Music Interview | verfasst 31.01.2017
Schnipo Schranke
Weil es halt scheiße ist
Authenthisch und gar nicht mal so optimistisch. Warum machen Schnipo Schranke eigentlich die Musik, die sie machen? Weil machens halt offensichtlich scheiße ist. Wir trafen Fritzi Ernst und Daniela Reis in St. Pauli.
Text Lars Fleischmann , Fotos Simone Scardovelli
Simone%20scardovelli_finalprint_schniposchranke_mg_8870

Hamburg, St. Pauli, Sonntagabend: Gute-Nacht-Tee und Dr. Pepper im Liter stehen schon bereit. »Du machst jetzt aber nicht so eine dumme Homestory, bitte!«

Schade eigentlich. Ich kann die Band aber verstehen. Sie erzählen, dass dauernd Anfragen kommen, man wolle Fritzi Ernst und Daniela Reis exklusiv und ganz persönlich zeigen. Stars hautnah erleben. Oder der super-witzige Gag mit ihnen Schnitzel und Pommes essen zu gehen, da kommt bekanntlich der Bandname her.

Ganz unschuldig an dem ganzen Aufriss sind die beiden sicherlich nicht. Reis und Ernst stehen dafür, sich in ihrer Musik ultra-authentisch mit sich selbst auseinanderzusetzen. Man möchte sich nicht die Schimpferei verbieten lassen, schreibt drauf los, lässt sich politisch nicht vor einen Karren spannen. Ein gefundenes Fressen für den deutschen Feuilleton, der bis heute von diesen dreifach-gedrehten Pop-Kunstpersonen vom Typus Lady Gaga abgeschreckt ist.

Doch in die gleiche Kerbe wie zum Beispiel die Naturalisten von AnnenMayKantereit schlagen die Schnipos keineswegs. Ihre unverstellte Art hat nichts biedermeierisches, grün-konservatives an sich, weil sie kein Happy End erzwingt, sondern die gegenwärtige Beschissenheit der Dinge nicht beschönigt oder nostalgisch zu verklären versucht und damit nicht rückwärtsgewandt ist.

Seit ihrem ›Underground‹-Hit »Pisse«, inklusive Hype um das Video, das einen Herrenpenis – der zu Danielas heutigem Mann Ente Schulz gehört – so explizite zeigte, dass YouTube sich gezwungen sah, das Video zu sperren, ist einiges passiert. »Man orientiert sich doch lieber an Leuten, die was machen, was übermenschlich erscheint.« ( Fritzi Ernst) Ziemlich schnell sprangen auch konservativere Medien wie die öffentlich-rechtlichen Sender auf den Zug auf und schrieben und zeigten die Beiden möglichst häufig. Meistens versuchte man sie als normale, aber punkige Girls, die ein wenig verrückt sind, darzustellen. Immerhin hat man sich beim Cello bzw. Blockflöten-Studium kennen gelernt und als Abgrenzung gegenüber den anderen »Nerds« gründete man die Band. Zwischen zwei Zigarettenpausen unterhalten wir uns so lange bis die Münder vom Reden und vom Dr. Pepper. trocken wurden – über ihre Texte, falsche Referenzen, falsche Deutungen, und die Schwierigkeit, in St. Pauli Graß zu kaufen.

Wie kommt es eigentlich zu dem Album-Titel? Auch hinsichtlich der Kombination mit dem Cover?
Reis: Wir haben uns dafür entschieden, weil die Bedeutungen, die wir dazu gefunden haben, einfach gut gepasst haben. Man kann das ja nicht nur mit blutig (wie jetzt bei Fleisch) übersetzen. Der Inhalt des Albums ist in seiner Gänze irgendwie abgedeckt.
Ernst: Selten, Indifferent. Irrsinnig. Außergewöhnlich. Ich habe da mal ein Mind-Map gemacht. Deswegen auch das Plattencover. Also wegen der Fleischsache und unserem Namen.
Reis: Albentitel sind ja auch ne schwierige Sache. Da steht dann schon alles am Album und dann muss man sich da nen Namen überlegen.
Ernst: Alle beide Male ist uns was eingefallen!

