Music Interview | verfasst 19.02.2018
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Text , Fotos Juan B. Cano / © Beats In Space Records
Hhv-2--palmbomen-ii---press-pic---002---photo-credit---juan-b-cano

Déjà-vu-Erlebnisse, Erinnerungsempfindungen, Reminiszenzen. Seit Oneohtrix Point Never waren die Temporallappenanfälle nicht stärker als bei Palmbomen II. Letztes Jahr erschien peu à peu seine Trilogie »Memories Of Cindy« bei Beats In Space, einem Sublabel von Rvng Intl. Darauf erschafft er mit seiner Musik Momente, die sich anfühlen wie Erinnerungen, wie reale Orte in der Vergangenheit – die in Wirklichkeit aber fake sind. Orte, an die man sich erinnern kann, obwohl sie nie existiert haben. Fake memories.

Im Gespräch sagte Palmbomen allerdings immer wieder Sätze wie: »Ich halte nichts von Nostalgie.« Oder: »Ich glaube an die Zukunft«. Und die Musik von Palmbomen II bestätigt ihn. Denn auch wenn ihm ein prinzipielles Interesse an Geschichte nicht abzusprechen ist, besitzt seine Kunst kein historisches Bewusstsein. Sie ist nicht Teil einer Retromanie. Sie ist weder Zitat noch Wieder-holung. Die Musik von Palmbomen II klingt so wie sie klingt, weil das Setting der hier zu erzählenden Geschichte so angelegt ist; in dieser Nicht-Zeit zwischen Vergangenheit und Zukunft, an diesem Nicht-Ort zwischen Hier und Dort. Schon den Namen, Palmbomen, hat der in den Niederlanden aufgewachsene Kai Hugo nicht grundlos gewählt. Er ist vielmehr Sinnbild für diese Kunststoffbäume, die aus biederen Betonbauten tropische Badeparadiese machen sollen. Die Ahnung, das ein Gefühl, eine Atmosphäre real ist, die es nie gab und nie geben wird.

Kai Hugo ist in erster Linie ein Erzähler. »Memories Of Cindy« erzählt die Geschichte der fiktiven Stadt Carmel Vista of Cindy und seiner Einwohner. Es ist der Beginn eines noch viel größeren Zyklus‘, ein Universum, das gerade erst im Entstehen ist. Damit das Storytelling funktioniert benötigt Palmbomen II die Hilfe von Videos. Sie erst geben der Musik ihren Zusammenhang. Ohne die Videos hat die Musik etwas Verstörendes. Mit den Videos erfährt sie einen Sog, der dich nur schwer loslässt. Dadurch funktioniert die Musik von Palmbomen II auf zwei Ebenen – auch auf zwei Ebenen ganz unterschiedlich. Das Herauszufinden, brauchte es das nachfolgende Interview.


Schallplatten von Palmbomen II findest du im Webshop von hhv Records.


Beim Hören von »Memories Of Cindy« ist mir folgende Textstelle des niederländischen Schriftstellers Cees Noteboom eingefallen. Darin heißt es: »Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will.« Wie gefällt dir das?
Kai Hugo (Palmbomen II): Ich stimme absolut zu. Manchmal wird meine Arbeit »nostalgisch« genannt. Und ich hasse das. Ich mag keine Nostalgie, denn ich habe keine Sehnsucht nach den alten Zeiten. Niemals. Ich kann die Vergangenheit auch gar nicht losgelöst von den schlechten Dingen und Widerwärtigkeiten betrachten, die einst passiert sind, ob in den 1960er Jahren oder in den 1980er Jahren. Nostalgie stellt die Vergangenheit in ein zu positives Licht. Eine Menge schrecklicher Dinge geschehen heutzutage auf der Grundlage von Nostalgie und ich möchte nicht als Teil dieser Entwicklung gesehen werden. Andererseits verstehe ich natürlich auch, wenn meine Arbeit als »nostalgisch« beschrieben wird. Denn ich benutze dieses alte Equipment, ich mag die Einschränkungen dieser Gerätschaften. Aber ich kopiere ganz und gar nicht die Vergangenheit. Es ist eher so, dass ich versuche, die Vergangenheit neu zu erfinden. Als würde ich eine neue Welt erfinden. Ein Universum, das düstere und hellere Seiten hat, Dystopien und Utopien in sich vereint.

Du bist doch auch Niederländer: Beschäftigt man sich bei euch generell künstlerisch so intensiv mit Erinnerungen?
(lacht) Das ist eher Zufall. Ich habe auch spontan keine anderen Beispiele parat.

