Music Porträt | verfasst 09.03.2017
Ibibio Sound Machine
Die Normalisierung des »Fremden«
Nigeria. Australien. London. HighLife, Afrobeat, und Psych. Ibibio Sound Machine machen Musik, die erstmal ›un-normal‹ erscheint. Eno Williams und Max Grundhard aber finden, dass dieser Sound 2017 längst das Gegenteil sein sollte: normal.
Text Lars Fleischmann , Fotos ab:sicht by Julia Klein / © hhv.demag
Ibibio_sound_machine_by_julia_klein

Man hat manchmal das Gefühl, dass keine andere Stadt so sehnlich den Frühling herbeisehnt wie Berlin. Es ist Februar, kalte Wochen liegen hinter der Hauptstadt, heute zeigt das Thermometer 15°: direkt recken sich die Köpfe in den Straßen der Sonne entgegen.

Es könnte kaum ein passenderes Setting geben, um mit Eno Williams unterwegs zu sein. Gemeinsam mit Max Grundhard bildet sie den Kopf von Ibibio Sound Machine. Mit einer energetischen Mischung aus Highlife, Afrobeat, Jazz-Einflüssen, Psych und einem unnachahmlichen Gesang in der südnigerianischen Sprache Ibibio produzieren die beiden Musik, die man »Soundtrack des Sommers« nennen würde – wenn man dürfte. Seit dem Erscheinen ihrer ersten, schlicht »Ibibio Sound Machine« betitelten Platte haben die beiden auf Festivals für Furore gesorgt.

»Es bringt nichts zu trauern, Darling. Umso mehr müssen wir den Verängstigten freundlich gegenübertreten.« ( Eno Williams) Eno Williams, aus Nigeria stammende Engländerin und ihr Partner Max, der aus dem nicht wenig sonnigen Australien stammt, sind freundliche, außerordentlich aufgeschlossene Personen. Das Interview findet in einem hippen Design-Hotel statt, dass dafür bekannt ist, dass viele Musiker und Prominente hier übernachten. Ein kleiner ›Melting Pot‹ inmitten der Hauptstadt. Zufällig saß an diesem Morgen auch Högni Egilsson von Gus Gus in der Hotellobby, spielte Klavier. Williams alles andere als scheu, gesellte sich dazu. Ein unwahrscheinliches Duett.

Das Musizieren mit Menschen verschiedenster Couleur und Herkunft scheint Eno Williams bereits in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Die Band Ibibio Sound Machine besteht aus acht Musikern mit verschiedenen Wurzeln. Aber wie findet man mit solch verschiedenen Biographien in einer Stadt wie London eigentlich zusammen? »Die Stadt ist zwar groß, doch bestimmte Szenen sind recht klein. Zwar leben sehr viele afrikanisch-stämmige Personen in der Stadt, doch die Musikszene, die sich mit der Musik auseinandersetzt … da kennt man sich«, erzählt Grunhard.

Global Pop gegen den Weltmusik-Begriff
Allerdings: afrikanische Musik machen Ibibio Sound Machine keine. Sie lehnen diesen Begriff sogar ab. Diese Ablehnung begründet sich auf zweierlei Weise. Erstens ist Afrika offensichtlich zu groß und zu divergent. Zwischen Westafrikaner und Ostafrikaner, zwischen Zentralafrika und Südafrika, gibt es große kulturelle, sprachliche und auch musikalische Unterschiede. Dazu gesellen sich dann noch die nordafrikanischen und Sahara-Staaten, die noch einmal ganz anders funktionieren. Die Band findet es von daher übergriffig für andere Kulturzonen zu reden.

Wichtiger noch scheint aber eher ein emanzipatorischer Ansatz. Zwar sind innerhalb der letzten Jahre viele Platten afrikanischer Künstler_innen teils äußerst positiv besprochen worden, doch scheinen die Bewertungsmuster anders als bei sogenannter ›normaler‹ westlicher Popmusik. Sowohl Reissues als auch aktuelle Produktion werden auf so etwas wie einen exotischen Wert hin überprüft und daraufhin besprochen. Da möchte Ibibio Sound Machine nicht mehr mitspielen.

