Music Liste | verfasst 26.10.2017
Welche Schallplatte hast du gehört,
als du 15 Jahre alt warst?
In diesem Jahr ist hhv Records 15 Jahre alt geworden. Wow, interessantes Alter. Da fragt man sich natürlich: Wie war das, als man selbst 15 war? Welche Platten haben wir damals gehört? Wir haben die Frage an unsere Autoren weitergegeben.
Text , Martin Silbermann, , Andreas Brüning, Peter Gebert, Tim Tschentscher, Philipp Kunze, Lars Fleischmann, Alexis Waltz, , Anna Gyapjas, Sonja Matuszczyk, Steffen Kolberg, , Florian Aigner, , Kevin Goonewardena, Jan Paersch, Andreas Schnell, Tim Caspar Boehme

Smooth Da Hustler - Once Upon A Time In AmericaWebshop ► Buy Vinyl LP Juni 1996, Schwabylon: der eine Girl Skateboards Fitted Cap auf seinen Quadratschädel quetschende F. Aigner sieht bei »Yo! MTV Raps« das Video zu »Broken Language« und hält Smoothe Da Hustler locker zwei Jahre lang für den GOAT.
September 1997, Schwabylon: F. Aigner setzt auf dem Dorfskateplatz »Once Upon A Time In America« als Black Flag-Alternative durch und zerstreitet sich mit mindestens drei Cargo-Hosen-Trägern, weil er nicht einen Song von NoFX, dafür aber »Hustlin’« auswendig kennt und beim rezitieren (leider) meist die Augen schließt.
Juli 1998, Schwabylon: Der übertalentierte lokale Courtking D. Harter feiert seinen 16. Geburtstag mit Dinkelacker und »Murdafest«. F. Aigner will auch kein Alman sein.Florian Aigner
 

Peter Gabriel - Ein deutsches AlbumWebshop ► Buy Vinyl LP Ein Freund meines großen Bruders war schuld. Der hat mir eine Kassette gemacht. Mit »Ein deutsches Album« von Peter Gabriel darauf. Bin seitdem die Zeilen »Krieg muss man schwänzen/Spiel ohne Grenzen« und »Du bist nicht wie wir« nicht mehr losgeworden. Gute Schule in Sachen Sprachwitz. Und Jerry Marottas beckenloses Schlagzeug ist auch ziemlich toll. Tim Caspar Boehme
 

David Bowie - David LiveWebshop ► Buy Vinyl LP Vorher war Deep Purple. »Wie sieht der denn aus?« Auf dem Cover ein schlimm ausgemergelter David Bowie mit Baggy Trousers und Schulterpolstern – so ganz geheuer war meinen Bremen-Norder Kumpels der Mann nicht. Dass es ausgerechnet »David Live« war – purer Zufall. Ein gutes Jahr brauchte dieses Album, welches Musikkritiker stets nur mit leicht mitleidigem Gesichtsausdruck erwähnen, bis auf meinen Plattenteller. Für mich ist es einfach die erste Bowie-Platte, die ich je gehört habe. Danach entdeckte ich Bowies »richtige« Platten. Und Iggy. Und Lou Reed und The Velvet Underground und alles, was danach kam. Vorher war nur Deep Purple. Andreas Brüning
 

The Distillers - Sing Sing Death House Musikalischer Umbruch. Von Destiny’s Child ging es zu The Distillers. Die Punk-Phase war eingeläutet und damit meine Schmalspur-Rebellion in einer konservativen mittelgroßen Stadt, in der man als Teenie zwischen Jugendtreff und Kellerdisco wählen konnte. »Are you ready to be liberated?« singt Frontfrau Brody Dalle auf der Platte. Ihre Stimme kratzig und schreiend. Die Songs energetisch und wütend. Wie cool war bitte diese Frau? Von nun an wurden gebrannte CDs auf dem Schulhof gedealt, Skate-Punk und Hardcore standen bei mir hoch im Kurs. »Sing Sing Death House« hat sich lange als einer meiner Lieblingsalben gehalten, auch wenn sich mein Musikgeschmack später um 180° gedreht hat. Vor ein paar Jahren habe ich Brody Dalle für ein Interview getroffen und musste mich stark zusammenreißen, den 15-jährigen Fan in mir hinter meinem hochroten Kopf zu verbergen. Und wenn heute in meiner Playlist zwischen Footwork und UK Bass zufällig ein Distillers-Song auftaucht, reiße ich noch immer die Arme in Luft und gröle jedes einzelne Wort mit. Maike de Buhr
 

