Music Interview | verfasst 19.02.2018
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Text , Fotos Juan B. Cano / © Beats In Space Records
Hhv-2--palmbomen-ii---press-pic---002---photo-credit---juan-b-cano

Déjà-vu-Erlebnisse, Erinnerungsempfindungen, Reminiszenzen. Seit Oneohtrix Point Never waren die Temporallappenanfälle nicht stärker als bei Palmbomen II. Letztes Jahr erschien peu à peu seine Trilogie »Memories Of Cindy« bei Beats In Space, einem Sublabel von Rvng Intl. Darauf erschafft er mit seiner Musik Momente, die sich anfühlen wie Erinnerungen, wie reale Orte in der Vergangenheit – die in Wirklichkeit aber fake sind. Orte, an die man sich erinnern kann, obwohl sie nie existiert haben. Fake memories.

Im Gespräch sagte Palmbomen allerdings immer wieder Sätze wie: »Ich halte nichts von Nostalgie.« Oder: »Ich glaube an die Zukunft«. Und die Musik von Palmbomen II bestätigt ihn. Denn auch wenn ihm ein prinzipielles Interesse an Geschichte nicht abzusprechen ist, besitzt seine Kunst kein historisches Bewusstsein. Sie ist nicht Teil einer Retromanie. Sie ist weder Zitat noch Wieder-holung. Die Musik von Palmbomen II klingt so wie sie klingt, weil das Setting der hier zu erzählenden Geschichte so angelegt ist; in dieser Nicht-Zeit zwischen Vergangenheit und Zukunft, an diesem Nicht-Ort zwischen Hier und Dort. Schon den Namen, Palmbomen, hat der in den Niederlanden aufgewachsene Kai Hugo nicht grundlos gewählt. Er ist vielmehr Sinnbild für diese Kunststoffbäume, die aus biederen Betonbauten tropische Badeparadiese machen sollen. Die Ahnung, das ein Gefühl, eine Atmosphäre real ist, die es nie gab und nie geben wird.

Kai Hugo ist in erster Linie ein Erzähler. »Memories Of Cindy« erzählt die Geschichte der fiktiven Stadt Carmel Vista of Cindy und seiner Einwohner. Es ist der Beginn eines noch viel größeren Zyklus‘, ein Universum, das gerade erst im Entstehen ist. Damit das Storytelling funktioniert benötigt Palmbomen II die Hilfe von Videos. Sie erst geben der Musik ihren Zusammenhang. Ohne die Videos hat die Musik etwas Verstörendes. Mit den Videos erfährt sie einen Sog, der dich nur schwer loslässt. Dadurch funktioniert die Musik von Palmbomen II auf zwei Ebenen – auch auf zwei Ebenen ganz unterschiedlich. Das Herauszufinden, brauchte es das nachfolgende Interview.


Schallplatten von Palmbomen II findest du im Webshop von hhv Records.


Beim Hören von »Memories Of Cindy« ist mir folgende Textstelle des niederländischen Schriftstellers Cees Noteboom eingefallen. Darin heißt es: »Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will.« Wie gefällt dir das?
Kai Hugo (Palmbomen II): Ich stimme absolut zu. Manchmal wird meine Arbeit »nostalgisch« genannt. Und ich hasse das. Ich mag keine Nostalgie, denn ich habe keine Sehnsucht nach den alten Zeiten. Niemals. Ich kann die Vergangenheit auch gar nicht losgelöst von den schlechten Dingen und Widerwärtigkeiten betrachten, die einst passiert sind, ob in den 1960er Jahren oder in den 1980er Jahren. Nostalgie stellt die Vergangenheit in ein zu positives Licht. Eine Menge schrecklicher Dinge geschehen heutzutage auf der Grundlage von Nostalgie und ich möchte nicht als Teil dieser Entwicklung gesehen werden. Andererseits verstehe ich natürlich auch, wenn meine Arbeit als »nostalgisch« beschrieben wird. Denn ich benutze dieses alte Equipment, ich mag die Einschränkungen dieser Gerätschaften. Aber ich kopiere ganz und gar nicht die Vergangenheit. Es ist eher so, dass ich versuche, die Vergangenheit neu zu erfinden. Als würde ich eine neue Welt erfinden. Ein Universum, das düstere und hellere Seiten hat, Dystopien und Utopien in sich vereint.

Du bist doch auch Niederländer: Beschäftigt man sich bei euch generell künstlerisch so intensiv mit Erinnerungen?
(lacht) Das ist eher Zufall. Ich habe auch spontan keine anderen Beispiele parat.