Klingt nicht so, als sei es ein Konzeptalbum gewesen.
Ernst: Nee. Das hat nur glücklicherweise mit dem Namen gepasst. Andererseits ist das ja kein Zufall. Es gibt schon einen roten Faden; das ist ja ne runde Platte.

Ihr wisst ja, dass man auch immer nach Einflüssen fragt…
Ernst: Also für uns standen die Synthiesachen im Vordergrund. Und daran haben wir uns orientiert. Gorillaz hör ich gerade diesbezüglich.
Reis: Oder zum Beispiel The Cure. Oder sowas wie Muse. Das hör ich mir an, weil ich einfach krass finde, wie die so einen Sound erzeugen. Und ich das raffen möchte. Geht da ja auch um Horizonterweiterung.

Wenn man eure »Health Goth«-Promofotos sieht und die Platte hört, dann könnte man auch an Goth-Punk-Goddess Nina Hagen erinnert werden.
Ernst: Nichtmals ne Ahnung wie die Mucke so klingt. Ungefähr, aber echt nee.
Reis: Hab ich schonmal reingehört. Fand ich aber ganz persönlich uninteressant. Ich will die ja nicht dissen. Wär auch voll dumm. Aber da tickt man halt anders. Und das andere Leute mit Referenzen kommen, ist ja auch nichts Neues. Einige kommen immer Lassie Singers
Ernst: Daran orientieren wir uns einfach nicht.
Reis: Schockt halt nicht. Man orientiert sich doch lieber an Leuten, die was machen, was übermenschlich erscheint.

Ihr seid ja auch so Übermenschen mit dem Studium in klassischer Musik. Wirkt sich das eigentlich auf die Schreibe aus?
Ernst: Keine Ahnung. Ich weiß ja gar nicht wie es ist, wenn man da keinen Background hätte. Aber das Studium bringt einem in diese Richtung ja nichts bei.

Ich dachte da halt beim Intro, das als klassisches Klavierstück daherkommt, schon dran.
Reis: Ja klar. Das ist schon eine Erinnerung an die alte Zeit. Und wir können feststellen, dass wir sonst nicht in der Lage wären in dem Tempo zu arbeiten.

Euch werden ja so Attribute wie görenhaft, rotzig oder » die reden frei Schnauze«, die man so über euch in nahezu jedem Text lesen kann, zugeschrieben. Wie entsteht denn so ein Text von euch?
Reis: Wir schreiben, wie wir auch miteinander reden. Der Rest ist egal. Wir sagen irgendwas, irgendeinen Satz, und dann bastelt man daraus einen ganzen Text oder so.

Ihr habt die Texte aber nicht gemeinsam geschrieben, oder?
Ernst: Wir schreiben immer alleine. Vornehmlich auf der letzten Tour zum Beispiel. Auf dem Album sind aber auch zwei ältere Songs.
Reis: Wir kommen auch mit relativ klaren Vorstellungen an die Stücke zusammen. Da steckt auf jeden Fall meistens auch schon eine musikalische Idee dahinter. Etwas, was man gerne damit machen möchte.

Wie ist es eigentlich auf Tour zu schreiben? Ist es eigentlich ein wenig schizoid jeden Tag das Selbe zu singen und dann zurückgezogen etwas völlig Eigenes zu schreiben?
*Ernst:
Das ist eigentlich ziemlich gut. Weil man auch merkt, worauf man gerade Bock hat; was einem auch fehlt, thematisch und musikalisch. »Wir sagen irgendwas und dann bastelt man daraus einen ganzen Text oder so.« ( Daniela Reis)
Reis: Aber wir sind da nicht berechnend. Eher unreflektiert, auch am Ende einer Tour. Da gibt es nicht die Analyse, was gut ging und was nicht. Wir haben sogar Songs auf der Platte, wo ich denke, dass die eben nicht live funktionieren.
Ernst: Wenn wir es mit der Analyse versuchen würden, so ein Album nur mit Hits zu schreiben, dann klappt das doch auf gar keinen Fall. Viel wichtiger ist etwas zu schreiben, was halt gut ist.

