Music Review | verfasst 21.11.2018
SHXCXCHCXSH
OUFOUFOF
Rösten, 2018
Text Nils Schlechtriemen , Fotos © Rösten
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Redaktion
Cover SHXCXCHCXSH - OUFOUFOF

Schon wieder tragen die zwei Schweden mit den riesigen Kapuzen und der eigenwilligen Morphologie die Tanzbarkeit im Techno zu Grabe. Sie waren nie alleine auf der Beerdigung: Die Dekonstruktion des Genres hat auch in Black Rain oder Surgeon, Dominick Fernow oder Stanislav Tolkachev ihre Enthusiasten gefunden. 4/4-Rhythmik und Stroboskop-Harmonien sind solchen Akteuren mehr Werkzeuge unter vielen, als Blaupausen zur Orientierung. SHXCXCHCXSH brechen auf »OUFOUFOF« allerdings noch ein Stück weit radikaler mit gängigen Erwartungen an pulsierende Beats und tiefenwirksame Melodien. Die alte Gleichung »Verträumtheit x Geballer = Fläche« wird gänzlich in ihre Bestandteile zerlegt und seziert. Zum Vorschein kommen acht unterschiedliche Ausprägungen ein und desselben rhythmischen Motivs; hämmernde Morsecodes, die in ihrer fortlaufenden Wiederholung langsam aber sicher hypnotische Qualitäten entwickeln, für den Club jedoch eher ungeeignet erscheinen. Wahrscheinlich ist Tanzen einfach nicht die angemessene Reaktion auf diesen Sound. Vielleicht sollte der Reflex stattdessen nach innen gehen: Was macht die mechanische Repetition mit der eigenen Wahrnehmung? Lässt man sich darauf ein, können einen Tracks wie »FFUFFUFU« oder das abschließende »OOUOOUOO« dank ihrer entrückenden Echos regelrecht absorbieren. Aus der Zersetzung taucht dann doch immer wieder ein Konstrukt parallel verlaufender Prozesse auf, das ebenso maschinell wie lebendig wirkt. Ist das der Soundtrack zur Singularität?

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