Music Liste | verfasst 31.03.2017
Mr Bongo Records
10 Essentials
Mr Bongo legt seit über einem Jahrzehnt rare Schätze aus fernen Ländern neu auf. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu bewahren. Deshalb haben wir für euch die zehn wichtigsten Releases des Labels zusammengestellt.
Text Niklas Fucks
Detail_banner_1200x800px

Es muss ein Heureka-Moment gewesen sein, damals in den Neunzigern im Londoner Plattenladen Mr Bongo, als jemand mit der Idee kam selbst Reissues herauszubringen. Der Laden war eine der wichtigsten Anlaufstellen für die damals so beliebten südamerikanischen Klänge und der Inhaber David Buttle flog regelmäßig nach Venezuela, Kuba oder New York, um sich mit Raritäten,einzudecken. Noch heute erzählt er gerne, wie er damals immer kurz nach der Ankunft am Flughafen von DJs und Sammlern umringt war. Also warum die Platten nicht einfach lizensieren und hier pressen?


Ein ausführliches Interview mit Graham Luckhurst und Gareth Stephens von Mr Bongo Records könnt ihr hier nachlesen.


Einige Reissues von brasilianischen und lateinamerikanischen Raritäten später sind sie in einem Geschäft, das bis heute läuft. In Zahlen: 25 Jahre nach der Gründung hat Mr Bongo alleine 141 Alben veröffentlicht, sowohl Reissues und Compilations als auch neue Musik. Hinzu kommen über 40 12inches und hunderte 7inches – über 60 alleine im Rahmen der Brazil45-Serie – von CDs gar nicht erst anzufangen. Doch bei aller Leidenschaft sind natürlich nicht alle Reissues gleich. In manchen steckt unheimlich viel Zeit, unheimlich viel Arbeit oder einfach eine gute Geschichte. Im Rahmen unseres Interviews haben wir die Kings of the Bongo Graham Luckhurst und Gareth Stephens nach ihren Lieblings-Releases des Labels gefragt und unseren eigenen Senf hinzugegegeben. Diese zehn essenziellen Releases sind dabei herausgekommen, bitte schön!

Arthur Verocai LP »Arthur Verocai« von Arthur Verocai, 2016. Webshop: LP
Das erste und einzige Soloalbum des legendären brasilianischen Komponisten Arthur Verocai ist wahrscheinlich die bekannteste brasilianische Rarität auf dieser Liste und sowieso überhaupt. »Arthur Verocai« gehört höchstwahrscheinlich zu den Lieblingsalben deiner Lieblingsdigger (vorausgesetzt zu ihnen gehören Madlib, J Dilla oder Egon). Alleine der Track »Na Boca Do Sol« wurde von so verschiedenen Charakteren wie Ludacris, MF Doom, Snoop Dogg oder Curren$y (3 Mal!) gesamplet. Mit dem Geld wurde Côrtes Chemotherapie bezahlt und ein legales Reissue in die Wege geleitet. Das begehrte Album kostet im Original mittlerweile abertausende Euros (wie so ziemlich alles, was brasilianisch und selten ist) und wurde schon mehrfach neu aufgelegt. Allerdings war Mr Bongos Reissue von 2016 das erste, das mit Zugriff auf die originalen Master Tapes entstanden ist. Und nicht nur Discogs-Kommentatoren sind sich einig, dass es sich hierbei um die definitive Version des Klassikers handelt. Wie schon Producer House Shoes in diesem absolut sehenswerten Video von Vinyl Factory zum Release sagt: »Don’t Sleep!«

Lula Cortes E Ze Ramalho - Paebiru LP »Paêbirú« von Lula Côrtes und Zé Ramalho, 2008. Webshop: 2LP
Das psychedelisch rockige Folk-Album gilt als eines der rarsten und meist gesuchten Alben Brasiliens, denn ein Großteil der gepressten Exemplare wurden vor der Veröffentlichung wegen einer Überflutung des Lagerhauses zerstört. Die wenigen im Umlauf befindlichen Platten werden für vierstellige Beträge verkauft, wie sollte es sonst sein. 2005 erschien ein Bootleg über Shadoks Music und gemeinsam mit Lula Côrtes verklagte Mr Bongo das Label auf Schadensersatz, erhielt Recht und mehrere zehntausend Euro. Mit dem Geld wurde Côrtes Chemotherapie bezahlt und ein legales Reissue in die Wege geleitet. Solche Geschichten schreibt nur die Reissue-Kultur.

