Music Review | verfasst 10.07.2018
Nigeria Fuji Machine
Nigeria Fuji Machine
Soul Jazz, 2018
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Nigeria Fuji Machine - Nigeria Fuji Machine

Trommeln und Gesang sind ja so etwas wie die Grundzutaten fürs Musikmachen schlechthin. Und dass man mehr auch gar nicht braucht, demonstrieren die Musiker von Nigeria Fuji Machine aus Lagos mit einer fast schon unheimlichen Konsequenz. Ihr Stil, Fuji eben, stammt aus der islamischen Tradition der Yoruba, hervorgegangen aus wéré, einer Musik, die in Zeiten des Ramadan frühmorgens als Weckruf für die Frommen dient. Dass man von den Fuji-Gesängen nicht ebenso gut aus seiner Nachtruhe erwachen sollte, erscheint ziemlich unwahrscheinlich. Ist aber gar nicht nötig, denn zu hören gibt es Fuji auch tagsüber. Mit diesem Album schließen Soul Jazz an ihre vor kurzem erschienene Compilation »Yoruba!« mit geistlicher Musik aus Nigeria an, liefern ein Beispiel für die Fortentwicklung von spirituell-ritueller Musik hin zu einer Form von islamisch geprägter Straßenmusik, die mit markerschütternden Call-and-response-Chören, irre farbiger Perkussion und einer hochkonzentrierten Kraft noch den Ungläubigsten bekehren dürfte. Musikalisch allemal. Der Rest sollte einem dann idealerweise selbst überlassen sein. Wie Musik idealerweise mit Freiheit und so zu tun hat. Elektrizität pur, rein akustisch gemacht. Power eben.


»Syncho Sound System & Power« von Nigeria Fuji Machine findest du bei HHV: Vinyl 2LP und CD

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