Music Review | verfasst 13.05.2019
Amato (The Hacker)
Mécanismes Vol. 1
Pinkman, 2019
Text Kristoffer Cornils
Deine Bewertung:
7.0
Nutzer (1)
7.6
Redaktion
Cover Amato (The Hacker) - Mécanismes Vol. 1

The Hacker feiert wieder Hochkonjunktur. Während Michel Amato gemeinsam mit Kittin allerhand Archivmaterial vom Dachboden kramt und dabei nicht selten rare Hits ans Tageslicht bringt, scheint er sich 2019 aber vor allem unter seinem Pseudonym beziehungsweise Nachnamen Amato austoben zu wollen: Nachdem er zuerst 2016 eine EP sowie ein paar Compilation-Beiträge auf Cititrax veröffentlichte, folgen nun in kürzester Zeit gleich drei Platten, von denen eine per Titel noch viel mehr ankündigt. Neben einer Single auf Helena Hauffs Return To Disorder und einer Kollaboration mit Alessandro Adriani auf dessen Label Mannequin spricht »Mécanismes Vol. 1« für Pinkman zumindest per Titel aus, dass Amato noch lange nicht genug hat. Das lässt sich auch von der Musik sagen, welche die übliche Freundlichkeit seiner Hacker-Produktionen vollends über Bord wirft. »Puissance Industrielle«, »Trois Machines« und »Sequencer Rouillé« allein wären auf dem Techno-Floor eines zweckentfremdeten Heizkraftwerks allerbestens aufgehoben, »Industrie Lourde« lässt unter bedrohlichen und atonalen, naja, Industrial-Vibes immerhin noch den slammenden Electro erahnen, mit dem The Hacker berühmt wurde. So zeitgeistig die Auseinandersetzung Amatos mit der derzeit überhypten Electronic Body Music von außen betrachtet auch scheint, sitzt hier doch immerhin ein Meister seines Fachs an den Reglern, der dem düster-dystopischen Rezeptionsreigen das notwendige Quäntchen Fun einimpfen kann: So rough und roh hier auch alles klingt, macht es doch ziemlich viel Spaß. EBM in Nicht-Ganz-Reinform – zum Glück!

»Mécanismes Vol. 1« von findest du bei HHV Records: 12inch.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 15.07.2019
Amato & Adriani
Presence Du Futur
Michel Amato, bekannt als The Hacker, und Alessandro Adriani, bekannt als Labelboss von Mannequin, veröffentlichen »Presence Du Futur«.
Music Review | verfasst 16.03.2016
Drvg Cvltvre
Into The Endless Night
Auf seinem siebten Album versucht der nimmermüde Niederländer Vincent Koreman seinen überschäumenden kreativen Flow in eine Form zu pressen.
Music Review | verfasst 09.02.2018
Kris Baha
Can't Keep The Fact
»Can’t Keep The Fact«, die neue Vinyl 12" von Kris Baha bündelt alles, was der Herzschrittmacher begehrt.
Music Review | verfasst 06.05.2019
Identified Patient & Sophie du Palais
Don't Exclude Anything
Identified Patient und seine »vrouwe fataal« Sophie du Palais debütieren mit »Don’t Exclude Anything« auf Pinkman.
Music Review | verfasst 18.06.2019
Kris Baha
My Master
Klingt wie eine Reissue auf Dark Entries, ist aber einfach nur Kris Baha in Höchstform. Zu seiner neuen Vinyl 12" »My Master« auf Pinkman.
Music Review | verfasst 22.10.2012
Alejandro Paz
Free
Alejandro Paz nimmt als »New Guy in Town« mit seiner »Free« EP den Dancefloor in Beschlag.
Music Review | verfasst 25.01.2018
Unknown Artist
Decent International 02
Brachialer Elektro für hedonistische Nihilisten, Müll in der Nase und ein Pfeifen auf den Lippen auf der A-Seite…
Music Review
Shina Williams & His African Percussions
Shina Williams
»Shina Williams«, 1980 erstmals veröffentlichte LP von Shina Williams & His African Percussions, wurde erstmals wiederveröffentlicht.
Music Review
Pan American
A Son
Nach sechsjähriger Pause veröffentlicht Mark Nelson mit »A Son« ein neues Album als Pan American.
