Music Interview | verfasst 07.12.2017
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Text Anna Gyapjas
Torkytork

Wir treffen uns an einem Samstagnachmittag, davor war halt Freitag. Doz9 öffnet auf dem Gelände neben der ehemaligen Kindl-Brauerei einen Klappstuhl und macht es sich in der Urban-Gardening-Ecke, im Schatten der Tomatensträucher bequem. Er wird die Story vortragen und würde vermutlich mit Torky Tork verschwörerische Blicke austauschen, hätte der sich nicht hinter einer Sonnenbrille verschanzt.

Denn die Story um die Entstehung von »Plastik aus Gold« gehört mit zum Album. Ein Urlaub sei ihm vorausgegangen, wie eben bei den Alben zuvor auch. Zum dritten Mal seien Doz9 und Torky Tork nun als T9 gemeinsam im kreativen Exil gewesen. Nach der Uckermark und Teneriffa war man diesmal in… ja, wo war man eigentlich? Am Cover (typische japanische U-Bahn-Impression) sollte man sich jedenfalls nicht orientieren, die führten schon bei den Vorgängeralben in die Irre.

Doz9 beginnt die Geschichte. Über einen Kumpel habe man die Möglichkeit gehabt, in Haifa aufzunehmen. »Aber es ist nicht ganz so einfach da einzureisen. Du brauchst eine Einladung, vor der Einreise wird auch dein Social Media gecheckt«, führt er aus, »und teuer ist es auch. Letztendlich haben wir uns dann für Rügen entschieden. Sieht man ja auch beim Cover. Typisch rügerische Ubahnimpressionen«.

Na gut, vergessen wir erst mal euer Markenzeichen »nicht am Wohnort aufgenommen« und beginnen ganz am Anfang. Wie haben die zwei Hälften von T9 zueinander gefunden?
Doz9: Das war 2011 oder 2012, auf einer Hip-Hop-Party. »Lass mal was machen«, das sagt man dann zwar, aber ich bin da nicht so. Wir haben uns verstanden und ich war auch nicht abgeneigt, wollte aber erstmal abhängen und habe mich echt bitten lassen. Bis ich so ein schlechtes Gewissen hatte, dass ich meinte: Ich komme’ heute zu dir, wir machen einen Track und vorher gehe ich nicht nach Hause.
»Ich bin eben kein Ghettoradio oder eine Stimme für irgendwas. Ich bin Kunst. Man kann sich an mir reiben.« ( Doz9) Torky Tork: Der Trip in die Uckermark, eigentlich ja eher eine Schnapsidee, war im Rückblick die Initialzündung. Das ging so krass von der Hand, da haben wir gemerkt, dass es funzt.
Doz9: Jetzt haben wir es zwar nur bis Neukölln in Torky Torks Studio geschafft, entstanden ist das Album aber genau auf dieselbe Art und Weise. Wir haben uns immer für einen Tag getroffen und dann von Null auf Hundert den Track produziert, geschrieben und aufgenommen.
Torky Tork: (lacht ungläubig) Was man auch wissen muss: Alex kommt immer nach der Arbeit, so um 15 Uhr, und um 20 Uhr geht er wieder. Nach fünf Stunden ist der Song fertig.

Geht ihr vorbereitet in die Session, damit am Ende auch kein Murks rauskommt?
Doz9: Nö. Ich habe selten konkrete Textideen. Aber sobald Jakob mir eine Skizze zeigt, die etwas auslöst, weiß ich, mit welcher Stimme ich rappe, in welchem Stil, welches Gefühl ich transportieren will und was für eine Dramaturgie da rein muss. Es passiert aber auch, dass wir zusammensitzen und nichts finden.
Torky Tork: Das ist ein ein-zi-ges Mal vorgekommen und das wurmt ihn jetzt.
Doz9: Das ist schon scheiße. Gerade wenn du die Zeit hast und denkst, heute ist Hip-Hop-Tag.

