findet. Eine ganze Menge Hardcore und Jungle wie etwa Tom And Jerry. Ich bin so schlecht mit Namen um jetzt weiteres aufzählen zu können.

Kannst du dich denn an für dich wegweisende Platten erinnern, die für dich damals den Ausgangspunkt zur näheren Auseinandersetzung mit dem Genre markiert haben?
Machinedrum: Plugs Album Drum and Bass for Papa war vielleicht ein solcher Moment. Er war nicht ganz so experimentell wie Squarepusher, hat sich aber dennoch nicht an die vorherrschenden Formalia gehalten, die die gemeinen Junglists zu jener Zeit ausmachten.

Themenwechsel. Inwiefern unterscheidet sich denn eigentlich die Arbeit an deinen eigenen Sachen von der Zeit, die du mit Azealia Banks oder Chicago Soul-Sänger Jesse Boykins III im Studio verbringst, um deren Alben zu produzieren?
Machinedrum: »Ich habe begonnen zu meditieren, um die Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen.« ( Machinedrum) Da ergeben sich ganz andere Dynamiken. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Vertrauen, im Annehmen und Ausprobieren von Ideen, die dir vielleicht nicht als erstes in den Kopf gekommen wären. Mit Sängern ist das nochmal ein ganz anderes paar Schuhe, besonders dann, wenn ich an deren Alben arbeite. Ich bin da, um ihnen dabei zu helfen, deren Vision zu verwirklichen und nicht, um ihnen meine Ideen aufzuzwingen.

Nach welcher Prämisse suchst du dir deine Gastmusiker aus?
Machinedrum: Meistens sind das Freunde. Ich bemühe mich eigentlich um niemanden, den ich nicht schon mal persönlich getroffen habe. Ich halte nichts davon, wenn man mir mit ganzen Listen voller potenzieller Künstler kommt, zu denen man über drei bis vier Ecken vielleicht irgendeinen Draht hat.

Keine Promogeschichten also.
Machinedrum: Nein, nichts was sich gezwungen anfühlt und ich denke das hört man den Tracks auch an. Wenn zwischen den Personen bereits eine Freundschaft herrscht, spiegelt sich das auch in der Musik wieder.

Hast du den umgekehrten Fall auch schon einmal wahrgenommen, hattest beispielsweise das Gefühl, von einem Künstler lediglich angeheuert zu sein?
Machinedrum: Etwas in der Art habe ich glücklicherweise nie gemacht. Ich war nie der Produzent, der vorbeischaut, wenn Young Thug einen Stapel neue Musik möchte und sich dann die besten Sachen heraussucht, die du ihm vorspielst.

Du beschäftigst dich mit viel mit Energieheilung, stand zumindest im Promotext, wo kommt das her?
Machinedrum: Mit 18 oder 19 Jahren erzählten mir meine Eltern, dass mein Urgroßvater ein Heiler war. Ich habe dann angefangen mich für dieses Thema zu interessieren und las Bücher darüber. Eine Zeit lang stand ich dem ganzen recht skeptisch gegenüber, habe jedoch in den vergangenen Jahren zu meditieren begonnen, um die Kontrolle über das Chaos in meinem Leben zurückgewinnen und darüber mein Interesse an Heilkünsten, Esoterik und New Age-Konzepten noch einmal neu entdeckt. Mein guter Freund Jimmy Edgar ist in dem Feld ähnlich aktiv wie ich und teilt viele seiner Entdeckungen mit mir. Das war einer der Gründe, weshalb ich mich dazu entschieden habe, mit ihm und seiner Frau Pilar (Zeta) am Artwork für das Album zu arbeiten.

Inwiefern hat das alles deine Musik beeinflusst?
Machinedrum: Ich habe immer daran geglaubt, dass Musik selbst eine Form des Heilens ist und eine Person die mies drauf ist, in einen anderen Gefühlszustand transportieren kann.

Du beschreibst dein Album als Heilungsprozess. Hast du etwas vergleichbares bei Alben anderer Künstler oder älteren Arbeiten deiner selbst wahrgenommen?
Machinedrum: Es gibt sicher Alben, die in mir so etwas auslösen können, Boards Of Canadas »Music Has The Right To Children« beispielsweise. Als ich das Album hörte, nahm ich Musik das erste Mal auf eine Art und Weise wahr, die mir tiefgründiger erschien, als das übliche »hey, das ist aber ’ne coole Platte«. Genau so etwas wollte ich von da an auch in meine Musik implizieren.

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