The Incredible Bongo Band - Bongo Rock LP »Bongo Rock« von der Incredible Bongo Band, 2006. Webshop: LP
Wenn man schon Mr Bongo heißt, dann sollte man sich auch nicht lumpen lassen, die wohl bekannteste »Bongo«-Platte neu aufzulegen – ganz davon abgesehen, dass die millionenfach gesamplete Scheibe vielleicht nicht unheimlich rar, aber umso unerschwinglicher ist. Die Incredible Bongo Band gab es tatsächlich gar nicht, sondern nur einen Haufen Studio-Musiker um Pride, dem Billo-Platten-Ableger des Riesenkonzerns MGM. Wenn gerade niemand im Studio war, nahm Labelchef Michael Viner mit einigen Musikern funky Cover von bekannten Hits auf und schuf damit »Bongo Rock« – ein Album, das so eng mit der Geburt von HipHop verknüpft ist wie sonst kaum eines. Hauptsächlich liegt das natürlich an »Apache«, dem legendärsten aller legendären Breaks, dessen Entdeckung dem New Yorker DJ Kool Herc angerechnet wird. Dass der Rest des Albums auch unglaublich ist, muss man wohl kaum sagen. Wer sich der Geschichte hinter dem Album intensiver widmen möchte, dem sei der Film »Sample This« über Michael Viner, seine »Bongo Band« und »Apache« ans Herz gelegt.

Hareton Salvanini - KM 110 7inch »KM 110« von Hareton & Meta, 2014. Webshop: 7inch
»KM 110« von Hareton Salvanini ist eine ultra-rare, privat gepresste 7inch, von der 150 Exemplare 1971 an die Besucher eines Theaterstücks verteilt wurden. Es ist ohne Zweifel eine der seltensten brasilianischen Singles und dazu klingt sie auch noch fantastisch. »Das erste Mal als ich KM 110 von Hareton Salvanini hörte, konnte ich es nicht glauben«, erinnert sich Graham Luckhurst. »Eine fantastische Platte, die der von Arthur Verocai ähnelt«. Ein unbeschädigtes Exemplar für die Reissue aufzutreiben entpuppte sich allerdings als Problem, am Ende erhielt David Buttle Post aus Brasilien – einen einfachen, ungesicherten Umschlag, in dem die Single glücklicherweise sicher ankam, wie er in seinem Interview mit Crate Diggers erzählt. Luckhurst ist immer noch dankbar für den Tip: »Floating Points und Ed Motta haben mir die Platte gezeigt und Gilles Peterson hatte auch eine, aber hat sie glaube ich mit Floating Points getauscht, gegen… ein Auto vielleicht?«

Ebo Taylor - Ebo Taylor LP »Ebo Taylor« von Ebo Taylor, 2012. Webshop: LP
Als Afrobeat in den 00er Jahren eine bis heute anhaltende Renaissance erlebte, rückten großartige, alte Künstler wie Mulatu Astatke, Tony Allen und Ebo Taylor ins Rampenlicht. Das ist schön, schließlich wird ihre bahnbrechende Musik mehr Leuten zugänglich und die alten Herren können nochmal die Welt auf Tour bereisen. Mr Bongo taten und tun ihren Beitrag zur dieser Renaissance, zum Beispiel mit dem ersten Reissue der Ebo Taylors LP »Ebo Taylor« von 1977 (nicht zu verwechseln mit der Strut-Compilation mit ähnlichem Cover). Auch hier setzen die Londoner auf ihre bewährte Replika-Formel und beleben regelmäßig ghanaische Highlife-Klassiker zum Leben. Mittlerweile sind drei weitere von Taylors Alben neu erschienen.

Labi Siffre - Remember My Song LP »Remember My Song« von Labi Siffre, 2014. Webshop: LP
Wie viele rare Platten, die in überlebensgroßen Hits gesamplet wurden, ist »Remember My Song« von Labi Siffre im Original gesucht und teuer. Doch das fünfte Album des Soul-Sängers ist viel größer als die legendäre Bassline von Eminems »My Name Is«, an der sich auch Jay-Z und Method Man gemeinsam mit RZA und Shaquille O’Neal (Golden Era!) versucht haben. Neben einigen Soul-Balladen findet sich zum Beispiel das knüppelharte »The Vulture« oder der funky Pop-Hit »Turn On Your Love«. Für Mr Bongo ist es vielleicht nicht wichtig, eine Platte als erste neu aufzulegen – bei dieser dürften sie sich aber sicherlich gefreut haben.

