Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Text Kristoffer Cornils

Jahresrückblick 2016 Im Frühjahr 2016 bewarben zahlreiche Plakate überall in Berlin ein Album, das es niemals geben sollte. Jetzt, da das Jahr zuende geht, sind sie nicht mehr zu sehen, wurden von anderen Postern überklebt. Unter zentimeterdicken Schichten von bunt bedrucktem Papier sind aber noch in Frakturschrift geschwungenen Erinnerungen daran vorhanden, dass es einmal ein Album namens »Views From The 6« hätte geben sollen. Das Marketing kam aber nicht dem Vermarkteten hinterher, Drake entschloss sich für den Hashtag-freundlicheren Titel »VIEWS«. Das Album erschien am 29. April online, die CD- und Vinyl-Versionen folgten erst einige Monate und zahllose Memes später. Abkassiert wird mittlerweile immer erst zum Schluss.

Im Jahr 2016 wurden viele Alben gefeiert, während das Albumformat langsam dahin schmolz und uns zwischen den Fingern verronn. Mit »Pet Sounds« von The Beach Boys und »Revolver« von den Beatles feierten zwei LPs ihren 50. Geburtstag, die das Format als solches erst überhaupt definiert hatten: Die gute Dreiviertelstunde Spielzeit pro Platte, welche vom Vinylformat vorgegeben wurde, wurde zum Raum für musikalische Narrative. Die Tage der LP als Sammelbecken für eine heterogene Menge möglichst erfolgreicher Songs wurde so Geschichte. Die Idee von der dreiviertelstündigen Erzählung mit Anfang (Intro), Mitte (Song 6, die Hit-Single) und Ende (die Ballade) rettete sich selbst ins CD-Zeitalter herüber, wo mit gut 73 Minuten – festgesetzt nach der Dauer von Beethovens Neunter Sinfonie – wesentlich mehr Zeit gegeben war. Nicht nur das, denn dank neuer technischer Gegebenheiten bot die CD sogar Platz für multimediales Zusatzmaterial wie Videos, Fotos oder sogar Computerspiele erlaubten. Trotzdem: Album blieb Album blieb Album. Vor allem, weil sich damit am besten Geld machen lässt.

Musik auf Tortillas
Doch im zurückliegenden Jahr war es nicht immer so leicht, überhaupt von Alben zu sprechen. Die von James Blake oder Radiohead aber? Ja, das waren Alben im klassischen Format – auch wenn hier ebenso digital vorgeschossen und physisch (CD, LP, viel später die limitierte Vinyl-Edition) nachgelegt wurde. Während ein Poster schnell hinter Dutzend anderen verschwindet, droht eine CD-Produktion noch schneller in Leaks zu resultieren als die Pressen rotieren. Das Promo-Poster mag verbleichen, die Deluxe-Box aber täuscht die Unvergänglichkeit eines großen Kunstwerks vor. Soll heißen: Die großen Players des Musikgeschäfts veröffentlichen aus finanziellen Selbstschutzgründen zuerst von einer auf die anderen Sekunde digital und liefern deshalb physische Exemplare nach, um den Objektfetisch ihrer Kundschaft zu befriedigen. Radiohead etwa legten der limitierten Sonderedition von »A Moon Shaped Pool« jeweils ein Stück alter Mastertapes bei. Wer sich eine kaufte, kam so noch näher ans Original, sprich das Album in seinem eigentlichen Format dran – und konnte die gut einen Zentimeter breiten Bänder doch nicht ohne Weiteres abspielen. Die Metapher drängt sich geradezu auf: Genießen lässt sich die Musik von Radiohead nur als großes Ganzes, nicht aber in Einzelteilen.

Das Album rettet sich so in eine Zeit herüber, in welcher sein Format längst obsolet geworden ist. Das Promo-Poster mag verbleichen, die Deluxe-Box aber täuscht die Unvergänglichkeit eines großen Kunstwerks vor. In das Design der Vinyl-Version von David Bowies »Blackstar« etwa wurden Raffinessen wie fluoreszierende Sternchen und, allerhand grafischer Schnickschnack eben eingearbeitet, welche die hartgesottene Fanbase erst über Monate nach und nach entdeckte. Ein kleiner Schimmer von Gesamtkunstwerk wurde so über ein ziemlich profanes, in eine Papphülle eingepasstes Stück Polyvinylchlorid gelegt und musste in einer Art ästhetischer Schnitzeljagd freigelegt werden. Die Zielgruppe wird am Spieltrieb gepackt.