Interessant ist ja, dass man sich ja bei aller Dichtung immer wieder fragt: Wo verschwimmen jetzt Realitätsbezug und Erfindung?
Ernst: Also wenn das jetzt die Frage ist, ob das autobiographisch ist, dann antworte ich: Es ist schon so, dass das etwas ist, was wir möchten. Dass man auch über Scheißsachen lachen kann. Häufig gibt es eine reale Begebenheit (man müsste sich das ja auch sonst immer alles ausdenken), aber ich will ja auch über Sachen lachen, die nicht zum Lachen sind.

Und die Resonanz bezüglich eurer Wortwahl…
Reis: …ich empfinde das meistens als Beleidigung, wenn die sagen, dass wir so krass sind. Oder noch schlimmer: asi. Dass da überhaupt noch Menschen Probleme mit sogenannten Kraftausdrücken haben, die keinen beleidigen: Ist doch gar nicht schlimm, ey! Ich scheiß dann eigentlich auf die!

Wird euch denn vorgeworfen ihr macht das nur wegen »der Quote«…
Reis: …wie soll ich denn anders damit umgehen als zu sagen: Dann fick dich doch? Es ist doch klar, dass das nur Leute sagen, die gar nicht über ihren Tellerrand schauen können. Und ich könnte mich stundenlang mit denen hinsetzen und mich mit denen unterhalten, aber Leute, die es nicht raffen, raffen es nicht. Da werde ich tierisch aggro, irgendwie. Sorry. Es gibt auch so ein paar Typen, die haben Artikel über uns geschrieben, denen würde ich gerne ne Muskatreibe in den Arsch schieben.
Ernst: Aber wir schauen lieber auf die Leute, die coolerweise zu unserem Konzert kommen. Das Publikum ist total bunt gemischt. Und die Liebe ist da viel stärker als die paar Hater.

Eine typische Disziplin mit den Medien ist ja Stück auf ihre jeweilige Bedeutung hin zu besprechen. Könnten wir auch jetzt machen. »Es gibt auch so ein paar Typen, die haben Artikel über uns geschrieben, denen würde ich gerne ne Muskatreibe in den Arsch schieben.« ( Fritzi Reis)
Ernst: Das brauchen wir nicht. Da ist ja schon alles in den Stücken drin. Die sagen ja schon sehr direkt um was es da geht.
Reis: Wir geben uns ja schon vorher genügend Mühe, damit man nichts erklären müsste, um die Platte zu hören. Der Idealfall ist, dass der Hörer am Ende keine offenen Fragen hat.
Ernst: Ich finde das auch tierisch peinlich, wenn Bands sich genötigt fühlen so zu monologisieren über ihre Kunst. Grauenhaft.

Also steht ihr gar nicht auf das Promo-Ding?
Ernst: Darum geht’s nicht. Es ist nur manchmal so, dass wir die Dinge gerne anders lösen. Wir haben zum Beispiel so ein Track-by-Track gemacht …
Reis: …da haben wir meine Schwiegermutter Texte über unsere Lieder schreiben lassen; die hat das sehr charmant gemacht. Die ist schon über 70 und interpretiert eh gerne, was wir machen. Die hat ein Lexikon im Kopf über Gedichte und hat dann krasse Referenzen gezogen. Und dann haben wir eine Höhle gebaut unter ner Bettdecke und haben das vorgelesen.

Also ich finde das klingt ziemlich gut.
Reis: Das war die sauberste Lösung, sag ich mal, um da nicht selbst über sich so labern zu müssen.

