Music Interview | verfasst 25.04.2017
Tropical Drums of Deutschland
Track by Track mit Jan Schulte
»Die rocken den Afrika-Style auch hart auf der Rückseite des Albums« oder »Rüdiger Oppermann war auf jeden Fall so ein esoterischer New Age-Harfenspieler«. Wir haben mit Jan Schulte seine neue Zusammenstellung besprochen – Track für Track.
Text Lars Fleischmann , Fotos Alexander Romey / © hhv.demag
Jan-schulte-hhv-original

Various Artists - Tropical Drums of Deutschland. Compiled by Jan SchulteFind it at hhv.de: 2LP Deutschland, tropisch? Eher weniger. Gut, manchmal regnet es. So auch an dem Tag, an dem ich Jan Schulte aka Bufiman aka Wolf Müller in seinem Düsseldorfer Studio besuche, um mit ihm über seine neue Compilation zu sprechen: »Tropical Drums of Deutschland«.
Jan Schulte entspringt dem Umfeld des berühmten Düsseldorfer Club Salon des Amateurs. Inzwischen ist er ein international gefragter DJ. Sein Musik-Geschmack formt den anderer. Beim Boiler Room spielte er ein tribalistisches, Geräusch-basiertes DJ-Set unter seinem House-Alias (Bufiman), im Trommel-Musik Outfit (Wolf Müller) oder unter Edit-One-Time-Personas wie Diskoking Burnthart McKoolski oder Goofy Man: seine Platten stürmen die »highly recommended«-Sektionen der Kenner-Portale. Der Salon des Amateurs bleibt aber das Herz des Künstlers Jan Schulte, Düsseldorf das kreative Zentrum seines Schaffens.

Es ist ein trister Tag in der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt. Ein Tag, der einem ziemlich deutlich vor Augen führt, warum man mit Deutschland so ziemlich als letztes tropische Trommeln assoziiert. Die Unerwartbarkeit dieser Zusammenstellung ist nur eine ihrer Stärken. Wir haben uns dieses unwahrscheinliche Werk angehört – gemeinsam. Track für Track.

Om Buschmann – Klang Fängt An Aus: Om Buschmann – Total, High-Fine Music, 1988
Jan Schulte: Eine der musikalischen Ideen der Platte ist die Vermengung von geraden Rhythmen mit einer ganz bestimmten interessanten Klangfarbe. Hier ist der Rhythmus nun kaum zu finden, aber wie viele Instrumente und Objekte für Musik sorgen, darum geht es. Man hört schon nach wenigen Sekunden, dass diese Nummer mich auch für meine eigenen Sachen beeinflusst hat.

Wie genau?
Jan Schulte: Also dass es nicht um eine klassische Melodie geht, sondern Objekte und ihr Klang verwendet werden, um »so etwas wie eine Melodie« zu erzeugen. Wo der Sound vor der Musik als solcher steht. Kannst du ja mal auf die Liste hinten schauen, was alles zur Klangproduktion verwendet wurde.

Zwei Radkappen, eine Steeldrum, fünf Kochtöpfe aus Mutters Küche, zwei Congas, eine Klospülung … ich sehe schon.
Jan Schulte: Das Intro steht eigentlich auch für den Ansatz, den ich verfolgte, eben keine Club-Musik abzubilden. Es ging mir (vielleicht abgesehen von den beiden Edits am Ende) darum, eine Platte zu machen, die man auflegen kann und durchhören. Auch weil die Stücke teilweise auf Platten sind, die sonst auch fiesen Free-Jazz beheimaten. Das kannst du dann eher nicht einfach mal anmachen.

Die ist jetzt von 1988. Welches zeitliche Spektrum wird denn abgedeckt?
Jan Schulte: Ich glaube nur 80er – lass das mal bei den Nummer jeweils abchecken. Ich weiß es aber auch nicht, weil es nicht die Idee war, nur dieses Jahrzehnt abzudecken; hat sich aber einfach so ergeben. Den größten Anteil hat natürlich die Musik-»Szene« aus Deutschland und Österreich selbst.