Jane's Addiction - Nothing's Shocking Webshop ► Buy LP Meistens kamen gerade die CDs, die ich auf keinen Fall meinen Eltern zeigen wollte, am besten bei meinen Kumpels an. Diese hier stieß weder hüben noch drüben auf Verständnis. Als ich meinen Teenie-Freunden das erste Mal »Jane Says« von Jane’s Addiction, meine neueste Entdeckung aus der VIVA Zwei 2rock-Rotation (RIP, du genial-dilletantische Brutstätte meiner musikalischen Sozialisation) zeigte, war die Antwort nur jede Menge homophobes Gebrabbel von Leute, die den Großteil ihrer Zeit damit verbrachten, Johnny Knoxville zur Zielscheibe ihrer libidinösen Verwirrungen zu machen. Über ein halbes Leben später kann ich nur sagen: Pech gehabt, in beiderlei Hinsicht. Der hier bleibt, für immer. Kristoffer Cornils
 

Limp Bizkit - Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water InterscopeWebshop ► Buy Vinyl 2LP Nicht sonderlich einfallsreich, doch »Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water« von Limp Bizkit war in ihrer Rohheit, gepaart mit gelassener Frechheit und Coolness klassisches 15’er Futter. Dummer Jungs- und Männerhumor, musikalische und geschmackliche Minder-Qualität – und heute den Generationen-Begriff ablehnend – machen es zwar heute schwer die Platte zu ertragen; doch damals war es der Soundtrack zur Pubertät. Und wie bescheuert diese Zeit doch ist, zeigt derzeit »Big Mouth« auf Netflix. Filed under: Rage, Sex and Booze. Lars Fleischmann
 

Deutsch Amerikanische Freundschaft - Der MussoliniWebshop ► Buy Vinyl LP Deutsch Amerikanische FreundschaftAlles ist gut. Mit 15 war ich ein braves Mädchen. Dann kamen zwei merkwürdige Herren namens Görl und Gabi und stellten ein Perpetuum Mobile aus schwitzendem Eis hin, das nach allen Regeln der Herde nicht laufen durfte, es aber tat. Braves Mädchen und musikalischer Kanon gaben sich die Hand, bröselten weg, alles war falsch. Peter Gebert
 

Tocotronic - K.O.O.KWebshop ► Buy Vinyl LP Diese Liebe begann auf einem Dachboden Ende der Neunziger. Muttern, ich, ein Radio. Was » K.O.O.K.« wohl zu bedeuten habe, schloss sich meine Mutter dem rätselnden Moderator an. Tocotronics bereits viertes Album ist viel mehr die unvermeidliche Weiterentwicklung und keineswegs plötzlich auftretende radikale Zäsur. Gleichwohl polarisierend, viel diskutiert, von manch einem bis heute nicht verziehen. Mit »K.O.O.K.« leitet die Band die große Geste ein, beginnt im Bombast zu schwelgen, serviert Kitsch ohne Pein. Band und Platte irren weiter mit den Irrenden, den Suchenden, den Schmerzverzerrten, den Liebenden, den Hoffenden – und holt mich ab. Ab hier ohne Trainingsjacken und Parolen. Vor allem lehrt sie mich Sprache zu verstehen und gebrauchen – und hievt die Band aus dem SPEX-Relevanzkosmos heraus. Kevin Goonewardena
 

