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Berlin | a-v-n.com
Avian (Plattenlabel)
Avian ist ein 2011 vom Produzenten und DJ Shifted alias Guy Alexander Brewer gegründetes Plattenlabel aus Berlin. Als Guy Alexander Brewer im Jahr 2011 auf Luke Slaters Label Mote-Evolver debütierte, wussten innerhalb der Techno-Szene nur wenige Eingeweihte, dass sich dahinter das Mitglied der Metalheadz-Alumni Commix verbarg. Shifted wandte sich Leftfield-Techno zu und ließ seine Drum’n’Bass-Vergangenheit weitgehend hinter sich, im April desselben Jahres startete er Avian. Ein im Grunde unbekannter Künstler bringt sein eigenes Label an den Start – ist das nicht riskant? Vielleicht, gesteht Brewer, aber 2011 sahen die Dinge noch anders aus. »Wir hatten noch nicht den Punkt der Übersättigung erreicht«, sagt er. »Dieser DIY-Ansatz war damals noch recht verbreitet.« Avian sollte zuerst als Abschussrampe für seinen hochfrequenten Output dienen, öffnete sich aber zügig für andere Artists wie das schwedische Duo SHXCXCHCXSH und dem Briten Truss, der über Avian unter seinem MPIA3-Pseudonym veröffentlichte. Genau das sieht Brewer in Avian: Eine Plattform, auf der etablierte Produzenten abseitige Pfade betreten können und nicht allein für den Dancefloor produzieren müssen. »Ich bin sehr stolz darauf, dass Leute wie Alessandro Cortini oder Blawan mir das Vertrauen schenkten, ihren Nebenprojekten eine Heimat zu bieten«, erklärt Brewer. Zurecht, denn wer auf Avian veröffentlicht, kehrt meistens auch wieder und nimmt sich alle kreativen Freiheiten. Ebenso Brewer, der auch Kollaborationsprojekte und Material unter anderen Pseudonymen veröffentlicht oder schnelllebigeSublabels an den Start bringt. »Ich bin ein typischer Zwilling«, scherzt Brewer hinsichtlich seines Sternzeichens. »Wenn die Dinge sich nicht weiterentwickeln, langweile ich mich schnell.« So ist es auch zu erklären, dass die Mira-Serie mit eindrücklichen Artworks von Juan Mendez und Releases von Bleaching Agent oder Prostitutes nach nur zehn Katalognummern ihr Ende fand. Die mal spartanischen und monochromen, mal dunkelbunt und andeutungsreichen Designs der Avian-Platten allerdings tragen ebenso zum Wiedererkennungswert bei wie die atmosphärische Dichte, welche Avian-Releases vom schillernden Ambient-Album bis zur polternden Techno-Single eint. Brewer schätzt die Nähe von Techno zur bildenden Kunst und versucht aktiv neben seiner musikalischen auch seine visuellen Vorstellungen in sein Label einfließen zu lassen, indem er von der Fotorecherche bis hin zur Kassettenversion von ausgewählten Releases einen Mehrwert anzubieten versucht. Es ist nicht mehr 2011 und mittlerweile wissen alle, wer hinter dem Pseudonym Shifted steckt.
Avian in Features
Music Porträt | verfasst 09.08.2017
New Record Labels #31
Avian, Comb & Razor, Dizzy Tunes, Sahel Sounds
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Avian, Dizzy Tunes, Comb & Razor, Sahel Sounds. Also genauer gesagt, ein Leftfield-Techno-Label mit Drum’n’Bass Vergangenheit, ein Reissue-Label aus Boston, ein House-Label aus Berlin, ein Label für westafrikanische Musik aus Portland. Eine bunte Mischung diesmal.
Avian in Reviews
Music Review | verfasst 04.09.2018
SHXCXCHCXSH
SHULULULU
Hämmern des Motorkolbens, geisterhaftes Dampfpfeifen: Mit »SHULULULU« bleiben SHXCXCHCXSH Meister ihrer Disziplin, des entrückten Erzählens im Techno.
Music Review | verfasst 28.11.2016
Kilner (Blawan)
Walk Type EP
Blawan nennt isch hier Kilner. Und doch kann die »Walk Type EP« als Formvollendung des Blawan’schen Werks gesehen werden: industrial, psychotisch, hart, vorwärts.
Music Review | verfasst 09.09.2014
SHXCXCHCXSH
Linear S Decoded
»Linear S Decoded« von SHXCXCHCXSH reiht die 13 Stücke auf einen roten Faden und verfeinert und intensiviert den dunkelbunten Techno damit umso mehr.
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Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
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»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music News | verfasst 13.01.2020
Body Count
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Am 6.3. wird das neue Album von Body Count, der Rap und Metal verschränkenden Band um Ice-T veröffentlicht. »Carnivore« wird es exklusiv bei uns in einer Orange Vinyl Edition geben.
Music Porträt | verfasst 17.01.2020
Blackest Ever Black
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Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
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Saåda Bonaire
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Captured Tracks legt eine Neuauflage der gesammelten Werke der 1982 gegründeten Bremer Kapelle Saåda Bonaire vor.