Was sind denn die Gründe dafür?
Jan Schulte: Entweder sind hier Musiker, die aus der zweiten oder dritten Generation der ›Krautmusiker‹ kommen, oder welche die von Anfang an dabei waren und sich dann vom Progressiven eher Richtung Ethno und Esoterik bewegt haben.

Total Art of Percussion – Wuhan Wuchang Aus: Total Art Of Percussion – s/t, Rash, 1982
Jan Schulte: Das ist einer meiner frühesten Funde. Aufgenommen irgendwo in Hessen, aber auf dem Essener/Gelsenkirchener Rash-Label rausgekommen. Da versuche ich seit Jahren, etwas drüber rauszufinden. Man findetnur zu drei, vier Platten überhaupt was … Bei vielen der Stücke ist es ein Mysterium, wer die gemacht hat. Da kennst du keinen. Das waren Musikstudenten und Ähnliches. Musikalisch ist das hier zu großen Teilen ganz weit vorne. Aber von den hier beteiligten Musikern ist außer der Platte wenig übrig geblieben.
Das Stück »Wuhan Wuchang« verfolgt mich schon seit über zehn Jahren.

Wo hast du sie denn gefunden? Wie hast du sie gefunden?
Jan Schulte: Lange Zeit wusste ich bei den meisten Platten, wie und wo und warum. Ich kann dir aber keine coole Anekdote liefern. Irgendwann ist das vorbei, leider. Wahrscheinlich auf dem Trödel. Vielleicht habe ich sie auch meinen Kumpel Arne, der das ›Themes For Great Cities‹- Label macht, abgekauft. Der lacht dann, wenn er das hier liest.

Ich frag ja, weil mich interessiert wie du generell deine Platten findest.
Jan Schulte: Ich gehe in Plattenläden, schaue online nach Neuerscheinungen. Nach wie vor ist der Trödel das Beste zum Finden – wenn man auf private Händler trifft. Da passt aber auch nur Eine von 500. Das hat viel mit Glück und Fleiß zu tun. Es gab Zeiten, wo ich Partys früh verlassen habe um am nächsten Tag oder direkt nachts mit dem Fahrrad oder so auf den Trödel zu fahren. Da fährst du in der düsteren Nacht eine Stunde durch die Stadt um als Erster da zu sein.

Argile – Tagtraum eines Elefanten Aus: Argile – Nimdirsi, Schneeball, 1983
Jan Schulte: Das ist von der Platte »Nimdirsi». Was auch immer das heißt. Wahrscheinlich ein doofes Wortspiel. Bei der Platte weiß man auch mehr. Schneeball Verlag, das ist von der Gruppe Embryo mitbetrieben worden. Spätkrautiger Verlag, alternativ, Prog-Rock, Ethno-angehaucht. Also perfekt.
Hier kommen wir auch zu einem zweiten wichtigen Aspekt der Platte: Lieder über den Dschungel, die Savanne, den Urwald, von Leuten, die wahrscheinlich nie da waren. Hier ist es schon als Tagtraum gelabelt. Das ist hier natürlich plakativ mit den Geräuschen. Das Schöne ist, dass die Platten dadurch ja nicht verlieren, sondern etwas ganz Eigenes entwickeln.

Würdest du das zuordnen können?
Jan Schulte: Man entwickelt das Gefühl, dass hier gelernte Musiker einen gewissen Drang zum Naiven entwickelt haben. Das ist alles mit großer Klasse gespielt – aber es bleibt in einer kindlichen Phase verhaftet. Wie ein gut gemaltes Kinderbuch.

Ich finde die bildliche Ebene sehr interessant, die du hier aufmachst. Siehst du da Verbindungen? Gerade in einer Stadt wie Düsseldorf ist man doch von außen immer versucht, so was rein zu lesen. »Ein wichtiger Aspekt der Platte: Lieder über den Dschungel, die Savanne, den Urwald, von Leuten, die wahrscheinlich nie da waren.» ( Jan Schulte)
Jan Schulte: Erstmal ist es ja eine persönliche Sache. Ob du eher auf Musik oder auf Bilder reagierst. Ich mache da aber keinen großen Unterschied, also von vornherein nicht. Das sind beides Bereiche, die unter anderem, als Ziel haben, Emotionen auszulösen. Aber die Szenen sind hier sowieso vermengt – vielleicht ja wirklich mehr als in anderen Städten. Ich habe aber auch den Blick aus dem Salon des Amateurs hinaus. Der Salon ist damals aus der Akademie heraus entstanden. DJs und Künstler wie Tolouse Low Trax oder Lena Willikens kommen von der Akademie, und sind dann am DJ-Pult gelandet.