50 Cent - Get Rich Or Die Tryin'Webshop ► Buy Vinyl 2LP Sommer 2004: In einer Berliner Oberschule, die nach einem Marxisten benannt ist, nicken dreißig Sechstklässler zum dumpfen Beat von »In da Club«. Im Musikunterricht, nicht auf dem Schulhof. Einer von ihnen, glühender Fifty-Fan, rappt sich an der Tafel mehr schlecht als recht durch die Strophen, der Plan ist, dass wir anderen zum Chorus mit einsteigen. »You can find me in the club« kriegen wir noch hin, was »the X« ist, die der Rapper den Mamis anbietet, bleibt bis zum Schluss der Stunde unklar, ebenso, was eine »bottle full of bub« sein soll. Trotzdem leihe ich mir in der Pause »Get Rich Or Die Tryin’« – und übe zu Hause so lange, bis ich ebenso süffisant spitte wie Fifty… Ohne das Album wäre ich wohl nie auf Gangstarap und damit zu einem gesunden Maß an Selbstüberschätzung gekommen. Auf das ungesunde Maß an sexueller Verfügbarkeit und das fragliche Frauenbild hätte ich zwar gern verzichtet. Andererseits wäre dann auch die Flucht in den Conscious Rap ausgeblieben, genauso wie die heilsame Selbstreflektion und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Popkultur, Identität und Stereotypen. G-G-G-Gender Studieees! Anna Gyapjas
 

The Breeders - Last SplashWebshop ► Buy Vinyl LP Als ich 15 war, ist Kurt Cobain gestorben. Die teenage angst hat er gleich mit ins Grab genommen. Das war ein großes Glück für mich, denn ich konnte nun wieder relativ unbekümmert in die Zukunft schauen. Doch Fakt war auch, ich brauchte neue Rollenvorbilder, neue Götter. Ja, der Plural ist hier richtig, denn auf einer einzelnen Schulter wollte ich meine Hoffnungen nicht länger ruhen lassen. Ich hatte ja dazugelernt. Also sah ich fern. MTV. »120 Minutes«. Jede Woche neue Musik. Eine Manie, die sich bis heute erhalten hat. Jede Woche neue Bands. Hier war schnell klar, mich interessierten die Amerikaner mehr als die Briten. Die konnten einfach leichter, so mein Gefühl, über sich selbst lachen: Pavement, Dinosaur Jr, Halo Benders, Guided By Voices, Pixies. Die Pixies hatten sich 1993 bereits getrennt und eines der daraus entstandenen Projekte waren The Breeders. Wieso ich hier jetzt über »Last Splash« schreibe, weiß ich auch nicht so genau. Ich könnte natürlich schreiben, wie The Breeders meine Hörgewohnheiten bis heute bestimmt haben, dass ich durch sie gelernt habe, dass Bässe tief gestimmt sein müssen, dass das Trommeln auf dem Beckenständer super fancy klingt, und wie das meine Gehör für tolle Sounds schulte, dass die Stimme selbst ein so unglaublich starkes Instrument sein kann. Alles wahr. Aber quatsch. Es ist keine Platte, die mich besonders prägte. Ehrlich gesagt, gab es Jahre, in denen ich sie vollkommen vergessen hatte. Aber in dem Sommer, als ich gerade noch 15 war, da war »Cannonball« mein »Sabotage«. So lässig und clever. So kraftvoll und unmittelbar. Sebastian Hinz
 

Beastie Boys - Ill CommunicationWebshop ► Buy Vinyl 2LP »Ill Communication« war nicht das erste Album der Beastie Boys, welches ich damals gehört habe. Aber es ist mit Sicherheit jenes, das am häufigsten rotierte. Mit ihrem Medley aus Hip-Hop, Jazz und Punk Rock sind die Jungs darauf so viel lockerer und lässiger unterwegs, als es die viel bemühten Äquivalente der deutschen HipHop-Szene wie Fanta 4 oder die Beginner je sein konnten. Und sie zeigten mir noch so viel mehr: Die Videos zu »Root Down« und »Sabotage« machten mich auf »Wild Style« (1983) und Spike Jonze aufmerksam. Auch jetzt klingt »Ill Communication« für mich immer noch so, als sei die Crew aus Brooklyn damit auf ihrem absoluten Höhepunkt angekommen. Rest in Peace, MCA! Henning Koch
 

