Music Porträt | verfasst 09.08.2017
New Record Labels #31
Avian, Comb & Razor, Dizzy Tunes, Sahel Sounds
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Avian, Dizzy Tunes, Comb & Razor, Sahel Sounds
Text Kristoffer Cornils, Niklas Fucks

AvianFind it at hhv.de: Avian Avian ist ein 2011 vom Produzenten und DJ Shifted alias Guy Alexander Brewer gegründetes Plattenlabel aus Berlin. Als Brewer im Jahr 2011 auf Luke Slaters Label Mote-Evolver debütierte, wussten innerhalb der Techno-Szene nur wenige Eingeweihte, dass sich dahinter das Mitglied der Metalheadz-Alumni Commix verbarg. Shifted wandte sich Leftfield-Techno zu und ließ seine Drum’n’Bass-Vergangenheit weitgehend hinter sich, im April desselben Jahres startete er Avian. Ein im Grunde unbekannter Künstler bringt sein eigenes Label an den Start – ist das nicht riskant? Vielleicht, gesteht Brewer, aber 2011 sahen die Dinge noch anders aus. »Wir hatten noch nicht den Punkt der Übersättigung erreicht«, sagt er. »Dieser DIY-Ansatz war damals noch recht verbreitet.«

Avian sollte zuerst als Abschussrampe für seinen hochfrequenten Output dienen, öffnete sich aber zügig für andere Artists wie das schwedische Duo SHXCXCHCXSH und dem Briten Truss, der über Avian unter seinem MPIA3-Pseudonym veröffentlichte. Genau das sieht Brewer in Avian: Eine Plattform, auf der etablierte Produzenten abseitige Pfade betreten können und nicht allein für den Dancefloor produzieren müssen. »Ich bin sehr stolz darauf, dass Leute wie Alessandro Cortini oder Blawan mir das Vertrauen schenkten, ihren Nebenprojekten eine Heimat zu bieten«, erklärt Brewer. Zurecht, denn wer auf Avian veröffentlicht, kehrt meistens auch wieder und nimmt sich alle kreativen Freiheiten. Ebenso Brewer, der auch Kollaborationsprojekte und Material unter anderen Pseudonymen veröffentlicht oder schnelllebigeSublabels an den Start bringt. »Ich bin ein typischer Zwilling«, scherzt Brewer hinsichtlich seines Sternzeichens. »Wenn die Dinge sich nicht weiterentwickeln, langweile ich mich schnell.«

So ist es auch zu erklären, dass die Mira-Serie mit eindrücklichen Artworks von Juan Mendez und Releases von Bleaching Agent oder Prostitutes nach nur zehn Katalognummern ihr Ende fand. Die mal spartanischen und monochromen, mal dunkelbunt und andeutungsreichen Designs der Avian-Platten allerdings tragen ebenso zum Wiedererkennungswert bei wie die atmosphärische Dichte, welche Avian-Releases vom schillernden Ambient-Album bis zur polternden Techno-Single eint. Brewer schätzt die Nähe von Techno zur bildenden Kunst und versucht aktiv neben seiner musikalischen auch seine visuellen Vorstellungen in sein Label einfließen zu lassen, indem er von der Fotorecherche bis hin zur Kassettenversion von ausgewählten Releases einen Mehrwert anzubieten versucht. Es ist nicht mehr 2011 und mittlerweile wissen alle, wer hinter dem Pseudonym Shifted steckt. Und der weiß ganz genau, was er mit Avian vor hat. KC

