Music Porträt | verfasst 06.04.2017
New Record Labels #27
Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour.
Text , Niklas Fucks , Übersetzung Sebastian Hinz

Blue Hour - LogoFind it at hhv.de: Blue Hour Blue Hour ist ein 2013 vom DJ und Produzenten Luke Standing gegründetes, deutsches Plattenlabel aus Berlin. Blue Hour ist aber auch das Pseudonym des Briten, den es vor geraumer Zeit in die deutsche Bundeshauptstadt und angebliche Techno-Hauptstadt der Welt verschlagen hat. Vor Blue Hour – dem Label wie auch dem Alias – veröffentlichte Standing unter dem Namen Furesshu auf diversen Labels. Damit war nach dem Umzug nach Berlin Schluss. »Ich wollte meine eigene Entscheidungen treffen und um meine Musik herum selbst etwas aufbauen«, erklärt er seinen Schritt in die komplette Unabhängigkeit. »Es anders zu nennen gab der Musik eine Identität in diesem Moment, bevor sich daraus ein gänzlich neues Projekt entwickelte.«

Das hieß gerade am Anfang, dass auf Blue Hour auch nur Produktionen von Blue Hour erschien, weitschweifender Techno mit vielen Referenzen auf die Ambient-Szene der neunziger Jahre. Pumpende und dennoch im Kern melancholische Musik. Sie aber ohne Unterstützung von anderen herauszubringen, ist ein Unterfangen, das in einem schnelllebigen Genre wie diesem gewisse Risken birgt. »Mit anderen Ideen auszutauschen, um ihre Meinung einzuholen ist schon okay«, räumt Standing ein. »Letztlich aber musst du an dich selbst und deine Urteilskraft glauben.« Das tut Standing und hat außer mit dem Fotografen Fredrik Altinell anfangs mit niemandem sonst zusammen gearbeitet. Sogar das Design stammte von ihm allein – kein Wunder, findet sich sein Name doch ebenso auf Platten von Labels wie Avian, Black Acre oder Metalheadz, für die er die Grafik übernahm. Dabei bedenkt er jedes Detail und trennt selbst auf den Platten, die etwa auf durchsichtigem Vinyl erschienen, die Tracks so voneinander ab, dass selbst im schummrigen Licht der DJ-Kanzel keine groben Fehler passieren.

Die Fotos von Altinell sollten allerdings nicht die einzigen Einflüsse von außen markieren. Auf der ersten Remix-EP von Blue Hour fand sich mit Answer Code Request, Marcelus und Steffi geballte Techno-Prominenz zusammen, der noch mehr von Neuinterpretationen von Mark Broom, Substance oder Pangaea folgten und im März 2017 erschien sogar eine gemeinsam mit dem Produzenten A-JX produzierte EP. »Das Label zu öffnen ist eine Konsequenz meiner Gedanken und Ideen. Ich gehe die Dinge eher langsam an und nehme sie so, wie sie kommen«, erklärt Standing. »Ich hoffe mal, dass es mir erlauben wird, meinen Geschmack und Stil durchzusetzen während ich zugleich anderen eine Plattform bieten kann, ihre Musik mit der Welt zu teilen.« Wer erstmal die volle Kontrolle gewonnen hat, kann davon schließlich später ohne Verluste etwas abgeben. KC

Blue Hour bei Facebook | Blue Hour bei Soundcloud

DiscomFind it at hhv.de: Discom Discom ist ein 2015 von Vanja Todorovic und Luka Novakovic gegründetes, serbisches Plattenlabel aus Belgrad. Das genaue Gründungsdatum ihres gemeinsamen Labels am 25. Januar wird das Ehepaar sicherlich nie vergessen: Es ist ihr Jahrestag. Discom ging das kurzlebige Label Disco Not Disco voraus, über das die beiden gemeinsam dem serbischen DJ Schwabe die LP »Zora« von Boban Petrović neu auflegten, ein obskures, funkiges Kleinod aus dem Jahr 1984. Die Drei gingen danach aber wegen differierender Vorstellungen getrennte Wege, auf Discom führen Todorovic und Novakovic nun die ursprüngliche Idee fort und veröffentlichen über Discom Musik, die im ehemaligen Jugoslawien entstanden ist. »Es ist keine Frage von Nostalgie oder Eskapismus aus der Alltagsrealität in die Musik hinein, es ist eine Frage verlorener kultureller Identität«, betonen die Beiden mit Nachdruck. »Wir könnten die vorherrschende einfach nicht akzeptieren und suchten stattdessen nach der verlorenen – derjenigen, die näher an unser Empfindsamkeit und unserem Weltbild angesiedelt ist.«