Ist das, was diesen Appeal ausmacht, der den Salon umgibt? Mittlerweile wird der ja international gefeiert.
Jan Schulte: Ich denke da war einfach auch viel im richtigen Moment am richtigen Ort. Nicht nur ich, sondern einige gute Leute, sind da irgendwann reingestolpert und waren geschockt, was da abläuft. Also positiv. Und von diesen Leuten sind dann auch einige hinters DJ-Pult gewechselt. Und nun zelebrieren wir da alle gemeinsam Musik, die in anderen Sphären stattfindet als an den meisten anderen vergleichbaren Orten.

Rüdiger Oppemann’s Harp Attack – Troubadix in Afrika Aus: Rüdiger Oppemann’s Harp Attack – Troubadix Rache (7“), Heupferd Musikverlag, 1990
Jan Schulte: Da steht als Label Wundertüte und Heupferd Musikverlag. Schon ein super Name. Rüdiger Oppermann war auf jeden Fall so ein esoterischer New Age-Harfenspieler. »An der Electric Harp, der Celtic Harp und der madagaskarischen Valia-Harp« – genial. Bei der weiß ich auch, woher ich die habe. Aus einem An- und Verkauf für 50 Cent.

Aber du sagst das so, als hättest du die schon vorher gekannt…
Jan Schulte: … nee, gar nicht. Ich habe die mitgenommen, weil da vom Namen, über Cover, einfach alles genau Eines gesagt hat: »Kauf mich!«

Machst du dir denn was aus dieser New-Age-Esoterik?
Jan Schulte: Die Esoterik suche ich da nicht, auch wenn es ganz klar ist, dass solche Platten vor diesem Hintergrund zu genießen sind. Mit Erleuchtung und Duftkerzen habe ich aber nichts mit am Hut. Auch ohne Yoga-Kurs kann man, wenn man die Augen zu macht, irgendwas erleben. Ich belächle da aber auch nichts oder tu das ab. Ein Andreas Vollenweider, der in den letzten Jahren glücklicherweise wiederentdeckt wurde, war schon immer ein grandioser Musiker. Man muss Background auch Background sein lassen. Mich interessiert nur, was in der Rille ist.

Argile – Kleine Rosa Wolke Aus: Argile – ! Weltmusik, Heupferd, 1986
Jan Schulte: Über Argile haben wir ja eben schon kurz geredet. Das muss man dann vielleicht nicht nochmal. Aber die »Kleine Rosa Wolke» musste drauf. Auch zur Entspannung.

Hattest du die Idee im Hinterkopf den beiden ersten Seiten Intros zu verpassen? Die sind ja eindeutig die ruhigsten Stücke.
Jan Schulte: Das hier ist eine Meditation zum Anfang der zweiten Seite, während das bei der A1 ja eher eine Ankündigung ist. Ich wollte aber schon, dass die alle Seiten für sich Sinn machen. Als Vinylhörer ist es mir wichtig, dass die Stücke, die mehr Listening sind, nicht vermischt werden mit dancy Kram.

Sanza – Sounouh Aus: Sanza – Sanza, Extraplatte, 1990
Jan Schulte: Das ist so ‘ne Platte, die bis vor einiger Zeit noch sehr einfach in Wien zu erhalten war. Nun ist die aber leider entdeckt worden und weniger gut zu bezahlen.
Das Label Extraplatte hat dieses starke Sägezahn-Logos. Mich fasziniert bei der Platte die Aufnahme. Die ist grandios. Man hat den Eindruck zwischen den Instrumenten zu sitzen – das begeistert mich immer wieder. Unglaublich wie glasklar da alles ist.