Wie kann es sein, dass ihr so effektiv zusammenarbeitet?
Doz9: Torky weiß, dass er mir jede Geschwindigkeit geben kann. Ich bin aber auch ein Meckerfritze, weil ich dem Beat immer noch etwas dazugeben, ihn beleben möchte oder die Rhythmik, die er schon in sich trägt, betonen möchte.
Torky Tork: Aber weil Alex alles angreifen kann, findet er relativ schnell etwas. Alex könnte wahrscheinlich auch über einen Kugelschreiber rappen, der einfach nur Klack-Klack-Klack macht. Mir reicht es vollkommen, wenn ein Rapper nur Bilder aneinanderreiht. Lieber das als eine »Story über die Mama«, das ist cringy. So gesehen bin ich immer wieder beeindruckt, wie viele Ideen Alex in so kurzer Zeit…
Doz9: …aber es ist fadenlos.
Torky Tork: Vielleicht hast du diesmal den Bogen überspannt. Und ja, es gibt keine durchgehende Geschichte, sondern viele wilde Fetzen hintereinander. Aber diese Fetzen sind so stark, da sitzen andere Stunden dran, bis die auf solche Zeilen kommen. Ob die Leute dabei mitkommen, bezweifle ich.
Doz9: Mein Erfolg spricht für sich. (lacht)

Liegt das auch daran, dass du die bewährten Themen abhandelst – der Untergrund ist immer noch das Wahre, der Hustle immer noch was wert, und du bist nach wie vor der »schönste Mann im Raum«?
Doz9: Ich habe kein Problem mit dem typischen Eierzeigen, weil ich mich halt auch krasser finde als den Rest. Das gehört ja zu einem gesunden Rapperselbstbewusstsein.

Trotzdem schimmert auf den Tracks schon durch, dass du ohne konkretes Anliegen in eure Sessions gehst.
Doz9: Das ist, als würde man einem Kandinsky sagen: »Ich sehe nur Vierecke.«

Dann anders gefragt, Herr Kandinsky: Wie verhalten sich für dich Form und Inhalt zueinander?
Doz9: Ich drücke Gedanken eben nicht so aus, wie sie mir in den Sinn kommen. Genau das ist meine Bürde. Ambitionierte Rapper, die damit Geld verdienen wollen, setzen auf eingängige Beats, Themen, die zugänglich sind, Hooks, die jeder mitgröhlen kann. Mir geht es um Stilmittel, Metaphoriken. Ich stelle Lyrics über Technik. Ich bin eben kein Ghettoradio oder eine Stimme für irgendwas. Ich bin Kunst. Man kann sich an mir reiben.

So wie am Track »ersties.de« mit Karate Andi, über junge Mädchen, die sich schämen sollen, weil sie zu heiß sind. Die Bildsprache ist so explizit, dass ich den beinahe nicht zu Ende gehört habe.
Doz9: Da hatte ich tatsächlich eine Art Leitfaden, wobei es nicht um Pädosachen geht, sondern darum, was es mit dir macht, wenn ein junges knackiges Mädchen einen kurzen Rock anhat und du denkst: Scheiße Alter.

Scheiße ich kann nicht weggucken oder Scheiße ich hab keine Chance bei ihr, weil ich zu alt bin?
Doz9: Nein, scheiße Alter, was macht die denn da! Die moralische Komponente spielt gar keine Rolle. Es geht eher darum, wie arm dran du als Mann bist, weil du selbst als vernünftiger Typ nicht weggucken kannst. Da kann mir auch niemand was anderes erzählen. Wir haben den Track unseren Freunden gezeigt und die haben sich auch richtig aufgeregt. Aber ich bin stur geblieben. Das ist ein issue!

