Music Essay | verfasst 19.12.2017
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Text Kristoffer Cornils
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Als am 15. Juli 2012 ein 4:12 Minuten langes Video auf YouTube hochgeladen wurde, waren dessen globalpolitische Konsequenzen noch nicht abzusehen. Der britische Premier David Cameron und der POTUS Barack Obama sollten wenige Monate später nachahmen, was darin zu sehen war. Selbst der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, bezeichnete es als eine »Kraft für den Weltfrieden«. 4:12 Minuten, die die Welt zusammenzubringen sollten. Oder?

Natürlich kam es anders. 2017 drohte Obamas Nachfolger per Twitter dem Nachbarland des südkoreanischen Rappers Psy mit dem Atomkrieg. »Gangnam Style« hatte nicht eingehalten, was Ki-moon angesichts des viralen Erfolgs seines Videos prophezeite: Der Weltfrieden ist seit seiner Veröffentlichung in noch weitere Ferne gerückt.

»Gangnam Style« wurde deswegen zu einem so einen flächendeckenden Erfolg, weil kaum jemand außerhalb Südkoreas überhaupt verstand, worum es dem pummeligen Sänger ging. Wo endet die ehrbare Absicht, wo beginnt die stückchenhafte Ausbeutung? Eigentlich war der Song ursprünglich nichts weiter als eine Persiflage auf das Gebaren der südkoreanischen Oberschicht im gleichnamigen Distrikt der Landeshauptstadt Seoul. Die Übersetzungen und Kontextualisierungsversuche aber hinkten der Verbreitung des Videos hinterher. Dessen Erfolg entzog sich den üblichen Erklärungsmustern ebenso wie den herkömmlichen Abläufen der westlichen Musikindustrie.

Social Media machte möglich, was kein hundertköpfiges Marketing-Team hätte forcieren können: Dass aus der regional beschränkten Satire ein internationaler Smash-Hit wurde. Obwohl die Welt mit dem Erfolg des Videos ein Stück weiter zusammenzurücken schien, wurden die Differenzen dafür umso offensichtlicher: Im globalen Norden beziehungsweise Westen wurde das Video unkritisch gedeutet. Tenor: Die haben da alle ein Rad ab.

Psys Geschichte scheint zuerst nicht so ungewöhnlich. Haben wir dasselbe nicht schon zuvor mit algerischen Raï-Sängern in den Neunzigern erlebt? Oder mit dem Syrer Omar Souleyman?

Der Unterschied zwischen den beiden Erfolgsgeschichten von Psy und Souleyman liegt zum einen in der Form der Verbreitung: Souleyman hatte westliche Gatekeeper wie das Label Sublime Frequencies, die ihm unter die Arme griffen. Psy aber wurde ohne viel Hilfestellung zum Viralhit. Ein paar Jahre zuvor wäre das schier unmöglich gewesen. Aber die Welt war ein bisschen enger zusammen gerückt, das heißt noch dichter miteinander vernetzt. Von YouTube ging es für »Gangnam Style« auf Facebook, Twitter, tumblr, und so weiter – around the world, around the world.

Vorsprung durch Technik
Die Idee, dass Technologie die Welt näher zusammenbringt, ist ungefähr so alt wie die Erfindung der Schrift. Mit jeder neuen Entwicklung aber wird diese Idee erneut ans Tageslicht befördert, ausgeweidet und irgendwann vergessen. Bis das nächste Medium die Weltgemeinschaft zu revolutionieren verspricht.

Anfang der Achtziger, dem Jahrzehnt des Samplers, setzen sich Jon Hassell und Brian Eno das Ziel, eine komplett neue Musik zu erschaffen. Jon Hassell – Fourth World 2 - Dream Theory In MalayaWebshop ► Vinyl LP Sie wollten sogenannte primitive Musikformen mit neuester Technologie verbinden und so die dritte mit der ersten Welt in mal mehr, mal weniger harmonischen Einklang zu bringen. Drei plus eins ist vier, »Fourth World, Vol. 1: Possible Musics« nannten sie dementsprechend das 1980 veröffentlichte Resultat, dem im folgenden Jahr mit Hassells Solo-Album »Dream Theory In Malaya: Fourth World Volume Two« ein zweiter Teil folgte. Diese zweite Platte wurde wie der Erstling zuvor im Jahr 2017 neu von Glitterbeat, einem Label aus der deutschen Einöde, neu aufgelegt und reihte sich damit in einen ganzen Schwung von Veröffentlichungen ein, welche sich in diesem Jahr denselben musikalischen Ideen verschrieben hatten.

