Music Review | verfasst 18.02.2019
Modeselektor
Who Else
Monkeytown, 2019
Text Jens Pacholsky , Fotos © Monkeytown
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Redaktion
Cover Modeselektor - Who Else

Gernot Bronsert und Sebastian Szary haben es nach acht Jahren geschafft, sich wieder als Duo zu finden. Ja verdammt, »Monkeytown« ist acht Jahre her! Das allein ist Grund genug, die Anlage auf Anschlag zu stellen und die Trillerpfeifen zu entstauben. Sascha Ring – ihren zwischenzeitlichen Zimmergenossen als Moderat – konnten Bronsert und Szary nach zwei weiteren Moderat-Alben und dem damit assozierten Weltruhm und Hypegetriebe zumindest für acht Tracks abschütteln. Und wo die beiden mit Moderat musikalisch eben so unglaublich moderat waren, drehen sie mit ihrem Urkeimling Modeselektor endlich wieder frei. Gänzlich befreit von Erwartungsdruck und Anspruch an Radiotauglichkeit schlüpfen sie in ihre frisch zerknitterten Ravekostüme und lassen die Affen tanzen. »Who Else« ballert herrlich unprätentiös durch die Nachtwelt. Changiert zwischen Bassmusik und Hades-Acid, rauschendem Techno und euphorischem Rave. Bronsert und Szary haben scheinbar was nachzuholen, denn auch Tommy Cash, der famose YouTube-Hype von 2017, erhält seinen Modeselektor-Ritterschlag. Und selbstredend darf Otto von Schirach, der heimliche dritte Affe bei Modeselektor, nicht fehlen. Für Thom Yorkes Gehäule war auf dem 34 Minuten kurzen Album diesmal keine Zeit. Gut so. Dafür lieber frischen Flow von der Londoner Rapperin Flohio. Und zum Abschluss gibt es »Girl/Boy Song«-Drill&Bass auf die Fresse. This is the new oldschool.

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