Music Review
Yoshio Ojima
Une Collection Des Chainons I: Music For Spiral
Mit »Une Collection Des Chainons I: Music For Spiral« wird das Frühwerk von Yoshio Ojima jetzt neu erschlossen.
Music Review
Various Artists
Space Funk
Die Retro-Ästhetik von alten Science-Fiction-Filmen überträgt die Compiplation »Space Funk« auf den Funk der Siebziger und Achtziger.
Music Review
Ryuichi Sakamoto
Thousand Knives Of
Schon 1978 mit seinem Debüt »Thousand Knives Of« bewies Ryuichi Sakamoto sein Gesprü für unkonventionelle Arrangements.
Music Review
RAMZi
Multiquest Niveau 1: Camouflé
Das alljährliche RAMZi-Album ist da. Auf »Multiquest Niveau 1: Camouflé« wirkt die musikalische Formel der Kanadierin etwas aufgebraucht.
Music Review
Various Artists
French Disco Boogie Sounds Vol.4
Die Compilation »French Disco Boogie Sounds« liefert standesgemäß Perlen für den Tanzflur. Das ist bei »Volume 4« nicht anders.
Music Review
Function
Existenz
»Existenz« liefert mit 17 Tracks auf Vinyl 4LP einen fulminaten Querschnitt über die 25 Jahre währende Arbeit von Function.
Music Review
François N'Gwa
Ogooue
Auf »Ogooue« finden sich die besten, der zwischen 1985 und 2004 entstandenen Stücke des gabunischen Musikers François N’Gwa wieder.
Music Review
Mike Selesia
Flavor
1976 haben Mike Selesia und seine Mitstreiter »Flavor« aufgenommen, 100 Stück pressen lassen. Jetzt ist das Jazzjuwel wieder erhältlich.
Music Review
Sokratis Votskos Quartet
Sketching The Unknown
Jazzman veröffentlicht mit »Sketching The Unknown« das tolle Debüt der griechischen Jazzer vom Sokratis Votskos Quartet.
Music Review
Eye
Metamujer
Die Französin Laurène Exposito legt als Eye ihre neue LP »Metamujer« vor und macht deutlich, dass sie sich musikalisch weiterentwickelt hat.
Music Review
Issam Hajali
Mouasalat Ila Jacad El Ard
»Mouasalat Ila Jacad El Ard«, das erstmals 1977 veröffentlichte Album des libanesischen Musikers Issam Hajali, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Danny Brown
Uknowhatimsayin¿
Mit »Uknowhatimsayin¿« huldigt Danny Brown dem guten alten Hip-Hop der Neunziger. Themen wie Drogensucht oder Depression sucht man vergebens
Music Review
Om Buschman
Total
Das einzige Album von Om Buschmann, »Total« aus dem Jahre 1989 wurde nun via Glossy Mistakes wiederveröffentlicht.
Music Review
Gülistan
Oriental Groove
Hot Mule veröffentlicht »Oriental Groove«, der in den 1980er Jahren gegründeten österreichischen Band Gülistan, neu.
Music Review
Ruins
Marea / Tied
Das Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte »Marea/Tied« der italienischen New-Wave-Band Ruins wurde von Music From Memory wiederentdeckt.
Music Review
Robag Wruhme
Topinambur EP
Verglichen mit »Venq Tolep« schielt Robag Wruhme mit der EP »Topinamur« wieder mehr auf den Dancefloor.
Music Review
L'Orange & Jeremiah Jae
Complicate Your Life With Violence
Auf »Complicate Your Life With Violence« spinnen L’Orange und Jeremiah Jae die Hard-Boiled-Geschichte des Vorgängers weiter.
Music Review
Andy Stott
It Should Be Us
Kurzerhand hat Andy Stott mit »It Should Be Us« neue Musik veröffentlicht. Neun Tracks, die der Vorbote eines neuen Albums sind.
Music Review
Shanti Celeste
Tangerine
Auf ihrem Debütalbum »Tangerine« stürmt Shanti Celeste den Dancefloor, ohne dabei eine Träne im Knopfloch zu tragen.