V.A. - Mr Bongo Record Club 2LP »Mr Bongo Record Club« von verschiedenen Künstlern, 2016. Webshop: 2LP
Gute Compilations sind ein essenzieller Bestandteil von Mr Bongos Labelidentität. Die neue Serie »Mr Bongo Record Club« ist allerdings ein Novum für das Label. Der »Record Club« ist eine monatliche Radiosendung und die Compilationreihe soll die Tracks vereinen, die bei eben dieser Sendung und den regelmäßigen DJ-gigs des Mr Bongo DJ-Teams am besten funktionieren. Der DJ-freundliche Mix von Rare Groove Dauerbrennern und unentdeckten Obskuritäten liest sich mit Hareton Salvaninis »KM 110« oder »Jesus Christo« von Claudia fast wie ein Best Of Mr Bongo. Nur fast, natürlich.


Hier entlang zu den Schallplatten von Mr Bongo Records bei hhv.de.


Pedro Santos - Krishnanda LP »Krishnanda« von Pedro Santos, 2016. Webshop: 2LP
»Krishnanda« von Pedro Santos ist der Vinyl gewordene Traum eines jeden Diggers. Orchestrales abgedrehtes Album von 1968, Check. Brasilianisch, Check. Unglaubliches Cover, Check. Unheimlich rar und teuer, versteht sich von selbst. Die letzte Originalpressung tauchte 2013 auf und ging für knapp 1700 Euro über die digitale Ladentheke. Mittlerweile gibt es ein (ausverkauftes) Bootleg und das brasilianische Original-Label Polysom hat eine Reissue herausgebracht. Bei Mr Bongo wollten sie diesen brasilianischen Gral um jeden Preis lizensieren, schlicht weil sie so viel Liebe für dieses Album übrig haben. Für Graham Luckhurst war es »die Einführung in diese psychedelische Musik aus dem Nord-Osten Brasiliens. Einfach eine unglaubliche Platte, ich habe nie etwas Vergleichbares gehört«.

Claudia - Jesus Christo 7inch »Jesus Cristo/Ossain« von Claudia, 2016. Webshop: LP
Dass christliche Musik besser ist/ war als ihr Ruf, beweisen Digger seit Jahren auf Compilations und Mixes obskurer Juwelen, die sich zwischen Chören und Schlager finden lassen. Die brasilianische Sängerin Claudia produzierte in den Siebzigern einige solcher Juwelen auf einigen mäßig erfolgreichen, heute schwer gesuchten Alben. Ihre Tracks »Jesus Christo« und »Ossain«, die Mr Bongo im Rahmen ihrer Brazil 45s Serie herausbrachten, waren für Graham Luckhurst eine schon fast religiöse »Offenbarung« und illustriere wunderbar, was die DJ-freundlichen 7inch-Serien von Mr Bongo leisten können. Nämlich zwei Knaller-Tracks von schwer zu findenden Platten laut abgemischt und DJ-freundlich zugänglich zu machen.

Terry Callier - Alive LP »Alive« von Terry Callier, 2001. Webshop: LP
Die Bongos besonders für Reissues und Compilations bekannt, veröffentlichen aber auch Musik von kontemporären Künstlern. Insbesondere bei Reggae und Dancehall hat sich Mr Bongo durch Releases von Prince Fatty, Mungo’s Hi-Fi oder Hollie Cook zu einer treibenden Kraft gemausert. Ein ganz besonderer Künstler, der auf Mr Bongo seine neue Musik veröffentlicht, ist Terry Callier. Der 1945 geborene Jazz-, Soul- und Folk-Gitarrist und –Sänger beendete sein erstes Album 1965 und konnte schon auf eine erfüllte und lange Musikkarriere zurückblicken, als er Ende der Neunziger begann, neues Material aufzunehmen. Zwischen 2001 und seinem Tod 2012 veröffentlichte er fünf Alben über Mr Bongo, von denen »Alive« das erste war. Terry Callier die Möglichkeit zu geben, diese Alben zu veröffentlichen , zählt Labelgründer David Buttle zu Mr Bongos größten Errungenschaften


Ein ausführliches Interview mit Graham Luckhurst und Gareth Stephens von Mr Bongo Records könnt ihr hier nachlesen.
Hier entlang zu den Schallplatten von Mr Bongo Records bei hhv.de.

Verlosung
Ebo Taylor - 2 x 2 Tickets für die Show in Berlin zu gewinnen
Wir verlosen 2×2 Freikarten für das Ebo Taylor Konzert in Berlin. Du musst nichts weiter tun als dich einzuloggen und an der Verlosung teilnehmen. Die Gewinner werden ausgelost.

