Music Review | verfasst 04.04.2019
Nirvana
Live At The Paramount
Geffen, 2019
Text Fabian Ebeling , Fotos © Geffen
Deine Bewertung:
7.0
Nutzer (1)
9.0
Redaktion
Cover Nirvana - Live At The Paramount

Diese Veröffentlichung »essential Niravana« zu nennen – das wäre zu viel gesagt. Dafür ist 1991 noch zu früh. Aber dieses Jahr 1991 ist ja, dem Film von David Markey folgend, »The Year That Punk Broke« und von daher ist dieses Dokument doch essenziell für eine Zeitenwende in der Musik der frühen 1990er Jahre. Die Show im altehrwürdigen Paramount Theatre ist das erste richtig richtig große Konzert von Nirvana in Seattle nach dem Release von »Nevermind«, das einen Monat vorher veröffentlicht wurde. Was in den späten 1980er Jahren in Seattle gärt, bricht in diesem Jahr auf, diese Bands brechen auf, und sie werden ganz einfach die Welt verändern. »Grunge« aus dem pazifischen Nordwesten war die letzte große lokale Musikszene der Rockmusik, die den Rest des Planeten so richtig durchgewirbelt hat. Etwas ähnliches gab es danach nicht mehr, eine ähnliche Band wie Nirvana gab es danach nicht mehr. Für die zu spät geborenen, die Kurt Cobain, Krist Novoselic und Dave Grohl nie live gesehen haben, werden »Live At The Paramount«, das es schon seit 2011 auf DVD gibt, ein wichtiges Zeugnis sein. Die Energie ist so da, es gibt kaum einen Unterschied zwischen den kleineren Bühnen, die sie vorher spielten oder diesem renommierten Seattler Spielort. Nirvana wurden gerade groß, sie waren in einem Spannungsfeld, das sich hier entlädt. Diese Platte transportiert, wie mächtig Nirvana waren. »Aneurysm«, »Drain You«, »School«. Die ersten paar Songs des Konzerts. Muss man nichts mehr sagen. Genau auf dieser Bühne, an diesem Abend, vor diesen knapp 3.000 Seelen, wurde Punk zerstört.

»Live At The Paramount« von Nirvana findest du bei HHV Records: Vinyl 2LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 02.10.2014
Dr. Octagon
Dr. Octagonecologyst
»Dr. Octagonecologyst«, das sind wahnwitzig-verstörende Interludes, live aus dem OP des Dr. Octagon alias Kool Keith.
Music Kolumne | verfasst 22.02.2019
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Review | verfasst 03.10.2011
S.C.U.M.
Again Into Eyes
Lebt die Rockmusik noch? Die Briten S.C.U.M. versuchen neue Akzente zu setzen und ringen um eine Wiederbelebung.
Music Review | verfasst 27.01.2012
Tribes
Baby
Wird Rock´n`Roll, wie prognostiziert, das große Ding 2012? Warum eigentlich nicht, wie Tribes schon mal beweisen.
Music Review | verfasst 04.04.2012
The Chap
We Are Nobody
Posen als Positionen überzeugen zwar nicht, machen aber auch bei dunklen Themen Spaß und können so ganz nebenher doch zum Nachdenken anregen
Music Review | verfasst 04.06.2012
Richard Hawley
Standing At The Sky's Edge
Hierzulande nur wirklich eingefleischten Britpop-Fans ein Begriff, macht Richard Hawley andernorts als Gitarrist und Crooner von sich Reden.
Music Review | verfasst 14.06.2012
Japandroids
Celebration Rock
Die Japandroids machen die unmittelbarste Musik, die man nur machen kann. Und »Celebration Rock« ist der zu erwartende Hammer geworden.
Music Review
Pharoah Sanders
Africa
Auf »Africa« von 1984 finden Pharoah Sanders, Idris Muhammad, John Hicks und Curtis Lundy zusammen und spielen grandiose Musik.
Music Review
Roza Terenzi
Let's Ride
»Let’s Ride« ist das Dekmantel-Debüt der Australierin Roza Terenzi. Darauf zu hören: Electro-Dekonstruktionen und 90s-Rave mit eigener Note.
Music Review
Tiger & Woods
AOD
Album Oriented Dance, »AOD« war die Ansage von Tiger & Woods, die sie uns gleich im Titel ihres neuen Longplayers lieferten. Ging es auf?