Starke Worte, mit der überwiegend ausgesprochen softe Musik gemeint ist und welche die beiden keinesfalls als politische Aussage verstanden wissen möchten. Der grelle Disco-Pop von Šizike, der pathetische New Wave von Max Vincent oder die dem Titel entsprechend kosmisch angehauchten Tracks auf der Compilation »Yugoslavian Space Program«, mit denen Discom seinen Auftakt nahmen, entziehen sich ebenso direkten Statements oder Vereinnahmungen. Sie alle indes eint ein Faible fürs Discoide. »Anders als ihre KollegInnen aus aller Welt haben Yugo-SynthesistInnen Disco, Funk und Soul nie verachtet und mögen es sogar, diese Stile in ihrer Musik aufzunehmen«, erklären Todorovic und Novakovic. Discom wird so zum Archiv für eine spezielle (sub-)kulturelle Ausprägung, die allerdings ihre Traditionslinien auch in die Gegenwart ziehen soll. Zeitgenössische Musik über Discom zu veröffentlichen, das schließt das Betreiberpaar zumindest nicht aus. Die verlorene kulturelle Identität lässt sich eben nicht allein aus der Vergangenheit in die Gegenwart herüber retten.

Ein paar Fehler wollen sie dennoch wettmachen: Früher gehörten die Labels zum Staat, die Verträge waren unfair. Das will Discom anders machen und neben später Anerkennung seinem Roster auch finanzielle Unterstützung zukommen lassen. Auch wenn einige von denen nicht immer auf Anhieb verstehen, warum ein junges Label aus Belgrad die Musik neu auflegen möchte, die sie vor drei Jahrzehnten gemacht haben. Das aber ist das inhärente Projekt von Discom: Das Alte zum Ausgangspunkt für etwas Neues zu machen. KC

Discom bei Facebook | Discom bei Soundcloud

NoordenFind it at hhv.de: Noorden and LL.M. Noorden ist ein 2011 von Alex Ketzer gegründetes, deutsches Plattenlabel aus Köln. »Zuallererst wollten wir, dass die Musik, die wir selbst produzieren, nicht auf unseren Festplatten verstaubt«, sagt Ketzer, selbst Produzent, über die Anfangszeit des Labels, das mittlerweile durch Felix Herter und Martin Schmitz Verstärkung erhalten hat. Nach einigen Experimenten mit unter anderem QR-Codes und CDs fanden sie zuerst mit der Kassette das ideale Medium für die vielseitige elektronische Musik, die sich unter dem Noorden-Banner vereint und die durch Events wie etwa der regelmäßigen Ambient-Nacht Res(o)nanz Kölner Museum Schnütgen abgerundet wird. Klingt lowkey, ist es auch – Kölner eben. »Typische Floskeln wie ‘Et kütt, wie et kütt’, ‘Et hätt noch immer jot jejange’ oder ‘Wat fott es, es fott’ passen schon ganz gut zu uns«, bestätigt Ketzer. Kleine Teilerfolge seien eben besser zu genießen, wenn sie unerwartet kommen. Ähnlich entspannt klingt auch der Noorden-Output von Ketzer oder The Marx Trukker – unangestrengte elektronische Musik, die mal auf den Dancefloor stürmt und mal lieber auf der Couch im Chillout-Bereich versackt.

Dass sich daran neben dem kurzlebigen Ableger Leg Spin mit LL.M. ein Sublabel hinzugesellt hat, lässt sich eher administrativ als musikalisch begründen. _»Die Trennlinie zwischen Haupt- und Sublabel verläuft im Prinzip durch die Person, die jeweils für die musikalische Kuration und Vision zuständig ist«, erklärt Herter, der sich um LL.M. kümmert. Mit dem Label setzt er überwiegend, aber nicht ausschließlich auf Vinyl und obwohl mit Annanan ein noch recht klassischer Dance-Act dort zuhause ist, eröffnen Releases von etwa Phil Struck noch weitere Interessensgebiete. »Ich mag es, Künstler aus ihrer Komfortzone zu locken und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auszutesten«, sagt Herter über LL.M. und auch Ketzer schlägt ähnliche Töne an, wenn er über die Essenz des Noorden-Sounds spricht. »Für mich persönlich muss es etwas Spezielles haben, etwas Unfertiges, etwas Raues, etwas Non-Konformes«, betont er. »Ich möchte keine Musik veröffentlichen, die überproduziert ist und nur aufs Funktionieren ausgelegt ist.« Gewisse ästhetische Parameter sind schon wichtig, wichtiger noch ist indes die Attitüde dahinter.

Noorden funktioniert als breit aufgestelltes, loses Kollektiv mit Nachhaltigkeitsanspruch. Neue Artists werden mit Tape-Releases als Testballon vorgestellt, danach folgt eventuell Vinyl, an das nicht nur der hauptberufliche Gestalter Ketzer hohe Maßstäbe in Sachen Aufmachung stellt. Vor allem aber bleiben die Betreiber mit ihrem Roster in Kontakt. Deren Musik soll schließlich ebenso wenig auf ihren Festplatten verstauben. KC

