Music Porträt | verfasst 26.09.2016
Ka
»Always Been Conflicted«
Ka ist tagsüber Feuerwehrmann. Nachts: Rapper. Dass er in dieser Doppelfunktion Trigger Happy-Polizisten als das benennt, was sie sind, empörte die Klatsch-Presse. Anerkennung wäre die richtige Reaktion gewesen.
Text Julian Brimmers , Fotos Julian Brimmers
Ka

Am 21.8.2016, eingerahmt von einem verbrauchten Johnny Depp und einer Blondine im Bikini (»Meet The Golfer Girls«), prangte Feuerwehr-Captain Kaseem Ryans Konterfei neben einem Abzeichen des Fire Departments New York. Die Überschrift: »Flamethrower – Exclusive: FDNY Captain moonlights as Anti-Cop Rapper«.

Der häufig am politisch oder rassistisch motivierten Rufmord entlang schrammenden Berichterstattung der New York Post widmete Chuck D bereits 1991 auf »Apocalypse ’91 – The Enemy Strikes Black« einen offenen Brief. 

Captain Kaseem Ryan ist Ka. Poet Laureate von Brownsville, Lieblingsrapper deiner Lieblingsrapper und der vielleicht erste MC über 40, der nicht bloß seinen Status verwaltet, sondern Hip-Hop eine neue Ästhetik mit alten Mitteln verleiht. Das mag auch daran liegen, dass Ka bis vor kurzem keinen wirklichen Status besaß.

Im Indie-Rap-Boom der 1990er Jahre veröffentlichte Ka als Teil der Crew Natural Elements, später als Nightbreed, ein paar solide Singles. Sein erstes Album nach langer Stille war eine übersehene CD-r namens »Iron Works«, die über Umwege an GZA gelangte. In einem auf größtmöglichen Personenkult ausgelegten Männerclub wie HipHop, lebt Kas Ästhetik vom Prinzip der Abwesenheit und Reduktion.The Genius bot ihm für einen Gastvers auf seinem 2008er Track »Firehouse« (sic!) eine maßgeschneiderte Plattform. Mit den Konzeptalben »Grief Pedigree«, »Night’s Gambit«, dem gemeinsam mit Producer Preservation aufgenommenen »Days with Dr. Yen-Lo« und zuletzt »Honor Killed The Samurai« erspielte sich Ka, der Earl Sweatshirt, Kendrick und FKA Twigs zu seinen Lieblingskünstlern zählt, eine treue Fanbase. Für seine Alben wählte Ka die durchaus vertrauten Rap-Topoi Trauer, Schach und japanische Kultur als Überbauten. Nichts daran ist wirklich neu, bloß Dr. Yen-Lo fällt mit seiner dem Roman »The Manchurian Candidate« entlehnten Hypnosemetapher aus dem Rahmen.

Bahnbrechend wird Kas Style erst in den Details und durch einen knallharten Editier-Prozess. In einem auf größtmöglichen Personenkult ausgelegten Männerclub wie Hip-Hop, lebt Kas Ästhetik vom Prinzip der Abwesenheit und Reduktion. Keine Zeile bei ihm hat ein Gramm Fett zuviel, keine Silbe stört im Takt. Seine Stimme bleibt so ein monotones Donnergrollen über häufig drumlosen Loops, die mal von überlauten Lead-Melodien getragen werden, mal nicht mehr sind als eine Piano-Note und minimale, perkussive Ambience.

Ka ist sein eigener Labelboss. Er sammelt seine Loops in denselben Plattenläden, vor denen er seit »Grief Pedigree« traditionell die ersten Copies aus der Sporttasche verkauft. Nachts dreht er dazu ein Video für seinen Kanal. Sein unwahrscheinlicher Aufstieg zum Kritikerliebling ist somit auch eine Geschichte der Distributionswege und zumindest in dem Sinne nicht weniger eine DIY Internet-Erfolgsstory als, sagen wir, die der Lil’s der Welt, von Yachty bis Uzi Vert.
 


 
Die Argumentationslinie des Post-Artikels speist sich aus dem Heldenkult der New Yorker um ihre »First Responder«, Feuerwehrmänner im Speziellen. Nicht anders ist zu erklären, dass ein absolutes Spezialisten-Thema wie ein in Brooklyn ansässiger MC mit weniger als 7.000 Facebook Followers in einem solchen Rahmen diskutiert wird. Dabei ist das vermeintliche Outing des Feuerwehrmanns mit dem angeblich gewalttätigen, Cop-hassenden Alter Ego keines. Er selbst diskutiert seinen Brotjob nur indirekt, im Netz finden sich jedoch seit langem Hinweise. Zwischendurch zitieren die Autoren eine Textstelle aus einem Interview, das ich mit Ka im Brooklyn Museum im Herbst 2015 geführt habe: »I’m living two lives, man. I’m trying to be who I am in the day and then trying to feed my soul at night with being the artist that I want to be.«

Im Englischen spricht man von einem »Hit-Piece«, einem diffamierendem Auftragsjob. Neben der Nennung des Klarnamens, seiner Social-Media-Profile und der Offenlegung Kas familiärer Verhältnisse fabulieren die Autoren Susan Edelman und Kenneth Garger über Jahresgehälter und Streetcred.