Avian bei Facebook | Avian bei Soundcloud | Website von Avian

Comb & Razor Sound LogoFind it at hhv.de: Comb & Razor Comb & Razor ist ein amerikanisches Plattenlabel aus Boston, das 2011 von Uchenna Ikonne gegründet wurde. Das Label ist spezialisiert auf Reissues und Compilations westafrikanischer Musik. Comb & Razor begann als Blog, den Ikonne zwischen 2006 und 2009 intensiv betrieb. In der damals florierenden Rapidshare-Blogosphäre begann er, Rips von westafrikanischen Platten zu posten, »aber ich war bei weitem nicht der einzige. Es gab viele ähnliche Blogs, doch ich glaube, was mich hervorhob war die Menge an Kontext, die ich der Musik geben konnte. Für mich waren das nicht nur staubige Plastikscheiben, viele von ihnen waren der Soundtrack meiner Kindheit. Also versuchte ich mithilfe meiner verschwommenen Erinnerungen die Musik in den Vordergrund zu stellen und die Geschichten der Künstler und ihres Einflusses auf die Gesellschaft zu erzählen«. Trotzdem war Ikonne unzufrieden mit seiner Arbeit: »Da ich einer der Wenigen war, die die Geschichte dieser Musik aktiv dokumentierten, fühlte ich mich verpflichtet, das ganze präziser anzugehen und mich nicht auf 30 Jahre alte Erinnerungen zu verlassen. Also ging ich eine Weile nach Nigeria, machte Künstler ausfindig und hörte mir ihre Geschichten an.«

Durch seine Arbeit vor Ort wurde Ikonne auch von einigen Reissue-Labels kontaktiert, denen er bei Compilations half – »Tracks lizensieren, rare Fotos finden, Liner Notes schreiben, all sowas«. Ikonne half unter anderem bei Releases wie »Wake Up! The Rise And Fall of Nigerian Rock« oder »Doing it in Lagos« mit. Während seiner Zeit in Nigeria, begann er auch mit der Arbeit an seinem eigenen Label, welches er 2011 der gefeierten Compilation »Brand New Wayo« einläutete – und eine bis heute währende Begeisterung für nigerianischen Boogie und Disco gleich mit.

Auf Comb & Razor sind über die Jahre nur eine handvoll Compilations und Alben veröffentlicht worden, auch weil Ikonne hohe Ansprüche an seine Releases stellt: _»Ich mache kaum Reissues kompletter Alben, aber wenn man das machen möchte, sollte man es mit einem Album machen, das mindestens aus 70% guten Tracks besteht. Und mit guten Tracks meine ich, dass sie funky sind und ein westliches Publikum ansprechen – welches einen sehr anderen Geschmack hat, als das originale afrikanische Publikum«_, erklärt Ikonne. Allzu lange wird der Historiker und Autor allerdings keine Platten mehr pressen. »Auf Comb & Razor werden noch ein paar Releases erscheinen, aber ich werde nicht mehr ewig im Reissue-Business weitermachen. Ich muss meine Energien auf Anderes konzentrieren«.

NF

Comb & Razor bei Facebook | Website von Comb & Razor

Dizzy Tunes LogoFind it at hhv.de: Dizzy Tunes" Dizzy Tunes ist ein deutsches Schallplattenlabel aus Berlin, das 2014 von Markus Schatz gegründet wurde. Der DJ und Producer ist ein Teil der Partyszene der Hauptstadt, seit er als HipHop-Battle-DJ im Westberlin der Achtziger Jahre aufzulegen begann. Seitdem war er einige Jahre Resident im Tresor und hat sowohl solo als auch in Duos minimalen Techno und Tech-House produziert und gespielt. Das Label Dizzy Tunes widmet Schatz seit nunmehr drei Jahren dem House-Sound Chicagos, der ihn seit Jahrzehnten begeistert.

