Music Review | verfasst 07.06.2018
Colin Potter
The Where House?
Dark Entries, 2018
Text Tim Caspar Boehme
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8.0
Redaktion
Cover Colin Potter - The Where House?

In den erlauchten Kreisen des Krach-Adels ist Colin Potter ein hoch gehandelter Name, gehört er doch zu den langjährigen Mitstreitern von Steven Stapletons alterungsbeständiger Noise-Ambient-Post-Industrial-Institution Nurse With Wound. Weniger bekannt sind Potters Soloarbeiten aus den frühen 1980er Jahren, was unter anderem daran liegen dürfte, dass er sie seinerzeit als limitierte Cassetten auf seinem Label ICR (Integrated Circuit Recordings) veröffentlichte. Wie »The Where House?« von 1981. Das Album gehört im besten Sinn in seine Zeit, gibt Colin Potter als grundgütigen Do-it-yourself-Elektroniker zu erkennen, der sich in Sachen dubbehalltem Post-Punk und grummeligem New Wave genauso selbstverständlich zu helfen weiß wie bei ausgeruht tuckernden Krautrock-Kindermelodien. Stimmungen müssen für ihn nicht in einem Stück stoisch durchgehalten werden, sondern können schon mal verschiedene Stadien durchlaufen wie im siebenminütigen »Yoursmine«. Und er kann mit einfachsten elektronischen Mitteln, sprich Drumcomputer, überzeugend swingende Grooves zusammenbauen. Bänder rückwärts laufen lassen gehört bei ihm selbstverständlich ebenfalls zum Handwerk. Ein bisschen Cabaret Voltaire-Kaputtheit schwingt da hin und wieder auch mit. Doch die sind ja nicht die schlechteste Vergleichsgröße.


»The Where House?« von Colin Potter findest du bei uns im Webshop: Vinyl 2LP.

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