»Klar kannst du auch mit instrumentaler Musik Geschichten erzählen, aber die Möglichkeiten sind begrenzt.« Als jemand, der auf verschiedenen Feldern der Kunst arbeitet: Eignet sich Musik besser als andere Künste Erinnerungen zu bewahren?
Ja, Musik ist sehr gut darin, Erinnerung hervorzurufen, denn sie funktioniert so unbewusst. Einen Song mag man ja auch oft aufgrund der Situation, in der man ihn zum ersten Mal gehört hat. Und du kannst denselben liebgewonnenen Song in einem anderen Kontext noch einmal ganz anders wahrnehmen. Für diese Direktheit und Zugänglichkeit habe ich Musik immer sehr geliebt. Aber erst, als ich begonnen habe Film und Musik miteinander zu verschränken, hat es mich wirklich umgehauen. Diese beiden Dinge zusammenzubringen, ist für mich der Schlüssel dafür, diese Erinnerungswelten zu kreieren.

Beim Hören deiner Musik wird sehr deutlich, dass es dir auch um dass Erzählen von Geschichten geht. Alles fügt sich wunderbar ineinander, wie ein großes Werk, das in verschiedene Kapitel aufgeteilt wurde. War das deine Absicht?
Ja, absolut. Es ist eine Form von Zwangsneurose bei mir. Gleichzeitig ist es auch Ausdruck meines rationalen Denkens. Ich bin sehr rational. Ich bevorzuge es von den Gegenständen zurückzutreten und sie von einer höheren Warte aus zu betrachten. So sehe ich besser den Zusammenhang. Danach zerhacke ich dieses große Ganze in viele kleine Teile. Ich beschreibe diese kleinen Teile und arbeite sie detailliert aus. So in etwa. Innerhalb dieser ganz kleinen Teile arbeite ich dann wieder sehr frei. Es ist immer eine Auseinandersetzung zwischen künstlerischer Freiheit und selbst auferlegten Beschränkungen. Ich brauche einen sauberen, weißen, sterilen Raum, um darin richtig schön zu sudeln. Mit einem Saustall als Ausgangsbasis funktioniert das nicht.

Was ist denn die größte Herausforderung, Geschichten nur mit Musik zu erzählen?
Es ist sehr schwer und auch der Grund, wieso ich das Gefühl hatte, die Hilfe von Videos zu benötigen. Sie geben der Musik einen Kontext. Ich habe das für mich herausgefunden, als ich Filmmusik für andere komponierte. Klar kannst du auch mit instrumentaler Musik Geschichten erzählen, aber die Möglichkeiten sind begrenzt.

Noch einmal kurz zurück zum Thema »Erinnerungen«. In diesem Fall zu deinen eigenen Erinnerungen: Bist du manchmal auch froh der Jugend entronnen zu sein?
(lacht) Nein, nicht per se. Manchmal bin ich schon auf eine Art neidisch auf jüngere Menschen, wie sie heutzutage aufwachsen und die Welt schlicht als ihre Welt begreifen und Dinge, die für mich neu erscheinen als normal ansehen. Andererseits liebe ich es sehr, zu sein, wo ich gerade bin, und das dem so ist, hat sehr viel mit meinen Teenage-Tagen zu tun. Also weder froh noch traurig irgendwie…

»Ich bin nicht der Typ, der in der Vergangenheit herumgeistert.« Es stand geschrieben, dass du als Teenager weniger in die Klubs gegangen bist, sondern mehr Interesse an Schallplatten hattest. So lass uns ganz kurz darüber sprechen: Mit welcher Schallplatte hat dein Interesse an Musik begonnen?
Ich habe tatsächlich bereits sehr früh angefangen Musik zu hören und auch zu sammeln. Die erste CD-Single, die ich mich erinnern kann, gekauft zu haben, war »Freed From Desire« von Gala. Da war ich sehr jung. Außerdem erinnere ich mich an die Bloodhound Gang. Ich mag diese Musik noch immer. Aber ich denke, es war Daft Punk, als ich so 11 oder 12 Jahre alt war, und dann Legowelt und die Veröffentlichungen auf Bunker Records, dann war ich schon 15 oder 16 Jahre alt, welche die tatsächlichen Auslöser für meine Musikbegeisterung war.

Gibt es eine Schallplatte, die du einst geliebt und später fallengelassen hast?
Da müssen wir wohl in eine Periode gehen, in der ich alternative Rockmusik bevorzugt habe. Wahrscheinlich müsste ich hier so ziemlich alles von Radiohead nennen.

Du bist in den Niederlanden aufgewachsen, hast auch Berlin gelebt, und bist inzwischen in Los Angeles zu Hause. Was sind die Vorteile eines Lebens in Los Angeles und was vermisst du an Europa?
Ich mag es sehr, Europa aus der Entfernung zu betrachten. Ich weiß dadurch viele Dinge sehr viel mehr zu schätzen. Los Angeles ist ein hervorragendes Pflaster um Filme zu machen. Das kann ich in der Form in Europa nicht. Was ich vermisse, sind so handfeste Dinge: gutes Brot, öffentliche Verkehrsmittel, solche Dinge.