Anfangs sollte das Label komplett eigenen Produktionen von Schatz unter dem Pseudonym DJ Krime gewidmet sein. Über die mittlerweile 15 Releases öffnete sich Dizzy Tunes allerdings schnell Künstlern, die die Facetten des Chicago-Sounds zwischen Jack-, Acid-, Hip- und Ghetto-House gemeistert hatten. Und was würde da besser passen als aktuelle Produktionen von Artists wie DJ Slugo, Lester Fitzpatrick, Traxman, Drew Sky oder Tyrone Davis, die schon in den Neunzigern House für einflussreiche Labels wie Dance Mania oder Relief Records produziert hatten? Oder Hip-House-Vaterfigur Tyree Cooper, der auf der ersten Veröffentlichung von DJ Krime einen Remix beisteurte. Darüber hinaus bietet das Label neben Schatz selbst auch anderen aktuellen Producern wie Andreas Gehm, Housemeister oder der Snuff Crew eine Plattform, um ihre Leidenschaften für Chicago-Vibes auszuleben.

Subgenres wie Acid- oder Ghetto-House erleben zur Zeit ein Revival und das Interesse am Dance Mania-Sound der späten Achtziger und Neunziger wächst ständig. Doch bei Dizzy Tunes möchte man nichts mit der »profitorientierten Plattenindustrie« gemeinsam haben, »auch wenn der Bekanntheitsgrad in den letzten Jahren rasant gestiegen ist«, erklärt Karina Schatz. »Ohne große Auflagen, Promotion, oder die Absicht damit das große Geld zu verdienen« startete das Label und so läuft es auch heute noch. Jedes Release ist Vinyl-Only und limitiert auf 250 Stück »(No Repress)«_. Trotz oder gerade wegen dieser Einstellung erfährt Dizzy Tunes immer mehr Zuspruch. Das liegt auch daran, dass das Label damit angefangen hat, Reissues gesuchter Ghetto-House Klassiker zu veröffentlichen. Viele Originale aus den Neunzigern sind kaum noch zu finden – schon gar nicht in gutem Zustand. Dizzy Tunes ist eines der ersten Labels, das gefragte Spätzünder des Dancefloor-sprengenden Subgenres neu auflegt. Die Nachpressung der »Black Market« EP von DJ Topcat und DJ Danté – die mit dem legendären »I Need Weed In My Life«channel=GhettoHits – von 2016 ist auch schon ausverkauft. Und wie das mit den Represses war wissen wir ja. NF

Dizzy Tunes bei Facebook | Dizzy Tunes bei Soundcloud

Sahel SoundsFind it at hhv.de: Sahel Sounds Sahel Sounds ist ein 2010 von Christopher Kirkley gegründetes, US-amerikanisches Plattenlabel aus Portland. Wäre Kirkley nicht eines Tages auf eine CD des malischen Gitarristen Afel Boucoum gestoßen, Sahel Sounds hätte es vielleicht so nicht gegeben. »Es hat mich ergriffen, aber auch verwirrt, dass all diese Klänge aus einer Gitarre kommen können«, erinnert sich der Labelbetreiber und schwärmt von einem reduzierten und doch polyrhythmischen Sound. Weil ihn seine Internetrecherchen nicht weit genug brachten, packte er seine Koffer und besuchte auf eigene Faust die Sahelzone mit einer Gitarre im Gepäck. Das Instrument wurde zum Türöffner in eine Welt, in der sich Kirkley schnell zuhause fühlte. Seine musikalischen Erkundungstouren dokumentierte er in Wort und Ton auf einem Blog, der schnell das Interesse von Eric Isaacson vom Label Mississippi Records aus Portland weckte. Der Grundstein für das Label Sahel Sounds war gelegt.

Musikalisch ist Sahel Sounds immer für eine Überraschung gut. Zwischen traditionellen Musikstilen finden sich hier auch krasse Autotune-Experimente und Klingeltöne – Hauptsache, sie werden lokal hergestellt. Kirkley berichtet von langen Streifzügen durch die Sahelzone und davon, wie er sich vor Tipps über WhatsApp, Facebook sowie Mund-zu-Mund-Propaganda kaum retten kann. »Es geht weniger darum, Musik zu finden«, betont er. Wichtiger sei es, sie zu kuratieren und dem Rest der Welt vorzustellen. Einer rein akademischen Arbeit sieht er sich dabei jedoch nicht verpflichtet, sieht aber schon dessen anthropologischen Nutzen. »Ich will, dass mein Label eine dicht bevölkerte Einrichtung ist, die verschiedene Musiken sichtbar macht, wie es ebenso die Rolle kultureller Stellvertretung respektieren soll.« Das heißt auch, dass Kirkley nicht das zigste Reissue einer obskuren Funk-Platte auf den Markt bringen will, um die Discogs-Preise zu drücken, sondern lieber tiefer nach zeitgenössischen Sounds sucht.