Ich finde erstaunlich, dass ihr eigentlich so schüchtern seid. Und gleichzeitig auf dem Album raushaut, dass ihr die »Erste Band bei Buback« seid. Was sagt euer Label dazu?
Ernst: Man kann da ja verschiedene Sachen rauslesen. Beschwert hat sich keiner.
Reis: Ich glaube, die finden cool, dass wir das Label nennen. Machen doch Hip-Hopper auch immer. Deswegen nochmal: Buback!
Ernst: B-U-B-A-C-K!

Ich würde ja gerne nochmal auf das Thema Homestory zurückkommen.
Reis: Das ist der Grund, warum wir hier im Wohnzimmer sitzen. Das ist ja gar nicht Fritzis Zimmer hier. Also kannst du gar nichts schreiben.

Das habe ich schon kapiert. Aber zumindest irgendwas über St. Pauli könnte man ja erzählen.
Reis: Ey, wirklich. Pass mal auf. Ich mache ja keinen Hehl daraus, dass ich gerne mal barze.

Darauf hätte man ja schon von Titeln wie »Haschproleten« und »Dope« kommen können.
Reis: Hier auf St. Pauli ist halt super scheiße. Man muss halt manchmal sein Dope auch irgendwie kaufen. Und das geht gar nicht mehr. Die laufen hier immer Streife und jagen hier so die Dealer wie die Tiere. Das macht einen super wütend. Wie so auf die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft so eingeprügelt wird. Es gibt doch wahrlich größere Probleme als irgendwelche kleinen Grasdealer. Die machen das doch auch nicht zum Spaß.

Zum Ende hin werden wir nochmal politisch.
Reis: Ich finde das ja eigentlich schwierig. Ich möchte mich bei solchen Themen gar nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Man hat ja meistens das Gefühl, solche Sachen gar nicht bis auf den Grund beleuchten zu können. Aber wenn man das beobachtet, wird man einfach nur sauer. Das ist ja so offensichtlich scheiße.