»Klar kannst du auch mit instrumentaler Musik Geschichten erzählen, aber die Möglichkeiten sind begrenzt.« Als jemand, der auf verschiedenen Feldern der Kunst arbeitet: Eignet sich Musik besser als andere Künste Erinnerungen zu bewahren?
Ja, Musik ist sehr gut darin, Erinnerung hervorzurufen, denn sie funktioniert so unbewusst. Einen Song mag man ja auch oft aufgrund der Situation, in der man ihn zum ersten Mal gehört hat. Und du kannst denselben liebgewonnenen Song in einem anderen Kontext noch einmal ganz anders wahrnehmen. Für diese Direktheit und Zugänglichkeit habe ich Musik immer sehr geliebt. Aber erst, als ich begonnen habe Film und Musik miteinander zu verschränken, hat es mich wirklich umgehauen. Diese beiden Dinge zusammenzubringen, ist für mich der Schlüssel dafür, diese Erinnerungswelten zu kreieren.

Beim Hören deiner Musik wird sehr deutlich, dass es dir auch um dass Erzählen von Geschichten geht. Alles fügt sich wunderbar ineinander, wie ein großes Werk, das in verschiedene Kapitel aufgeteilt wurde. War das deine Absicht?
Ja, absolut. Es ist eine Form von Zwangsneurose bei mir. Gleichzeitig ist es auch Ausdruck meines rationalen Denkens. Ich bin sehr rational. Ich bevorzuge es von den Gegenständen zurückzutreten und sie von einer höheren Warte aus zu betrachten. So sehe ich besser den Zusammenhang. Danach zerhacke ich dieses große Ganze in viele kleine Teile. Ich beschreibe diese kleinen Teile und arbeite sie detailliert aus. So in etwa. Innerhalb dieser ganz kleinen Teile arbeite ich dann wieder sehr frei. Es ist immer eine Auseinandersetzung zwischen künstlerischer Freiheit und selbst auferlegten Beschränkungen. Ich brauche einen sauberen, weißen, sterilen Raum, um darin richtig schön zu sudeln. Mit einem Saustall als Ausgangsbasis funktioniert das nicht.

Was ist denn die größte Herausforderung, Geschichten nur mit Musik zu erzählen?
Es ist sehr schwer und auch der Grund, wieso ich das Gefühl hatte, die Hilfe von Videos zu benötigen. Sie geben der Musik einen Kontext. Ich habe das für mich herausgefunden, als ich Filmmusik für andere komponierte. Klar kannst du auch mit instrumentaler Musik Geschichten erzählen, aber die Möglichkeiten sind begrenzt.

Noch einmal kurz zurück zum Thema »Erinnerungen«. In diesem Fall zu deinen eigenen Erinnerungen: Bist du manchmal auch froh der Jugend entronnen zu sein?
(lacht) Nein, nicht per se. Manchmal bin ich schon auf eine Art neidisch auf jüngere Menschen, wie sie heutzutage aufwachsen und die Welt schlicht als ihre Welt begreifen und Dinge, die für mich neu erscheinen als normal ansehen. Andererseits liebe ich es sehr, zu sein, wo ich gerade bin, und das dem so ist, hat sehr viel mit meinen Teenage-Tagen zu tun. Also weder froh noch traurig irgendwie…

»Ich bin nicht der Typ, der in der Vergangenheit herumgeistert.« Es stand geschrieben, dass du als Teenager weniger in die Klubs gegangen bist, sondern mehr Interesse an Schallplatten hattest. So lass uns ganz kurz darüber sprechen: Mit welcher Schallplatte hat dein Interesse an Musik begonnen?
Ich habe tatsächlich bereits sehr früh angefangen Musik zu hören und auch zu sammeln. Die erste CD-Single, die ich mich erinnern kann, gekauft zu haben, war »Freed From Desire« von Gala. Da war ich sehr jung. Außerdem erinnere ich mich an die Bloodhound Gang. Ich mag diese Musik noch immer. Aber ich denke, es war Daft Punk, als ich so 11 oder 12 Jahre alt war, und dann Legowelt und die Veröffentlichungen auf Bunker Records, dann war ich schon 15 oder 16 Jahre alt, welche die tatsächlichen Auslöser für meine Musikbegeisterung war.

Gibt es eine Schallplatte, die du einst geliebt und später fallengelassen hast?
Da müssen wir wohl in eine Periode gehen, in der ich alternative Rockmusik bevorzugt habe. Wahrscheinlich müsste ich hier so ziemlich alles von Radiohead nennen.