miracle steps optimoWebshop ► Buy 2LP Mit »Miracle Steps (Music From The Fourth World 1983-2017)« und »Tropical Drums of Deutschland« brachten das schottische DJ-Duo Optimo und der deutsche DJ und Produzent Jan Schulte zwei Compilations an den Markt, die von der Kritik ebenso begeistert aufgenommen wurden wie von den Fans obskurer Musik. Ist es nicht aber komplett irrsinnig, dass die nach Patschuli miefenden Birkenstock-Enthusiasten der vergangenen Jahrzehnte uns plötzlich als der heißeste Scheiß verdealt werden?

Womöglich herrscht eine Nachfrage nach Utopie. Denn was ist eine Fourth World, wenn nicht genau das: Ein Nicht-Ort, der außerhalb aller Konzepte von Raum (und bisweilen auch der Zeit) zu existieren scheint? Der die Kulturen zugleich umfasst und vereint, im friedlich-künstlerischen Miteinander? Various Artists - Tropical Drums of Deutschland. Compiled by Jan SchulteWebshop ► Buy Vinyl 2LP2016 feierte Thomas Mores bahnbrechender Roman »Utopia« seinen 500. Geburtstag, mit dem der britische Autor dem Genre einen Namen gegeben hatte. Die Geschichte einer rational durchstrukturierten Gesellschaft, in der niemand Hunger leiden muss und in welcher Eigentum als solches nicht existiert, scheint heute aktueller denn je, weil sie umso weiter von unserer Realität entfernt ist. Denn mit dem globalen Doppelsiegeszug von Neoliberalismus und völkischer Ideologie sind die Grenzen nicht verschwunden, nein. 2017 wurden sie stattdessen wieder härter gezogen. Rational geht es dabei nun wirklich nicht zu und gelitten wird umso mehr – nicht nur Hunger.

Mit der Idee einer Fourth World Music gingen aber von Anfang an schon Fourth World Problems einher. So hehr die Ziele von Hassell und Eno auch gewesen sein mögen, ihre Motivation scheint sich nicht wesentlich von ordinärer Kolonialisationslogik zu unterscheiden: Einerseits verorteten sich die beiden als Vertreter einer »ersten« Welt auf der Spitze des zivilisatorischen Siegertreppchens, anstatt diese Hierarchie selbst zu hinterfragen. Die Drei-plus-eins-Gleichung des Fourth World-Konzepts basiert ausdrücklich auf einem kulturellen Vorsprung durch Technik.

Andererseits legte Hassell, der laut eigener Aussage Enos Namen nur aus finanziellen Gründen mit aufs Cover aufnahm, die Grundlagen für das Verfahren, die jener mit dem Talking Heads David Byrne 1981 auf dem Album »My Life In The Bush Of Ghosts« populär machten: das Sampling. Ein wesentliches Problem am Sampling ist seinem Namen eingeschrieben. Denn ein Sample ist eben genau das: eine Stichprobe, ein kleiner Happen, die minimale Auswahl eines ganzheitlichen Bildes. Sampling kann und soll sogar keine größeren Kontexte erfahrbar machen, sondern in andere überführt werden. Problematisch wird es dann, wenn ganze Kulturen entwurzelt, in Einzelteile zerstückelt und mundgerecht zum Feierabend serviert werden. Wo endet die ehrbare Absicht, wo beginnt die stückchenhafte Ausbeutung? Anders gefragt: Wenn die Fourth World für alle sein soll, warum stehen dann wieder nur die Namen zwei weißer Männer aus wohlhabenden Industriestaaten drauf? Sieht so, hört sich so eine Utopie an? Oder vielmehr die bittere Realität?

