Music Kolumne | verfasst 31.01.2018
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze, Kristoffer Cornils
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Kunze: Die Ankündigung der neuen Rhye-Platte hat echt gute Resonanz bekommen so. Ich habe mich gefragt: wer hat Bedürfnis nach Pop dieser Art und warum? Ohne, dass das jetzt heißen soll, dass ich Rhye kacke finde.
Aigner: Klar. Ist ja auch das Schlimmste von Phoenix und Haime in einem <3

Cornils: Rhye waren 2013 ein weltumspannendes Indie-Hypethema. Davon habe ich nichts mitbekommen, weil ich das Jahr über meistens mit Bruxismus in den Seilen hing, während im Hintergrund Funktionstechno lief. Reden wir nicht drüber und stattdessen über diese Platte. Mein Vorschlag: R’n’Bient 5: Musik für Netflix-Serien.

Aigner: Wo kommt dieser Rhye überhaupt her?
Cornils: Sind zwei Kerle, L.A. via Kanada beziehungsweise Dänemark. Obwohl einer vielleicht nicht mehr dabei ist, so genau weiß das offensichtlich niemand, weil nichts Genaues weiß man nicht. Weil mystisch sein zum Biz gehört heutzutage. Ich würde mir stattdessen Jessy Lanza-Songs wünschen. Aber nun sitzen wir halt hier.

Rhye schaffen schon eine Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz. So entsteht dann auch ein Allgemeingültigkeitseffekt Kunze: Okay, ihr wollt also die Deckel-drauf-Affe-tot-Nummer abziehen, ja? Versucht doch wenigstens zu verstehen, aus welchen Gründen das 2013 viele gut fanden. So hat das echt wenig Sinn. Klar, deren Musik ist natürlich das Ding von niemanden von uns. Aber das jetzt nur über die möglichst heißeste Punchline von drei Seiten zu zerreißen, ist doch kompletter Blödsinn. Das kann man bei Kollegah machen, oder irgendwelchen Clowns, die Scheiße verzapfen und nur ihr aufgeblasenes Ego durch die Welt schieben. Aber doch nicht hier! Wir könnten uns also doch wenigstens ein bisschen Mühe geben und versuchen die Frage zu beantworten: Warum hat »The Fall« 2013 (inklusive mir) so viele berührt?

Cornils: Okay, dann lasst es uns gruppentherapeutisch und ergodynamisch erschließen. Go, team! 2013 war genau das Jahr, indem die Wahrnehmungslage ziemlich zu kippen begann: Social Media wurde einfach zu viel, zu unpersönlich und neuer Innerlichkeitseskapismus bot sich als Ausflucht an. Genau da setzten Rhye an. Der erste Viralhit war offenkundig ein Video, bei dem der Sänger seiner Frau im Kerzenschein zu gehauchter Pianobegleitung ein Liebeslied vorsang. So kitschig das klingt: ich kann das schon nachvollziehen, dass das viele schön, vor allem aber authentisch fanden. Fast forward nach 2018 wirkt das jedoch alles sehr Instagram-Influencer-Mindset-like.

Kunze: GUT! Dann ist das doch der richtige Talk jetzt mal. 2013: allumfassende Öffentlichkeit, Sex in 4K aus dem Reagenzglas, Virtualität überall. Und Rhye haben haben in dieser Zeit über ihre Musik und Videos ein Gefühl von Intimität und Sinnlichkeit vermittelt. In »Open« sehr offensichtlich mit einer art-y Darstellung von dem, was man in dem Kontext wahrscheinlich Liebe-Machen nennen muss und bei »The Fall« mit einer, keine Ahnung, sensiblen Charakterstudie eines Middle-Agers.

Cornils: Das Grundrezept ist weitgehend dasselbe geblieben: Möglichst wenig und möglichst viel von diesem wenig. Hier eine kleine Gniedelfunkgitarre, dort zwei drei Klaviertupfer drüber gestreut, bisschen gedämpfte Bläser und Falsett aaall the way. Am Anfang dachte ich sofort an The xx, nur hat das hier in der Theorie zumindest mehr Lendensaft am Revers kleben. Sade-Studenten, die beim Songwriting nicht mehr spicken müssen. Das ist ja eigentlich kein schlechter Anfang.