Was ist da der Hintergrund? Kennst du den?
Jan Schulte: Meines Wissens war das eine Gruppe von Österreichern, die sich an traditionelle Sounds heran trauten. Und den Afrika-Style auch hart auf der Rückseite des Albums rocken. Das ist vielleicht aus einem Trommelkreis entstanden. Man bedankt sich auch artig auf der Rückseite bei jenen, die Texte und Rhythmen vermittelt haben.

Diesmal trittst du im Übrigen ja weder als DJ noch als Produzent auf. Wie ist das eigentlich für dich als Kurator?
Jan Schulte: Ich lehne das gar nicht explizit ab (Promoter von Parties sind ja wirklich nichts Anderes als Kuratoren), doch sehe ich die Platte schon als DJ-Set. Ich habe die angeordnet, wie ich sie auch mal im Salon oder bei einem Festival hätte hintereinander spielen wollen. Dass die nicht gemixt sind, ist ja auch egal.

Kehrt denn der Selektah wieder zurück?
Jan Schulte: Man kann da was erkennen, das stimmt. Also dass wieder genauer drauf geschaut wird, was gespielt wird. Dadurch, dass da in den Musikmedien so viel Aufmerksamkeit vorhanden ist, ist das auch eben eine Chance wieder essentieller zu arbeiten. Das ist gut. So kommt es dann auch zu solchen Platten wie dieser.

Wie kam es denn überhaupt zur Platte?
Jan Schulte: Kenneth Bager, der Music For Dreams macht, die Legende aus Dänemark, hat mich einfach angefragt. Wir kannten uns auch schon vorher. Ich habe natürlich sofort »Ja« gesagt und mir erst danach Gedanken gemacht, was ich erzählen oder präsentieren kann, was noch nicht erzählt worden ist. Alles andere hätte mich nicht angemacht. So habe ich auch mehr meine kleinen Geheimnisse und Lieblinge Preis gegeben. Platten, die mir echt am Herzen hängen. Coolness und extremes Diggertum waren mir unwichtig.

Und der Name?
Jan Schulte: Das mit »Tropical Drums of Deutschland« fand ich einfach witzig, weil das auch nen coolen Klang hat. Und es lag mir einerseits nichts daran irgendwie Deutschland zu representen, andererseits war das eben die Lücke, die ich empfunden hatte bei den Re-Issues.

Om Buschmann – Prima Kalimba Aus: Om Buschmann – Total, High-Fine Music, 1988
Jan Schulte: Ich finde super, dass das Stück so beknackt anfängt. Da ist dann diese am Anfang schon besprochene Klospülung, die den Auftakt gibt. Und die kommen aus der Ecke, wo auch mein Homie und Kooperateur, Niklas Wandt, herkommt: Aus Leichlingen bei Leverkusen.
 
Oob Moses / Billy Martin ‎– Boat Song Part II Aus: Bob Moses / Billy Martin ‎– Drumming Birds, ITM Records, 1987
Jan Schulte: Das ist jetzt eine Platte, die rausgekommen ist auf dem Wuppertaler Label ITM Records. Das ist bekannt dafür, dass Mitte/Ende der Achtziger da sehr viele sehr coole Platten rausgebracht wurden. Auf der Platte hier schlummern einige Hits. Vor allen Dingen, weil die auch richtig Club-tauglich sind.
 
Ralf Nowy – Akili Mali Aus: Ralf Nowy – Colours, Palm Records,1986
Jan Schulte: Ralf Nowy war auch so ein umtriebiger Künstler. Die »Colours« war eine Werbevertonungsplatte, man spricht dann auch von Library Musik. Davon gibt’s auch noch drei weitere Platten. Die haben alle dasselbe Cover aber verschiedene Themen, wie Urlaub und so. Die ist ja genauso gemeint die Platte wie schon eben erwähnt: Ein exotisches Gefühl vermitteln. Mich faszinieren diese verrückt-gestimmten Synthie-Trommeln, die in dem Stück sind. Da hat man auch keine Ahnung, wie das gemacht ist. Und untermalt wird das von einer unglaublichen Geräuschwelt.