Bonobo - Migration LP Webshop ► Buy:2LP | CD Im Jahr 2017 versuchten diverse Indie-Musiker, das alte Programm neu zu verpacken: Bonobo zeichnete mit gedämpften Downbeat-Tönen die »Migration« nach, welche die Welt und insbesondere Europa spätestens seit dem Krieg in Syrien in den letzten zwei Jahren erlebte. James Holden scharte eine Live-Band um sich und spielte als James Holden & The Animal Spirits eine Platte ein, die seiner Auffassung nach eine neue Art transzendente, transkulturelle Folk-Musik abbildete, die alle Grenzen überschreitet. Die Ninos du Brasil, dem Titel nach Kinder Brasiliens, sind immer noch dem Pass nach italienischer Staatsangehörigkeit und sehnten sich auf »Vida Eterna« dennoch in den Dschungel. Es gibt noch viel mehr solcher Beispiele. Weil unsere Technologien es immer einfacher gestalten, andere Kulturen herüberzusampeln und weil es derzeit schlicht keine dringenderen Fragen zu beantworten gäbe. All diese Erklärungs- oder Verständnisversuche, all diese Vorformulierungen einer gemeinsamen globalen Sprache jedoch klangen auf ihre Art hilf- und kraftlos.

Dort die Musik, hier das Kapital
»The early twenty-first century will be remembered as a time of great forgetting«, lautet gleich der erste Satz von Jace Claytons – besser bekannt unter seinem Pseudonym DJ /rupture – 2016 erschienenem Buch »Uproot. Travels in 21st-Century Music and Digital Culture«. Darin zeichnet Clayton in unterhaltsamen Anekdoten die Entstehung von regionalen Sounds und ihren bisweilen globalen Siegeszügen aus den letzten 17 Jahren nach. Psy im Kleinen, sozusagen.

Von Fruity Loops bis Autotune sind es vor allem technologische Errungenschaften, die das möglich machen. Eins aber wird dabei in der Tat gerne vergessen: Obwohl die Produktionsmittel für neue und aufregende Musik mittlerweile beinahe überall erhältlich sind, liegt das Kapital weiterhin in westlicher Hand.

Im Herbst 2016 kam Bewegung in die Reissue-Szene: Der Chef des jungen Labels PMG wurde beschuldigt, zuvor auf seinem Label Steinklang unter anderem das Horst-Wessel-Lied auf eine Compilation gepresst und selbst als Rasthof Dachau Musik veröffentlicht zu haben. Rechtsradikale Verbindungslinien, afrikanischer Funk: Der perfekte Skandal war geboren und recht schnell wieder vergessen.

James Holden - Animal SpiritsWebshop ► Buy Vinyl 2LP Vor allem wurde im Laufe des Shitstorms eine Frage zu selten gestellt. Sie betrifft die Struktur der gesamten Reissue-Industrie und all den Labels für Musik aus dem globalen Süden, dem fernen Osten und anderswo. Angefangen mit spezialisierten jungen Indie-Labels Acid Arab, Disco Halal, Versatile, Habibi Funk, Awesome Tapes From Africa, Analog Africa, Sahel Sounds, Gqom Oh!, Saigon Supersound über Institutionen wie Honest Jon’s, Soul Jazz, BBE, Rush Hour oder Mr. Bongo hin zu Imprints wie RVNG Intl., Palto Flats, Music From Memory, Lullabies For Insomniacs und Emotional Rescue sind es vor allem in Europa und den USA stationierte Labels, die als Gatekeeper fungieren. Hinterfragt wird das selten und muss es in manchen Einzelfällen auch nicht unbedingt: Faire Umverteilung gegenüber den Artists ist schließlich immer möglich und die besten Absichten sind in allen Fällen vorhanden. Trotzdem muss die Frage gestellt werden: Warum wird äthiopischer Soul aus den Siebzigern heutzutage eigentlich in Deutschland und nicht in Addis Abeba gepresst? Oder auch: Will das in Äthiopien überhaupt jemand hören?

Selbst bei fairen Deals mit den Artists kommt selten etwas in den Kulturen an, als deren Tokens sie in der Musikpresse und in der Diskussion über Musik aus der sogenannten dritten Welt herhalten müssen. Angefangen vom Presswerk über die Vertriebe hin zu den Labels: Das hinter den Kulissen kursierende Geld bleibt überwiegend bei uns, die Steuern werden zuhause gezahlt.