Music Review
Cal Massey
Blues To Coltrane
»Blues To Coltrane«, das einzige Album des zu früh verstorbenen Jazzmusikers Cal Massey aus dem Jahr 1961, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Daniel Grau
El Mágico Mundo De Daniel Grau
Nach einer jahrzehntelangen Pause legt Daniel Grau mit »El Mágico Mundo De Daniel Grau« ein neues Album vor.
Music Review
Brainstory
Buck
Wie viele Sunny-California-Klischees lassen sich auf ein Album pressen? Mit »Buck« testen Brainstory es aus.
Music Review
Tapan meets Generation Taragalte
Atlas
Ein Industrial-Projekt aus Serbien trifft auf eine Tuareg-Combo aus Marokko… und »Atlas« von Tapan meets Generation Taragalte funktioniert
Music Review
Turquoise Days
Further Strategies
So richtig totzukriegen ist die Musik von Turquoise Days nicht: Mit »Further Strategies« kommen die Songs der Briten zu wiederholter Ehre.
Music Review
FKA twigs
Magdalene
FKA twigs ist zurück, mit »Magadalene«, auf Albumlänge, und sie ist unbewaffnet bis unter die Zähne.
Music Review
Steve Reid
Rhythmatism
Mit »Rhythmatism« hatte Steve Reid 1975 ein Manifest für das friedliche Miteinander von Gegensätzen abgeliefert.
Music Review
Buttechno
badtrip
Das Debüt von Buttechno auf Nina Kraviz’ Label Trip ist, was der Titel ankündigt: ein »badtrip«, der viel Verwirrung stifftet.
Music Review
Tableau Vivant
Double Dream Hands
Tableau Vivant ist das gemeinsame Projekt von Infuso Gallo und Joshua Gottmanns. »Tableau Vivant« ihre erste Veröffentlichung.
Music Review
Nick Cave & The Bad Seeds
Ghosteen
»Ghosteen« von Nick Cave & The Bad Seeds wird als Meisterwerk eingehen und sich ob seiner Zerbrechlichkeit doch kaum hören lassen.
Music Review
Lost Scripts
Giske / Mozart
Für die beiden Stücke »Giske« und »Mozart« haben sich John Talabot und Pional einmal mehr unter dem Namen Lost Scripts zusammengefunden.
Music Review
A Winged Victory For The Sullen
The Undivided Five
Tiefer und berührender als auf »The Undivided Five« klangen A Winged Victory For The Sullen tatsächlich noch nie.
Music Review
Patrick Cowley
Mechanical Fantasy Box
»Mechanical Fantasy Box« gibt einen Überblick über das Schaffen des viel zu früh verstorbenen Disco-Pioniers Patrick Cowley.
Music Review
Michael Kiwanuka
KIWANUKA
Die große Kunst des neuen, dritten Albums von Michael Kiwanuka: Es klingt gleichzeitig nach Vergangenheit und Zukunft.
Music Review
Cigarettes After Sex
Cry
Es gibt reflektiertere Songs über die Liebe, aber nur wenige sind in so schöne Ohrwürmer wie auf »Cry« von Cigarettes After Sex gepackt.
Music Review
Kiefer
Superbloom + Bridges EP
Stones Throw bringt die beiden EPs »Superbloom« und »Bridges« von Kiefer auf einem Vinylrelease gemeinsam heraus.
Music Review
Vulfpeck
The Beautiful Game
Groove kann so einfach sein: Die Funkband Vulfpeck aus Ann Arbor haben ihr zweites Album »The Beautiful Game« veröffentlicht.
Music Review
Teebs
Anicca
»Anicca« ist das erste Album von Teebs seit fünf Jahren. Es ist inhaltlich ein zeitgeistiges Album mit Botschaft, musikalisch nicht.
Music Review
Conforce
Dawn Chorus
Quo vadis Techno? Der niederländische Produzent Conforce gibt auf »Dawn Chorus« Einblicke, wohin die Reise gehen könnte.
Music Review
Meo
Cikuana/Alturas – 12"
Mitte der 1980er Jahre gehörte Meo zu den Protagonisten des »Afro«-Stils. Die Vinyl 12" »Cikuana/Alturas« wurde jetzt wiederveröffentlicht.