Leicht ist das nicht immer unbedingt, gibt Kirkley zu. Zwar berichtet er einerseits, dass seine Artists den westlichen Sensibilitäten in Hinsicht auf kolonialistische Mechanismen eher mit Verwunderung begegnen: »Der hiesige Kapitalismus ist ziemlich rücksichtslos und die MusikerInnen sind an schlechte Deals gewohnt, weshalb sie ziemlich gewiefte Business-Leute sind«. Doch ist gerade die faire Abdeckung der kulturellen Diversität der Sahelzone etwas, das ihm Kopfzerbrechen bereitet. Bei Sahel Sounds erscheinen viele Platten von Tuareg-KünstlerInnen, weil er sich vor allem in deren Radius bewegt. Kirkleys erklärtes Hauptziel ist es aber, vom Coverdesign bis in die Breite des Gesamtkatalogs hinein ein ganzheitliches musikalisches Bild der Sahelzone zu zeichnen, das alle Eigenarten der hiesigen Musikszenen angemessen repräsentiert. Kaum zu glauben, dass all das mit einer einzigen CD angefangen hat. KC

Sahel Sounds bei Facebook | Sahel Sounds bei Soundcloud | Website von Sahel Sounds

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 28.11.2016
Kilner (Blawan)
Walk Type EP
Die »Walk Type EP« als Formvollendung des Blawan’schen (pardon: Kilner’schen) Werks gesehen werden: industrial, psychotisch, hart, vorwärts.
Music Review | verfasst 09.09.2014
SHXCXCHCXSH
Linear S Decoded
»Linear S Decoded« von SHXCXCHCXSH reiht die 13 Stücke auf einen roten Faden und intensiviert den dunkelbunten Techno damit umso mehr.
Music Review | verfasst 04.09.2018
SHXCXCHCXSH
SHULULULU
Mit »SHULULULU« bleiben SHXCXCHCXSH Meister ihrer Disziplin, des entrückten Erzählens im Techno.
Music Essay | verfasst 19.12.2017
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Porträt | verfasst 03.02.2017
New Record Labels #25
Bliq, Dub Disco, Ectotherm und Jazzaggression
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Bliq, Dub Disco, Ectotherm, Jazzaggression
Music Porträt | verfasst 04.05.2017
New Record Labels #28
Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Black Pearl, Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Music Porträt | verfasst 07.03.2017
New Record Labels #26
Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax.
Music Porträt | verfasst 06.04.2017
New Record Labels #27
Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour.
Music Porträt | verfasst 01.06.2017
New Record Labels #29
Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept, Yerevan Tapes
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept und Yerevan Tapes.
Music Porträt | verfasst 06.07.2017
New Record Labels #30
Don't Be Afraid, Giallo Disco, I/Y, Kalakuta Soul
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Don’t Be Afraid, Giallo Disco, I/Y und Kalakuta Soul.
Music Porträt | verfasst 13.09.2017
New Record Labels #32
Disco Halal, Discotexas, Foul-Up, Uncage
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Disco Halal, Discotexas, Foul-Up und Uncage
Music Porträt | verfasst 05.10.2017
New Record Labels #33
Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko.
Music Porträt | verfasst 01.11.2017
New Record Labels #34
Argot, Discrepant, Gqom Oh!, Philophon
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Argot, Discrepant, Gqom Oh!, Philophon
Music Porträt | verfasst 17.01.2018
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Porträt | verfasst 01.05.2018
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!