Music Review | verfasst 29.01.2019
Black Merlin
Kode
Die Orakel, 2019
Deine Bewertung:
7.5
Nutzer (4)
7.9
Redaktion
Cover Black Merlin - Kode

Die Orakel hat sich als Spielwiese für Produzent_innen aus dem House- und Techno-Bereich etabliert. Ob Roman Flügels verschrobene »Verschiebung«-EP oder Edwards konsequente Abarbeitung an bekannteren und unbekannteren Krautrock-Helden wie Harmonia und Rolf Trostel: Labelchef Oliver Hafenbauer scheint die Dinge eher geschehen zu lassen, als einen bestimmten Sound anzupeilen. George Thompson ist in der Hinsicht wohl so etwas wie ein Endgegner im Die Orakel-Game: Eigentlich hat er als Black Merlin schon alles gemacht und gesagt, was da zu tun und bereden wäre. Dennoch zeigt »Kode« noch eine weitere Facette des in letzter Zeit immer mehr Richtung Gamelan abgedrifteten Produzenten. Schwebendes, slickes Modular-Geplinker gibt es auf drei Tracks zu hören, eine Art Conrad Schnitzler-Studie in superstraight. Denn anders als bei dem Kauz, der damals Kraftwerk ihren ersten Synthesizer besorgte, legt Thompson einen deutlichen Fokus auf den Rhythmus. Genauer gesagt pulst es eigentlich und vielleicht sind Steve Reich und Co. das fehlende Puzzlestück in der Ahnenreihe dieser 20 Minuten Musik. Minimalistisch und doch von retrofuturistischem Design, klar definiert und trotzdem geil verspult: Black Merlin mit Musik, die damals eigentlich schon wieder fast ihren eigenen Edward-Remix bekommen könnte. Vielleicht also ist Thompson doch nicht Endgegner, sondern der beste Sidekick, den sich Die Orakel hätten an Bord holen können.

»Kode« von Black Merlin findest du bei HHV Records: 12inch.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 05.09.2018
Black Merlin
Oba Enka EP
Präzise produziert, tanzbar, clubtauglich, aber keine Zaubereri diesmal: Zur neuen »Oba Enka EP« von Black Merlin.
Music Review | verfasst 23.11.2018
Black Merlin
Kosua
Für »Kosua« begab sich Black Merlin in den Urwald Papua-Neuguineas und zeichnete das Konzert von Insekten, Vögeln, Pflanzen und Winden auf.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Review
Acronym & Kali Malone
The Torrid Eye
Acronym und Kali Malone treffen sich am Buchla 200 und denken mit ihrer gemeinsamen EP »The Torrid Eye« Chain Reaction elegant weiter.
Music Review
Xosar
The Possessor Possesses Nothing
Techno als emanzipatorisches Statement: geht das? Xosar liefert mit »The Possessor Possesses Nothing« einen ernstzunehmenden Versuch.
Music Review
Barbara Howard
On The Rise
Diese Platte ist der Beginn der schönsten Liebesgeschichte des Soul: »On The Rise« von Barbara Howard wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Kris Baha
In Your Arms
Talent borrows, genius steals und Kris Baha bringt mit »In Your Arms« eine Art Mini-LP heraus, die ihr EBM-Handwerk gelernt hat.
Music Review
Efdemin
New Atlantis
Es sind sublime Details, welche die Produktionen von Efdemin von denen seiner Kollegen abheben. So auch auf »New Atlantis«.
Music Review
Malibu Ken (Aesop Rock & Tobacco Of Black Moth Super Rainbow)
Malibu Ken
Aesop Rock und Tobaccco machen einen auf Malibu Ken und wandeln insofern auf den Spuren der 1971 veröffentlichten Malibu Barbie. Nur anders.
Music Review
Puredigitalsilence
Circumfluence
Sicherlich ein Highlight südkoreanischer schaltkreisbasierter Musik: »Circumfluence« von Puredigitalscience aus dem Jahr 1998.
Music Review
Jussi Halme
Funny Funk 'N' Disxco 1983-1991
In der liebevollen Käsigkeit liegt ein gerüttelt Maß an Ironie: zur Werkschau »Funny Funk ‘N’ Disxco 1983-1991« von Jussi Halme.
Music Review
Block Sistem
Don't Leave Me Now
Italo-Disco, besser geht nicht: Best Record Italy legt »Don’t Leave Me Now« von Block Sistem neu auf.
Music Review
Amaringo
Amaringo
John Carroll Kirby huldigt mit »Amaringo« musikalisch den psychedelischen Bildern des peruanischen Künstlers Pablo Amaringo.
Music Review
Cosey Fanni Tutti
Tutti
»Tutti«, das erst zweite Soloalbum von Cosey Fanni Tutti, zeigt, welchen Einfluss die Musikerin auf die zeitgenössische Musik hat.
Music Review
Mitsuaki Katayama Trio
First Flight
»First Flight«, das Debüt des Mitsuaki Katayama Trios, ist das Werkeines cleveren Arrangeurs und eines begnadeten Schlagzeugers
Music Review
Beirut
Gallipoli
Statt auf Balkan und Chanson besinnen sich Beirut mit »Gallipoli« auf ihre Stärke als Songwriter.
Music Review
Repeat
Repeats
Mark Broom, Plaid und Dave Hill trafen als Repeat in einer stilistisch unsicheren Zeit zusammen. Ihr Album »Repeats« wurde neu aufgelegt.
Music Review
Various Artists
Studio One Black Man's Pride Vol.3
Möge es der Allmächtige mit Wohlgefallen hören: Soul Jazz legt den dritten Teil seiner »Black Man’s Pride«-Reihe vor.
