Music Porträt | verfasst 03.02.2017
New Record Labels #25
Bliq, Dub Disco, Ectotherm und Jazzaggression
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Bliq, Dub Disco, Ectotherm, Jazzaggression
Text Kristoffer Cornils, Niklas Fucks , Übersetzung Sebastian Hinz

BliqFind it at hhv.de: Bliq Music Bliq ist ein 2010 von Manos Mara und Costa Budolas gegründetes, britisches Label aus London. Mara und Budolas, auch unter seinem Pseudonym Bu$$ bekannt, wuchsen in direkter Nachbarschaft im griechischen Thessaloniki auf – und trafen sich doch erst 2006 in Großbritannien. »Wir haben uns sofort super verstanden und angefangen, für eine Weile gemeinsame Partys zu schmeißen«, erinnern sich die beiden an ihre Anfangszeit. Vier Jahre später konkretisierten sich die gemeinsamen Pläne für ein Label und mit einer Debüt des britischen Duos Homepark war Bliq aus dem Digging-Habitus der beiden geboren. Vinyl musste schon sein, allein weil durch das nähere Umfeld genug Material auf dem Schreibtisch landete, das ein ordentliches Release verdient hätte. Anfangs waren das vor allem kenntnisreiche Deep House-Cuts von unter anderem dem niederländischen Senkrechtstarter Lapien, schon 2013 aber öffnete sich der Katalog mit einem Release der isländischen Dub Techno-Legende Exos zunehmend. »Wir interessieren uns nicht dafür, uns auf einen bestimmten Sound oder ein Genre festzulegen. Für uns geht es eher darum, dass die Artists mit uns und unserer Ästhetik harmonieren«, lautet die lapidare Antwort auf die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner im Bliq-Roster.

Der entwickelte sich zunehmend zu einer internationalen Angelegenheit. Mit Lowjac und Thingamajicks, die gemeinsam als Deemonlover über Bliq veröffentlicht haben, sowie dem mysteriösen DJ Loser und dem mittlerweile nach Berlin emigrierten Seixlack finden sich einige brasilianische Künstler beim griechisch geführten Londoner Label ein. Es ginge ihnen um persönliche Kontakte, erzählen Mara und Budolas mit Blick auf den personell breit gefächerten Roster, der sich über den halben Erdball erstreckt und insbesondere mit der frühen Veröffentlichung von Lapien durch Remixe von Conforce und Fred P die Tür zur Welt auftrat. Für Demos, das versichern die beiden, seien sie aber trotzdem weiterhin auch, obwohl sie vorzugsweise auf dauerhafte Zusammenarbeit mit ihren Artists setzen: Bliq soll eine kleine Familie sein. Deren Aussehen änderte sich ebenfalls im Jahr 2013 schlagartig, als die beiden sich von ihrem vorigen Grafiker in aller Freundschaft verabschieden mussten und stattdessen den Berliner Super Quiet engagierten, der den Releases mit aufwändigen Drucken und grellen Farbgebungen einen ganz neuen visuellen Anstrich gibt, der bestens zu der rumpeligen Rhythmuspsychedelik etwa eines Seixlack zu passen scheint. Die Geschichte von Bliq ist offenkundig die eines sich langsamen Zusammenfindens, nicht allein in geografischer Hinsicht. KC

Bliq bei Facebook | Bliq bei Soundcloud

Dub Disco LogoFind it at hhv.de: Dub Disco Dub Disco ist ein 2016 von Serj Nosé und Aussteiger gegründetes Berliner Plattenlabel. Dub Disco selbst ist zwar erst zwei Releases »alt«, aber die Idee, ein eigenes Label zu gründen, begleitet die zwei schon lange – wenn auch aus recht unterschiedlichen Gründen: Serj Nosé ist ein versierter DJ und hatte aber schon seit langer Zeit »das Bedürfnis, daran beteiligt zu sein, meine eigene musikalische Vision zu kanalisieren. Und da ich selber nie produziert habe, war das für mich der optimale Weg.«. Aussteiger produziert auf der anderen Seite schon seit langer Zeit Genre-übergreifend Musik mit Anleihen bei »House, Disco, Breakbeats, HipHop-Beats usw.« Dementsprechend soll das eigene Label auch dem Veröffentlichen von eigenen, ungewöhnlicheren Werken dienen, so Aussteiger: »Meine DJ Sets bestehen teilweise aus 30-40% eigenen, unreleaseden Tracks, also brauche ich eine Plattform, wo ich eigene Tracks und mega-geile Tracks von Freunden veröffentlichen kann. Außerdem hab ich keine Lust ständig Demos an Labels zu schicken«. Kein Wunder also, dass die Katalognummer 001 die erste EP von Aussteiger schmückt. »Die schwierigste Aufgabe, war es, aus 15 geilen Tracks drei rauszusuchen, die zusammenpassen und unseren Style repräsentieren«