Das gilt auch für diejenigen, die ihr Publikum mit den besten Intentionen an die Sounds aus aller Welt heranführen müssen. Sowohl Optimo und Schulte beispielsweise profitieren von einem weiteren Trend, der sie in ihrer Gatekeeper-Funktion zu Tastemakern macht: Sie gelten weniger als DJs denn vielmehr als Selectors. Der Preis für die Utopie liegt darin, dass die Insel sich fast völlig von der Außenwelt abgeschottet hat.Der in den letzten Jahren immer häufiger verwendete Begriff, dem das niederländische Kollektiv Dekmantel ein eigenes Festival sowie eine von verschiedenen DJs betreute Compilation-Serie widmete, wird selten als Selbstzuschreibung verwendet. Weder Optimo noch Schulte inszenieren sich in der Rolle, die ihnen angetragen wird und erst recht liefern sie keine Heilsversprechen ab. Sie wollen ihr Publikum lediglich für gute Musik begeistern und sie dabei vielleicht anstubsen, sich mit derjenigen anderen Kulturen auseinanderzusetzen. Doch auch sie arbeiten damit ungewollt an einem Klischee mit, das ein 2017 kursierendes Meme persiflierte: Umrahmt von der Caption »Starter pack for white ppl who play rare African disco jams for white ppl« sind darauf von der Hornbrille über das dümmliche Hawaii-Hemd bis zum Rotary-Mixer alle Insignien zeitgenössischen Gatekeepings abgebildet.

So ehrbar es auch ist, der vermeintlich dritten Welt Tor und Tür aufstoßen zu wollen, so wird damit auch die Schwelle zwischen den Kulturen nur betont. Unterschiede anzuerkennen ist wichtig und richtig, doch die reine Kurationstätigkeit, die den Markt im Westen mit Reissues und ethnographischen Aufnahmen von überall her überflutet, räumt jungen Artists von eben dort wenig Platz ein. Wie viele Fans von malischem Funk aus den siebziger Jahren wissen eigentlich, was aktuell in den Clubs von Bamako gespielt wird? Das Dilemma erinnert ein wenig an die Schattenseite von dem, was More vor 501 Jahren in »Utopia« beschrieb: Der Preis für die Utopie liegt darin, dass die Insel sich fast völlig von der Außenwelt abgeschottet hat.

Durch die Hintertür in die Welt
Technologie kann, wie vor fünf Jahren schon Psy zeigte, an den Gatekeepern vorbei den Schlupfweg durch die Hintertür öffnen. 2017 mehr denn je. Zumal sich nicht wenige der Gatekeeper in ihrer Rolle offensichtlich nicht wohl fühlen und ihre eigene Stellung problematisieren.

Lovin' Mighty Fire - Nippon Funk, Soul, Disco 1973-1983Webshop ► Buy Vinyl 2LP Ganze drei Compilations widmeten sich in diesem japanischer Disco-, Boogie-, Soul- und Funk-Musik. Die wohl beste davon, »Lovin’ Mighty Fire (Nippon Funk, Soul, Disco 1973-1983)« wurde vom Briten Howard Williams alias Japan Blues zusammengestellt, der mit »Sells His Record Collection« eines der kuriosesten Alben des Jahres veröffentlichte. Darauf injizierte er gängigen Plunderphonics-Methoden – nicht weit vom Sampling entfernt – hier und dort unheimliche Momente wie den Vocoder-Einsatz im Track »Yakuza No Uta«. Der Bruch mit dem Ausgangsmaterial erinnert an den klassischen V-Effekt, wie ihn Bertolt Brecht einst im Theater einführte: Die Künstlichkeit der Situation wird also solche mit aller erlaubten Brutalität herausgestellt. Eine ähnliche Distanz nehmen Produzenten wie Don’t DJ und das Duo Visible Cloaks ein, die sich beide auf ihre Art ebenfalls mit japanischer Musik auseinandersetzen. Auf EPs wie »Authentic Exotism« von Don’t DJ und den Alben »Reassamblage« und »Lex« des Duos Visible Cloaks werden die Fragen nach den schwammigen Grenzbereichen zwischen stupider Appropriation und gesellschaftlichen Prozessen gestellt.