Music Review
Pablo's Eye
Dark Matter
Im letzten Teil eines Triptychons an Releases mit Musik von Pablo’s Eye kommt auf »Dark Matter« die kontemplative Seite der Band zutrage.
Music Review
Tofu Resistance
1//23
Auf »1//23« kombiniert Tofu Resistance digitale Produktionsweisen mit den Sounds exotischer Instrumente.
Music Review
Kings Aigbologa Bucknor & His Afrodisk Beat Organisation
Katakata
Jetzt hat Hot Casa mit »Katakata« ein weiteres Album von Kings Aigbologa Bucknor & His Afrodisk Beat Organisation veröffentlicht.
Music Review
The Daktaris
Soul Explosion
Als »Soul Explosion« von The Daktaris 1998 veröffentlicht wurde, wurde er als Afrobeat-Klassiker vermarktet. 20 Jahre später ist er einer.
Books Review
Michael Diamond & Adam Horovitz
Beastie Boys Buch
Das »Beastie Boys Buch« ist ein Mixtape voller Skits und Hits. Und die Boombox, aus der es schallt, ist über 500 Seiten starker Band.
Music Review
Jedi Mind Tricks
Violent By Design
18 Jahre später hat »Violent By Design« von Jedi Mind Tricks nichts von seiner Vehemenz eingebüßt.
Music Review
Boy Harsher
Careful
Unter den Düster-Wave-Duos machen Boy Harsher den düstersten. Den besten auch, wie ihr neues Album »Careful« zeigt.
Music Review
Molly
Waves
Die französische Produzentin Molly findet auf »Waves« die exakt richtige Mischung zwischen Druck machen und Verwirrung stiften.
Music Review
Deerhunter
Why Hasn't Everything Already Diappeared?
Mit »Why Hasn’t Everything Already Diappeared?« zeigen sich Deerhunter betont unrockig und so eingängig wie noch nie.
Music Review
The Golden Filter
Dislocation
The Golden Filter weihen ihr Label 4GN3S mit »Dislocation« ein. Drauf zu hören: Nichts Neues unter der Sonne. Die meiden die beiden aber eh.
Music Review
Joe McPhee
Nation Time
Eine groovene Kombination aus Funk und Free Jazz: Superior Viaduct legt »Nation Time«, das 1971 erschienen Debüt von Joe McPhee, neu auf.
Music Review
Black Merlin
Kode
Black Merlin müsste eigentlich so etwas wie der Endgegner im Die Orakel-Game sein. Mit »Kode« beweist er sich aber als treuer Sidekick.
Music Review
Fist Of Facts
Fugitive Vesco
Fist Of Facts ist die Nachfolgeband von Liquid Liquid’s Salvatore Principato. Ihre einzige EP »Fugitive Vesco« wird jetzt neu aufgelegt.
Music Review
Bell Towers
I'm Moving To Berlin
Bell Towers’ Debüt-EP für Cocktail d’Amore leistet mit Proto-House und Darkroom-Techno Überzeugungsarbeit für die Berliner Partyserie.
Music Review
Nils Frahm
Encores 2
Mit »Encore 2« legt der Komponist Nils Frahm vier weitere Stücke seinem gefeierten Album »All Melody« aus dem letzten Jahr nach.
Music Review
Swindle
No More Normal
»You talk a lot, but you ain’t sayin’ nothin’«: »No More Normal« von Swindle ist das Album zur Brexit-Stunde.
Music Review
Christoph de Babalon
Hectic Shakes
Galt das letzte Jahr der Aufarbeitung des musikalischen Ouevres von Christoph de Babalon, beginnt 2019 mit neuem Material.
Music Review
Black To Comm
Seven Horses For Seven Kings
Die besten Stücke von Black To Comm klingen wie etwas völlig Neues. Auf »Seven Horses For Seven Kings« ist das fast durchgängig der Fall.
Music Review
Sascha Funke & Niklas Wandt
Wismut
Sascha Funke und Niklas Wandt klingen auf »Wismut« wie ein Team, das sich seit Jahren die Regler im Studio teilt.
Music Review
Victor de Roo
Nachtdichter EP
Musik von Victor de Roo, Poesie von Alex Deforce, Erschließung neuer Sounds für Knekelhuis: die »Nachtdichter EP« hat einiges zu bieten.
Music Review
Betonkust & Palmbomen II
Parallel B
So verspielt und gleichermaßen fokussiert wie auf »Parallel B« von Betonkust & Palmbomen II tönte es zuletzt im New-Beat der 1980er Jahre.
Music Review
Hia / Biosphere
Polar Sequences
Das 1996 veröffentlichte Album »Polar Sequences« von Hia und Biosphere ist keine Ambient-LP: Statt abschalten heißt es hier eintauchen.
Music Review
Kamaal Williams
New Heights / Snitches Brew - 12"
Zwei weitere Stücke, die aufhorchen lassen: Kamaal Williams veröffentlicht »New Heights« und »Snitches BrewG auf Vinyl 12".
Music Review
Vladimir Tarasov
Atto IV
1990 noch in der ehemaligen Sowjetunion eingespielte Aufnahmen von Vladimir Tarasov wurden jetzt als »Atto IV« wiederveröffentlicht.
Music Review
Asnakech Worku
Asnakech
Aus der Vielzahl der inzwischen gehobenen Schätze äthiopischer Musik sticht dieses 1975 von Asnakech Worku aufgenommene Album heraus.
Music Review
Machinefabriek
With Voices
Auf über hundert Releases hat Machinefabriek bisher kaum mit Stimmen gearbeitet. Auf »With Voices« mit kaum etwas anderem.