Nach dem zweiten Release, einer EP von den Berliner Italo-Spezialisten S&W im Dezember 2016, steht langsam Dub Disco 003 an, doch die drei Labelbetreiber steigen ins Game ein, ohne sich hetzen zu lassen: »Wir werden 2017 ganz entspannt 2-3 releases machen und die Leute mit dem Sound überraschen«, erzählt der Aussteiger. Überraschen ist ein wichtiger Begriff im Wortschatz von Dub Disco, denn das junge Label möchte sich unter keinen Umständen auf einen Stil festlegen. »Es gibt so viele Labels, die zwar gute Musik releasen, im Endeffekt aber immer das selbe machen, Das wollen wir auf keinen Fall!«, erzählt er weiter und Serj ergänzt: »Einer der Hauptaspekte, über die wir uns von Anfang an einig waren, ist, dass wir kein stilistisch homogenes Label haben wollen. Es gibt genügend reine House, Techno etc. Labels. Auch im Bezug darauf, dass wir gerne Sachen von Freunden releasen, wollen wir da eher frei bleiben und uns nicht einschränken. Wenn wir was geil finden wird’s gepresst «

Die bisherigen Releases eint ihre Dancefloor-Tauglichkeit, ihre Ungewöhnlichkeit und, dass sie auf Vinyl gepresst wurden, worauf die beiden trotz Bandcamp-Downloads viel Wert legen. Mehr Kohärenz muss und soll aber nicht sein, auch wenn der Name des Labels als Genre-Fixierung verstanden werden könnte. »Wir sind schon ordentlich Disco heads, auch wenn wir grundsätzlich sehr breit aufgestellt sind, und eigentlich so gut wie allem etwas abgewinnen können, wenn es denn gut gemacht ist«, gesteht Serj »Und so verhält es sich denn auch mit den Releases: Ich würde wohl immer ein Disco Release einem Techno Release vorziehen, aber im großen und ganzen ist bei uns alles erlaubt.« NF

Dub Disco bei Soundcloud | Homepage von Dub Disco | Dub Disco bei Facebook | Dub Disco auf Bandcamp

EctothermFind it at hhv.de: Ectotherm Ectotherm ist ein 2016 von den DJs Najaaraq Vestbirk (alias Courtesy) und Sara Svanholm (alias Mama Snake) gegründetes, dänisches Plattenlabel aus Kopenhagen. In ihrer Heimatstadt machten sich die beiden als Mitglieder des DJ-Teams Apeiron Crew einen Namen, deren unkonventioneller Ansatz mittlerweile auch internationale Erfolg nach sich zieht. Kopenhagen, wo Vestbirk mittlerweile nur noch die Hälfte ihrer Zeit verbringt und deshalb auch nicht mehr fester Teil der Crew ist, steht allerdings im Fokus vom gemeinsamen Projekt Ectotherm, das seinen Auftakt mit einer EP des regionalen Produzenten Schacke nahm. »Ein Label zu gründen, war schon lange unser gemeinsamer Traum«, erinnert sich Svanholm. Den ersten Impuls gab ein Demo des Technoproduzenten Rune Bagge, der die zweite Katalognummer bestreiten sollte. »Najaaraq und ich hingen nach einer unserer Partys in Kopenhagen miteinander rum und als wir uns das Demo anhörten, entschieden wir uns dazu, es verdammt noch mal zu machen.« Wer so viel Engagement in die eigene Szene steckt, wird von der auch belohnt: Beim Vertrieb griff dem DIY-Projekt sogleich der Freundeskreis unter die Arme. Der wechselseitige Austausch setzt auch gewisse Richtlinien in der Labelpolitik. »Wir werden nur mit Leuten arbeiten, die wir auch persönlich kennen«, stellt Vestbirk klar. Demos werden zwar fleißig angehört, der persönliche Draht aber ist essentiell.