Die erste Platte klang noch eher Retro, die »modernen« Momente waren spärlicher gesät. »Uyai« hingegen wird hier mal von einer Acid-Line getrieben, an anderer Stelle gibt es ein Bassfundament, das eindeutig nach englischer Pop-Musik der letzten Jahre klingt. »Global Pop« nennen es die beiden. Doch damit ist eben kein Surrogat für den klugerweise immer seltener genutzten »World Music«-Begriff gemeint, sondern man möchte daraus ein eigenständiges Label machen. Die Vermengung des nigerianischen Ibibio-Sounds mit ghanaischer Musik und vor allen Dingen elektronischen Instrumenten soll einfach als Popmusik anerkannt werden; ohne Herkunftsdiskussion. Wie mühsam es ist, diese ein für allemal fallen zu lassen, zeigt sich beim eben erwähnten Begriff »World Music«: Schon seit den 1980er Jahren hat sich eine Front aus Kritikern, Musikern und Promotern dafür eingesetzt, dass dieser rassistisch konnotierte Begriff eingemottet wird.

Williams und Grundhard kämpfen da gemeinsam gegen die kleinen Rassismen an. Ein Teil ihrer Arbeit äußert sich in genauen Erklärungen zu ihren Ideen bezüglich der neuen Platte. Hier soll futuristisch einfach nur heißen: nicht alt. »Anfangs war mein Gesang, mein Storytelling das, was die Grundlage bildete. Nun haben wir uns aber auch als Band gefunden, was dazu geführt hat, dass wir anders an die Platte gegangen sind. Wir haben alle Ideen zusammengeschmissen – in Nigeria sagen wir auch ›we cooked a pot of stew‹«.

Zwar verweist man immer wieder auf kulturelle Eigenheiten und Idiome aus Williams‘ Heimat, doch möchte man das nicht als Besonderheit stehen lassen, sondern eine Normalisierung des »Unnormalisierten«, dessen, was als fremd empfunden wird also, durchführen. So wie das in kosmopolitischen Megastädten wie London, Paris und Berlin schon länger der Fall ist. Man merkt schon bald: Auch wenn die Combo noch jung ist, und man bisher eher ein Underground-Tipp ist, gibt man sich nicht als Underdog, sondern möchte Sprachrohr einer ganzen Bewegung sein.

Nach Gegenwart klingen
»Acts wie wir, oder auch Clap! Clap! aus Italien, sind da Vorreiter.« Auch das Label Black Acre, oder Gruppen wie Auntie Flo vermengen ganz nebenbei und natürlich Einflüsse ohne in koloniale Machtlogiken zu verfallen. Ein Ziel ist es, dem afrikanischen Sound neues Leben einzuhauchen, ihn vielleicht sogar in einen Futurismus zu übertragen«, erzählt mir Eno.

All zu leicht möchte man das dann wiederum »Afrofuturismus« nennen. Doch geht es hier weder um eine zukunftsorientierte Vision einer Gesellschaft, die die Afrodiaspora aus der Zeit des sogenannten Black Atlantics, also der Sklaverei- und Kolonialgeschichte, überwunden hat, noch um eine schwarze Utopie wie man sie von den Space-Kolonien Sun Ras kennt, oder der Atlantis-Neuschreibung Drexciyas. Hier soll futuristisch wohl einfach nur heißen: nicht alt.

Man möchte eben nicht mehr retro klingen oder reproduzieren, sondern etwas Eigenes schaffen. Den Vorwurf der Retrolastigkeit, damit muss sich die Popkultur der letzten Jahre im Allgemeinen, und die Reissue-Gemeinde im Speziellen gefallen lassen. Diese wohlkuratierten Labels wie Analog Africa, Strut oder Soundway, die sich auf das Wiederverwerten afrikanischer, südamerikanischer oder karibischer Musik spezialisiert haben. Es ist den beiden und der Rest der Band um eine Gegenwartsbeschreibung gelegen.

Der Hit auf der Platte ist die mittlerweile schon zwei Jahre alte Nummer »The Pot is on Fire«. Es ist auch die erste Singleauskopplung geworden. »Da geht es wieder ums Kochen. Um das Zusammenbringen verschiedener Zutaten. Das kann man als Bild für das Musikmachen sehen oder vielleicht sogar für eine Gesellschaft. Es ist ja meistens am besten, wenn die verschiedenen Einflüsse was Neues schaffen.«

