Music Review | verfasst 29.08.2018
Mitra Mitra
Marionettes
Polytechnic Youth, 2018
Text Lars Fleischmann
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Redaktion
Cover Mitra Mitra - Marionettes

Bei Mitra Mitra muss man nicht lange warten. Auf »Marionettes« wartet kein langes Intro auf die Hörenden, viel mehr stampft die Drum Machine gleich los, der Bass-Synth treibt an und die Synth-Hooks folgen sogleich. Der Raum füllt sich sofort mit einem unübersehbaren Hauch von Achtziger-Reminiszenzen. Hier hängt eine schwarze Kunst-Lederjacke, schwarze Skinny-Jeans (oder auch Lederhosen) liegen auf dem Boden, überall Side-Cuts und gute Brogues an den Füßen. Mitra Mitra sind eine klassische Darkwave-Synth-Pop-Gruppe. Das Duo, bestehend aus Mahk Rhumbae und Candide Violet traf sich vor einigen Jahren in Wien, wo beide leben, und man entschloss sich ein neues Band-Projekt zu starten. Gerade Rhumbae (auch als Mark Crumby bekannt) hat eine wirkungsvolle Vita in den Bereichen Industrial, Darkwave und Artverwandtem vorzuweisen. Sein Label Jara Records beheimatete damals (in den Neunzigern) unter Anderem Muslimgauze. Nach vielen Bandprojekten ist Mitra Mitra nun ein Full-Time-Job. Nachdem man das erste Album in Eigenregie veröffentlichte, wird der Zweitling nun über Polytechnic Youth, das Microlabel mit den teuren Lathe-Cuts, angeboten. Auch hier bleibt man sich seinem Stil treu: Treibender Wave mit eiskalten Synthlines und Violets roboterhaften Stimme. Hinzu kommen hier und da Störgeräusche wie z.B. Radiofunk-Äquivalente. In seiner Formelhaftigkeit überzeugt der Zweitling sicherlich Fans der ersten Veröffentlichungen und weitere Waveheads. Die Achtziger sind ja auch immer noch das »coolste Jahrzehnt«, sagt man.

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