Obwohl Svanholm und Vestbirk strikt zwischen der Apeiron Crew und ihrer Arbeit mit Ectotherm trennen: Deren aus dem Altgriechischen übernommene Name – zu Deutsch »ohne Grenzen« – ist jedoch auch bei Ectotherm Programm. Schon die ersten beiden Releases zeichneten sich einerseits durch klare Dancefloor-Kompatibilität aus, bezogen ihre Einflüsse aber ebenso aus anderen Subgenres der Dance Music wie Dub oder Anleihen an Noise und Industrial. »Ich denke wirklich, dass diese Releases den Sound der Kopenhagener Techno-Szene einfangen«, sagt Svanholm. »Dank der Leute dahinter, die aktive DJs sind und Raves überall in der Stadt organisieren.« Das familiäre Miteinander mache den speziellen Ectotherm-Vibe aus, die Klangsprache wird von den Artists geprägt. Starke visuelle Akzente werden derweil von Lukas Højlund gesetzt, dessen roughes Design den schmutzig-rohen Techno der Releases ergänzt und der als Teil des Kollektivs Fast Forward Productions nicht nur Veranstaltungen mitorganisiert, sondern auch Teil einer Agentur ist, die wiederum die Ectotherm-Artists repräsentiert. So greift alles ineinander über, wie es im von Lukas Højlund gestalteten Logo durch den Ouroboros – die sich in den Schwanz beißende Schlange – angedeutet wird. Davon, dass der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, spricht hingegen der Acid-Smiley im Zentrum. Vestbirk und Svanholm werden ihr Herzensprojekt nicht allein aus Eigeninteresse als DJs weiter verfolgen: Die beiden planen bereits, ein Sublabel zu eröffnen und dort mit einigen Überraschungen aufzuwarten. KC

Ectotherm bei Facebook | Ectotherm bei Soundcloud

Jazzaggression LogoFind it at hhv.de: Jazzaggression Jazzaggression ist ein finnisches, 2007 von Johan Fredrik Lavik gegründetes Label, das sich auf Releases von unveröffentlichtem oder kaum zu findendem Jazz spezialisiert hat. Alles begann vor knapp 10 Jahren, als Laviks Kumpel Lars Findbrouk, der das Label Plastic Strip leitet, in den Archiven des Sängers Arne Bendiksen unveröffentlichte Aufnahmen des Jazz- und Disco-Keyboarders Webster Lewis fand. »Wir fanden die Musik zu gut, um sie vorbeiziehen zu lassen. Also schmissen wir Geld zusammen und veröffentlichten das Album« Johans Leidenschaft fürs Diggen hat ihre Wurzeln in seiner Jugend, als er anfing in den Sammlungen seiner Mutter und seines Onkels zu wühlen. In den letzten 20 Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf Jazz und fand so immer mehr vergessene und obskure Releases. »Im Jazz kann man alles finden, es gibt immer etwas neues zu entdecken und es wird nicht langweilig.«

Langweilig wird es auch im bisher recht kompakten Katalog von Jazzaggression nicht. Auf zehn bisher erschienenen LPs, drei 10inches und drei 7Inches findet sich eine faszinierende Vielfalt, die von unveröffentlichtem estnischen 60er-Bop über obskuren Bonner Soul-Jazz der Siebziger bis hin zu finnischen Avant-Garde-Gruppen von heute reicht. Obskure Releases und deren Urheber findet Johan heute weitestgehend über das Internet, aber auch regelmäßig in staubigen Archiven von Radios oder Musikern, hin und wieder auch mit Hilfe von anderen Labelbesitzern wie Lars Findbrouk oder Martin Jõela vom auf unveröffentlichte estnische Raritäten konzentrierten Frotee. Letztes Jahr organisierte Johan sogar ein gemeinsames Konzert von alten und jungen Jazz-Interpreten und er hofft in den kommenden Monaten noch einiges an frischem norwegischem Jazz herauszubringen.