T9 (Torky Tork & Doz9) - Plastik Aus Gold LPWebshop ► LP | 2LP Deluxe Edition Die Hilflosigkeit bekommst du definitiv transportiert. Insofern lass uns noch einmal über deine kryptischeren Texten sprechen. Welches Potenzial steckt in ihrer Sperrigkeit?
Doz9: Es ist wie eine Aufgabe, nach dem Motto: »Er will mir etwas damit sagen.« Das hat mich bei schon bei Ghostface Killah angezeckt, oder bei Doom
Torky Tork: …auch bei Inspektah Deck oder Capone n Noreaga, mit dieser komplett eigenen Sprache, da konnte man sich so reinfuchsen. Für mich muss es etwas sein, was ich so noch nicht gehört habe. Vielleicht ist das unsere Gemeinsamkeit. Nicht, dass wir uns anmaßen würden, jedes Mal das Rad neu zu erfinden. Aber dass man einen Beat nimmt, wo kein anderer darüber rappt. Oder dass man die Stimmen auf eine bestimmte Art hoch- und runterpitcht, dass wir Breaks setzen oder dass er die ganze Zeit die Patterns wechselt und eben nicht stringent alles durchzieht. Dass es eben nicht so leicht zugänglich ist und zunächst auch gar nicht alles verstehen kann.
Doz9: Bei Dende war das auch immer so, zu ihm habe ich krass aufgeschaut, als ich angefangen habe. Meine Musik soll ein Bild sein, in dem man mit jeder neuen Betrachtung etwas anderes sieht.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Interview | verfasst 05.10.2016
Entweder Oder
Entscheider: Doz9
»Untergrund und grundlos Pleite«, Doz9 und Torky Torks Geist haben sich unseren sinneserweiternden »Entweder Oder«-Fragen gestellt. Also: Crack am Kotti oder Crystal Meth in Brandenburg?
Music Kolumne | verfasst 14.08.2012
Keine halben Sätze
Proband: Schaufel und Spaten
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmalige Probanden: Schaufel und Spaten. Leistung: Sind Teil der Funkverteidiger und veröffentlichen ihren Boom Bap am liebsten auf Vinyl.
Music Interview | verfasst 21.04.2015
Schaufel und Spaten
My Latest Epiphany
Schaufel und Spaten freuen sich auf den Anfang Mai erscheinenden neuesten Streich, »Unterm Untergrund 3 7/8». Wir sprachen bereits Ende letzten Jahres mit Björn Eric Schaufel aka Doz9 über einen seiner Höhepunkte von 2014.
Music Review | verfasst 09.01.2014
Torky Tork
PR-110
Der Berliner Beatmacher Torky Tork hat mit »PR-110« ein Instrumental-Album der besonderen Art veröffentlicht.
Music Interview | verfasst 24.03.2014
Carpet Patrol
Vom Teppich die Krümel
Als Carpet Patrol tun sich mit Torky Tork und Suff Daddy zwei alte Bekannte zusammen. Zunächst ging es um das gemeinsame Abhängen, später entstanden zwischen GTA und MPC auch Beats.
Music Review | verfasst 06.06.2007
Warheit
Betonklassik
Lange musste man auf ein Album von Azads Crew Warheit warten, nun liegt es mit endlich vor.
Music Review | verfasst 30.12.2010
Tua & Vasee
Evigila
Tua & Vasee haben sich hingesetzt, ein Konzept erarbeitet und ein Album aufgenommen, dass den Namen »Kunstwerk« verdient.
Music Review | verfasst 01.03.2007
V.Mann & Morlockk Dilemma
Hang zur Dramatik
Ein Lichtblick in diesem mauen Deutschrapjahr: V.Mann und Morlockk Dilemma leben ihren Hang zur Dramatik aus. Da haben sich zwei gefunden.
Music Review | verfasst 30.01.2011
Forsch und Facette
Forsch und Facette
Die Kölner Sängerin Fleur Earth tut sich diesmal mit dem Produzenten Quo Vadis zusammen: Das passt!
Music Review | verfasst 04.03.2011
The Love Bülow
Menschen sind wie Lieder
The Love Bülow klingen auf ihrem Debüt wie eine Mischung aus Jan Delay, Fettes Brot und Clueso.