Ibibio Sound Machine - UyaiFind it at hhv.de: LP Ist das eigentlich der Grundton der Platte? Eno, die die Texte geschrieben hat – diesmal für das bessere Verständnis auch immer wieder mit englischen Passagen – sieht das ähnlich: »Es geht immer um ein Miteinander. Es geht aber auch um Freiheiten und darum, den Leuten mehr Macht zu geben. Wenn alle einander mit einer positiven Grundeinstellung begegnen würden, ginge es allen besser.« Dass dem nicht so ist, ist den beiden klar. Wir reden kurz über den Brexit, der potenziell für Communities, die sich international aufstellen gefährlich sein könnte. Eine Traurigkeit haben die beiden bei sich und ihren Freunden am Tag des Referendums festgestellt. Ungefähr das Gegenteil möchte man mit der Musik bewirken. Die positive Grundeinstellung wollen sich Eno und Max nicht nehmen lassen. »Es bringt nichts zu trauern, Darling. Umso mehr müssen wir den Verängstigten freundlich gegenübertreten. Jedes Konzert zu einer Party machen.« Mit gleichem Elan geht es dann auch zum Fotoshoot. Mitten ins sonnige Friedrichshain.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.04.2014
Ibibio Sound Machine
Ibibio Sound Machine
Ibibio Sound Machine kombiniert auf ihrem Debütalbum mühelos klassischen Highlife, Funk, Disco und Postpunk.
Music Review | verfasst 24.11.2010
Ebo Taylor
Love & Death
Highlife- und Afrobeat-Legende Ebo Taylor veröffentlicht nach 20jähriger Abstinenz ein neues Album.
Music Review | verfasst 10.10.2011
Various Artists
Bambara Mystic Soul
Ein weiteres Highlight aus dem Hause Analog Africa. Diesmal beleuchtet das Label die Musikszene von Burkina Faso in den Siebzigern.
Music Review | verfasst 19.03.2014
The Souljazz Orchestra
Inner Fire
The Souljazz Orchestra spielen auf »Inner Fire« ihre hochkomplexen Rhythmen aus Afrobeats, Egyptian Jazz, Latin Styles, Funk und Soul.
Music Review | verfasst 12.11.2015
Eji Oyewole
Charity Begins At Home
Adel verpflichtet, haben sich BBE Records gedacht und Prinz Eji Oyewoles Werk »Charity Begins At Home« wiederaufgelegt.
Music Review | verfasst 10.08.2016
Various Artists
Nigeria Freedom Sounds!
Die Compilation »Nigeria Freedom Sounds« zeigt die Vielfalt des Tonschaffens des Landes in den frühen 1960er Jahren.
Music Review | verfasst 28.09.2016
Pat Thomas
Coming Home (Classics 1969-1981)
Man gab Pat Thomas den Titel »die goldene Stimme Afrikas«. Strut Records ehrt ihn jetzt mit einer weiteren, 3LP starken Compilation.
Music Review | verfasst 20.10.2017
Itadi K. Bonney
Inye
»Inye« von Itadi ist nun neu gemastert und um zwei bislang unveröffentlichte Tracks ergänzt auf Hot Casa erschienen.
Music Review | verfasst 12.04.2018
Ebo Taylor
Yen Ara
Keine Frage: Auf »Yen Ara« kulminiert Ebo Taylors Mix aus Afrobeat, Highlife, Funk und Jazz zum wohl besten Album, das er je gemacht hat.
Music Porträt | verfasst 10.11.2010
Ebo Taylor
König des Highlife
Mit »Love & Death« erscheint dieser Tage das erste international vertriebene Album der Highlife- und Afrobeat-Koriphäe.
Music Interview | verfasst 25.12.2010
Ebo Taylor
»Es war eine tolle Zeit.«
Von seiner Schulzeit in Ghana, über seine Freundschaft mit Fela Kuti, bis hin zu Usher und Ludacris: Das Gespräch mit der 74-jährigen Afro-beat-Koryphäe Ebo Taylor spannt einen weiten Bogen
Music Review | verfasst 10.03.2011
Wye Oak
Civilian
Zwischen stampfenden Folkdrums und Shoegaze-Gitarren lugt der Wahnsinn hervor: Wye Oak gelingt mit Civilian ein großer Wurf.
Music Review | verfasst 30.05.2011
Times New Viking
Dancer Equired
Der Kassettenrecorder arbeitet nur noch Teilzeit, bleibt aber weiterhin wichtigster Garant für die charmanten Lo-Fi-Elemente der Band.
Music Review | verfasst 13.07.2011
Destroyer
Kaputt
Dan Bejar und seiner Band Destroyer ist im neunten Anlauf etwas großartiges gelungen. Diesmal ist Soul mit im Spiel.
Music Review | verfasst 08.11.2013
Arcade Fire
Reflektor
Arcade Fire wollen sich neu erfinden. James Murphy von LCD Soundsystem hat ihnen dabei geholfen.