Andere persiflierten diesen merkwürdigen Objektfetischismus, wie etwa Mathew Herbert. Der britische Produzent veröffentlichte ebenfalls im Frühjahr durchaus abspielbare Platte in Kleinstauflagen, die allerdings keine große Halbwertszeit hatten: Er schnitt per Laserverfahren Musik auf Tortillas, Käse oder Auberginen. Sobald wir eine Platte anfassen, spüren wir uns auch, fühlen uns weniger entfremdet. Ein künstlerischer Kommentar auf Nahrungsmittelproduktion in der kapitalistischen Wohlstandsgesellschaft einerseits, eine implizite Kritik am Hype der Formatvielfalt andererseits. Tape, CD, Vinyl – eigentlich sind alle Abspielmedien überflüssig geworden und trotzdem schreiben wir ihnen mehr Wert zu als Grundnahrungsmitteln. Der rechnet sich aus der physischen Erfahrung und deren psychologischen Folgen zusammen: Sobald wir eine Platte anfassen, spüren wir uns auch, fühlen uns weniger entfremdet als wenn wir uns etwa durch YouTube klicken würden. Insbesondere Vinyl ist aber auch zum Deko- und Luxusobjekt geworden, das durch Inhalt (der Ambient-Techno von Gas etwa) und Format (eine massive 10-fach-Vinyl-Box) gleichermaßen Geschmack transportiert.

Schlag zu oder bereu es für immer!
Den perfekten Kompromiss zwischen Musik als Ware und Tonträger als übersteigertem Konsumobjekt lieferte im Herbst DΔWN mit ihrem Album »REDEMPTION«, welches in seiner limitierten Edition als USB-Stick daherkam, welcher in ein Halsband eingefasst war. Die Musik wird digital verfügbar gemacht, das Medium kann als modisches Accessoire verwendet werden. Weiter noch ist es möglich, den USB-Stick zu entladen und anderweitig aufzufüllen. Statt des DΔWN-Albums könnten genauso gut die Steuerunterlagen auf dem Stick ums Schlüsselbein baumeln. Auch das ein kleiner Subversionsakt im Krieg der Formate zwischen Gesamtkunstwerk und neuen Medienrealitäten.

Das physische Format stellt immer eine Limitierung dar, und das nicht nur eine zeitliche wie etwa bei der 45-minütigen LP. Egal, was nun auf einer Platte des sich in Anonymität hüllenden Produzentens Traumprinz alias DJ Metatron alias Prince Of Denmark zu hören ist: Der Store seines Labels Giegling wird überrannt, wenn darin eine neue 12” oder, wie Ende November, sogar eine 8-fach-LP zu finden ist. Ein Hauch von Exklusivität sichert sich das Label allein schon mit der grafischen Gestaltung der Vorab-Versionen, die im Falle von DJ Metatrons »2 The Sky« von Kindern handbemalt wurden. Es sind Platten, die schon kurz nach Pre-Order-Ende für bizarre Beträge weiterverhandelt werden. Um die Musik, wurde geklagt, ginge es schon gar nicht mehr. Das Label, so lauten die Vorwürfe, macht durch eine Verknappungsstrategie fetten Reibach. Das aber ist eben die Misere der langsamen Auflösung der Formate: Theoretisch braucht niemand eine Deluxe-Edition von Radiohead oder eine limitierte Traumprinz-12”. Die Musik ließe sich rein digital genauso genießen. Der Vinylfetisch des Publikums aber wird zum ultimativen Verkaufsargument, die Verknappung sorgt geradezu für Panik: Wenn’s weg ist, ist’s weg – schlag zu oder bereu es für immer! So lässt sich Kohle machen, die via Spotify auch nach tausenden von Plays nicht einzunehmen wäre.