Für viele Musiker, gerade im eher experimentellen Feld, ist es nicht leicht von ihrer Kunst zu leben. Entweder müssen die Musiker in sehr vielen unterschiedlichen Projekten aktiv sein oder sie gehen neben der Musik einer normalen Arbeit nach. Wie gestaltet sich denn das Leben als Künstler in Los Angeles?
Erst vor kurzem habe ich genau darüber mit einigen Freunden diskutiert. Ich las den Tweet eines DJs und Producers aus meiner Szene, der darüber klagte, wie wenig Geld das Streaming auf Spotify abwerfe. Aber auf der anderen Seite erhält dieser Musiker dann, sagen wir 2.000 bis 5.000 US-Dollar Gage dafür zwei bis drei Stunden Schallplatten aufzulegen. Das ist Geld, dass er nicht mit anderen Bandmitgliedern teilen muss, und dass er verdient, weil Leute seine Musik auf Spotify entdeckt haben. Zugegeben, ich tue mich schwer mit Spotify, schon aus dem Grund, weil ich dort nicht sehr viel Musik finden kann, die mich interessiert. Aber ich finde es auch abstrakt, sich Zeiten herbeizusehnen, in denen der Verkauf von Schallplatten das Eigenheim finanzierte, also so zu tun, als würde es das Internet nicht geben. Das war halt eine andere Zeit, in der Reisen ungleich schwieriger war, in der es nicht so leicht wie heute war, ein paar Gigs zu spielen und schon gar nicht eine Schallplatte zu veröffentlichen.

Palmbomen II - Memories Of CindyPart 1 | Part 2 | Part 3 Das klingt, als könntest du gut von deiner Kunst leben.
Ja, ich kann von meiner Musik sehr gut leben. Das Geld verdiene ich bei den Shows. Das gewährleistet mir ausreichend Zeit und Geld, um an neuer Musik und meinen Videos zu arbeiten. Ich verspüre absolut keine Einschränkungen in den Dingen, die ich mache. Ich habe mir mein Equipment so zusammengestellt, dass ich damit einerseits leicht Musik komponieren kann, und das andererseits so transportabel ist, dass ich damit leicht überall hinreisen kann. Ich habe mir einfach eine Umgebung geschaffen, die es mir ermöglicht, so zu arbeiten und zu leben, wie ich es mir vorstelle. Das klingt vielleicht jetzt ein wenig »geschäftstüchtig«, aber es ist ein Modell, dass das Leben als Musiker ermöglicht. Ich bin nicht der Typ, der in der Vergangenheit herumgeistert, sich dort das Schönste herauspickt und dann hofft, dass sich das hier und heute wiederholt. Und ist es nicht auch das, was uns der Satz von Cees Noteboom sagen wollte?