Blackmail - Friend Or Foe Mit 13 Jahren hatte sich die schicksalhafte Frage, ob meine Jugend von Rock oder Hip-Hop bestimmt sein sollte, exemplarisch vor dem CD-Regal bei Müller entschieden. Die Wahl fiel auf Limp Bizkits »Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water« statt Eminems »Marshall Mathers LP« und somit auf Rock in Form seiner bis dato abstoßendsten Mutation, Nu Metal. Zwei Jahre später war ich dieses absurden Genres langsam überdrüssig, da liefen mir Blackmail auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft über den Weg. Dass vier eher unscheinbare Typen aus dem eher unscheinbaren Koblenz es mit »Friend Or Foe?« zu Viva-Dauerrotation und Erfolg in Japan brachten, imponierte mir damals und bestärkte mich darin, das mit dem Musikmachen weiter voranzutreiben. Zumindest noch die nächsten fünf Jahre lang.
Steffen Kolberg
 

Eminem The Marshal Mathers 2 LPWebshop ► Buy Vinyl 2LP Alter, ich war 15, was soll ich sagen?! Ich war unglücklich verliebt, von allen unverstanden, unterbezahlt und unterernährt. »The Marshall Matters LP« von Eminem war der Hass und irgendjemand, eventuell auch sich selbst, zu töten, hatte damals top zu meinem state of mind gepasst. Heute ist es ein Leuchtturm in der Vergangenheit, der mir das Festland von damals anzeigt, das ich froh bin verlassen zu haben und auch nicht mehr ansteuern werde. Philipp Kunze
 

RAG - Unter Tage Die Platte, die mir spontan einfällt ist *»Unter Tage« von RAG. Ein kalter Januarabend im Jahre 2000. Wir befinden uns in einem herunter gekommenen Jugendclub irgendwo im Nirgendwo von Sachsen-Anhalt. Die Wände sind betaggt. Es müffelt nach Schimmel. Eine Bong blubbert und es ziehen kalte graue Rauchschwaden durch den Raum. Auf dem Röhrenfernseher in der Ecke flimmert »Tony Hawk’s Skateboarding« auf der Playstation. Harte, puristische Hip Hop-Beats schallen aus den Lautsprechern des Kassettenrekorders. In monotonem Tonfall hört man einen jungen Mann vom Band dazu rappen: »Die Blüte meiner Jugend verglühte in einer Tüte.« Der bunte Haufen aus Skatern, Sprühern, Gabberkids und Provinzjuvenilen sitzt versammelt auf den versifften Sofas, nickt stoisch zum Beat und rappt die Texte mit. Wieder und wieder wird die Kassettenseite gedreht. Sie sollte fortan für Monate im Tapedeck verbleiben und unentwegt laufen. Ob die Halbstarken damals auch nur ansatzweise erahnten, welchem Deutschrap-Meilenstein sie hier lauschten? Benjamin Mächler
 