DJ Metatron ist das Rave-Nostalgie-Pseudonym des Produzenten, dessen Öffenlichkeitsvermeidung sich ebenso mit dem althergebrachten Ideal des faceless Techno erklären könnte. Luke Slater, der dieses Jahr als The 7th Plain mit recht ähnlich verträumten Sounds aus einer Zeitspanne von gut 20 Jahren Produktionsarbeit zurückkehrte, widmete sich unter seinem Hauptmoniker Planetary Assault Systems einem Erzählbogen. Die »Track ID Anyone?«-Crew muss allein klarkommen.
»Arc Angel« beginnt in der digitalen Version mit dem Klackern und Rumpeln eines Kassettenspielers, der zu anfänglichen Techno-Zeiten eines der wichtigsten Aufnahme- und Wiedergabegeräte des Undergrounds war: Mixe wurden aufgenommen, getauscht, zirkulierten per Post. Heute aber ist Slater so frei in seinen Entscheidungen, dass er der Vinyl-Version – die ohne das Intro auskommt – gleich das gesamte Album als fertigen DJ-Mix beigeben kann. Techno als Gesamtkunstwerk, die Technik macht’s endlich möglich. Jedes Format wird optimal genutzt und alle bekommen am Ende das, was sie wollen. Der bloße Rückgriff aufs Kassettenformat beweist, dass es sich längst überlebt hat. So wird das Album als solches bei Slater ähnlich flexibel, wie es der USB-Stick-Anhänger von DΔWN als physisches Objekt ist.

Zomby ist ähnlich rückwärtsgewandt wie DJ Metatron, bezieht seine Inspiration aber aus einer anderen Subkultur und reflektiert mit seinen erratischen Alben ganz andere mediale Gegebenheiten. Was für Slater der Kassettenrekorder ist, das sind für den vermutlich um 1980 geborenen Zomby – der ironischer Weise mit seinem ersten Album die Frage »Where Were U In ‘92?« aufwarf – die Rips aus den Pirate Radios des britischen Hardcore Continuums. Auch sein neues Album »Ultra« lässt Tracks in medias res anfangen und aufhören. Zomby kümmert sich nicht um klassische Track-Strukturen, erst recht aber interessiert ihn das Album als Format an sich keinen Deut. »Ultra« könnte eine Sammlung von Radio-Rips sein, wie sie heutzutage tausendfach im Netz kursieren: nicht mehr als eine YouTube-Playlist, lose aneinandergereiht und ohne zugrunde liegende Erzählung dahinter. Passend zu seiner distanzierten Haltung verbirgt Zomby sein Gesicht hinter einer Maske. Der Autor ist egal, erlebt wird die Musik im Augenblick. Die »Track ID Anyone?«-Crew muss allein klarkommen.

Pop als Diskursplattform"
Den Auf- und Ablösungserscheinungen des Albumformats sowie der zunehmenden Dezentralisierung musikalischer Produktionen stehen industrieweite Nischenkämpfe auf dem Musikmarkt und latente Personenkulte entgegen. Ein Album bringt rein rechnerisch am meisten ein, insbesondere sofern es auf nur einer Plattform erhältlich ist. TIDAL, Apple Music und Spotify etwa schlugen sich in diesem Jahr um Exclusives. Album X von Künstler_in Y, so die Hoffnung, wird schon ihre Zielgruppe auf Plattform Z bringen – und die Kohle gleich mit. Es bilden sich Monopole.

Nicht aber Plattformen allein, sondern auch Personen bündelten im Jahr 2016 die Aufmerksamkeit auf sich. Als Beyoncé im Januar mit »Formation« die Vorab-Single zu ihrem Album »LEMONADE« veröffentlichte, geschah das im Videoformat und triggerte eine schier endlose Debatte. Worum es dabei so gut wie gar nicht ging: Musik. Was es aber bewirkte: Alle wollten mitreden können und umso mehr das komplette Album hören. Möglich war das zuerst nur auf TIDAL. Wie das vorige, selbstbetitelte Werk Beyoncés ging es in »LEMONADE« vor allem um die Person Beyoncé oder zumindest ihre öffentliche Persona, deren Image in der Zeit davor von Skandalen angekratzt wurde. Mit »LEMONADE« wurde eine mehr als ausgiebige Antwort auf die Frage geliefert, ob Jay Z denn wirklich fremdgegangen sei oder zumindest wird diese Erzählung mit »LEMONADE« aufgenommen und in eine klassische Struktur überführt, die eher dem Kübler-Ross-Modell als der klassischen griechischen Tragödie folgt. »LEMONADE« war allerdings noch weitaus mehr als das.