Wäre es um eine tatsächliche Auseinandersetzung mit Kas Musik gegangen, hätte man ein beliebiges Album einwerfen können, die Erklärung für den die Schlagzeile konstruierenden Konflikt hätte einen gewissermaßen angesprungen. Zum Beispiel auf den ersten zwei Zeilen (!) der aktuellen Platte, im Song namens »Conflicted« (!!):

»I strain to obtain so I could give more/
Most dangerous when there was nothing to live for«.

Noch eindeutiger wird es im Chorus:

»Mommy told me be a good boy/
Need you alive, please survive, you my hood joy.
Pops told me stray strapped son/
You need the shotty, be a body or catch one.
/
Always been conflicted«

Einen Anspielpunkt weiter, auf »Just«:

»All my wrongs is big shit I gotta live wit/
Was gun crazy, my one-eighty was a big flip«

So könnte man sich weiter durch das Album zitieren. Ka hat sein Lebensthema als MC gefunden und seit »Grief Pedigree« auf vier Alben stetig entwickelt. Selbst die von der New York Post zitierte Textstelle »Fuck Them Cops with Swats and Night Visions« ist im Song »Cold Facts« unmissverständlich in eine prosaische, reflektierte Vergangenheit eingebettet.

Also was nun: kaltblütig oder warmherzig?
»Kennst du das Sprichwort ›ein Feigling stirbt tausend Tode?‹, fragte mich Ka im selben Interview, das die Post zur Untermauerung ihrer Story aus dem Kontext riss. »Du bist so verängstigt, dass du vor Angst stirbst? Ich habe keine Angst vor dem, wovor viele Menschen sich fürchten. Ich habe dieses Leben gelebt. Von meinen Teenagerjahren bis in meine Zwanziger war ich eine anderer Mensch. Ich war unzivilisiert, ein Wilder, wenn ich drüber nachdenke. Heutzutage stehen Menschen für mich an erster Stelle. Ich will ein der Welt zugewandter, nobler Mann sein und den Menschen helfen.«

Einflussreichere Namen sprangen Ka zur Seite und so bekam eine Albumpromo, die mit den Worten »bei all dem was gerade passiert, schäme ich mich, Promo zu machen« eingeleitet wurde, eine unerwartete Wendung. Von Rapperkollegen über die gesammelte Szenepresse hin zu UK-Genrelabels wie Local Action wurde Solidarität bekundet. »Ich will ein der Welt zugewandter, nobler Mann sein und den Menschen helfen.« ( Ka) EL-P wunderte sich zu Recht, warum die Tatsache, dass einer der besten Lyricists im Hauptberuf Menschenleben aus brennenden Häusern zieht, nicht die Wohlfühl-Story des Jahres geliefert hat. Der elaborierteste Beitrag kam wie so häufig von El-Ps Buddy und Polizistensohn Killer Mike. Mike wandte sich direkt an die Autorin des NY Post-Artikels, die Ka in hochtrabenden Worten unterstelle, ein »ungrateful Nigga« zu sein. Kas Musik sei dabei mehr wie ein Walter-Mosley-Roman, ein emotionaler Blick in den Abgrund, so Killer Mike.

Alles hieran ist richtig und verfehlt doch einen entscheidenden Punkt. Es ist keine Fiktion, dass in North Carolina mehrere Nächte in Folge die Innenstädte brennen. Oder dass die Namen der Opfer immer mehr verblassen, weil gefühlt täglich neue hinzukommen. Seiner Verantwortung, sich als Teil des öffentlichen Dienstes gegen den strukturellen Rassismus zu stellen, Trigger Happy-Polizisten als das zu benennen, was sie sind, kommt Ka nach. Nicht mal wirklich unter einem Pseudonym – er zeigte sich in seinen Videos und Infos zu seinem Brotjob sind in mehren leicht zu finden Fußnoten im Netz verteilt. Ka sind die Anfangsbuchstaben seines Vornamens. Das vermeintliche »Outing« des Captain Kaseem Ryan ist in Wirklichkeit das Symbol, das zuletzt so häufig gefordert wurde: Ein Mensch in Uniform, kein Cop, aber ein First Responder, der sich in drastischen Worten gegen institutionelle Gewalt ausspricht.

Auf seinem neuen Album hält Ka es ambivalent: »Can’t be pussy in a dog fight/the law don’t forgive what the lord might« gilt für das Reglement der Straße wie für den Überlebenskampf im systemischen Rassismus.

»Es geht mir um Liebe. Darum, sich wie ein Erwachsener zu verhalten. Ich war arm, ich war verfickt hungrig, ich habe alles getan, um zu essen. Aber, dass ist nicht der Weg, den du für dein Leben wählen möchtest. Falls doch, wirst du dich als Mensch nicht weiterentwickeln. Ich möchte eine gesunde Person sein, gescheit und von Nutzen für meine Nichten und Neffen, meine Cousins und Cousinen genauso wie für jeden Fremden auf der Straße«, sagt Ka.

»Honor Killed The Samurai« übersetzt diesen Verhaltenskodex in die fernöstliche Mystik. Der letzte Song «Death Poem (I Wish)« steht in seiner emotionalen Intensität auf einer Stufe mit den besten Songs seines Katalogs wie «Vessel«, «Piece Akhi«, «Day 777« und beginnt und endet im Mantra «I wish, we didn’t have to live like this.«

Wer das ernst meint, kann nicht nichts sagen.

»Honor Killed The Samurai« von Ka findest Du bei hhv.de auf LP und CD
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