Aigner: Ey ich kann voll nicht, das ist für mich total nichtssagende Musik, for real. Wirklich, das erste Album, das sich für mich anfühlt wie eine iPhone-Hülle…
Cornils: …Rhye wollen uns möglichst wenig in die Hände, das heißt möglichst wenig von sich preisgeben. Das gelingt ihnen auch. Alles bleibt schwammig und unklar, obwohl offenkundig der Lattenrost wackelt. Rhye schaffen schon eine Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz. So entsteht dann auch ein Allgemeingültigkeitseffekt: Die Liebe, die Leidenschaft, der Sex, von denen erzählt wird, ist intim und dennoch nicht zu persönlich. Deswegen ja Netflix: Ist das nicht genau die Musik, die die Charaktere von Serien wie »Love« auf Spotify durchlaufen lassen, während sie uns die ganz normalen white people problems verkörpern?

Kunze: Musste mir please nochmal erklären: Warum entsteht dieser Anspruch auf Allgemeingültigkeit?

Cornils: Es ist so gesichts- und charakterlos. Das macht es universell. Da hilft diese Verschleierungstaktik – wer sind das überhaupt, singt da eine Frau (dachten wohl ernsthaft viele im ersten Moment), ist das mittlerweile nur noch ein Solo-Projekt, etc. pp. – natürlich ungemein. Habt ihr euch mal die Artworks von Rhye angeschaut? Straight up Newton-versucht/Riefenstahl-erreicht-kinda-Ästhetik, nackende Frauenkörper in Graustufen ästhetisch in Szene gesetzt, damit sie als Leinwand für beliebige Fantasie hinhalten können. Finde ich alles brenzlig irgendwie, insbesondere weil ich das, was dahinter liegt, nicht recht erhaschen kann. Das macht das Artwork im wahrsten Sinne sinnbildlich, weil es diese abstruse Synthese aus Verschleierung und Offenbarungslust gut auf den Punkt bringt. Aber das ist schon das Beste, was ich darüber sagen kann.

Aigner: Ich glaube das ist das größte Problem für mich an diesem – sorry oh je – weißen R’n’B: bei aller Nacktheit auf dem Cover, wirkt das als Ganzes so entkörperlicht.
Cornils: Entkörperlichung bei FKA Twigs (damals) und Kelela (im »A Message«-Video) war oder ist allerdings eine extreme Stärke des neuen R’n’B. Hier aber nicht, das sehe ich genauso.
Kunze: Wir drei empfinden dieses Entkörperlichte halt als blutleer, während bei anderen Rezipienten, und das erklärt ja die Anziehungskraft von Rhye, das Entkörperlichte bedeutet, dass das »Herz« mehr Raum kriegt.

Cornils: Ja, dabei heißt dieses Album literally »Blood«. Kann sich auch niemand ausdenken, wie uns hier aus Versehen die Kalauer unterlaufen. Aber ja, ich schätze mal so ist es. Obwohl ich nicht weiß, wie gut das den Fans der ersten Platte wirklich reingehen dürfte. Deren Verhältnis zu Liebe, Sex und Körperlichkeit muss sich in den letzten fünf Jahren doch geändert haben. Nehmt »Song For You» zum Beispiel: Da singt er zum Schluss »I feel your heartbeat« in Dauerschleife. Form follows function, okay, aber kann das 2018 noch wirklich jemand ernst nehmen? Oder bin ich einfach nur zynisch und… Es ist 2018 ernster zu nehmen denn? Ist das der Tune für die Post-Tinder-Generation?

