Music Review | verfasst 13.07.2018
Giant Swan
High Waisted
Mannequin, 2018
Text Kristoffer Cornils , Fotos © Mannequin
Deine Bewertung:
/
Nutzer
6.9
Redaktion
Cover Giant Swan - High Waisted

Techno flext weiterhin die Muskeln, Techno macht weiterhin auf Muckertum. Giant Swan haben sich rasend schnell zu einer Genregröße entwickelt. Robin Stewart und Harry Wright machen Maschinenmusik, die rockistische Gesten mitnimmt: Gitarren und Vocals spielen eine Rolle, werden aber schwitzigem Techno mit Industrial- und EBM-Einflüssen untergeordnet. Das klingt rough und ungemütlich wie das Alltagsleben im Spätkapitalismus, manchmal aber auch schlicht nach den British Murder Boys vor fünfzehn Jahren. So gegenwärtig die »High Waisted«-EP für Mannequins Death of the Machines-Serie für cluborientierte Sounds auch klingt: Nicht alles, was auf die Zwölf geht, bewegt sich vorwärts. Im Idealfall scheißen Giant Swan aber auf alle Manierismen und schmelzen konzentrierte Banger aus dem vorliegenden Material zusammen (»The Rest Of Voice«, »High Waisted«), anstatt ihre Jam-Sessions ziellos zerfasen zu lassen (»Architectural Hangover«, »Palm«). Was Giant Swan ausmacht, ist ihre prägnante Klangsignatur. Dass sich diese auf »High Waisted« ausgerechnet dann am wirkungsvollsten entfaltet, wenn die beiden ihr ein sehr konventionelles Beatgerüst unterschieben, mag die kleine Tragödie des Projekts sein. Für die Clubwelt indes bedeutet das kein Drama: Hier werden genug Muskeln flext, hier wird Muckertum bewiesen. A1 und B1 lassen sich bedenkenlos in jeden Peak-Time-Slot schieben.


»High Waisted« von findest du bei HHV: 12inch

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 02.03.2018
Various Artists
Waves Of The Future
Die Compilation »Waves Of The Future« vereint Synthesizer-getriebene Tracks von Freundes des in Berlin ansässigen Labels Mannequin.
Music Review | verfasst 28.05.2018
Nexda
Words & Numbers
Beste Reissue meines Lebens. Lass’ es auch dein Leben sein. Choose Nexda, choose life! P.S: Tod dem Bundesliga-Dino!
Music Review | verfasst 05.09.2018
Black Merlin
Oba Enka EP
Präzise produziert, tanzbar, clubtauglich, aber keine Zaubereri diesmal: Zur neuen »Oba Enka EP« von Black Merlin.
Music Review | verfasst 05.03.2019
Decadance
On And On (Fears Keep On)
Die Neupressung von Decdance’ »On And on (Fears Keep On)« aus dem Jahre 1983 trägt Decadance‘ Legendenstatus in die nächste Generation.
Music Review | verfasst 15.07.2019
Amato & Adriani
Presence Du Futur
Michel Amato, bekannt als The Hacker, und Alessandro Adriani, bekannt als Labelboss von Mannequin, veröffentlichen »Presence Du Futur«.
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Review
Sampa The Great
The Return
Sampa The Great ist mit »The Return« ein unglaublich tolles, gar beeindruckendes Debütalbum gelungen.
Music Review
Velodrome
На Велодроме 141
Dark Entries hat den belgischen New Beat-Knüller »На Велодроме 141« von Velodrome ausgegraben und wiederaufgelegt.
Music Review
Toshifumi Hinata
Broken Belief
Gemeinsam mit Chee Shimizu arbeitet Music From Memory das Frühwerk von Toshifumi Hinata als Compilation neu auf.
Music Review
Ebo Taylor Jnr & Wuta Wazutu
Gotta Take It Cool
Mit »Gotta Take It Cool« veröffentlicht Mr Bongo Records ein rares Album von Ebo Taylor Jnr, dem Sohn des bekannten Highlife-Musikers.