Björn - HomogenicWebshop ► Buy Vinyl LP Ari Up war 15 als sie 1977 gemeinsam mit den Slits ihr legendäres Album »Cut« veröffentlichte. The Slits, Island Records, cozy mit den Sex Pistols und The Clash. Verdammt! Und wo war ich mit 15? Im umgebauten Partykeller eines Reihenhauses in Bonn-Kessenich, wo ich meine Stimmbänder zu jaulenden Coverversionen von Cat Power verdrosch. Zu anders, um Teil zu haben, zu schüchtern, um Punk zu werden, zu jung, um eine Revolution zu starten – 15 ist ein beschissen einsames Alter für einen weirdo.
Ich floh im Sommer für ein paar Monate zu meiner exzentrischen Patentante, die zusammen mit ihrem Mann – einem talentierten jedoch erfolglosen Schlagzeuger – am Stadtrand von Paris ihr Bohème-Exil fristete. Ich liebte dieses kleine Fenster Freiheit, und atmete all die geheimnisvollen Platten ein, die mir Jerzy täglich in den Discman warf. Diese Musik war mein Versprechen irgendwann aus der Tristesse ausbrechen zu können. Und das Versprechen erhielt einen ganz konkreten Namen: Björk.
»Homogenic« ist sicherlich nicht ihr bestes Album, aber mein erstes, und deswegen für mich auch das wichtigste. Ich hörte »Jogà« und heulte salzige Pfützen, hörte »Hunter« und bewarf all die bröselspermagrinsenden Lackaffen mit Bierflaschen, nur um mit »All Is Full Of Love« wieder Frieden mit ihnen zu schließen. Mich interessierte nicht, wie Björk medial wahrgenommen wurde: sie lehrte mich die Furchtlosigkeit der Unangepasstheit, bei gleichzeitiger unverfrorener Umarmung ihrer Weiblichkeit, radikaler als es je ein Riot Grrrl für mich verkörpern konnte. Für sie schlossen sich Sentimentalität und wild tobende Widerspenstigkeit nicht aus, Björk lebte und lebt immer noch das Kompromisslose, eine niemals endende Neugier. Ihre Kunst formte mich zur der Frau, die ich mich vorher nicht traute zu sein. Sie eröffnete mir ein Universum an Einflüssen und eine Einstellung, die mir bis heute als Spiegel dient. Und verlieh mir den schützenden Kokon, durch den ich mich mit 18 schließlich selbstbewusst durchbeißen konnte: »Excuse me, but I just have to explode this body off me. I’ll be brand new tomorrow.« Sonja Matuszczyk
 

Beastie Boys - Ill CommunicationWebshop ► Buy Vinyl 2LP Die Beastie Boys haben den Skateplatz neben eh coolen Disziplinen wie Rap und Punk auch mit Lounge Jazz beschallt. Und Dorfkindern wie mir gezeigt, wie man stilvoll desinteressiert erscheint, obwohl es kaum größere Fanboys gibt. Die ikonische Achse aus »Sure Shot«, »Sabotage« und »Root Down« ist auch heute noch eine weihevolle Erfahrung, und anfangs übergangene Kleinode wie »Flute Loop« und »Do It« lassen inzwischen längst erkennen, dass »Ill Communication« die beste Beastie Boys LP ist. Also neben »Paul’s Boutique«. Aber das ist eh klar. Christian Neubert
 

Beastie Boys - Ill CommunicationWebshop ► Buy Vinyl 2LP Gerade noch auf einem Herbert Grönemeyer Konzert geschunkelt und zwei Wochen später bei den Beastie Boys im Berliner Metropol aufs derbste gemosht. Wenige Tage später haben mir dann Body Count den Schädel endgültig zurechtgerückt. Danach lief lange Zeit und intensiv »Ill Communication« und eine nie endende Liebe begann. RIP MCA. Jens Pacholsky
 

Led Zeppelin - Physical GraffitiWebshop ► Buy Vinyl 2LP Diese Drums! Was John Bonham da spielt, ist nicht von dieser Welt. »Physical Graffiti« war der Höhepunkt des Led Zeppelin’schen Schaffens, 83 Minuten auf vier LP-Seiten, und keine zuviel. Während andere Rap oder Britpop hörten, hängte ich mir Jimmy-Page-Poster in meinem Zimmer auf und spielte Luft-Schlagzeug zu Bonhams unfassbaren Grooves. Wenn ich Energie brauchte, hörte ich »In My Time of Dying«, wenn ich traurig war »Ten Years Gone«, und zum Abhängen »Bron-Yr-Aur«. Es war auch eine meine ersten selbstgekauften LPs, wegen des raffiniert ausgestanzten Covers. Jan Paersch
 

Emmylou Harris - Last DateWebshop ► Buy Vinyl LP Ich kann nicht sagen, dass diese Platte, eine von den wenigen, die ich damals oft und innig hörte, mein Leben ruiniert hätte. Gerettet hat sie mich eigentlich auch nicht. Aber sie erschloss mir eine neue Welt: »Last Date«, das erste Live-Album von Emmylou Harris, 1982 erschienen und sogleich gekauft, machte mich damals mit Gram Parsons »Cosmic American Music« bekannt, von Harris eingebettet in ein Konzept ländlicher amerikanischer Musik, das deren Wurzeln ebenso kannte wie das vorausahnte, was wir heute Americana nennen. Auch wenn zwischendurch all dies für mich in den Hintergrund rückte: Emmylou Harris bin ich – zumindest halbwegs – treu geblieben. Andreas Schnell
 

