Music Review | verfasst 08.03.2019
August Greene
August Greene LP
August Greene LLC, 2019
Text Nils Schlechtriemen
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7.3
Redaktion
Cover August Greene - August Greene LP

Was konnte da schief gehen? Der für ausgefallene Feature bekannte Rapper Common gründet mit Pianist Robert Glasper und Schlagzeuger Karriem Riggins ein Trio, das sich sozialkritischem Rap mit Jazz- und Soul-Einflüssen verschreibt – doch niemand bekommt es mit. Zumindest nicht außerhalb einschlägiger Kreise. Vielleicht das einzige, was hier schief gehen konnte und musste. Den großen Hypes um Kendrick Lamaar und Joey Bada$$, oder dem Trap-Brimborium aus Los Angeles ebenso wie aus Skandinavien wollten August Greene zwar auch gar nicht nacheifern, trotzdem verwundert es, wie wenig Beachtung dem Debüt des Trios im letzten Jahr geschenkt wurde. Schließlich ist Common schon seit Anfang der 1990er Jahre ein gemachter Mann im Rap-Geschäft, besser: In der Rap-Kultur. Denn die Kohle seiner Zeitgenossen hat er wohl nie in dem Ausmaß gescheffelt, stattdessen aber immer versucht Hip-Hop wieder mit einer Kritik am Status Quo aufzuladen. Das gelingt ihm auf »August Greene« erneut, allerdings eher mit entspannt eskapistischen Untertönen, einem Hauch Optimismus, weniger mit klaren Kampfansagen aus dem Ghetto. Die Ähnlichkeit zu »Be« von 2005 ist daher kaum zu leugnen, obwohl Tracks wie »Practice« oder »No Apologies« nun schon allein durch das Bandsetup deutlich komplexere Arrangements anbieten, die man wohl wirklich mal zurecht »Jazz Rap« taufen darf. Immerhin spielte Karriem Riggins schon zu »Donuts«-Zeiten Beats für den Miles-Fan J Dilla ein, während Robert Glasper, sowie der Bassist Burniss Earl Travis mit ihren Projekten beachtliche Erfahrungen im zeitgenössischen Jazz vorweisen können. »Swisha Suite« ist fraglos das eindrücklichste Beispiel dafür, wieviel Knowhow aus allen möglichen relevanten Bereichen diesem Album zu seiner Größe verhelfen. Für den abenteuerlustigen Rap-Connaisseur, der immer nach dem nächsten beat on the edge dürstet, ist das hier vielleicht zu gediegen. In der Bahn oder Sonntagnachmittags mit einem starken Kaffee, kommt die Platte aber genau richtig.

»August Greene« von August Green findest du bei HHV Records: ###HHV:
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