Music Review | verfasst 13.06.2018
Onyx
Complete Works 1981–1983
Mind Records, 2018
Text Philipp Kunze
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9.2
Redaktion
Cover Onyx - Complete Works 1981–1983

Flanger-heavy Shit aus den Achtzigern, cooler als alles sonst! Mind Records haben hier die kompletten Aufnahmen der Bostoner Combo Onyx zusammengestellt. Entstanden zwischen 81 und 83. Das Duo besteht aus Judd Stone und der britischen Sängerin Beveur. Was die beiden da mit einer primitiven Drum Machine, ein paar Synths und Percussions zusammengedichtet haben, klingt erstmal vor allem NICHT nach Boston. Man assoziiert hier eher UK, Belgien, Westdeutschland vielleicht. Kraut-Anleihen finden sich nämlich definitiv, vor allem aber ist das ein im besten Sinne durchgeknalltes Gemisch aus geräumigem Post-Punk und abgehalftertem New Wave. Stell’ dir einfach vor, Bene Gesserit hätte Tangerine Dream in einen belgischen Bunker eingesperrt und gezwungen, unter dem Einfluss von Cyborgs in Strapsen und Peitschen und nicht näher identifizierbaren Cocktails zu jammen. Oder als hätten DAF ein Algebra Suicide-Album produziert. Dann kommt man gedanklich dieser Madness am nächsten. Hightlights gibt es viele, Ausfälle genau: einen. »Robot World« ist deine sterotypische Utopie auf simplen Tanz-Beat. Drum herum nur fett alles. Besonders da, wo die Basslines dubbig werden, und wo Laser-Bleeps und andere wirre Sounds den ja ohnehin schon besten Genre-Mix noch um Digi-Dub erweitern. Also stell’ dir doch einfach vor, Captain Ganja und seine Space Patrol hätte jetzt wiederum Bene Gesserit auf sein Weed-betriebenes Raumscheif gekidnappt und… ach, stell dir einfach gar nichts vor. Der Scheiss lohnt sich!

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