Music Interview | verfasst 17.08.2017
Washed Out
Schöne Orte, die es nie gegeben hat
Als das mit Chillwave losging, fiel das mit der Weltwirtschaftskrise zusammen. Washed Out und Kollegen lieferten die Musik, um sich woanders hinzuträumen. Die Welt hat neue Krisen, Washed Out ein neues Album. Wir trafen ihn zum Interview.
Text Lars Fleischmann , Fotos Alexandra Gavillet
Washedout

Während es brüllend heiß ist und das kalte Pale Ale nur wenig Abhilfe verschafft, läuft »Mister Mellow« und alle Pressevertreter starren nach vorne. Es handelt sich beim neusten Output von Washed Out nicht bloß um eine Platte, sondern um einen Film, dessen Musik auch einzeln erhältlich sein wird. Animationen preschen über den Screen, es geht meist ziemlich rasant zu, die Augen kommen kaum nach. Ein anstrengender, aber sehr befriedigender Trip. Ich spule das Interview, das ich mit Ernest Greene drei Stunden vorher führen konnte zurück: »Lustigerweise denken viele Leute, dass ich den ganzen Tag kiffe und dabei meine Musik machen würde. Das ist aber recht weit von der Realität entfernt.«

Sein Südstaaten-Akzent ist beeindruckend tief, ein einziger Klos im Hals; der Qualität der Worte tut das keinen Abbruch. Ultra-reflektiert, sehr dezidiert bespricht er die Beweggründe. Auch auf die Drogen-Sache kommt er nochmal zu sprechen: »Um dieses Missverständnis von mir auf den Kopf zu stellen, entstand der Mister Mellow-Character, der wie der Protagonist des Albums wirkt. Er kifft und macht das, was ich nicht mache.«

Insgesamt hat es vier Jahre gedauert, alles zu produzieren: 18 Monate für die Musik, acht Monate für die Animationen, die er mit elf Künstlern hergestellt hat. Als Inspiration habe er angefangen Illustrationen und Designs in Katalogen zu sammeln. So entstanden gleich zwei volle Ordner: ein visueller und ein auditiver.

hhv.demag: Du hast dich dazu entschieden, das Album zusätzlich als Audio-Visuelles-Projekt anzulegen. Also nicht bloß die Musik zu machen, sondern als Art-Director über elf visuelle Künstler zu wachen – und auch noch einen eigenen Clip zu »I’ve Been Daydreaming All My Life« vorzulegen … Warum?
Washed Oout: Ich hatte ursprünglich für mich persönlich angefangen, mich mit visueller Kunst zu beschäftigen. Illustrationen, Animationen, Designs usw. habe ich fast obsessiv gesammelt und plötzlich fand ich das sehr inspirierend. »Wir reden hier ja über Empfindungen, die in den letzten Jahren immer mehr Menschen haben, denen wir aber falsch begegnen, wenn wir sie »psychisch krank« erklären.« ( Washed Out) Vor allen Dingen Animationen aus einer Zeit vor dem PC. Als noch alles Frame-by-Frame und per Hand gemacht wurde. Dieser Prozess ist meiner Arbeitsweise sehr ähnlich, da ich auch Musik, Samples und Layer übereinanderlege. Gleichzeitig sind in dieser Kunst auch sehr häufig Naivität und eine gewisse sloppyness tonangebend – man nimmt es nicht so genau um den Flow aufrecht zu erhalten. Same here, I guess. Auf den letzten beiden Platten hatte ich noch versucht, ein möglichst realistisches Abbild von einer Idee abzuliefern. Ein makelloses auditives Bild. Doch über die Bilder lernte ich auch mit der eigenen Unvollkommenheit zu leben.

Mit so vielen Künstlern zusammen zu arbeiten, ist aber ziemlich genau das Gegenteil von dem, was man dir nachsagt. Nämlich ein leicht verschrobener Solo-Producer zu sein, der immer noch alles im Schlafzimmer macht.
Washed Out: Exakt. In der Phase, in der ich dann viel gesammelt hatte – fast wie ein Fetisch – habe ich Künstler bei Instagram und ähnlichen Seiten angeschrieben. Das ist ja das wunderbare heutzutage: Du schießt einfach eine Nachricht raus, »Wanna work on this project?«. Die meisten waren glücklicherweise sofort sehr offen und interessiert. Die Wahrheit ist ja, dass der überragend große Teil der Künstler ähnlich arbeitet wie ich. Man hockt alleine stundenlang an Screens, verschiebt sehr kleine Objekte von a nach b.