»Rare« von Schnipo Schranke findest du bei hhv.de auf LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.09.2015
Schnipo Schranke
Satt
Schnipo Schranke führen auf ihrem Album »Satt« prustendes Pathos gegen konkrete Probleme ins Feld. Am Ende steht eine naiv-schöne Utopie.
Music Review | verfasst 27.01.2017
Schnipo Schranke
Rare
Man sollte sich froh schätzen, heirzulande eine Band wie Schnipo Schranke zu haben. Selten, dass deutscher Pop aufrichtiger ist.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Liste | verfasst 28.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (50-31)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Review | verfasst 18.11.2013
grim104
grim104 EP
Es ist die bitterböse Bestandsaufnahme eines gebeutelten Provinzjungen, den die Geister seiner Vergangenheit nicht loslassen.
Music Review | verfasst 21.03.2014
Kreisky
Blick auf die Alpen
»In was für einer Zeit leben wir eigentlich?« Mit »Blick auf die Alpen« beantworten sich Kreisky diese Frage selbst.
Music Review | verfasst 13.02.2015
Zugezogen Maskulin
Alles brennt
Zugezogen Maskulins Debüt »Alles brennt« klingt als würde eine aufgestachelte Jugendbewegung dem Postmoderne-Lifestyle ins Gesicht spucken.
Music Review | verfasst 20.03.2015
Dagobert
Afrika
Für alle, denen sogar das stinknormale, öffentlich-rechtliche Radio zu diskursiv ist, kommt Dagoberts »Afrika« gerade recht.
Music Review | verfasst 13.11.2015
Main Concept
Hier und Jetzt
Main Concept sind zurück und zeigen, dass man auch im »Hier und Jetzt« in Sachen Deutschrap andere Schattierungen ausprobieren kann.
Music Kolumne | verfasst 20.08.2014
Records Revisited
Absolute Beginner's Flashnizm (Stylopath), 1996
Heute völlig zu Unrecht im Schatten ihrer zweiten LP »Bambule« stehend, kann »Flashnizm« der Absoluten Beginner als eines der an Experimentierfreude und Ausdrucksvielfalt reichsten umschiffenden Deutschrapalben überhaupt gedeutet werden.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Review | verfasst 19.06.2015
Dele Sosimi
You No Fit Touch Am
»You No Fit Touch Am« von Dele Sosimi hat es einfach in sich: animalisch wild, instinktiv verständlich und einfach tierisch gut.
Music Review | verfasst 16.06.2015
Aidan Baker & Idklang
In The Red Room
Aidan Baker hat mit Idklang einen Partner gefunden, der seiner ausufernden Kunst einen formlosen Rahmen gibt.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music News | verfasst 19.06.2015
Ausklang | New Music Friday
Neue Musik von Seven Davis Jr., Fatoni et al.
Woche für Woche picken wir Tracks, die uns in den vorausgegangenen sieben Tagen nicht aus dem Kopf gehen wollten, deren Release auf den heutigen Tag fällt oder einem anderen Pseudogrund unterliegen. It’s new music, Raab!
Music Review | verfasst 18.06.2015
Hilde Marie Holsen
Ask
Für ihr bei Hubro Music erscheinendes Debüt »Ask« hat Hilde Marie Holsen fünf jazzige Stücke im Studio an der Akademie in Oslo improvisiert.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Celo & Abdi
Bonchance
Celo & Abdi knüpfen auf ihrem dritten Album »Bonchance« an den harten Sound des »Mietwagentapes« an.
Music News | verfasst 02.01.2012
Raekwon
Neues Mixtape »Unexpected Victory«
Der Chef serviert den Fans zum neuen Jahr mit Unexpected Victory sein erstes offizielles Free-Mixtape. Ein glänzend aufgelegter Raekwon und sein gewohnt starkes Beatpicking machen aus der Angelegenheit eines der ersten Highlights in 2012.
Music Liste | verfasst 19.12.2011
813
DJ Charts
Als Teil der aufstrebenden, vitalen russischen Beatmaker-Szene hat sich 813 mittlerweile einen Namen gemacht. Für unsere DJ-Charts verriet er seine zehn liebsten Stücke derzeit.
Music Review | verfasst 10.06.2015
Jamie xx
In Colours
Jamie xx macht auf seinem Debütalbum alles richtig. Ein unglaublich geschmackssicheres Album. Man darf angewidert sein.
Music Porträt | verfasst 18.06.2015
Editions Mego
Warum machen, wenn es nicht seltsam ist?
Das ist keine Musik, zu der man den Abwasch erledigt. Es ist mal schwierige, mal akademische, mal einfach seltsame Musik. Es ist die Musik, die bei Editions Mego erscheint. Wir haben mit dem Peter Rehberg, dem Gründer des Labels gesprochen.
Music Liste | verfasst 05.06.2015
Stephan Bodzin
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der Produzent Stephan Bodzin der Aufgabe an.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Liste
Ausklang | 2017KW48
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Bericht
Records Revisited
A Certain Ratio – To Each, 1981
Man ruft A Certain Ratio gerne als musicians’ musicians. Warum? Weil sie mit einem typischen Übergangsalbum zeigten: Wo Dinge unabgeschlossen sind, bleibt genug Platz für andere, um sich zu eigenen Lösungen anregen zu lassen.
Music Liste
Ausklang | 2017KW47
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Princess Nokia
Für eine neue Unordnung
Zum Ende diesen Jahres hin erscheint also endlich eines der aufsehenerregensten Alben des letzten Jahres auf Platte, Princess Nokias »1992«. Es ist wie seine Interpretin: auf eine ordnende Weise chaotisch.
Music Liste
Ausklang | 2017KW46
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste
Ausklang | 2017KW45
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.