Music Review | verfasst 08.11.2018
Charles Bradley
Black Velvet
Dunham, 2018
Text Jan Paersch
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Redaktion
Cover Charles Bradley - Black Velvet

Ein guter Soul-Sänger muss nicht notwendigerweise ein hartes Leben gehabt haben. Doch dass eine ordentliche Portion Blues der Kunst zuträglich sein kann, konnte man bei jedem Auftritt Charles Bradleys spüren. Der Mann, der erst mit über sechzig Jahren zu Bekanntheit kam, performte jedes Konzert mit einer Inbrunst, als wäre es sein letztes. Wenn Bradley Black Sabbath‘ »Changes« sang und dabei Rosen verteilte, bekam auch das Publikum feuchte Augen. Die späte, viel zu kurze Karriere des New Yorker Sängers, dessen Studioalben nicht immer an die sensationellen Live-Auftritte heranreichten, nahm mit seinem Krebstod im September 2017 ein jähes Ende. Nun erscheint mit »Black Velvet«, benannt nach seinem früheren Alter Ego als James-Brown-Imitator, eine Sammlung von Raritäten, Singles und Bonus Tracks, die nie offiziell auf einem Album erschienen sind. Die bislang unveröffentlichten Tracks sind »hardly essential«: die elektrische Version von »Victim Of Love« hat nicht die Dringlichkeit des Originals, und auf »Luv Jones« ist Charles Bradley kaum vertreten. »(I Hope You Find) The Good Life« pluckert immerhin angenehm psychedelisch dahin. Die grandiosen Arrangements von Nirvanas »Stay Away« und Neil Youngs »Heart Of Gold« kennt jeder Daptone-Fan bereits – dennoch schön, sie hier noch einmal zu hören. Würdiges Schlusskapitel einer viel zu kurzen Karriere.

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