Disco%20halal
Disco Halal (Plattenlabel)
isco Halal ist ein 2015 vom Produzenten und DJ Moscoman gegründetes Plattenlabel aus Berlin. »Was als kleine Blume begann, wuchs rasend schnell zu einem ganzen Wald heran«, beschreibt der in Berlin lebende Israeli mit, nun ja, blumigen Worten die Entwicklung seines Labels. Und richtig, auf eine kurzlebige Reihe von Club-Edits von Musik aus dem nahen und mittleren Osten folgten in kürzester Zeit eine ganze Reihe anderer Releases, die wiederum extrem viel Aufmerksamkeit auf sich zogen. »Die Edit-Serie hatte ihren Zweck erfüllt und meiner Ansicht nach war es an der Zeit, richtige Musik von denselben Artists zu veröffentlichen«, sagt der Produzent. Autarkic und Red Axes zum Beispiel sind dem Label bis heute erhalten geblieben und haben seit den ersten drei Katalognummern neben Kollaborationen und Remixen auch eigenständige EPs und Alben beigetragen. Gemeinsam mit dem Berliner Plattenladen OYE, wo das Label seinen Anfang nahm, und dem Label ESP Institute, wo Moscoman das Gros seiner eigenen Releases veröffentlicht, bildet sich ein kleines familiäres Netzwerk. »Wenn mich jemand danach fragt, wie ich meine A&R-Arbeit erledige, lautet die Antwort immer gleich«, so Moscoman. »Musik, die ich liebe – von Leuten, die ich liebe und deren Liebe ich erwidern will.« Schon eines der ersten Releases auf Disco Halal erregte internationale Aufmerksamkeit. Mit der Debüt-LP des obskuren Tony Carey-Projekts TCP veröffentlichte Moscoman eine Platte wieder, die in Sammlerkreisen hoch gehandelt und deren Reissue dementsprechend freudig begrüßt wurde. »Ich arbeite die ganze Zeit an Reissues«, gibt der als eklektische DJ bekannte Labelbetreiber zu. »Ich habe viele Ideen, aber es ist nicht unbedingt einfach und erfordert viel Geld und Geduld. Aber es kommt noch mehr.« Was die TCP-Platte zwischen all den über Disco Halal veröffentlichten Releases exemplarisch macht, ist ihre Unbekümmertheit in Hinsicht auf Konventionen und kulturelle Tellerränder andererseits. So wie bereits der Labelname scherzhaft Hedonismus mit Religion zusammenbringt, so tummelt sich auf Disco Halal Musik, die sich manchmal weit vom Dancefloor entfernt und neben traditionellen Elementen aus dem nahen und mittleren Osten ziemlich viel Punk in den Mix wirft, ob nun als Attitüde oder stilistische Beigabe. Die fortlaufenden Remix-Projekte wie etwa für das Label City Slang und vor allem unter den Artists selbst bekräftigen umso mehr, dass Disco Halal als Label ein kleiner und eingeschworener Kreis ist, der sich aber wiederum ganz und gar dem Austausch verschrieben hat. Letztlich also kein Wunder, dass dieses kleine Blümchen in dermaßen kurzer Zeit zu einem großen Wald angewachsen ist.
Disco Halal in Features
Music Essay | verfasst 19.12.2017
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität? Denn wenn die Fourth World für alle sein soll, warum stehen dann wieder nur die Namen zwei weißer Männer aus wohlhabenden Industriestaaten drauf? Sieht so, hört sich so eine Utopie an? Oder vielmehr die bittere Realität?
Music Porträt | verfasst 13.09.2017
New Record Labels #32
Disco Halal, Discotexas, Foul-Up, Uncage
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Disco Halal, Discotexas, Foul-Up und Uncage. Oder mit anderen Worten: ein familiär agierendes Label aus Berlin, ein weit aus mehr als Nu Disco bietendes Label aus Lissabon, ein Label, das seinem Namen einem Schlammassel verdankt, und ein Label, das House und Techno in all ihren Facetten veröffentlicht.
Music Liste | verfasst 14.07.2016
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Bei all dem First World-Gejammer über Record Store Day-Ungerechtigkeiten und der Fetischisierung von Vinyl als Dekogegenstand: so viele gute und vor allem jahrelang gewunschlistete Reissues wie in den letzten Jahren gab es noch nie, vor allem nicht aus der sogenannten Peripherie. Die strikte Grenze waren 24 Platten also haben unsere Kolumnisten sich im bewährten wutdemokratischen Verfahren auf genau diese Anzahl essentieller Reissues geeinigt.
Disco Halal in Reviews
Music Review | verfasst 02.06.2016
TCP
TCP
Tony Carey war Keyboarder von Rainbow, spielte mit Peter Maffay und spielte mit TCP ein hinreißendes und global interessiertes Album ein. Das ist jetzt wieder erhältlich.
Disco Halal in News
Music News | verfasst 19.06.2017
Chaim
Neue EP: »The Perfect Circle«
Nach Veröffentlichungen für BPitch Control, Rumours oder Hi Freaks, ist Chaim Avital mit einer neuen Vinyl 12" nun auf Disco Halal zurück. Sie heißt »The Perfect Circle« und schließt auch wirklich einen Kreis.
Neueste Artikel
Music Liste | verfasst 21.09.2018
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Review | verfasst 19.09.2018
Denzel Curry
TA1300
»TA1300«, das neue Album von Denzel Washington, ist Zeugnis der heutigen Entwicklung in den USA und konnte so nur im Jahr 2018 erscheinen.
Music News | verfasst 14.09.2018
The Scorpions & Saif Abu Bakr
The »holy grail« from Sudan
»Jazz, Jazz, » Jazz« der Jazzcombo The Scorpions mit ihrem charismatischen Frontmann Saif Abu Bakr gilt »holy grail« unter den Schallplaten aus dem Sudan. Das Label Habibib Funk legt das Album am 9.11.2018 neu auf.
Music News | verfasst 12.09.2018
MJ Lallo
Gesammelte Werke: »Take Me With You«
Nach und nach wird das Werk von MJ Lallo erschlossen: Nachdem bei Full Spectrum Records ihr Debüt erschien und bei Séance Centre eine Vinyl 12" aus ihrem Schaffen, wird mit »Take Me With You« nun ein Querschnitt ihrer Arbeit feilgeboten.
Music Review | verfasst 18.09.2018
Richenel
Perfect Stranger
Sieht ein aus wie Prince, klingt auch ein bisschen so. Music From Memory veröffentlicht Material des Musikers Richenel.