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.03.2015
Palmbomen
Palmbomen II
Für sein Soloprojekt Palmbomen II zog sich Kai Hugo mit ein paar alten Synthesizern, Sequenzern und Drumcomputern auf den Dachboden zurück.
Music News | verfasst 04.05.2018
Betonkust & Palmbomen II
Gemeinsames Album: »Center Parcs«
Center Parcs! Allen ein Begriff, oder? Diese stets im Nebel hängenden Parks in den Niederlanden, triste Ersatz-Dschungel. An diesem eher dystopischen Ort haben die beiden Freunde Betonkust und Palmbomen ein gemeinsames Album aufgenommen.
Music Review | verfasst 16.05.2017
Palmbomen II
Memories Of Cindy Pt.1
Musik für ein Twin Peaks-Revival der anderen Art. Schauplatz: eine verglaste Mall mit unzähligen Wasserfällen und Buddha-Statuen.
Music Liste | verfasst 21.07.2017
Ausklang | 2017KW29
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne | verfasst 15.04.2015
Zwölf Zehner
März 2015
Willkommen im April . Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Review | verfasst 02.03.2018
Various Artists
Dekmantel 10 Years 09
Zwei Ausfälle, zwei Hits: Bufiman und Lena Willikens machen die neunte Ausgabe der Dekmantel-Jubiläumsserie zur sicheren Bank.
Music Review | verfasst 10.01.2014
Gardland
Syndrome Syndrome
Gardland entwickeln einen klanglich minimalisierten Dubtechno, der von den verwirrten Geistern gestohlener Synthesizer aufgerissen wird.
Music Review | verfasst 03.07.2014
Craig Leon
Anthology of Interplanetary Folk Music Vol. 1: Nommos / Visiting
In seiner eigenen Musik interessierte sich Leon weniger für brachiale Gitarrenriffs als für außerweltliche Synthesizerklänge…
Music Review | verfasst 10.06.2014
K. Leimer
A Period of Review (Original Recordings: 1975-1983)
Für Kerry Leimer ist Brian Enos Konzept der Generative Music zum Motor seines eigenen Schaffens geworden.
Music Review | verfasst 03.11.2014
Bing & Ruth
Tomorrow Was the Golden Age
Auf »Tomorrow Was the Golden Age« verbinden Bing & Ruth dunkel-verwaschene Epen zu einer neunteiligen Suite.
Music Review | verfasst 19.05.2015
Holly Herndon
Platform
Auf »Platform« hat Holly Herndon ihr Gesamtkonzept erfolgreich weiterentwickelt und lässt alle Filter Bubbles platzen.
Music Review | verfasst 15.12.2015
Bing & Ruth
City Lake
2010 ist das Debüt von Bing & Ruth total untergegangen. RVNG Intl hat sich nun für eine Neuauflage von »City Lake« entschieden.
Music Review | verfasst 09.02.2016
Anna Homler & Steve Moshier
Breadwoman & Other Tales
1985 erschienen die Aufnahmen von Anna Homler und Steve Moshier lediglich auf Kassette. Jetzt gibt es »Breadwoman« auch auf Schallplatte.
Music Review | verfasst 19.09.2016
Kaitlyn Aurelia Smith & Suzanne Ciani
Sunergy
Für die neueste Ausgabe der FRKWYS-Reihe auf Rvng Intl fanden sich Kaitlyn Aurelia Smith und Suzanne Ciani zusammen.
Music Review | verfasst 13.02.2017
Visible Cloaks
Reassamblage
Visible Oaks schwebte mit »Reassamblage« eine Art am Sampler erschaffene »Weltmusik« 4.0 vor.
Music Review | verfasst 28.09.2017
Greg Fox
Gradual Progression
Greg Fox findet mit »Gradual Progression« vielleicht keine Antworten im engeren Sinn. Dafür Klänge, von denen die Welt erfahren soll.
Music Review | verfasst 24.10.2017
Sugai Ken
UkabazUmorezU
Um die Nacht geht es auf »UkabazUmorezU«, dem wohl fünften Album des Japaners Sugai Ken. Um die Nacht geht es ihm insgesamt in seiner Musik.
Music Review | verfasst 11.12.2017
Visible Cloaks
Lex EP
Musik folgt in der Regel bestimmten Gesetzen. Visible Cloaks loten sie auf ihrer neuen EP »Lex« aus.
Music Review | verfasst 08.02.2018
Mark Renner
Few Traces
Eine Entdeckung, still und verschroben: RVNG Intl stellt Stücke des Musikers und Malers Mark Renner aus den Jahren 1982 bis 1990 zusammen.
Music Review | verfasst 22.03.2018
Ursula K. Le Guin & Todd Barton
Music and Poetry Of The Kesh
Die Schriftstellerin Ursula K. Le Guin und der Komponist Todd Barton machten sich 1985 auf die Suche nach »Music and Poetry Of The Kesh«.
Music Review | verfasst 03.05.2018
Lucrecia Dalt
Anticlines
Der Zauber schleicht sich auf »Anticlines«, dem neuen Album von Lucrecia Dalt, nach und nach an.
Music Liste | verfasst 14.07.2016
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Keine Compilations, sonst eigentlich alles. 24 Reissues, die aus dem redaktionsinternen, wutdemokratischen Verhandlungen als absolut unabdingbar herauskamen. Dann in Texte gegossen und alphabetisch sortiert.
Music Essay | verfasst 19.12.2017
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Review | verfasst 07.03.2018
E Ruscha V
Who Are You
Der Kosmos scheint ihm wohlgesonnen: Mit »Who Are You« stellt Eddie Ruscha sich als E Ruscha V vor.
Music Review | verfasst 25.05.2018
Shy Layers
Midnight Marker
Mit »Midnight Marker« beweist Shy Layers, dass es Tiefe auch bei so etwas wie polierten Oberflächen geben kann.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Liste
Ausklang | 2017KW48
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Bericht
Records Revisited
A Certain Ratio – To Each, 1981
Man ruft A Certain Ratio gerne als musicians’ musicians. Warum? Weil sie mit einem typischen Übergangsalbum zeigten: Wo Dinge unabgeschlossen sind, bleibt genug Platz für andere, um sich zu eigenen Lösungen anregen zu lassen.
Music Liste
Ausklang | 2017KW47
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Princess Nokia
Für eine neue Unordnung
Zum Ende diesen Jahres hin erscheint also endlich eines der aufsehenerregensten Alben des letzten Jahres auf Platte, Princess Nokias »1992«. Es ist wie seine Interpretin: auf eine ordnende Weise chaotisch.
Music Liste
Ausklang | 2017KW46
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.