japan blues sells his record collectionWebshop ► Buy Vinyl 2LP Obwohl soviel Selbstkritik im Mainstream nicht erwartbar wäre, zeigt sich dort ebenso eine Änderung. Ed Sheerans »Shape Of You« verhält sich zu »Despacito« ungefähr so wie UB40 »Red Red Wine« zu Bob Marleys & The Wailers »One Love« und wäre beinahe hinter dem wahnwitzigen Streaming-Erfolg des Luis Fonsi-Hits mit dem Daddy Yankee-Feature auf der Strecke geblieben. So redlich sich westliche Produzenten auch darum bemühen, Dancehall-Rhythmen unter dem schwammigen Titel Tropical House für ihr weißes Publikum zu domestizieren, sie kommen langsam aber sicher nicht mehr hinterher. Die sogenannte dritte Welt – einschließlich Erster-Welt-Kulturen, die wie Japan und Südkorea vom Westen weiterhin exotisiert werden – verschafft sich mittlerweile selbst Gehör. Auf YouTube und around the world.

Visible Cloaks - Reassamblage Webshop ► Buy Vinyl LP Allein ein Blick über die natürliche Grenze der Festung Europa hinaus, das heißt übers Mittelmeer, spricht Bände: Kairo Is Coming lautet der vielsagende Name eines Kollektivs aus der ägyptischen Hauptstadt, aus dessen erweitertem Umfeld in diesem Jahr zwei Produzentinnen von sich reden machten: Bosaina veröffentlichte mit »New York, April – July 2013 / Two Names Upon The Shore« auf dem Londoner Label Discrepant eine Zusammenstellung zweier EPs und Nadah El Shazly debütierte mit dem Album »Ahwar« auf Nawa, das von Ägypten ebenfalls in die englische Hauptstadt übergesiedelt ist. Dazu gesellen sich unter anderem EPs von der gebürtigen Tunesierin Deena Abdelwahed auf Infiné oder Emel Mathlouthis LP »Ensen«, die Liste ließe sich weiter führen.

Bosaina - New York April-July 2013 / Two Names Upon The Shore Webshop ► Buy Vinyl LP El Shazly, Abdelwahed und Mathlouthis Musik insbesondere haben auf den ersten Blick herzlich wenig miteinander oder mit der von Psy gemeinsam. Sie alle aber greifen auf eine ähnliche musikalische Formsprache zurück: Bei El Shazly und Mathlouthi vor allem Trip Hop-ähnliche Rhythmen, bei Abdelwahed das, was missverständlicher Weise unter dem Namen »Deconstructed Club Music« läuft. Eine Formsprache, die nicht mehr ohne Weiteres exotisiert werden kann. Sie formulieren ein globales Verständnis von beat-orientierter Pop- und Club-Musik, das sich nicht mehr auf seine Herkunft reduzieren lässt ohne sich allerdings der Verwertungslogik der US-europäischen Musikindustrie zu unterwerfen. Auch hier gibt es sicherlich noch einiges misszuverstehen, nur wird anders als bei Psy kein viraler running gag draus werden.

Wie internationale Musik klingen kann, die sich nicht von ihren Wurzeln losgelöst hat und die eigene kulturelle Identität in ein globales Narrativ einflechtet, machten in den letzten Jahren vor allem viele Netlabels vor. Von NON Worldwide über Príncipe, Staycore und N.A.A.F.I. hin zur Partyreihe Club Chai, die sich in diesem Jahr mit einer Compilation und der Debüt-EP der Künstlerin Thoom als Label etablierte: Was da vor allem durchs Netz und somit an der konventionellen Verwertungslogik der Musikindustrie seinen Ausdruck findet, ist weniger Fourth World denn One World. Eine Welt allerdings, in der die Unterschiede nicht kaschiert, sondern produktiv genutzt werden.

Psy hatte vorgemacht, dass die angebliche westliche Welt ihren Vorsprung durch Technik bereits insofern verloren hat, als dass der Erfolg nicht mehr nur allein in ihren geregelten Bahnen möglich ist. Und die Technologie verbreitet sich derweil in die andere Richtung, wie Jace Clayton bewiesen hat. Das alles kommt der Idee einer Fourth World Music ironischer Weise näher, als diese ursprünglich gemeint war.

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Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.