Music Review | verfasst 02.03.2011
Bo Flower
Flo Bauer
Bo Flower macht seit Jahren sein eigenes Ding und auch auf Flo Bauer verlässt er diesen Pfad nicht.
Music Review | verfasst 20.07.2007
Team Avantgarde
Absolut
Die Bereitschaft zum Reflektieren ist quasi Grundvoraussetzung auf Team Avantgarde’s Absolut .
Music Review | verfasst 18.06.2007
Seperate
Ein Guter Tag Zum Sterben
Ein guter Tag zum Sterben ist keine schlechte Platte, aber es fehlt an Überraschungsmomenten.
Music Review | verfasst 26.03.2011
Morlockk Dilemma
Circus Maximus
Morlockk Dilemmas festigt seinen Ruf als versierten Rapper, der eine göttliche Segnung in Sachen Kreativität erfahren hat.
Music Review | verfasst 07.08.2007
Die Firma
Goldene Zeiten
Mit dem fünften Album der Firma werden passenderweise Goldene Zeiten ausgerufen und sich teilweise an Die Eine 2005 erinnert.
Music Review | verfasst 03.06.2011
K.I.Z.
Urlaub fürs Gehirn
Nach zwei Jahren melden sich die vier Berliner gewohnt schlagfertig und mit ordentlich schwarzen Humor zurück.
Music Review | verfasst 25.06.2011
Brenna
Drama
Drei Jahre nach seinem Debüt erscheint das zweite Album Drama vom Schlagzeuger, Sänger, Rapper und Produzenten Brenna.
Music Review | verfasst 05.07.2011
Casper
XOXO
Mit XOXO hat Casper etwas Neues und Großes geschaffen, das den momentanen Hype um ihn rechtfertigt.
Music Review | verfasst 25.07.2011
Various Artists
Beat Power
Twit One präsentiert die Speerspitze der HipHop-Producer Deutschlands auf einer Compilation zusammen.
Music Review | verfasst 25.08.2011
Samy Deluxe
SchwarzWeiss
Auf Platz 1 der deutschen Albumcharts einzusteigen ist noch kein Beweis für Qualität. Samy Deluxe ist aber ein gutes Album gelungen.
Music Review | verfasst 28.09.2011
Torch
Blauer Samt (Re-Release)
Torch zählt zu den Symbolfiguren des deutschen Hip Hop. Sein einziges Soloalbum, Blauer Samt, wird jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 21.10.2011
Kinderzimmer Productions
Gegen den Strich
Das wirklich letzte Abschiedsgeschenk: Kinderzimmer Productions musizieren mit dem Wiener Radio Symphonie Orchester.
Music Review | verfasst 26.10.2011
Absztrakkt
Diamantgeiszt
Denkstöße aus Lüdenscheid: Absztrakkt Deutschraps spiritueller Führer meldet sich zurück.
Music Review | verfasst 10.11.2011
Kollegah
Bossaura
Nicht jeder hat die Aura eines Franz Beckenbauers, Jürgen Milskis Mundwerk und das Vokabular von Ezra Pound. Kollegah schon!
Music Review | verfasst 16.11.2011
Sepalot
Chasing Clouds
Auf Chasing Clouds macht der Produzent noch einmal deutlich, wie überzeugend solide seine Musik ist.
Music Review | verfasst 23.11.2011
Sylabil Spill & Twit Uno
Entengang EP
Aus dem Dunstkreis der Kölner Entourage kommt diese entspannte EP von Sylabil Spill und dem Produzenten Twit One zu uns.
Music Review | verfasst 25.11.2011
Audio88
Die Erde ist eine Scheide E.P.
Der sympathische Weltkritiker und Teilzeitpolemiker aus Berlin präsentiert auf seiner EP diffuse Themen in seltenen Reimen.
Music Review | verfasst 19.12.2011
Die Profis (Mirko Machine & Spax)
Zeiten ändern dich nicht immer
DJ Mirko Machine und Spax sind als Die Profis zurück, um uns von der guten alten Zeit zu berichten.
Music Review | verfasst 10.01.2012
Hiob
Drama Konkret
Wer es noch nicht vernommen hat: Hiob ein ein formidables, zweites Album veröffentlicht.
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.