Bei Library Platten findet man ja auch immer die Stimmung, die beschrieben werden soll.
Jan Schulte: Ja, hier steht »Afrikanische Volksmusik mit viel Percussion«. Da weiß man ja schon, dass das »falsch« ist.

Was weiß man noch von Ralf Nowy?
Jan Schulte: Der hat so viel produziert und mitverantwortet, das kann man nicht aufzählen, glaub ich. Ganz interessant: Der war mit Tom Müller – und dem deutschen Superstar-Produzenten Horst Nußbaum aka Jack White – auch die legendären Methusalem.

Trimopen – Wagagroove Aus: Trimopen – Freiheit den Rhythmusknechten
Jan Schulte: Wie auch immer man das ausspricht, Trimopen, überzeugt hier ja schon der Albumtitel. Die haben das Equipment für die Platte damals gesponsort bekommen. Das steht dann auch hinten auf der Platte drauf. Den Groove, den die hier haben, hat so was leicht industrial-mäßiges. Das wollte ich dann auch nochmal abbilden. Und diese, ich nenne es mal, Anti-Melodie aus vermutlich metallischen Objekten.

Om Buschmann – Hey Tata Gorem Aus: Om Buschmann – Total, High-Fine Music, 1988
Jan Schulte: Hier haben wir nicht nur nochmal die Om Buschmann, die ich einfach grandios finde, wie man sich mittlerweile auch denken könnte, sondern hier nach kommt dann auch noch mein Edit. Ich liebe diese subtile, beknackte Komik – mit der Phantasiesprache. Da war mir wichtig den Vergleich der beiden rauszuarbeiten. Zu zeigen, wie weit die auseinanderlaufen. Ich fand das auch als Hörerfahrung für andere spannend, da man das ja meistens nicht hat im direkten Vergleich.

Ich frage mal kritisch nach, macht man ja so: Wie sehr wird denn eine Compilation auch beeinflusst durch Verträge und Lizenzen?
Jan Schulte: Interessant, dass du das fragst. Wir haben im Vorhinein auch noch für ein paar andere Stücke versucht die Lizenzierung durch zu bringen. Aber das ist dann auch nicht immer möglich. Das ist das härteste Stück Arbeit, was mir in diesem Falle glücklicherweise vom Label abgenommen wurde. Aber man bekommt natürlich nicht jedes Stück zur Verfügung gestellt. Das hatte sicherlich auch Einfluss auf die Platte, schmälert aber das Projekt kein bisschen. Unter Umständen hätte ich sonst auch noch ein, zwei weitere Stücke draufgehabt. Aber wir sind glücklicherweise nicht mehr in Zeiten von Bootleg-Compilations.

Om Buschmann – Hey Tata Gorem (Wolf Müller Edit)
Jan Schulte: Dieser Zwischenpart hat mich damals total begeistert. Ich musste zwar extrem viel Arbeit in den Edit stecken, da ich den Groove anders haben wollte. Aus dem 7/8 Rhythmus musste ich dann händisch für jeden Takt den letzten Schlag doppeln, damit das auf 8/8 passt. Höchstpersönlich kann ich Musik am besten Genießen, wenn ich klassisch dazu mit dem Kopf nicken kann. Music For Dreams mochte meine Edits sowieso und wollte dann zwei Stück auf die Platte pressen. Fand ich eine gute Idee. Auch jetzt so hintereinander gehört, funktioniert das ja auch gut. Was ein Edit eigentlich bedeutet, was man da macht.
 
TCP – At The Water Hole (Wolf Müller Edit)
Jan Schulte: Zum Thema Tony Carey muss man direkt zwei Sachen sagen: Einmal hätte ich gerne einen Track auf der Platte gehabt, der nicht Edit ist. Da kamen dann Disco Halal und Moscoman dazwischen und haben die Platte ge-re-issuet, ist ja auch gut so. Da gab es dann keinen Grund mehr, außer der inneren Ordnung der Platte. Die war mir zwar wichtig, albern wär es trotzdem gewesen.