Du bist in den Niederlanden aufgewachsen, hast auch Berlin gelebt, und bist inzwischen in Los Angeles zu Hause. Was sind die Vorteile eines Lebens in Los Angeles und was vermisst du an Europa?
Ich mag es sehr, Europa aus der Entfernung zu betrachten. Ich weiß dadurch viele Dinge sehr viel mehr zu schätzen. Los Angeles ist ein hervorragendes Pflaster um Filme zu machen. Das kann ich in der Form in Europa nicht. Was ich vermisse, sind so handfeste Dinge: gutes Brot, öffentliche Verkehrsmittel, solche Dinge.

Für viele Musiker, gerade im eher experimentellen Feld, ist es nicht leicht von ihrer Kunst zu leben. Entweder müssen die Musiker in sehr vielen unterschiedlichen Projekten aktiv sein oder sie gehen neben der Musik einer normalen Arbeit nach. Wie gestaltet sich denn das Leben als Künstler in Los Angeles?
Erst vor kurzem habe ich genau darüber mit einigen Freunden diskutiert. Ich las den Tweet eines DJs und Producers aus meiner Szene, der darüber klagte, wie wenig Geld das Streaming auf Spotify abwerfe. Aber auf der anderen Seite erhält dieser Musiker dann, sagen wir 2.000 bis 5.000 US-Dollar Gage dafür zwei bis drei Stunden Schallplatten aufzulegen. Das ist Geld, dass er nicht mit anderen Bandmitgliedern teilen muss, und dass er verdient, weil Leute seine Musik auf Spotify entdeckt haben. Zugegeben, ich tue mich schwer mit Spotify, schon aus dem Grund, weil ich dort nicht sehr viel Musik finden kann, die mich interessiert. Aber ich finde es auch abstrakt, sich Zeiten herbeizusehnen, in denen der Verkauf von Schallplatten das Eigenheim finanzierte, also so zu tun, als würde es das Internet nicht geben. Das war halt eine andere Zeit, in der Reisen ungleich schwieriger war, in der es nicht so leicht wie heute war, ein paar Gigs zu spielen und schon gar nicht eine Schallplatte zu veröffentlichen.

Palmbomen II - Memories Of CindyPart 1 | Part 2 | Part 3 Das klingt, als könntest du gut von deiner Kunst leben.
Ja, ich kann von meiner Musik sehr gut leben. Das Geld verdiene ich bei den Shows. Das gewährleistet mir ausreichend Zeit und Geld, um an neuer Musik und meinen Videos zu arbeiten. Ich verspüre absolut keine Einschränkungen in den Dingen, die ich mache. Ich habe mir mein Equipment so zusammengestellt, dass ich damit einerseits leicht Musik komponieren kann, und das andererseits so transportabel ist, dass ich damit leicht überall hinreisen kann. Ich habe mir einfach eine Umgebung geschaffen, die es mir ermöglicht, so zu arbeiten und zu leben, wie ich es mir vorstelle. Das klingt vielleicht jetzt ein wenig »geschäftstüchtig«, aber es ist ein Modell, dass das Leben als Musiker ermöglicht. Ich bin nicht der Typ, der in der Vergangenheit herumgeistert, sich dort das Schönste herauspickt und dann hofft, dass sich das hier und heute wiederholt. Und ist es nicht auch das, was uns der Satz von Cees Noteboom sagen wollte?

