Music Review | verfasst 09.11.2018
Roc Marciano
Behold A Dark Horse
Marci Enterprise, 2018
Text Nils Schlechtriemen
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Redaktion
Cover Roc Marciano - Behold A Dark Horse

Zu Pferde, bestückt mit Sense und Sneaker prangt Roc Marciano auf seinem nunmehr siebten Solo-Album (»Marcberg Instrumentals« nicht mitgerechnet) unter dem ominösen Titel »Behold A Dark Horse«. Wie viele seiner Zunft, zeigt sich der New Yorker von den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen seines Landes beeindruckt und lässt Raps vom Stapel, die zwar oft genug an introspektive Selbstbeweihräucherung grenzen, aber eben auch von Mord und Totschlag in den Städten handeln, Machtkonzentration und habgierige Psychopathen thematisieren und dabei eine Art urbane Mythologie zeichnen – oder es zumindest versuchen. Der geschärften Lyrik stellt er ein ausgefallenes Sample-Repertoire zur Seite, das mit Percussions (»Congo«), Hammond-Orgeln á la Korla Pandit (»Diamond Cutters«) oder Bläsersektion (»Whoolers«) hantiert. Die Beats gehören daher zum Besten, was Roc Marciano bislang veröffentlicht hat. Alles gut also? Nicht ganz. Dass ihm Gesangsparts wie in »Secrets« gut stehen und eine gelungene Erweiterung seines vokalen Angebots darstellen, darf bezweifelt werden. Außerdem ist es nach wie vor unverständlich, warum einer der profiliertesten Beatbastler und Texter der Ostküste immer noch in steinzeitlich homophoben Lines schwelgen muss, sobald er andere disst. Zwar sind derlei Ausfälle eher selten und könnten auch als harmloses Alltagssprech der Szene relativiert werden, hinterlassen hier und da aber trotzdem einen schnöden Beigeschmack, wenn man denn hinhört. Daneben ragen die Features mit Knowledge The Pirate und Busta Rhymes (»No Love« & »Trojan Horse«) oder das Soundtrack-artige »Consigliere« als Beispiele von Marcianos unstrittigen Skills besonders heraus. Beats von Q-Tip, Animoss und The Alchemist bringen zwar zusätzliche Abwechslung, können aber nicht ganz verhindern, dass sich dieser Stil auf Albumlänge abnutzt.

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