Wo siehst du denn auf der Platte komplett neue Ansätze, und wo Kontinuitäten?
Washed Out: Ich bin diesmal was das Tempo angeht bei einigen Tracks auf jeden Fall vorgeprescht. Ich bin generell ein Fan von Dance-Music und habe das auch immer mitverarbeitet. Jetzt ging es mir aber darum Dance-Music direkter in das gesamte Geflecht zu inkorporieren. Tatsächlich würde ich sagen, dass diese Platte den EPs »Life of Leisure« und »High Times« nähersteht als den beiden Alben. Der Ansatz war ähnlich laid back, was die Tracks als solche betrifft. Das liegt auch am naiveren Entstehungsprozess. Ein großer Unterschied liegt natürlich auch im Sampling. Ich war diesmal viel frontaler, viel direkter, was das angeht.

Ich fand die divergente Bewegung ganz interessant. Dass du auf der einen Seite viel grooviger bist als früher und auf der anderen Seite mit Tracks wie »Burn Out Blues« z.B. auch düsterer geworden bist.
Washed Out: Ich wollte und konnte auch gar nicht auf einer Schiene bleiben. Dadurch, dass ich bei einigen Stücken glücklicher war, kam die dunklere Seite von alleine. Mich selbst würde es auch langweilen eine House-Platte zu machen. Gleichzeitig bin ich ziemlich Old-School: Ein Album ist die ultimative musikalische Aussage. Dieser Verantwortung muss man sich stellen. Das verunmöglicht für mich eine einseitige Darstellung. Als Verknüpfungen bzw. Übergänge haben sich dann diese Interludes angeboten, die ähnlich Skits auf Hip-Hop-Alben zwei musikalisch differente, aber inhaltlich ähnliche Erzählzweige miteinander verknüpften.

Als diese ganze »Chillwave«-Bewegung losging, fiel das mit der Weltwirtschaftskrise zusammen. Verkürzt gesagt, hattet ihr den Soundtrack um sich vom Weltgeschehen abzulenken geliefert. Und gleichzeitig Orte »vorgeschlagen« an denen man gerader lieber wäre. Jetzt rutschen die USA gerade wahrscheinlich in die größte politische Krise seit 50 Jahren oder mehr und deine neue Platte erscheint. Bist du dir solcher Zusammenhänge bewusst?
Washed Out: Klar. Bei den ersten beiden EPs war es so, dass meine Generation im Allgemeinen und ich im Speziellen eine sehr schwierige Phase durchlebt haben. Ich konnte mir ja nicht mal leisten nach der Uni in ein eigenes Apartment zu ziehen und musste zurück zu meinen Eltern – mit Mitte 20. Washed Out - Mr. Mellow Find it at hhv.de on Yellow Vinyl LP | CD+DVD Es kondensierten viele dieser Gefühle und Gedanken in die Musik: diese subtile Melancholie gepaart mit dem nostalgischen Moment. Ich habe ja immer versucht, auf der Oberfläche an Orte und Zeiten zu erinnern, die es so gar nicht gab. Wenn wir nun vorspulen ins Jetzt, so ist das tatsächlich nicht unähnlich. Die Platte findet teilweise an anderen Orten statt, als die realen. Ich wünschte, ich wäre in der Lage Songs zu schreiben, in der ich ganze Figuren erschaffe und dann deren potenzielles Leben bespiele; aber das kann ich nicht. Ich muss mir meine Wege anders suchen. Und diese sind meist unterbewusster Natur. Angst, also gemeinschaftliche und persönliche, windet sich in die Songs rein. Wir stehen schon wieder an dem Punkt nicht zu wissen, was als nächstes kommt. Jeden Morgen wache ich auf und checke erstmal die News-App, was schon wieder Verrücktes irgendwo passiert ist.

Du erwähntest gerade selbst das Thema »Angst«, und widmest dich auf der Platte depressiver Episoden und Burn-Out. Meinst du, dass man darüber reden müsste? Oder würdest du dich jetzt »outen« wollen als jemand mit psychischen Problemen?
Washed Out: Ich weiß, worauf du hinaus möchtest und würde sagen, dass das genau der falsche Ansatz ist: die Probleme, die zu meinen Ängsten führen zu individualisieren. Wir reden hier ja über Empfindungen, die in den letzten Jahren immer mehr Menschen haben, denen wir aber falsch begegnen, wenn wir sie »psychisch krank« erklären. Persönlich würde ich sogar sagen, dass ich bis jetzt ganz gut durchgekommen bin ohne auf Hilfe angewiesen zu sein. Das macht das alles jedoch keineswegs besser. Ich habe jetzt ein Kind und weiß nicht, was morgen passiert: Das verändert nochmal alles. Waren auf den ersten Platten die Ängste von »Twentysomethings« verpackt, reden wir jetzt über etwas, von dem man sich nicht mit dem Älterwerden entfernen kann. Das zeigt doch, wie tief diese Dinge liegen.

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