Hatte Holly Herndon noch im Vorjahr vorgeschlagen, Pop als Trägersignal für politische Diskurse zu verwenden, lieferte Beyoncé jetzt die Super Bowl-kompatible Variante nach. Das funktionierte vor allem deswegen, weil »LEMONADE« schon kaum noch mit dem Titel Gesamtkunstwerk beizukommen wäre. Ein kurzzeitig kursierendes Vinyl-Bootleg etwa erzählte kaum die halbe Story, die ebenso auf ihre Bilder und vor allem – in den begleitenden Videos – zusätzlichen Texte, die den Kontext der einzelnen Stücke fest in einem Strom verankerten. In der Person Beyoncé Knowles kulminierten so eine Vielzahl von Diskursen, die viele Aussagen in Sachen race, Gender und Liebe zuließen. Indem sie ihr Album in jeglicher Hinsicht maximal verwertbar machte, konnte Beyoncé es zu einer Plattform in Herndons Sinne ausbauen. Die Exklusivität von »LEMONADE« garantierte ihr eine Freiheit, die nicht allein inhaltlich war. Beyoncé hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen, wie es Radiohead-Fans höchstens als Schnipsel in ihren Deluxe-Boxen vorfanden.

Beyoncé oder Kendrick Lamar mit seinem dezidierten Nicht-Album »untitled unmastered« sind nicht die einzigen, die aus dem Hype um ihre Person Konsequenzen gezogen haben. Frank Ocean ließ seine Fans – grob geschätzt: alle mit zwei Ohren und einem Herzen – so lange auf einen Nachfolger von »Channel Orange« warten, dass die Warterei selbst memefiziert wurde. Dann, nach ein paar kryptischen Nachrichten, erschienen innerhalb kürzester Zeit gleich zwei… Alben? »Endless« zumindest war eher ein klassisches Anti-Album, mit dem der Künstler seine letzten Vertragsleistungen erbringen wollte, um daraufhin für immer Ruhe von Def Jam zu haben – es kam aber im Video-Format. Zu sehen war ein verdreifachter Ocean, der über 45 Minuten Holzboxen zusammenzimmert, um daraus eine Treppe zu bauen. Sollte heißen: So long, and thanks for all the fish. Heißt aber auch: Dieses Album ist eine Sammlung von provisorischen Modulen, die lediglich ihren Zweck erfüllen sollen. Tools im wahrsten Sinne des Wortes, wie sie etwa auf einem Techno-Album zu erwarten wären. Ocean aber ist kein Luke Slater, er hatte noch Größeres vor.

Am Tag drauf dann erschien ein Album, das wie die Drake-Platte einige Monate früher nicht den angekündigten Titel trug. »Boys Don’t Cry« stand lediglich auf den Magazinen geschrieben, die in Pop-Up-Stores anlässlich des Releases von »Blond« erhältlich waren, welches später dann als »Blonde« kanonisiert wurde. War »Endless« eine modulare Serviceleistung für die Plattenfirma, kam nun das eigentlich künstlerische Statement in Form eines Albums, das sein Format allein schon durch die widersprüchlichen Angaben des Titels zerfließen ließ. »Blond/e«, ebenfalls zuerst nur exklusiv über iTunes beziehungsweise Apple Music erhältlich, läuft gut eine Stunde durch wie ein klangliches Schaumbad, darüber vervielfacht sich Ocean stimmlich wie er das im vorab veröffentlichten Video-Anti-Album tat. Er kreischt, raunt, croont und singrappt gegen sich an. Auch das ist aber eher ein Kompromiss mit den musikindustriellen Sachzwängen, die zwar hinter ihren Geldquellen herhinken, sie aber doch immer einholen. Wenn ein Künstler sich nicht doch anmaßt, das Album als Format endgültig hinter sich verlassen.