Beastie Boys - Ill CommunicationWebshop ► Buy Vinyl 2LP Streng genommen war ich beim Kauf noch 14, aber erst mit 15 hab’ ich sie so richtig rauf und runter gehört: »Ill Communication« von den Beastie Boys. Vor allem die Vielschichtigkeit der Platte haute mich damals um und prägte meinen musikalischen Fokus. Klar waren da der Über-Song »Sabotage« und die Hip Hop-Singles wie »Sure Shot«, aber dazwischen eben Hardcore-Punk, funky Instrumentals und sogar tibetanische Mönchschöre – die Beastie Boys stellten schlichtweg den Crossover-Begriff, der damals vor allem mit Bands wie Rage Against The Machine in Zusammenhang gebracht wurde, komplett auf den Kopf. Martin Silbermann
 

213 - The Hard WayWebshop ► Buy Vinyl 2LP Nicht nur, dass die Zusammenkunft als Dreigestirn aus Snoop Dogg, Nate Dogg und Warren G zum letzten Mal das Beste aus allen Beteiligten herauskitzelte, »The Hard Way« von 213 ließ pubertierende Ostwestfalen mit Krawatte und Hut die Mittelstufe besuchen, als Baggies und Iverson-Jerseys noch aktuell waren. Tim Tschentscher
 

The Cure - DisintegrationWebshop ► Buy Vinyl LP Mit 15 hörte ich »Disintegration« von The Cure und »Violator« von Depeche Mode. Damals war man an meiner Mittelschule in den Suburbs von Bremen entweder Fan von The Cure oder Fan von Depeche Mode, Goth oder Popper. Es war 1990. Wir standen zwischen zwei Jahrzehnten. Wir waren der einzige Jahrgang, in dem niemand rauchte. Die Älteren verbrachten die Pausen in der Raucherecke, da sie vom auslaufenden Punk zehrten. Die Jüngeren trugen die Verzweiflung der Generation X in sich. Wir mieden die Tiefe. Wir gruselten uns, wenn Robert Smith im Video zu »Lullaby« von einem Monster gefressen wurde. Uns kräuselten sich die Nackenhaare, wenn wir auf Depeche Mode’s Live-Album »101« die Menschenmassen im Rose Bowl in Pasadena, Texas schreien hörten. Für mich standen beide Bands damals schon am Ende ihrer Karriere. Ich
Depeche Mode - ViolatorWebshop ► Buy Vinyl LP war bereit für neue, tollere, wunderbarere Bands, für die turbulenten Neunziger. Alexis Waltz  

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Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Review | verfasst 19.06.2015
Dele Sosimi
You No Fit Touch Am
»You No Fit Touch Am« von Dele Sosimi hat es einfach in sich: animalisch wild, instinktiv verständlich und einfach tierisch gut.
Music Review | verfasst 16.06.2015
Aidan Baker & Idklang
In The Red Room
Aidan Baker hat mit Idklang einen Partner gefunden, der seiner ausufernden Kunst einen formlosen Rahmen gibt.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music News | verfasst 19.06.2015
Ausklang | New Music Friday
Neue Musik von Seven Davis Jr., Fatoni et al.
Woche für Woche picken wir Tracks, die uns in den vorausgegangenen sieben Tagen nicht aus dem Kopf gehen wollten, deren Release auf den heutigen Tag fällt oder einem anderen Pseudogrund unterliegen. It’s new music, Raab!
Music Review | verfasst 18.06.2015
Hilde Marie Holsen
Ask
Für ihr bei Hubro Music erscheinendes Debüt »Ask« hat Hilde Marie Holsen fünf jazzige Stücke im Studio an der Akademie in Oslo improvisiert.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.