Kunze: Ich glaube, wir mögen es nicht, weil uns eben 2018 nur ein neuer oder andersartiger Ausdruck des hier Besungenen (Liebe, Nähe, Pipapo) reizen würden. Ich glaube, andere mögen es gerade dafür, wie bekannt es ihnen vorkommt. Weil es so etwas Heimeliges hat, in dem man sich mit seinen schablonenhaften Vorstellungen von Romantik aufgehoben fühlen kann..
Cornils: Das eben ist mein Problem, ich finde es so furchtbar inszeniert und idealisiert. Das finde ich in Bezug auf Liebe sehr ungesund. Rhye ist wie die Hintergrundmusik für die erste Sexszene in einem Drama: Halbdunkel, blütenreine Laken, Küsse aufs Schlüsselbein und gelegentlich Zeitlupe. So, wie Sex im US-Fernsehen vor »Girls« aussah und wie er in ganz echt und authentisch und so eben nicht.

Aigner: Lief sowas nicht trotzdem auch bei »Girls«?
Cornils: Bestimmt, aber dann vielleicht als sarkastischer Kommentar.
Kunze NE! NEIN!
Aigner: Null!
Kunze: In »Girls«??? In vollem Ernst, jederzeit.
Aigner: DEAD SERIOUS
Kunze: Maggie oder wie die heißt, läuft mit nassem Kleid unter der Subway nach Hause, Liebes-Aus davor in der Cocktailbar.
Aigner: Alter, Rhye sind voll die die Marnie-Band, jetzt check ich warum ich das so kacke finde.
Kunze: Ah ja, Marnie.

Wissen wir sicher, dass einer von den beiden nicht James Franco ist, eigentlich? Cornils: Im Grunde nehmen Rhye wie gesagt zum zweiten Mal den Staffelstab von The xx auf, allerdings hat Frank Ocean schon vorgemacht, wie R’n’B auf Totalentschleunigung am besten geht. Nur spricht bei dem eben die Mutter auf die Mailbox, bei Rhye ist das komplett ausgestrichen. Null persönlich, diese Musik. »You wanna lay low / You wanna stay safe«, infuckingdeed.
Kunze: Haha ja, vergiss es. Dazu passt ja auch die Musik: diese Ableton-Abgerichtetheit, das ist alles so steril. Und dann dieses bisschen Funk auf »Feel Your Weight», um alles ein wenig aufzupeppen
Cornils: …das bisschen Funk ist total kalkuliert und damit das Gegenteil von Funk. Überhaupt: Funkgitarren und Streicher, ich bitte euch.

Aigner: Also ich meine ihr seid doch bei mir: Wenn die beiden Kumpels wären und sie würden euch das vorspielen, ihr würdet doch LOLen?
Kunze: Facepalmen. Mein Leben in Frage stellen: warum habe ich Kumpels, die Musik machen, die ein einziger Allgemeinplatz ist?
Cornils: Ich hätte nie solche Kumpels, glaube ich. Hoffe ich. Will ich nicht und nie haben. Weil, und das ist das Problem, das ich oben schon angesprochen hatte: Ich finde das ist die übelste Fuckboy-Musik, die eine totale Verständigkeit suggeriert, aber das Versprechen nicht einhält.

Aigner: Wissen wir sicher, dass einer von den beiden nicht James Franco ist, eigentlich?
Kunze: OH MEIN GOTT
Cornils: Hahaha. Der andere ist Shia LaBeouf.
Aigner: FUCK.
Kunze: Ich sehe sie so vor mir, geschminkt, nackt, und mit einem hämischen Grinsen im Gesicht.

Aigner: Wichtig: Hassen wir das jetzt mehr als Radiohead?
Kunze: Auf keinen Fall. Weil weniger Sendungsbewusstsein. Und hassen kann man die ja auch nicht wirklich, dafür ist das viel zu egal. Ich finde das ist so das musikgewordene 26-Grad-Wasser in einem öffentlichen Schwimmbad: schon halt Pisse, aber hey, es ist warm, could be worse.