Music Review
Guerilla Welfare
The Nature Of Human Nature
Guerilla Welfare haben zwischen 1986 und 1991 Ethno, Dub und Funk verührt. »The Nature Of Human Nature« fasst ihre Musik zusammen.
Music Review
Neuzeitliche Bodenbeläge
Leben
Premiummusik für liebevoll heruntergewirtschaftete Hinterhoflokale und ihre Gäste. Zur EP »Leben« von Neuzeitliche Bodenbeläge.
Music Review
Ill Bill & Stu Bangas
Cannibal Hulk
Diese Collab wurde im Horrorcore-Genre sehnsüchtig erwartet: Ill Bill und Stu Bangas machen auf »Cannibal Hulk« gemeinsame Sache.
Music Review
The Comet Is Coming
Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery
Shabaka Hutchings und kein Ende: sein Projekt The Comet Is Coming zockt auf »Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery« vital wie selten.
Music Review
Bibio
Ribbons
»Ribbons« von Bibio funktioniert als 50-minütiges Gesamtwerk, das vor vorne bis hinten die warme Stimmung der Zweisamkeit einfängt.
Music Review
New World Science
Osmos (Movements)
Das Trio New World Science wandelt auf »Osmos (Movements)« auf den Spuren von Jon Hassel. Unterstützung erhalten sie von RAMZi und R Weng.
Music Review
The Budos Band
V
Natürlich ist diese testosterongeschwängerte »Macho-Mucke« der Budos Band etwas anachronistisch, aber was soll’s: »V« macht einfach Spaß.
Music Review
Keys
Voltage
Key ist das neue Duoprojekt von Benedikt Frey, gemeinsam mit Chris Cox.Am besten auf »Voltage« sind die Tracks, die aus der Reihe tanzen.
Music Review
Fennesz
Agora
»Agora« ist sehr viel sparsamer als die vorangegangen Releases des österreichischen Musikers. Doch damit erreicht Fennesz einfach sehr viel.
Music Review
Asuna & Jan Jelinek
Signals Bulletin
Sechs Jahre haben der japanische Organist Asuna und der in Berlin lebende Musiker Jan Jelinek an »Signals Bulletin« gearbeitet.
Music Review
Marvin Gaye
You're The Man
»You’re The Man« versammelt Musik von Marvin Gaye, die der Öffentlichkeit bisher weitestgehend vorenthalten wurde. Widerspruch inklusive.
Music Review
VC-118A
Inside
Als VC-118A liefert Samuel van Dijk mit »Inside« für Delsin die bestmögliche Synthese seiner verschiedenen musikalischen Projekte ab.
Music Review
Wilma Vritra
Burd
Scheinbarer Widerspruch, genial gelöst: Odd Future’s Pyramid Vritra und Wilma Archer machen auf »Burd« als Wilma Vritra gemeinsame Sache.
Music Review
Lee Fields & The Expressions
It Rains Love
Lee Fields feiert 2019 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Mit »It Rains Love« wurde nun sein fünftes Album mit The Expressions veröffentlicht.
Music Review
Palms Trax
To Paradise
Nach drei Jahren meldet sich Palms Trax mit einer neuen EP für Dekmantel zurück. »To Paradise« ist eine handwerkliche Meisterleistung.
Music Review
Nirvana
Live At The Paramount
Der vielleicht beste Konzertmitschnitt der legendären Rockband Nirvana, »Live At The Paramount«, liegt nun erstmals auf Vinyl vor.
Music Review
Curt Cress
Dschung Tek EP
»Dschung Tek« und vier andere Tracks von Curt Cress aus dem Jahre 1983 wurden jetzt bei Music From Memory wiederveröffentlicht.
Music Review
Horace Tapscott with The Pan-Afrikan Peoples Arkestra
Live at I.U.C.C.
Soul Jazz entdeckt in diesem Jahr den amerikanischen Jazzpianisten Horace Tapscott wieder. Den Anfang macht »Live at I.U.C.C.« von 1979.
Music Review
Lamellen
Monty Roberts EP
Auf der »Monty Roberts EP« gießt das niederländische Duo Lamellen ein sehr balearisches und verträumtes Lebensgefühl in dynamische Tracks.
