Music Review | verfasst 08.06.2018
Various Artists
Boombox 3
Soul Jazz, 2018
Text Tim Caspar Boehme
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8.8
Redaktion
Cover Various Artists - Boombox 3

Banale Sache, aber for real: Am frühen Rap kann man sich so schlecht satthören, weil die naive Entdeckerfreude und scheinbar uneingehegte Energie der Rapper der ersten Stunde für die Vollzeit-MCs von heute kaum mehr erreichbar ist, silky flow hin oder her. Party direkt auf Platte gepresst, so klingt die Ausbeute der mittlerweile dritten »Boombox« von Soul Jazz, was für den Sound ebenso wie für die Euphorie gilt. Viele One-Offs und der breiteren Öffentlichkeit nahezu unbekannte Reimkünstler gibt es zu bewundern wie die Majestics mit ihrer selbstbewussten Selbstbeschreibung „Class A“. Mag deren Reimkunst noch vergleichsweise hölzern anmuten, lassen Family Four mit der sprichwörtlichen „Rap Attack“ ihren Zungen schon deutlich mehr Freilauf. Tanzbares Edutainment im Geiste KRS Ones kommt von Sherod, der mit „Schooling“ einen bildungspolitischen Appell an die Adresse der feiernden boys and girls richtet. Auch nicht fehlen darf „Another One Bites the Dust“, mit dem Sugar Daddy den Queen-Hit in sein eigentliches Biotop überführt. Frauen waren in dem jungen Genre damals noch stark unterrepräsentiert, weshalb sich Sheila Spencer für ihren Beitrag „Ms DJ Rap it Up“ symbolträchtig She nennt. Die Groove-Qualitäten von Chics „Good Time“ nutzen dann sowohl Sicle Cell & Rhapazooty für ihre »Rhapazooty In Blue« als auch Bobby Deemo mit ihrem »Bugs-B-Skate Rap«, Letzterer um lustige Blubb-Geräusche ergänzt. Solid C, Bobby D & Kool Drop bringen im „Wack Rap“ schließlich noch Dub ins Spiel. Und den Disco Rap vertreten in würdiger Form Disco Daddy & Capt. Rapp mit dem aufgepeitschen »The Gigolo Rapp«. Genug geschrieben. Hören!


Die Cmpilation »Boombox 3: Early Independent Hip Hop, Electro And Disco Rap 1979-83« findest du bei uns im Webshop: Vinyl 3LP und CD.

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