Was macht diese Nummer so wichtig für dich?
Jan Schulte: Diese Demo-Ästhetik macht das schon sehr rund. Deswegen bin ich auch froh, dass das nie zu Ende gemacht wurde. Diese Tiergeräusche, die alle aus dem Synthie kommen, sind ja total irre. Mit der Nummer (und auch dem Edit) kann man auf der Tanzfläche eine ganz eigene Stimmung verbreiten. Meistens schauen die Leute erstmal erstaunt und irgendwann sind die ganz tief drin. Das kann man über einige, oder alle, Nummern auf der Platte sagen. Für mich ist das der Unterschied zwischen »In der Disco irgendwelche bekannte Nummern spielen« und dem, was wir propagieren.

 

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 14.06.2016
Wolf Müller & Cass.
The Sound Of The Glades
Einer klappert, einer strickt Texturen: Wolf Müller und Cass. gehen mit »The Sound Of The Glades« keine offensichtliche Kooperation ein.
Music Review | verfasst 18.04.2017
Jan Schulte
Tropical Drums Of Deutschland
Für das Kopenhagener Label Music For Dreams gewährt uns Jan Schulte einen Schulterblick in seine erlesene Sammlung deutscher Tribal-Platten.
Music Review | verfasst 02.03.2018
Various Artists
Dekmantel 10 Years 09
Zwei Ausfälle, zwei Hits: Bufiman und Lena Willikens machen die neunte Ausgabe der Dekmantel-Jubiläumsserie zur sicheren Bank.
Music Review | verfasst 15.08.2018
Various Artists
Mogul 4
Langsam muss man sich fragen, was denn im Rheinwasser steckt: Zur Compilation »Mogul 4« auf Themes For Great Cities.
Music Review | verfasst 20.05.2019
Wolf Müller
Wolf Müller Meets The Nile Project
2016 ist Wolf Müller nach Ägypten gereist. Was daraus entstanden ist, kannst du auf »Wolf Müller Meets The Nile Project« nachhören.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Electronic so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Elektronik.
Music Interview | verfasst 16.02.2018
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Review | verfasst 12.05.2017
Annie Anxiety
Soul Possession
Man muss dieses Album nicht gerne hören, dafür vollstes Verständnis. Gehört haben aber sollte man es, denn es gibt wenig Vergleichbares.
Music Review | verfasst 20.10.2017
Serge Bulot
Les Legendes De Brocéliande
Ein ätherisch schönes Album irgendwo zwischen Leftfield-Ambient, New Age-Pathos und Electronic Jazz.
Music Review | verfasst 13.11.2017
Gabor Szabo
Dreams
Es muss ja eben nicht immer voran gegangen werden, wenn Ort und Stelle genießbar sein sollen.
Music Review | verfasst 29.11.2017
Pascal Comelade
Paralelo
Die Reissue von Pascal Comelades Debüt kommt in aufgespeckter Version. Das macht es nicht leichter.
Music Review | verfasst 18.12.2017
Elektro-Dschungel
Kebab Und Andere Träume
Wiesbaden, die Vermittler-Stadt zwischen Okzident und Orient. Klingt funny, war aber mal so.
Music Review | verfasst 06.12.2017
Piero Umiliani (M. Zalla)
Africa / Continente Nero Bundle
Genauso hätte man sich das Ergebnis vorab ausgemalt, wenn die italienische Soundtrack/Library-Legende sich an afrikanischen Klängen versucht
Music Review | verfasst 18.01.2018
Carlos Maria Trindade / Nuno Canavarro ‎
Mr. Wollogallu
Eigentlich dürfte es so etwas nur im Traum geben, eigentlich ist das Musik, die einmal erscheint und dann wieder verschwindet.
Music Review | verfasst 30.01.2018
Roberto Musci & Giovanni Venosta
Urban And Tribal Portraits
Im Auflösen zweier Orte entsteht ein neuer. Genau das will diese Musik. Genau das kann sie. Ein Sonnengruß geht raus an alle.
Music Review | verfasst 16.02.2018
Keysha/Fg's Romance
Stop It!/What Is Love Today
Zum Valentinstag veröffentlicht das beglische Label Stroom eine Maxi mit austauschbarem Disco-Pop, die viele gerne hören werden.
Music Review | verfasst 15.05.2018
Michal Turtle
Return To Jeka