Die Verlosung läuft bis zum 28.05.2018.
Du musst eingeloggt sein um an einer Verlosung teilzunehmen. ― Login
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 15.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.
Music Review | verfasst 24.11.2010
Ebo Taylor
Love & Death
Highlife- und Afrobeat-Legende Ebo Taylor veröffentlicht nach 20jähriger Abstinenz ein neues Album.
Music Review | verfasst 12.04.2018
Ebo Taylor
Yen Ara
Keine Frage: Auf »Yen Ara« kulminiert Ebo Taylors Mix aus Afrobeat, Highlife, Funk und Jazz zum wohl besten Album, das er je gemacht hat.
Music Porträt | verfasst 10.11.2010
Ebo Taylor
König des Highlife
Mit »Love & Death« erscheint dieser Tage das erste international vertriebene Album der Highlife- und Afrobeat-Koriphäe.
Music Interview | verfasst 25.12.2010
Ebo Taylor
»Es war eine tolle Zeit.«
Von seiner Schulzeit in Ghana, über seine Freundschaft mit Fela Kuti, bis hin zu Usher und Ludacris: Das Gespräch mit der 74-jährigen Afro-beat-Koryphäe Ebo Taylor spannt einen weiten Bogen
Music Bericht | verfasst 29.11.2012
Ebo Taylor
Live am 27.11. in der Desi in Nürnberg
Ebo Taylor ist eine Legende des Highlife. Der Ghanaer und die siebenköpfige Afrobeat Academy aus Berlin machten in Nürnberg für ein Konzert halt. Im Club Desi blieb man an diesem Abend nicht lange auf seinen Stühlen.
Music Review | verfasst 15.07.2016
Arthur Verocai
Arthur Verocai
Ein Wunder des multipolaren Pop: Arthur Verocais Debüt von 1972 ist wieder auf Schallplatte erhältlich.
Music Review | verfasst 02.05.2018
Far Out Monster Disco Orchestra
The Black Sun
Der großanagelegt Rauschangriff Far Out Monster Disco Orchestra versammelt auch auf »The Black Sun« die Musikelite Brasiliens.
Music Review | verfasst 12.05.2017
Annie Anxiety
Soul Possession
Man muss dieses Album nicht gerne hören, dafür vollstes Verständnis. Gehört haben aber sollte man es, denn es gibt wenig Vergleichbares.
Music Review | verfasst 20.10.2017
Serge Bulot
Les Legendes De Brocéliande
Ein ätherisch schönes Album irgendwo zwischen Leftfield-Ambient, New Age-Pathos und Electronic Jazz.
Music Review | verfasst 13.11.2017
Gabor Szabo
Dreams
Es muss ja eben nicht immer voran gegangen werden, wenn Ort und Stelle genießbar sein sollen.
Music Review | verfasst 29.11.2017
Pascal Comelade
Paralelo
Die Reissue von Pascal Comelades Debüt kommt in aufgespeckter Version. Das macht es nicht leichter.
Music Review | verfasst 18.12.2017
Elektro-Dschungel
Kebab Und Andere Träume
Wiesbaden, die Vermittler-Stadt zwischen Okzident und Orient. Klingt funny, war aber mal so.
Music Review | verfasst 06.12.2017
Piero Umiliani (M. Zalla)
Africa / Continente Nero Bundle
Genauso hätte man sich das Ergebnis vorab ausgemalt, wenn die italienische Soundtrack/Library-Legende sich an afrikanischen Klängen versucht
Music Review | verfasst 18.01.2018
Carlos Maria Trindade / Nuno Canavarro ‎
Mr. Wollogallu
Eigentlich dürfte es so etwas nur im Traum geben, eigentlich ist das Musik, die einmal erscheint und dann wieder verschwindet.
Music Review | verfasst 30.01.2018
Roberto Musci & Giovanni Venosta
Urban And Tribal Portraits
Im Auflösen zweier Orte entsteht ein neuer. Genau das will diese Musik. Genau das kann sie. Ein Sonnengruß geht raus an alle.
Music Review | verfasst 16.02.2018
Keysha/Fg's Romance
Stop It!/What Is Love Today
Zum Valentinstag veröffentlicht das beglische Label Stroom eine Maxi mit austauschbarem Disco-Pop, die viele gerne hören werden.
Music Review | verfasst 15.05.2018
Michal Turtle
Return To Jeka
Music From Memory entstaubt zum dritten Mal Teile des Michal Turtle-Archivs. Musste vielleicht gar nicht mal sein.
Music Review | verfasst 18.05.2018
Luis Pérez
Ipan In Xiktli Metztli, México Mágico Cósmico, El Ombligo de la Luna
Was Mr. Bongo hier neuaufgelegt hat, ist das Zeug, das einen zu einem besseren Mensch macht.