Noorden bei Facebook | Noorden bei Soundcloud

Keller Flavour Logo 2017 (1)Find it at hhv.de:Keller Flavour Keller Flavour ist ein 2014 von Dominik Rastorfer (dasd) gegründetes, deutsches Plattenlabel aus München. Zum »harten Kern« gehören neben dasd noch Max Feineis, auch bekannt als Mr. Buonogelato, der sich um Grafik kümmert, und Florian Braun (FB7), der sich neben Rap auch Newsletter und Website widmet. Auch jenseits des Labelalltags sieht man sich bei Keller Flavour vor allem als »ein grosser Freundeskreis. Die 2 anderen Gründer kenne ich schon seit Ewigkeiten und die bisherigen Veröffentlichungen stammen von befreundeten Crews«_, so der Digger, DJ und Producer dasd. Keller Flavour ist nicht nur metaphorisch im Untergrund des deutschen HipHop anzusiedeln – das Tonstudio im Keller ist der Dreh- und Angelpunkt von Keller Flavour. »Da war der Schritt, ein Label zu gründen und anderen Leuten die Chance zu geben, Musik zu veröffentlichen, nicht weit«

Mit mittlerweile knapp zehn Releases haben sich die Münchner durch ihre streng limitierten Beat- und Rap-Tapes an der Isar als wichtiger Außenposten der Boom-Bap-Renaissance etabliert. »Wir sehen uns eigentlich schon vom Sound her als Teil eines Revivals, oder als Weiterführung der Boom Bap Tradition mit neuen Einflüssen«. Nicht überraschend, schließlich lässt man sich bei Keller Flavour von Labels wie Stones Throw, 58 Beats oder Melting Pot inspirieren.

Dafür setzt man sich bei der Wahl des Formates umso mehr vom digitalen Zeitgeist ab. »Die Relevanz von Tape und Vinyl macht Keller Flavour aus. Es war von vornherein der Hauptaspekt, die Musik auf greifbaren Medien an den Kunden zu bringen und da liegt als alter HipHop- und speziell Mixtape-Head das Tape klar auf der Hand«, erklärt Rastorfer. Zu den limitierten Tapes gibt es für viele Releases auch eine umso exklusivere Vinyl-Version – oft unter 100 Pressungen, nie über 500 Stück. Der bisheriger Höhepunkt dieser raren Keller Flavour Platten ist die 2016 gepresste Vinyl-Version von dasds »Skizzen«-Beattape, von der nur 10 (innerhalb von einer Stunde ausverkaufte) Scheiben geschnitten wurden. Die Platten gibt es eben auch für den eigenen »Sammelwahn«. »Unsere Tonträger werden auch nie nachgepresst werden, nur eine Auflage, eine Momentaufnahme, ein einmaliges Zeitzeugnis«.

Während mittlerweile der Großteil der Veröffentlichungen von einem filigran gezeichneten Cover geziert sind, versprühen gerade Keller Flavours frühe Veröffentlichung mit bestickertem Blanko-Cover und fehlender Tracklist einen fast spartanischen Charme. Diesen DIY-Charakter wollen die Münchner trotz gestiegenen Auflagen, mindestens vier für dieses Jahr angedachten Releases und einer geplanten Radiosendung beibehalten. »Genug zu tun!«. NF

Keller Flavour bei Facebook | Keller Flavour bei Soundcloud | Keller Flavour bei Bandcamp

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 16.06.2017
Ausklang | 2017KW24
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt | verfasst 03.02.2017
New Record Labels #25
Bliq, Dub Disco, Ectotherm und Jazzaggression
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Bliq, Dub Disco, Ectotherm, Jazzaggression
Music Porträt | verfasst 04.05.2017
New Record Labels #28
Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Black Pearl, Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Music Porträt | verfasst 07.03.2017
New Record Labels #26
Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax.
Music Porträt | verfasst 01.06.2017
New Record Labels #29
Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept, Yerevan Tapes
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept und Yerevan Tapes.
Music Porträt | verfasst 06.07.2017
New Record Labels #30
Don't Be Afraid, Giallo Disco, I/Y, Kalakuta Soul
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Don’t Be Afraid, Giallo Disco, I/Y und Kalakuta Soul.
Music Porträt | verfasst 09.08.2017
New Record Labels #31
Avian, Comb & Razor, Dizzy Tunes, Sahel Sounds
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Avian, Dizzy Tunes, Comb & Razor, Sahel Sounds
Music Porträt | verfasst 13.09.2017
New Record Labels #32
Disco Halal, Discotexas, Foul-Up, Uncage
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Disco Halal, Discotexas, Foul-Up und Uncage
Music Porträt | verfasst 05.10.2017
New Record Labels #33
Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko.
Music Porträt | verfasst 01.11.2017
New Record Labels #34
Argot, Discrepant, Gqom Oh!, Philophon
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Argot, Discrepant, Gqom Oh!, Philophon
Music Porträt | verfasst 17.01.2018
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Porträt | verfasst 01.05.2018
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Review | verfasst 19.06.2015
Dele Sosimi
You No Fit Touch Am
»You No Fit Touch Am« von Dele Sosimi hat es einfach in sich: animalisch wild, instinktiv verständlich und einfach tierisch gut.
Music Review | verfasst 16.06.2015
Aidan Baker & Idklang
In The Red Room
Aidan Baker hat mit Idklang einen Partner gefunden, der seiner ausufernden Kunst einen formlosen Rahmen gibt.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.