Music From Memory entstaubt zum dritten Mal Teile des Michal Turtle-Archivs. Musste vielleicht gar nicht mal sein.
Music Review | verfasst 28.05.2018
Nexda
Words & Numbers
Beste Reissue meines Lebens. Lass’ es auch dein Leben sein. Choose Nexda, choose life! P.S: Tod dem Bundesliga-Dino!
Music Review | verfasst 18.05.2018
Luis Pérez
Ipan In Xiktli Metztli, México Mágico Cósmico, El Ombligo de la Luna
Was Mr. Bongo hier neuaufgelegt hat, ist das Zeug, das einen zu einem besseren Mensch macht.
Music Review | verfasst 31.05.2018
Lena Platonos
Lepidoptera
Lena Platonos ist eine Entdeckung. Jetzt hat Dark Entries mit »Lepidoptera« aus dem Jahre 1986 eine weitere Platte der Griechin aufgelegt.
Music Review | verfasst 13.06.2018
Onyx
Complete Works 1981–1983
Flanger-heavy Shit aus den 80igern, cooler als alles sonst! Post-Punk, New Wave, Digi Dub, nur gut.
Music Review | verfasst 21.08.2018
Various Artists
Antipodean Anomalies
Absurdes Material aus Neuseeland und Australien. Vor allem in der Mischung, hier kommt zusammen was voll zusammengehört und gar nicht.
Music Porträt | verfasst 03.11.2016
Tim Maia
Die Wasserbombe
Er begründete eine Bewegung. Auch, wenn sein Triathlon auf der Couch stattfand: Whiskey, Joints und Kokain. Das ist die Geschichte Tim Maias, einem der einflussreichsten brasilianischen Musiker aller Zeiten.
Music Kolumne | verfasst 15.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.
Music Kolumne | verfasst 20.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Interview | verfasst 31.03.2017
Mr Bongo Records
»Gute Musik, die die Menschen haben sollten«
»Stell dir vor, du wachst neben dieser einen Platte auf, die du schon ewig suchst.« Wir haben uns von Graham Luckhurst und Gareth Stephens von Mr Bongo etwas über das wohl dienstälteste Reissue-Label der Welt erzählen lassen.
Music Liste | verfasst 31.03.2017
Mr Bongo Records
10 Essentials
Mr Bongo legt seit über einem Jahrzehnt rare Schätze aus fernen Ländern neu auf. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu bewahren. Deshalb haben wir für euch die zehn wichtigsten Releases des Labels zusammengestellt.
Music Liste | verfasst 06.06.2017
The Heliocentrics
10 Mulatu Astatke Favs
The Heliocentrics und Mulatu Astatke gehören zusammen. Für uns hat Malcom Catto, Mastermind der Londoner Kombo, die für ihn besten Songs des Ethio-Jazz Großmeisters herausgepickt.
Music Kolumne | verfasst 09.11.2017
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Liste | verfasst 10.01.2018
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Essay | verfasst 16.04.2018
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Porträt | verfasst 08.05.2018
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Interview | verfasst 12.07.2018
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Review | verfasst 19.06.2015
Dele Sosimi
You No Fit Touch Am
»You No Fit Touch Am« von Dele Sosimi hat es einfach in sich: animalisch wild, instinktiv verständlich und einfach tierisch gut.
Music Review | verfasst 16.06.2015
Aidan Baker & Idklang
In The Red Room
Aidan Baker hat mit Idklang einen Partner gefunden, der seiner ausufernden Kunst einen formlosen Rahmen gibt.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music News | verfasst 19.06.2015
Ausklang | New Music Friday
Neue Musik von Seven Davis Jr., Fatoni et al.
Woche für Woche picken wir Tracks, die uns in den vorausgegangenen sieben Tagen nicht aus dem Kopf gehen wollten, deren Release auf den heutigen Tag fällt oder einem anderen Pseudogrund unterliegen. It’s new music, Raab!
Music Review | verfasst 18.06.2015
Hilde Marie Holsen
Ask
Für ihr bei Hubro Music erscheinendes Debüt »Ask« hat Hilde Marie Holsen fünf jazzige Stücke im Studio an der Akademie in Oslo improvisiert.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.