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.03.2015
Palmbomen
Palmbomen II
Für sein Soloprojekt Palmbomen II zog sich Kai Hugo mit ein paar alten Synthesizern, Sequenzern und Drumcomputern auf den Dachboden zurück.
Music Review | verfasst 16.05.2017
Palmbomen II
Memories Of Cindy Pt.1
Musik für ein Twin Peaks-Revival der anderen Art. Schauplatz: eine verglaste Mall mit unzähligen Wasserfällen und Buddha-Statuen.
Music Liste | verfasst 21.07.2017
Ausklang | 2017KW29
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne | verfasst 15.04.2015
Zwölf Zehner
März 2015
Willkommen im April . Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Review | verfasst 02.03.2018
Various Artists
Dekmantel 10 Years 09
Zwei Ausfälle, zwei Hits: Bufiman und Lena Willikens machen die neunte Ausgabe der Dekmantel-Jubiläumsserie zur sicheren Bank.
Music Review | verfasst 10.01.2014
Gardland
Syndrome Syndrome
Gardland entwickeln einen klanglich minimalisierten Dubtechno, der von den verwirrten Geistern gestohlener Synthesizer aufgerissen wird.
Music Review | verfasst 03.07.2014
Craig Leon
Anthology of Interplanetary Folk Music Vol. 1: Nommos / Visiting
In seiner eigenen Musik interessierte sich Leon weniger für brachiale Gitarrenriffs als für außerweltliche Synthesizerklänge…
Music Review | verfasst 10.06.2014
K. Leimer
A Period of Review (Original Recordings: 1975-1983)
Für Kerry Leimer ist Brian Enos Konzept der Generative Music zum Motor seines eigenen Schaffens geworden.
Music Review | verfasst 03.11.2014
Bing & Ruth
Tomorrow Was the Golden Age
Auf »Tomorrow Was the Golden Age« verbinden Bing & Ruth dunkel-verwaschene Epen zu einer neunteiligen Suite.
Music Review | verfasst 19.05.2015
Holly Herndon
Platform
Auf »Platform« hat Holly Herndon ihr Gesamtkonzept erfolgreich weiterentwickelt und lässt alle Filter Bubbles platzen.
Music Review | verfasst 15.12.2015
Bing & Ruth
City Lake
2010 ist das Debüt von Bing & Ruth total untergegangen. RVNG Intl hat sich nun für eine Neuauflage von »City Lake« entschieden.
Music Review | verfasst 09.02.2016
Anna Homler & Steve Moshier
Breadwoman & Other Tales
1985 erschienen die Aufnahmen von Anna Homler und Steve Moshier lediglich auf Kassette. Jetzt gibt es »Breadwoman« auch auf Schallplatte.
Music Review | verfasst 19.09.2016
Kaitlyn Aurelia Smith & Suzanne Ciani
Sunergy
Für die neueste Ausgabe der FRKWYS-Reihe auf Rvng Intl fanden sich Kaitlyn Aurelia Smith und Suzanne Ciani zusammen.
Music Review | verfasst 13.02.2017
Visible Cloaks
Reassamblage
Visible Oaks schwebte mit »Reassamblage« eine Art am Sampler erschaffene »Weltmusik« 4.0 vor.
Music Review | verfasst 28.09.2017
Greg Fox
Gradual Progression
Greg Fox findet mit »Gradual Progression« vielleicht keine Antworten im engeren Sinn. Dafür Klänge, von denen die Welt erfahren soll.
Music Review | verfasst 24.10.2017
Sugai Ken
UkabazUmorezU
Um die Nacht geht es auf »UkabazUmorezU«, dem wohl fünften Album des Japaners Sugai Ken. Um die Nacht geht es ihm insgesamt in seiner Musik.
Music Review | verfasst 11.12.2017
Visible Cloaks
Lex EP
Musik folgt in der Regel bestimmten Gesetzen. Visible Cloaks loten sie auf ihrer neuen EP »Lex« aus.
Music Review | verfasst 08.02.2018
Mark Renner
Few Traces
Eine Entdeckung, still und verschroben: RVNG Intl stellt Stücke des Musikers und Malers Mark Renner aus den Jahren 1982 bis 1990 zusammen.
Music Review | verfasst 22.03.2018
Ursula K. Le Guin & Todd Barton
Music and Poetry Of The Kesh
Die Schriftstellerin Ursula K. Le Guin und der Komponist Todd Barton machten sich 1985 auf die Suche nach »Music and Poetry Of The Kesh«.
Music Review | verfasst 03.05.2018
Lucrecia Dalt
Anticlines
Der Zauber schleicht sich auf »Anticlines«, dem neuen Album von Lucrecia Dalt, nach und nach an.
Music Review | verfasst 21.06.2018
Kate NV
для FOR
Ihr zweites Soloalbum hat die Russin Kate NV bei Rvng Intl veröffentlicht. »для FOR« setzt auf verspielten Minimalismus.
Music Liste | verfasst 14.07.2016
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Keine Compilations, sonst eigentlich alles. 24 Reissues, die aus dem redaktionsinternen, wutdemokratischen Verhandlungen als absolut unabdingbar herauskamen. Dann in Texte gegossen und alphabetisch sortiert.
Music Essay | verfasst 19.12.2017
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Review | verfasst 07.03.2018
E Ruscha V
Who Are You
Der Kosmos scheint ihm wohlgesonnen: Mit »Who Are You« stellt Eddie Ruscha sich als E Ruscha V vor.
Music Review | verfasst 25.05.2018
Shy Layers
Midnight Marker
Mit »Midnight Marker« beweist Shy Layers, dass es Tiefe auch bei so etwas wie polierten Oberflächen geben kann.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Essay
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.