Personenkult sells
Kanye West war schon immer ein megalomanischer Künstler, ein erratischer obendrein. Seine Twitter-Rants sind berüchtigt, über sie bildet sich aber auch seine künstlerische Persona aus. Über Twitter teaserte West auch über Monate ein Album an, dessen Name sich kontinuierlich änderte (aus »SWISH« wurde zuerst »Waves«, damit aber noch nicht genug) und welches dennoch das beste aller Zeiten sein sollte (Eigenaussage, eh klar). »The Life Of Pablo« ist kaum weniger als eine mediale Revolution. Über Soundcloud erschienen im Anthologie-Format der G.O.O.D. Fridays ein paar Teaser, irgendwann aber stand nicht nur das Cover, sondern auch die Tracklist des Albums fest, welches nun unter dem Titel »The Life Of Pablo« gehandelt wurde. Veröffentlicht wurde es am 14. Februar exklusiv über TIDAL und sollte laut West ausschließlich auf alle Zeiten nur dort erhältlich sein. Das zumindest versprach zuerst die größten Gewinnmargen, bevor sich West im Oktober dann selbst über den Beef zwischen TIDAL und Apple aufregte.

»The Life Of Pablo« hingegen kommentierte fortlaufend die Überfälligkeit des Albumformats an sich. West tauschte Songs durch alternative Versionen aus, veränderte die Tracklist oder nahm komplett neue Stücke auf. In einer (vorläufig) finalen Version zum Download angeboten wurde es erst am 1. April des Jahres, physische Veröffentlichungen waren nie vorgesehen. Im Grunde reflektiert diese wilde Veröffentlichungsstrategie lediglich die von Soundcloud-Artists, die ihr eigenes Werk ähnlich ständig aktualisieren können, bei einer Mainstream-Figur wie Kanye West allerdings handelte es sich um kaum weniger als eine mediale Revolution. Ein Album muss schon lange nicht mehr eine unveränderliche Einheit bilden, es kann sich progressiv im Laufe der Zeit (weiter-)entwickeln. Das Album ist grenzenlos geworden, es hat sein eigenes Format erfolgreich überwunden. Deutlich aber wurde das erst in diesem Jahr. Das wiederum bringt auch seine finanziellen Vorteile mit sich: Jede Änderung wurde als News verbreitet und drängte Wests Publikum dazu, sich das Album in seiner neuesten Form anzuhören. Personenkult sells.

»The Life Of Pablo«, »Blond/e«, und »LEMONADE« werden nicht ohne Weiteres als fette Vinyl-Reissues neu aufgelegt werden können, wie das in diesem Jahr mit Alben von Pink Floyd, Autechre, den Beatles, den Beach Boys, Gas und vielen anderen geschah. Sie positionieren sich viel näher am Puls der Zeit, welcher durch algorithmisch gesteuerte Streamingdienste gezeichnet ist. Wer heute ökonomisch geschickt taktieren will, muss zuerst aufmerksamkeitsökonomisch einiges leisten. Auf Twitter, auf tumblr, mit Videos oder auf Soundcloud. Das Album als 45-minütige konzeptionelle Einheit zerfließt in diesem Prozess und wird nur mit Müh und Not wieder in eine feste Form gebracht.

Das Album ist 2016 zum Zerrspiegel einer Musikindustrie geworden, die ähnlich wie Drake-Poster aus dem Frühjahr von gestern zu sein scheint. Zugleich aber zeigte sich auch eine neue Flexibilität, die neue künstlerische Möglichkeiten offenbarte. Vorbehalten waren die aber wieder auch nur denen, die ihr Monopol etablieren konnten, ob dieses sich nun in einer Traumprinz-12”, einem Beyoncé-Gesamtkunstwerk oder Frank Oceans Abschreibetaktiken offenbarten.


Jahresrückblicke 2016

Den gesamten »Vinyl-Jahresrückblick 2016« findest du bei hhv.de.
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Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.