Music Review
R°A
Space Melody EP
1988 war die Welt echt noch in Ordnung: Mothball Records veröffentlicht mit der »Space Melody EP« von R°A ein Italo-Disco-Highlight.
Music Review
Miles Davis
Rubberband
Natürlich ist das wiederentdeckte Album »Rubberband« von Miles Davis keine Revolution, kein Aufbruch. Es ist dennoch gut.
Music Review
Richard Lamb
Automatic Tango
»Automatic Tango« von Richard Lamb pickt am aktuellen Kanada-Sound wie Ahornsirup an Blueberry-Pancakes.
Music Review
Lower Dens
The Competition
Gebannt von diesen Neonfarben: Mit »The Competition« wagen sich Lower Dens so offensiv wie nie zuvor in den musikalischen Wettstreit.
Music Review
Reggie Andrews And The Fellowship
Mystic Beauty
Reggie Andrews hat als Mentor von Thundercat oder Kamasi Washington Musikgeschichte geschrieben. Jetzt kann er als Musiker entdeckt werden.
Music Review
Bon Iver
i,i
Andpruchsvolle Musik, die nicht überfordern soll: mit »i,i« entfernen sich Bon Iver ein Stück von dem verträumten Folk der ersten Jahre.
Music Review
Dawl
Time To Throw Down EP
Es werden keine Gefangenen gemacht: Dawl ist DJ seit den Anfangstagen von Rave und das hört man seiner »Time To Throw Down EP« dann auch an.
Music Review
Moose Dawa
The Swap
»The Swap« ist eiine Hommage an das Sampling und den schwedischen Beatmaker Moose Dawa gilt es zu entdecken.
Music Review
!!! (Chk Chk Chk)
Wallop
Mit »Wallop« wagen !!! einen wilden Ritt durch die Jahrzehnte, ohne ihre Kernkompetenz der schrägen Dancefloor-Killer zu vernachlässigen.
Music Review
Gareth Quinn Redmond
Laistigh Den Ghleo
Der irische Komponist Gareth Quinn Redmond hat mit »Laistigh Den Ghleo« dem Ambientwerk »Still Way« von Satoshi Ashikawa Tribut gezollt.
Music Review
Satoshi Ashikawa
Still Way (Wave Notation 2)
Das 1982 entstandene, fantastische Album »Still Way « von Satoshi Ashikawa, an dem auch Midori Takada mitwirkte, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Whitney
Forever Turned Around
»Forever Turned Around« ist der Nachfolger zu Whitneys gefeiertem »Light Upon The Lake«. Es ist dann nette sommerliche Popmusik geworden.
Music Review
Wu-Tang Clan
OST Of Mics And Men
Die Dokuserie „Of Mics and Men“ erzählt die Wu-Tang Saga. Den Soundrack zum faktenbasierten Vierteiler übernahm der Clan selbst.
Music Review
Grup Doğuş
Grup Doğuş
Grup Doğuş wurde von der Bühne weggesignt, nahmen ein Tape auf und gerieten in Vergessenheit. Der deutschen Rockszene entging damit etwas.
Music Review
Ezra Furman
Twelve Nudes
»The songs are naked with nothing to hide.« Ezra Furman ist auf »Twelve Nudes« so geradeaus wie nur selten zuvor.
Music Review
X.Y.R.
Robinson Crusoe
Soundtrack für den Cocktail-Kater: 2012 nur auf Tape erschienen, erhält »Robinson Crueso« von X.Y.R. nun eine Vinylversion.
Music Review
Saint Petersburg Disco Spin Club
Live Sessions Vol.2
Kito Jempere hat ein neues Darling: Saint Petersburg Disco Spin Club. Die »Live Sessions Vol.2« sind bei Emotional Response erschienen.
Music Review
Blanck Mass
Animated Violence Mild
Hinter Blanck Mass steckt Fuck Buttons’ Benjamin John Power. Sein »Animated Violence Mild« kann unglaublich nerven oder pervers mitreißen.