Music Review
Roy Ayers
Silver Vibrations
Die allererste Reissue von »Silver Vibrations«, Roy Ayers’ zuerst 1983 veröffentlichtem Album, wurde jetzt bei BBE veröffentlicht.
Music Review
JMII
Modulations
In Barcelonas Clubszene kein Unbekannter, veröffentlicht JMII jetzt mit »Modulations« eine hörenswerte EP auf Jamie Talabots Hivern Discs.
Music Review
Steve Reid
Nova
Das einzig schlechte an »Nova« von Steve Reid aus dem Jahr 1978 ist, dass es nach 30 Minuten schon wieder vorbei ist.
Music Review
Blu & Oh No
A Long Red Hot Los Angeles Summer Night
Wenn Blu kooperiert, dann wird’s meistens gut. Auf »A Long Red Hot Los Angeles Summer Night« macht er nun mit Oh No gemeinsame Sache.
Music Review
Shlohmo
The End
»The End« von Shlohmo dreht sich um den Weltuntergang. Man übersieht so beinahe wie vielschichtig, interessant, ausgereift die Platte ist.
Music Review
The Exaltics
Exodus
The Exaltics stehen am Ende der Electro-Geschichte. Die EP »Exodus« blickt zusammen mit Egyptian Lover gleichermaßen nach vorn und zurück.
Music Review
Beth Gibbons & The Polish Radio Orchestra
Henryk Górecki: Symphony No.3
Mal ehrlich: Wer denn sonst sollte die Henryk Góreckis »Symphony No.3«, die »Sinfonie der Klagelieder«, interpretieren als Beth Gibbons?
Music Review
DMX Krew
Glad To Be Sad
Auf »Glad To Be Sad«, dem neuen Album von DMX Crew, furzen, wobbeln und quietschen die alten Synthesizer wie zu alten Rephlex-Zeiten.
Music Review
Ed Longo & The Applied Arts Ensemble
The Other Fantasy
Wenn das mit dem Klimawandel so weitergeht, wird sommerliche Musik wie die von Ed Longo & The Applied Arts Ensemble noch gebraucht werden.
Music Review
Durand Jones & The Indications
American Love Call
»American Love Call«, das zweite Album von Durand Jones & The Indications, ist im besten Sinne zeitlose Musik.
Music Review
Various Artists
Nigeria 70: No Wahala
Ganze acht Jahre nach der letzten Compilation der »Nigeria 70«-Reihe legt das in diesem Jahr 20. Geburtstag feiernde Label Strut nun nach.
Music Review
Imani
Out Of The Blue
So »Out Of The Blue« wie sie 1983 aufgetaucht sind, waren Imani dann auch wieder verschwunden. Jetzt wurden sie wiederveröffentlicht.
Music Review
África Negra
Alia Cu Omali
África Negra sind Überlebende der goldenen Zeiten des Rumba. Jetzt haben sie mit »Alia Cu Omali« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Kokoroko
Kokoroko
Die britische Jazzszene hat einiges zu bieten derzeit: so wie Kokoroko, ein achtköpfiges Ensemble um die Trompeterin Sheila Maurice-Grey.
Music Review
Xeno & Oaklander
Hypnos
So gut wie Xeno & Oaklander, erneut bewiesen auf ihrem fünften Album »Hypnos«, können nur wenige Musik aus Elektrizität zusammenbrauen.
Music Review
Jura Soundsystem
Monster Skies EP
Die verlangte Weirdness wird auf der »Monster Skies EP« von Jura Soundsystem oft bemüht, doch selten erreicht.
Music Review
Mystic Jungle
Jurakan
Mit »Jurakan« legt Mystic Jungle 25 Minuten neue Musik vor. Die ist weniger verspielt als auf »Nights Of Cheetah«, aber ebenso niveauvoll.
Music Review
Fabriano Fuzion
Cosmik Sindika
Aufgenommen auf Guadeloupe im Jahr 1982 wird »Cosmik Sindika« von Fabriano Fuzion nun ein weiteres Mal auf Schallplatte veröffentlicht.
Music Review
Trio Mocotó
Trio Mocotó (1977)
Man muss ärztlich diagnostizierte Allergien gegen brasilianische Klänge haben, um sich vom Trio Mocotó nicht freudig affizieren zu lassen.