Music Review | verfasst 13.11.2018
Vaudou Game
Otodi
Hot Casa, 2018
Text Lars Fleischmann
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7.7
Redaktion
Cover Vaudou Game - Otodi

Innerhalb der Welle westafrikanischer Musik, die in den letzten Jahren durch die Plattenregale fegte, ist das kleine Togo unterrepräsentiert geblieben bis dato. Durch Kolonialgeschichte (da hatte auch das Kaiserreich seine Finger im Spiel) und jahrelanger Diktatur ist das Land ausgehungert; im wörtlichen Sinne und natürlich auch brain-gedrained. Das versucht der mit Franzose mit togolesischen Wurzeln Peter Solo nun zu ändern. Das Geschäft des Diggings und der Reissues überlässt der Musiker anderen. Lieber fliegt er in die spirituelle Heimat und nimmt einfach neue Alben auf. Wie der Bandname schon verrät, ist Peter Solo auch außerhalb Togos dem Vaudou (die westafrikanische Schreibweise von Voodoo) verpflichtet und praktiziert die Auseinandersetzung mit den Gottheiten regelmäßig. Für die dritte LP von Vaudou Game, **»Otodi«, fand man in der Hauptstadt Lomé einen ganz besonderen Ort: Das OTODI-Studio. Ein 300 qm großes Studio mit einer sehr seltenen Konsole aus dem Hause Scotch – seit Jahrzehnten nicht angerührt. Hier sammelte Peter Solo togolesische Musiker, den Sänger Roger Damawuzan und einen ansässigen Frauenchor für die Aufnahmen zusammen. Ordentlich Authentizität also, die da rangeschafft wurde. Das Ergebnis lässt sich sehen respektive hören. Treibender Funk-Nummer, nicht ganz Highlife, auch nicht Afrobeat, sondern losgelöster von der Synthese zwischen »westlichen« und »südlichen« Sounds. Näher am togolesischen Menschen sozusagen. Die togolesischen Skalen der Funkgitarre, die Rhythmussektion, alles real. Das klingt letztlich ungewohnt root-y und sollte in jeder guten westafrikanischen Sammlung nicht fehlen.

»Otodi« von Vaudou Game findest du bei HHV: Vinyl 2LP
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