Music Review
Gökçen Kaynatan
Cehennem
1973-1975 verarbeitete Gökçen Kaynatan mit einem EMS Synthi AKS sein körperliches Leid. Das dabei entstandene Album erscheint erst jetzt.
Music Review
Alexander Tucker
Guild Of The Asbestos Weaver
»Guild Of The Asbestos Weaver« von Alexander Tucker ist ein absolutes rundes Ding. Große Wellen schlagen wird es trotzdem nicht.
Music Review
Alphonse
Stolen Sunrise
Die Sonne scheint jetzt immer. Auch auf dem Dancefloor. »Stolen Sunrise« von Alphonse ist deshalb eine der Platten der Stunde.
Music Review
Dazion
A Bridge Between Lovers
Sommerliche Töne sind auf »A Bridge Between Lovers«, dem neuen Release von Dazion zu hören, der soeben bei Second Circle erschienen ist.
Music Review
Kosh
Vicious Love
Kosh, der derzeit gehypteste Export aus Marokko seit Nanaminze, Haschisch und Bibelfilmen, fackelt auch auf »Vicious Love« nicht lange rum.
Music Review
Die Höchste Eisenbahn
Ich Glaub Dir Alles
Allerhöchste Eisenbahn! Mit »Ich Glaub Dir Alles« ist das zweite Album von Die Höchste Eisenbahn endlich erschienen.
Music Review
Brian Eno
Apollo: Atmospheres And Soundtracks
Neu gemastert und mit einer zweiten Platte mit neuen Songs bestückt wurde das tolle »Apollo« von Brian Eno aus dem Jahr 1983 neu aufgelegt.
Music Review
MR TC & Lo Kindre
Phase001
MR TC und Lo Kindre haben ein Label aus der Taufe gehoben und gleich auch ein gemeinsamen Release fertiggestellt.
Music Review
Floating Points
Lesalpx / Coorabell
Nach fast zwei Jahren ohne neue Musik hat Floating Points kürzlich die beiden neuen Tracks »Lesalpx« und »Coorabell« veröffentlicht,
Music Review
Iron Curtis
And The Temper
Iron Curtis kehrt auf Office Recordings zurück. Seine EP »And The Temper« erzählt eine kleine Geschichte – im House-Bereich eine Seltenheit.
Music Review
Freddie Gibbs & Madlib
Bandana
Freddie Gibbs und Madlib, der Rapper und der Beatschmied, haben sich endgültig gefunden. Mit »Bandana« ist ihnen etwas großartiges gelungen.
Music Review
Fernando Falcão
Memória Das Águas
Kein Ethnoscheiß und auch kein plumper Nihilismus: Selva Disco legt »Memória Das Águas« von Fernando Falcão wieder auf.
Music Review
Odd Okoddo
Okitwoye
Odd Okoddo sind Sven Kacirek und der Sänger und Lautenist Olith Ratego. »Okitwoye« liefert einen ersten Vorgeschmack auf ihr Debütalbum.
Music Review
J.Derwort
Bamboo Music
Jacobus Derwart von The Chi Factory hatte in den späten 1980er Jahren mit Bambusflöten und Zweispurrekorder »Bamboo Music« aufgenommen.
Music Review
Shakti
Verboden Dromen
Aus den Hochzeiten der belgischen Clubkultur der 1980er Jahre kommt »Verboden Dromen« von Shakti, den Stroom wieder verfügbar gemacht hat.
Music Review
Biochip
Synthase
Das kanadische Duo Biochip debütiert mit »Synthase« auf Albumlänge auf Central Processing Unit.
Music Review
Why?
AOKOHIO
Psych Pop zwischen verschroben und hymnisch, mal kryptisch verklausuliert, mal mit der emotionalen Dampfwalze von Befindlichkeitsnudisten.
Music Review
Dots (Atom TM)
Dots
1994 nur auf CD erschienen, wird »Dots« nun via Astral Industries erstmals auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Tim Jackiw
Many Moons
Zwischen 1995 und 1998 hat Tim Jackiw in Adelaide auf seinem Amiga 500 Tracks produziert, die jetzt als »Many Moons« veröffentlicht wurden.