Music Review | verfasst 06.05.2014
Wye Oak
Shriek
Wye Oak streichen die Gitarren und ersetzen sie mit Synthesizers. Die Transformation zur Synthpopband will aber nicht recht gelingen.
Music Review | verfasst 09.08.2010
Arcade Fire
The Suburbs
Thematisch widmet sich Arcade Fires Drittling ganz dem Heimkehren, der Konfrontation mit Altem, Bekanntem und unbekannt Gewordenem.
Music Review | verfasst 08.10.2014
Ex Hex
Rips
Ex Hex ist mit ihrem Debüt »Rips« ein Wirbelwind von einem Rockalbum gelungen und gleichzeitig noch eine Nische erschlossen.
Music Review | verfasst 07.11.2016
Lambchop
Flotus
Viele ist neu auf dem »Flotus«, dem zwölften Album von Lambchop. Aber keine Sorge: Der Märchenonkel schreibt weiter handfeste Songs.
Film Bericht | verfasst 09.03.2011
Arcade Fire
Auf der Suche nach den verlorenen Bildern
»Music videos died before we had the chance to do them«. Arcade Fire begeben sich in die Schlacht zur Rettung des Musikvideos – diesmal mit Regisseur Spike Jonze und dem 30-minütigen Scenes from the Suburbs.
Music Bericht | verfasst 23.06.2014
Arcade Fire
Live am 18.6. in der Wuhlheide in Berlin
Arcade Fire haben es längst in die Stadien geschafft und hier verkehrt sich das Indieprinzip der Band aus Montréal. Die Band wirkt ein wenig als würde sie sich selbst nicht wieder erkennen.
Music Review | verfasst 04.11.2011
Blue Daisy
The Sunday Gift
Es wummert, flimmert und wabert – nur selten dominiert eine klare Melodie. Blue Daisys Erstlingswerk imponiert mit Weltuntergangsstimmung.
Music Review | verfasst 04.12.2011
Loops Haunt
Ark EP
Eine schrille, ungeordnete, waghalsige EP; nichts für schwache Nerven – wem Rustie zu weich ist, der ist hier bestens aufgehoben.
Music Review | verfasst 28.03.2013
Romare
Love Songs Part 1
Auf »Love Songs: Part 1« ist so viel zu entdecken, zu vertiefen und zu erkennen, dass die Platte mit jedem Hören wächst und wächst.
Music Review | verfasst 07.04.2014
Loops Haunt
Exits LP
Loops Haunt, eines der am besten gehüteten Geheimnisse im Umkreis des Plattenlabels Black Acre, veröffentlicht mit »Exits« sein Debüt.
Music Review | verfasst 29.07.2014
Loops Haunt
IIVA EP
Loops Haunts »IIVA EP« ist eine richtig spannend und toll gemachte Platte mit recht ungewöhnlicher und unfreundlicher Stimmung.
Music Review | verfasst 04.08.2014
Lurka
Holding
Spätestens nach der EP »Holding« sollte man Lurka als auch Black Acre besser nicht mehr aus den Augen (Ohren) verlieren.
Music Review | verfasst 16.09.2014
Clap! Clap!
Tayi Bebba
Traditionelle afrikanische Musik trifft moderne westliche Club-Musik. Macht Spass, fühlt sich aber scheisse an.
Music Review | verfasst 16.03.2015
DJ Khalab
Eunoto EP
Bei DJ Khalabs Solo-Debüt »Eunoto EP« stehen elastisch rasante und oftmals triolische Beats im Vordergrund.
Music Liste | verfasst 13.02.2012
Hyetal
DJ Charts
Die musikalischen Einflüsse, die Hyetal in seinen Lieder verpackt sind unerschöplich. In unseren DJ Charts, verriet er, mit welchen Songs bei DJ-Sets des Engländers zu rechnen ist und was ihn heute noch an aktueller Rap-Musik anspricht.
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Liste
Ausklang | 2017KW48
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Bericht
Records Revisited
A Certain Ratio – To Each, 1981
Man ruft A Certain Ratio gerne als musicians’ musicians. Warum? Weil sie mit einem typischen Übergangsalbum zeigten: Wo Dinge unabgeschlossen sind, bleibt genug Platz für andere, um sich zu eigenen Lösungen anregen zu lassen.
Music Liste
Ausklang | 2017KW47
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Princess Nokia
Für eine neue Unordnung
Zum Ende diesen Jahres hin erscheint also endlich eines der aufsehenerregensten Alben des letzten Jahres auf Platte, Princess Nokias »1992«. Es ist wie seine Interpretin: auf eine ordnende Weise chaotisch.
Music Liste
Ausklang | 2017KW46
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste
Ausklang | 2017KW45
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.