Music Porträt | verfasst 03.11.2016
Tim Maia
Die Wasserbombe
Er begründete eine Bewegung. Auch, wenn sein Triathlon auf der Couch stattfand: Whiskey, Joints und Kokain. Das ist die Geschichte Tim Maias, einem der einflussreichsten brasilianischen Musiker aller Zeiten.
Music Kolumne | verfasst 20.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Interview | verfasst 31.03.2017
Mr Bongo Records
»Gute Musik, die die Menschen haben sollten«
»Stell dir vor, du wachst neben dieser einen Platte auf, die du schon ewig suchst.« Wir haben uns von Graham Luckhurst und Gareth Stephens von Mr Bongo etwas über das wohl dienstälteste Reissue-Label der Welt erzählen lassen.
Music Interview | verfasst 25.04.2017
Tropical Drums of Deutschland
Track by Track mit Jan Schulte
»Die rocken den Afrika-Style auch hart auf der Rückseite des Albums« oder »Rüdiger Oppermann war auf jeden Fall so ein esoterischer New Age-Harfenspieler«. Wir haben mit Jan Schulte seine neue Zusammenstellung besprochen – Track für Track.
Music Liste | verfasst 06.06.2017
The Heliocentrics
10 Mulatu Astatke Favs
The Heliocentrics und Mulatu Astatke gehören zusammen. Für uns hat Malcom Catto, Mastermind der Londoner Kombo, die für ihn besten Songs des Ethio-Jazz Großmeisters herausgepickt.
Music Kolumne | verfasst 09.11.2017
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Liste | verfasst 10.01.2018
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Essay | verfasst 16.04.2018
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Porträt | verfasst 08.05.2018
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music News | verfasst 10.04.2018
Electric Machine
Reissue: »Disco Fashion«
Manchmal ist ja gerade die Tatsache, dass es keine Infos gibt, die reizvollste Information. So betrachtet könnte diese Reissue nicht mehr Reiz haben. Erezione legt nun also eine obskure Disco-Scheibe von Electric Machine neu auf.
Music News | verfasst 13.04.2018
Gboyega Adelaja
Reissue: »Colourful Environment«
Richtig sparen mit Odion Livingstone: das Label veröffentlicht Gboyega Adelaja arschteures Afro-Funk-Debüt neu. Namen nie gehört? Warte bis du gesehen hast, mit wem der Mann schon gespielt hat.
Music News | verfasst 11.04.2018
Shina Williams & His Afro Percussionists
Reissue: »African Dances«
»Agb’oju L’ogun«, der herausragende Song von Shina Williams & His Afro Percussionists, hatte seine Reissue bereits bekommen. Mr Bongo dachten sich: Reicht nicht! Also wird am 25.5. diesen Jahres gleich ein ganzes Album wiederveröffentlicht.
Music News | verfasst 17.04.2018
Kimiko Kasai & Herbie Hancock
Reissue: »Butterfly«
Bislang war es jenseits von Japan gar nicht so leicht an eine offizielle Reissue dieses Werkes zu kommen. Be With Records ändern das jetzt und legen Kimiko Kasai & Herbie Hancock Cover-Kollabo mit allem drum und dran neu auf.
Verlosung
― mehr
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Liste
Ausklang | 2017KW48
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Bericht
Records Revisited
A Certain Ratio – To Each, 1981
Man ruft A Certain Ratio gerne als musicians’ musicians. Warum? Weil sie mit einem typischen Übergangsalbum zeigten: Wo Dinge unabgeschlossen sind, bleibt genug Platz für andere, um sich zu eigenen Lösungen anregen zu lassen.
Music Liste
Ausklang | 2017KW47
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Princess Nokia
Für eine neue Unordnung
Zum Ende diesen Jahres hin erscheint also endlich eines der aufsehenerregensten Alben des letzten Jahres auf Platte, Princess Nokias »1992«. Es ist wie seine Interpretin: auf eine ordnende Weise chaotisch.
Music Liste
Ausklang | 2017KW46
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste
Ausklang | 2017KW45
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.