Music Review | verfasst 04.01.2019
Positive Centre
Forever Optimum
Horo, 2018
Text Nils Schlechtriemen , Fotos © Horo
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Redaktion
Cover Positive Centre - Forever Optimum

Im Oktober hatte Mike Jefford als Positive Centre sein zweites Album »The Leaf Switch« veröffentlicht. Darauf: Immersive Schlafmangelmusik zwischen Ambient Techno, Industrial und Drone. Schon einen Monat später war Album Nummer drei bereit für einen Release bei den Berlinern von Horo. Hier haben in den letzten zwei Jahren auch ASC und Ancestral Voices, SNTS und Pact Infernal released. »Forever Optimum« passt mit seinen dunkel raunenden Pads perfekt in die bisherige Veröffentlichungspolitik des Labels, dem offenbar viel an einem standesgemäßen Soundtrack astronomischer Prozesse gelegen ist. Zumindest klingt der Horo-Katalog bislang ausgesprochen spacig und düster. Cineastisch wird es gleich zu Beginn des Albums, wenn in »Hydrostatic Pressure« die Kühlpumpen einer Raumstation um Jupiter anlaufen oder »Glass Teeth« in die blauen Cobaltwüsten von Planet Nine entführt. Oft dröhnt die Musik hinter den Beats in langgezogenen Bahnen, rotiert und flirrt vor dem inneren Auge. Das hat etwas abstrakt Maschinelles, nicht zuletzt weil auch viel mit metallenem Hall und Geräuschen aus der Robotik gearbeitet wird. Klar, das ist keine Seltenheit wenn Industrial und Techno aufeinandertreffen, doch in den Händen von Positive Centre gerät so ein Rezept zur hypnotischen Rhythmusstudie, die einen langsam aber unaufhaltsam verschlingt. Selbst kurze Interludes wie »Cold Seeps« oder »Hatchet Cinema« entwickeln in weniger als 60 Sekunden eine nahezu außerirdische Atmosphäre – ominös, faszinierend aber auch unmittelbar bedrohlich. Wenn 2019 die großen Tech-Milliardäre ihre ersten Weltraumtouristen in den Orbit schießen, sollte »Forever Optimum« an Bord laufen.

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