Cornils: Weniger Sendungsbewusstsein, dennoch auf verquere Art ideologisch. Der Gründungsmythos von Rhye ist ja der, dass die beiden krass verliebt waren und ihre Musik davon inspiriert wurde. Es gibt diesen Song auf dem ersten Album, wo er nur das Wort »woman« singt, immer und immer wieder. Ich finde das haarsträubend, wenn Frauen auf so eine Musenfunktion reduziert werden. Das ist eben der Fallstrick dieser Unpersönlichkeit, es wird schnell irre unterkomplex. Oder wer hört das denn und denkt sich: Hey, ich fühle mich in der ganzen Komplexität meines Seins angesprochen? Aber darum, das haben wir ja schon besprochen, geht es wohl auch einfach nicht. Natürlich ist das nicht mal möglich. Rhye rühren am Ideal, drunter machen sie’s nicht. Aber trotzdem: Bitte, bitte, bitte, hört euch lieber Kelela an. Abra!

Kunze: Och, komm, das mit der Musenfunktion ist jetzt doch ein bisschen arg fies konstruiert. Ich kann mir durchaus einen Verliebten vorstellen, der die Angebetete ganz und gar auf einer Ebene sieht und trotzdem »Sabine, Sabine, Sabine« flüstert. Und die stille Sabine dadurch nicht zur bloßen Leinwand wird, auf der sich der mächtige Schatten seines Glieds abzeichnet
Cornils: Ja, aber »Sabine, Sabine, Sabine« richtet sich immerhin an eine Person: Sabine. »Woman, woman, woman« nicht. Sondern nur an eine Kategorie. Das hat nicht mal so eine »you’re so vain«-Cleverness an sich.

Aber im Gesamtkontext finde ich das inhaltsleer at best und bedenklich at worst. Kunze: Okay, je mehr ihr darüber redet, um so mehr wird mir klar, was das eigentlich für eine fiese, gefährliche Mogelpackung ist: weil hier Soap-Emotions verkauft werden als seien sie mehr als das, weil hier Sensibilität mit jedem Ton suggeriert wird, aber dann dann Cover und Texte eigentlich einfach nur plump auf gewöhnliche Affekte abzielen.

Cornils: Das meinte ich ja von Anfang an und deswegen frage ich mich vor allem, welches Männlichkeitsbild hier transportiert wird. Weil das doch eigentlich die Kernfrage ist.
Kunze: Vielleicht eher welches Beziehungsbild?
Cornils: Meinetwegen auch so, wenn du Beziehung im selben Zug als Machtverhältnis verstehst. Das meinte ich ja mit der Musenfunktion: Der Frau wird vorgesungen, das heißt sie hält die Schnauze und darf sich bewundern bzw. umschmeicheln lassen. Brrrrr.

Rhye - Blood Webshop ► Buy Vinyl LP Kunze: Da friert es mich per se nicht. Umschmeicheln darf ja, manchmal darf auch nur einer reden. Kommt drauf an, was gesagt wird.
Cornils: Ja, voll. Absolut. Aber im Gesamtkontext finde ich das inhaltsleer at best und bedenklich at worst. »Oh, baby please / Oh, my heart’s on the pavement / Oh, baby please / Oh, my heart’s on the pavement / Where we’re building you and me / Don’t cry that way«. Minnegesang im 21. Jahrhundert, damn ass Mittelalter shit right here.
Aigner: The Guardian, 2013: »The sublime One of Those Summer Days could even be a weightless Cocteau Twins. These are songs to lose yourself in; a paradise of loveliness.« Ich glaub es hackt.
Kunze: A PARADISE OF LOVELINESS. Wir können jetzt überleiten zum Thema DJ-Sprech.
Cornils: Magic moments…
Kunze: …wonderful amazing people and vibes. Appreciation, love…. Thanks.

Aigner: LOL, Laut.de, 2013: »Damit das körperliche Wesen nicht vollkommen in Trance verfällt, bringen die funkigen Parts von »Hunger« wieder frischen Schwung in die Bude.«
Kunze: Schwung in die Bude…
Aigner: SCHWUNG IN DIE BUDE
Kunze: SCHMUSEN
Cornils: SIE HEIZTEN DEM WILLIGEN PUBLIKUM GEHÖRIG EIN LEVEL SCHREIBE
Kunze: EINFACH NUR NOCH SCHMUSEN
Aigner: Jetzt weißt du auch, wer sowas hört.

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100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.