Wie diese Musik in die Welt gesetzt werden soll ist für Johan klar: »Vinyl ist das einzige Format, das mir wichtig ist. Ich habe immer schon Platten gediggt und da sind einfach viel mehr Gefühle mit verbunden als mit irgendeinem digitalen Format. Es gibt nichts Besseres, Vinyl ist King.« Dass man bei Jazzaggression und dem Schwesterlabel Afro7, auf dem seit 2015 Reissues afrikanischer Raritäten erscheinen, viel für das schwarze Gold übrig hat, merkt man den Releases an. Zusätzlich zu den in Jazz-Kreisen obligatorischen CDs gibt es regelmäßig liebevoll bedruckte, limitierte Vinyl-Auflagen, die auch meist recht schnell vergriffen sind. 2017 sollen wohl drei Releases auf Jazzaggression kommen, unter anderem ein Reissue des ultra-obskuren britischen Jazz-Albums »Bird Curtis Quintet« von 1967 und eine 7inch mit einem unveröffentlichten Track des Paris Smith Quintet, dessen LP »Thought Seeds« das Label bereits neu aufgelegt hat. Wer keine Lust hat zu spät zur Party zu kommen und in die Discogs-Röhre zu gucken, oder einfach nur Lust hat, seinen jazzigen Horizont zu erweitern, sollte sich Jazzaggression hinter die Ohren schreiben. NF

Jazzaggression bei Facebook | Jazzaggression bei Soundcloud | Website von Jazzaggression

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 24.11.2016
DJ Loser
DJ Loser
Sex und Sehnsucht mit DJ Loser. So ungooglebar der griechische Produzent auch sein mag, sein Bliq-Debüt gehört auf den Notizzettel.
Music Review | verfasst 09.07.2019
Pedro Ruy-Blas
Cyber Dolores
Mit »Cyber Dolores« veröffentlicht Jazzaggression überwiegende instrumentale Aufnahmen des in Spanien populären Sängers Pedro Ruy-Blas.
Music Porträt | verfasst 04.05.2017
New Record Labels #28
Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Black Pearl, Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Music Porträt | verfasst 07.03.2017
New Record Labels #26
Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax.
Music Porträt | verfasst 06.04.2017
New Record Labels #27
Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour.
Music Porträt | verfasst 01.06.2017
New Record Labels #29
Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept, Yerevan Tapes
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept und Yerevan Tapes.
Music Porträt | verfasst 06.07.2017
New Record Labels #30
Don't Be Afraid, Giallo Disco, I/Y, Kalakuta Soul
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Don’t Be Afraid, Giallo Disco, I/Y und Kalakuta Soul.
Music Porträt | verfasst 09.08.2017
New Record Labels #31
Avian, Comb & Razor, Dizzy Tunes, Sahel Sounds
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Avian, Dizzy Tunes, Comb & Razor, Sahel Sounds
Music Porträt | verfasst 13.09.2017
New Record Labels #32
Disco Halal, Discotexas, Foul-Up, Uncage
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Disco Halal, Discotexas, Foul-Up und Uncage
Music Porträt | verfasst 05.10.2017
New Record Labels #33
Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko.
Music Porträt | verfasst 01.11.2017
New Record Labels #34
Argot, Discrepant, Gqom Oh!, Philophon
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Argot, Discrepant, Gqom Oh!, Philophon
Music Porträt | verfasst 17.01.2018
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Porträt | verfasst 01.05.2018
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Review | verfasst 09.03.2017
The Scorpios
The Scorpios
Die sieben Musiker von The Scorpios kommen ursprünglich aus dem Sudan. Ihr in der neuen Heimat London aufgenommenes Debüt ist beeindruckend.
Music Review | verfasst 25.06.2018
Black Savage
Black Savage
Black Savage aus Kenia haben in den 1970er Jahren nur eine Hand voll Songs veröffentlicht. Jetzt werden sie wiederveröffentlicht.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!